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Hieronymus Bosch in Rotterdam

Zwischen Askese und Verdammnis



Hieronymus Bosch, Der Garten der Lüste

Hieronymus Bosch, Der Garten der Lüste

Die Faszination, die von ihm ausgeht, ist zeitlos. Mit originellen und zugleich wunderlichen Arbeiten voll merkwürdiger Symbole und satirischer Anspielungen, durch die Darstellung von Teufeln und Fabelwesen erregt Hieronymus Bosch selbst heute noch die Gemüter. Seine Bilder bleiben, wie sein Leben auch, rätselhaft. Sie beeindrucken und faszinieren, ziehen den Betrachter in ihren Bann und wecken Fantasien. Und jede Generation erlebt die ausgeprägte und komplexe Weltanschauung des Künstlers anders, jeder versucht die ungewöhnliche, von Gegensätzen durchzogene Bildsprache auf seine eigene Weise zu entschlüsseln.



Mit der Ausstellung „Hieronymus Bosch“, die zu den Höhepunkten im Programm Rotterdams als Kulturhauptstadt Europas 2001 zählt und noch bis zum 11. November im Boijmans van Beuningen-Museum zu sehen ist, wurde dem berühmten Maler des späten Mittelalters die wichtigste Schau in den Niederlanden gewidmet: Noch nie waren zwei Drittel aller ihm sicher zugeschriebenen Werke gemeinsam zu sehen.

Unter den Meistern der niederländischen Malerei nimmt Bosch eine Sonderstellung ein – sicherlich nicht zuletzt wegen der Anspielungen und gemalten Mahnungen vor sündenvollem Leben anhand spukhafter Figuren, Monster und Angst einflößender Teufelsgestalten sowie der Darstellung von Höllenqualen, Lebensleid und Heiligkeitsstreben. Er malte religiös und weltlich-moralisierend zugleich, schuf fantastische Landschaften und höllische Angstvisionen wie kein anderer. Voller Satire und Ironie zeigte er den Menschen von seinen guten, vor allem aber auch von seinen schlechten Seiten. Er durchschaute das Böse der Welt und stellte ihr mittels von Symbolen und bizarren Bildgeschichten eine ganz andere gegenüber: einerseits die Welt der Eremiten, die sich aus dem Reich der Tugendlosigkeit zurückgezogen haben, andererseits das Leben und Leiden Jesu Christi und der Heiligen.

Eine seiner Botschaften lautet: „Die menschliche Existenz führt unvermeidlich zum Bösen und zu Betrug. Am Ende erhält jeder seinen verdienten Lohn: Himmel oder – wahrscheinlicher – Hölle und Verdammnis.“ So stellte er etwa in der „Hochzeit von Kana“ bewusst die heiligen Gestalten sowie die Stifter des Bildes in Gegensatz zu den vulgären, ganz im weltlichen Treiben aufgehenden Festteilnehmern. In der „Schaustellung Christi vor dem Volke“ beugt sich der blutende Heiland über eine abstoßende Menschenmenge. Die Kröte, das Sinnbild des Teufels, ist hier auf dem Schild eines Kriegsknechtes wie ein Wappentier angebracht, eine Fahne mit dem Halbmond der Türken – damals Symbol der Feinde Gottes – wird auf dem Rathaus gehisst. In späteren Werken wie dem „Narrenschiff“ gewinnen seine Figuren an Lebendigkeit, die Malweise ist geradezu schwerelos und der Eindruck der räumlichen Tiefe allein durch die Farbe erzeugt. In der Darstellung einer lockeren Gesellschaft im ungesteuerten Fahrzeug mit einem schwankenden Maibaum als Schiffsmast weist Bosch auch hier mit einer unverhohlenen Schadenfreude auf die geheime Nachbarschaft von Dummheit und Sünde.

Seine Anfänge verbanden Hieronymus Bosch nicht nur mit der Werkstatt seines Vaters und Großvaters, die ebenfalls beide als Maler in ’s-Hertogenbosch tätig waren, sondern auch mit der Bauhütte, die damals die Stadtkirche mit ihrem spätgotischen, plastischen Schmuck ausstattete. Auch besaß er gute Kenntnisse der älteren Buchmalerei. Buchdruck und Kupferstich machten ihn außerdem mit neuen Darstellungsmöglichkeiten vertraut und wiesen ihn auf ein von der traditionellen, kirchlichen Aufgabenstellung unabhängiges Tätigkeitsfeld hin. So entwickelte Bosch eine Formensprache, die wendiger und schlagfertiger war als die seiner niederländischen Zeitgenossen, löste sich in seiner Malweise aus dem Überkommenen und Statischen und ging zu einer freieren Umschreibung über. Die Handschrift seiner Zeichnungen zeigte daher sein persönlichstes Temperament.

Über den Lebenslauf des außergewöhnlichen Künstlers ist wenig bekannt. Als Jeronimus van Aken wurde er vermutlich um 1450 in ’s-Hertogenbosch geboren. Nach dieser Stadt in Brabant, in der er lebte und arbeitete, nannte sich der Malersohn Bosch. Um 1480 heiratete er Aleid van Meervenne, die aus einem angesehenen Stadtgeschlecht stammte. Durch sie gelangte er 1484 in den Besitz eines dem Herzogtum Brabant unterstehenden Lehngutes bei Oirschot. Zwei Jahre später trat Bosch der Liebfrauen-Bruderschaft seiner Vaterstadt bei und wurde dort in den Kreis einer kleinen Elite aufgenommen, die den Vorstand dieser Gesellschaft bildete. Unter den bedeutenden Aufträgen, die ihm verschiedentlich erteilt wurden, waren zwei Altarflügel, die er 1489 für die Kapelle der Liebfrauen-Bruderschaft in der Hauptpfarrkirche Sint Jan fertigte.

Noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden dort sechs Werke des Malers aufbewahrt. Als Mitglied der Liebfrauen-Bruderschaft entwarf er später, im Jahr 1493, auch ein Glasfenster für diese Kapelle, in der zur selben Zeit der Architekt Alart Duhameel arbeitete. In Archiven findet man Beweise für finanzielle Transaktionen sowie Ratschläge für die Bemalung des berühmten, von Adriaen van Wesel geschnitzten Altaraufsatzes in der Kathedrale. Dass Bosch schon zu seinen Lebzeiten einen bis über die Grenzen seiner Heimatstadt hinausragenden Ruf hatte, belegen ebenso Bezahlungen Philipps des Schönen an Bosch. Im Jahre 1504 hatte der Herzog von Burgund einen Altar mit dem „Jüngsten Gericht“ bei ihm bestellt. „Die Versuchung des heiligen Antonius“ erwarb Statthalterin Margareta kurz vor dem Tode des Künstlers. Insgesamt 33 Werke des Meisters brachte später Philipp II. von Spanien in seinen Besitz.

Im Mittelpunkt der Rotterdamer Ausstellung, an der Professor Jos Koldewij über fünf Jahre arbeitete, stehen 18 Hieronymus Bosch zugeschriebene Bildtafeln aus europäischen und amerikanischen Sammlungen sowie dem eigenen Bestand. Darunter befinden sich Meisterwerke wie „Das Narrenschiff“ aus dem Louvre, „Der Tod des Geizhalses“ aus Washingtons National Gallery und aus Madrid kam „Johannes der Täufer“. Zusätzlich findet der Besucher dort die einzigen sieben Zeichnungen, die mit Sicherheit von Bosch stammen. Zu diesen mit brauner Tinte geschaffenen Federzeichnungen gehören unter anderem „Der Wald hat Ohren, das Feld hat Augen“ aus Berlin und „Der Baummensch“ aus der Graphischen Sammlung Albertina in Wien.

Darüber hinaus zeigt die Ausstellung eine Reihe von Bildern vieler Nachfolger und Kopisten. Zusammen mit Drucken von Künstlern, die sich von Bosch inspirieren ließen, beweisen sie neben seiner Popularität auch seinen künstlerischen Einfluss. Denn obwohl seine Originalität ihn vor Konventionellem bewahrte, stand Hieronymus Bosch stets in der künstlerischen Tradition seiner Zeit – das verdeutlichen Werke von Zeitgenossen wie Dierick Bouts, Geertgen tot Sint Jans, Gerard David und Jan Gossaert. Durch eine weitläufige Darstellung des kulturellen Lebens in ’s-Hertogenbosch um 1500, einer Stadt reicher an Silberschmieden, Buchillustratoren, Baumeistern und Bildhauern als an Malern, führt die Ausstellung den Besucher noch näher an den Künstler. Nicht nur Zeitgenossen zog dieser in den Bann seiner Kunst, über die Jahrhunderte hinweg fesselte er Künstler wie Bill Viola, der, angeregt durch Boschs „Dornenkrönung“ aus der National Gallery in London, das Video „The Quintet of the Astonished“ (1999) schuf.

Das Werk Hieronymus Boschs – für die einen Inspiration, für die anderen einen Weg, den Geist des mittelalterlichen Meisters zu beschwören. So stehen seinen Gemälden auch in der Ausstellung Werke von Zeitgenossen, moderner Künstler wie Bill Viola, Jörg Immendorff, Robert Gober, Pipilotti Rist und William und Klassiker der Moderne wie Salvador Dalí und James Ensor gegenüber. Dabei möchte die Schau nicht nur präsentieren. Sie will Impulse geben und Anregungen für weitere Forschung über Bosch. Ein Beispiel jüngerer Forschungsarbeit ist etwa die des Dr. Peter Klein. Bei den Ausstellungsvorbereitungen hatte der Hamburger festgestellt, dass vier auf Holz gemalte Werke, die bislang als eigenständige Gemälde galten, aus einem Triptychon stammten. Das belegen die sich ergänzenden Jahresringe auf den Rückseiten der Holztafeln. Ein Händler soll im 19. Jahrhundert das religiöse Werk zersägt und in Einzelteilen verkauft haben. Darunter befand sich auch „Der Hausierer“, früher als „Der verlorene Sohn“ bekannt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher, englischer, französischer, niederländischer und italienischer Sprache sowie ein Werkverzeichnis Boschs.

Museum Boijmans Van Beuningen
Museumspark 18-20
NL-30 15 CX Rotterdam

Telefon: +31 (0)10 - 44 19 471
Telefax: +31 (0)10 - 44 19 553

Kontakt:

Museum Boijmans Van Beuningen

Museumpark 18-20

NL-3015 CX Rotterdam

Telefon:+31 (010) 44 19 400

Telefax:+31 (010) 43 60 500

www.boijmans.rotterdam.nl



28.09.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Yvonne Tenhonsel

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