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Porträt Holger Lippmann

Mit dem Netz zu den unsichtbaren Strömungen der Kunst



Holger Lippmann in seinem Atelier

Holger Lippmann in seinem Atelier

Figuren erscheinen auf der Bildfläche, bewegen sich rhythmisch zum Sound, verschwinden wieder. Buchstaben und Zahlen, dreidimensionale Objekte und zweidimensionale Grafiken drehen und verschieben sich, wandern über den Bildschirm und ordnen sich neu. Wohin man sich bei dieser multimedialen Entdeckungsreise begibt, bzw. was auf dem Screen passiert, dass steuert zu einem großen Teil der User. Er kann spielen und selbst gestalten, per Mausklick Muster bilden und neue Konstellationen erzeugen.



Möglich macht dies eine interaktive Spiel-, Hör-, Forsch- und Spaßmaschine von Holger Lippmann. Seit einem Jahr widmet sich der 1960 in Mittweida geborene und in Berlin lebende Künstler jenem Internet-Projekt, das er fortlaufend weiterentwickelt. Auf dem Art Forum Berlin vom 2. bis zum 7. Oktober 2001 ist ein Teil seiner Netzkunst zu bewundern: Über Projektoren bespielt der Medienkünstler die Wände der Online-Lounge, des Sonderstandes 25 in Halle 22a, mit „digitalen Tapeten“ und gewährt so einen Einblick in sein aktuelles Projekt mit dem Titel „popular“.

Schon als Kind entdeckte Holger Lippmann seine Leidenschaft zur Kunst, formte bereits in jungen Jahren aus verschiedensten Materialien Kunstobjekte. Nach seinem Studium der Bildhauerei von 1985 bis 1990 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden stellte er für die Galerie Lehmann unter anderem auf der Art Cologne aus. Bei seinem zweijährigen Aufenthalt in New York 1993/94 wurde er am Art Department des dortigen Institute of Technology schließlich mit der Computer-Bildverarbeitung vertraut und begann gleich darauf die intensive Auseinandersetzung mit 3D-Software.

Mit Unterstützung des Computerkabinetts der HTW Dresden entwickelte er seine erste Website und begann so sich immer mehr von den Vorgaben des herkömmlichen Kunstbetriebes zu lösen. Neue Inspirationen und Ausrichtungen brachte ihm fortan die Technoszene. Gemeinsam mit seinem Partner DJ-Harry erstellte Lippmann wenig später die CD-Rom zur Comtec Art Dresden und veranstaltete unter dem Titel „Lumicon“ eine Reihe von Liveacts. Nach einer Ausbildung für Screen-Design am Multimedia Institut CIMdata Berlin, anschließenden Lehrtätigkeit, sowie einer Anstellung als Art Director bei Disco 3000 gründete er 1999 bei FXfactory Berlin „monocrom“ als Firma und Label, produzierte verschiedenste Websites und erstellte CD-Roms und 3D/2D-Animationen, die er zum Teil auf Ausstellungen präsentierte.

Derzeit arbeitet Lippmann wieder intensiver an seiner eigenen Netzkunst, die er ständig ausbaut, erweitert und erneuert. „Phasen wechseln sich ab und haben ihren eigenen Strom, ihre eigene Philosophie“, beschreibt er den ständigen Wandel im künstlerischen Schaffen. „Schon vom Kind bis zum Teenager spiegeln sich oft alle Entwicklungsstadien der Menschheit in ihrem kreativen Ausdruck wieder.“ Er selbst beobachtete dies im Hinblick auf seine eigenen Bilder und Plastiken: „Alles stand plötzlich da, als habe jemand die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts schnell, ansatzhaft durchstreifen und verarbeiten müssen.“ Im Internet hat Holger Lippmann derzeit das ideale Medium zur Kommunikation gefunden: Das vernetzte, kollektive Treiben vermittelt ihm ein Gefühl der kreativen Gemeinschaft. Denn wenn Lippmann den unsichtbaren Strömungen folgt, die sein Schaffen antreiben, stößt er dabei nicht zuletzt auf Gleichgesinnte.

Zum ersten Mal taucht der Begriff der Netzkunst im Winter 1996 auf einer von Vuk Cosic anlässlich eines Arbeitstreffens von Netzkünstlern in Triest produzierten Website auf. Mit der Einführung des bildorientierten World Wide Web zu Anfang der 90er Jahre hatten immer mehr Künstler das Internet als künstlerisches Aktionsfeld entdeckt und sich der speziellen Eigenarten des Mediums bedient. Mit den vielen neu entstandenen Kunstwerken bildete sich ein Dickicht der Kunst im Internet, in dem zurechtzufinden heute angesichts der zahlreichen Angebote nicht mehr leicht ist. Ein großer Teil der für diese Kunst als typisch anzusehenden Eigenschaften finden sich jedoch bereits bei ihren Vorläufern: Denn ähnliche technische Bedingungen führten schon bei Arbeiten von Künstlern, die Telekommunikationsmedien wie Telefon, Radio oder Fernsehen als Kunstmedien nutzten, zu Ausdrucksformen wie sie heute in der Netzkunst wieder auftauchen.

Das Internet als Medium der Netzkunst ist Produktions- und Präsentationsmedium in einem, das umfangreiche Programmierkenntnisse voraussetzt. Abhängig ist das Erscheinungsbild des Netzkunstwerkes sowohl vom verwendeten Internetbrowser als auch vom Bildschirm: Das zunächst nur von Daten repräsentierte Werk wird vom Browser interpretiert und gewinnt erst mit dem Erscheinen auf dem Bildschirm Gestalt. Durch den Einsatz des Computers kann der sprachlich und technisch kompetente Betrachter selbst Hand anlegen und das Werk nach Belieben verändern. Auf diese Weise eröffnet das Medium Internet in der Netzkunst den Spielraum für neue Interpretationen und Gestaltungen, wobei es auch nicht selten irritiert und gewohnte Wahrnehmungen täuscht. Erst das Einwirken des Betrachters führt zur Vollendung des Werkes.

Doch die neue Kunstform aus Bits und Bytes, durch die der Traum der Moderne einer rein zeichenhaften, von aller Materie befreiten Kunst weitgehend erfüllt wird, birgt Probleme: Sie ist flüchtig und leicht kopierbar wie alle digital aufbereiteten Daten, vom vollständigen Verschwinden ständig bedroht. Ob erst das Web die Netzkunst mit ihren Prinzipien wie Konnektivität, Globalität, Multimedialität, Immaterialität, Interaktivität und Egalität hervorgebracht hat oder bereits die Mailbox, bleibt ebenfalls umstritten. Fraglich ist auch, ob man Online-Kunstwerke, die offline oder auf CD-Rom genauso funktionieren, wirklich als Netzkunst bezeichnen kann. Doch von ihr als neue Kunstform zu sprechen, bleibt unangefochten.

Holger Lippmann interessierten zunächst einfache Objekte – parallele Linien etwa, die durch einen zeitlich gestuften Zufallswert sichtbar oder unsichtbar, schwarz oder weiß erscheinen und bestimmte Muster erzeugen. Viel Zeit verbrachte er mit solch einer Zufalls-Programmierung, deren seltsame Konstellationen ihn immer wieder faszinierten: Parametergelenkte Rhythmen begannen, in einer scheinbar unbekannten Sprache zu kommunizieren – wie ein eigener Code. Bald war der Künstler überzeugt: Sein Projekt entwickelte einen Charakter, enthielt Informationen. Schließlich programmierte er einen „Mix-Button“, der Formen und Farben nach Zufall mischte – der Ausgangspunkt für „STRUCT“ und schließlich auch für „popular“. Mit der Hinzunahme von Interaktivität und der Durchsetzung von Macromedia Flash im Internet entwickelte Lippmann eine Maschine, ein visuell-akustisches Spielzeug, mit dem der User selbst spielen und es gestalten kann.

Zur Vernissage am 2. Oktober 2001 auf dem Art Forum Berlin ist Holger Lippmann anwesend.

www.popular.de



26.09.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Yvonne Tenhonsel

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03.10.2001, Art Forum Berlin

Bericht:


Holger Lippmann gewinnt den Teletext Art Prize 2015

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Holger Lippmann, stripes and colored circles #1, 2001
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Holer Lippmann, stripes and circles #1, 2001
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Holger Lippmann, squares and stripes #1, 2001
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Holger
 Lippmann, radial #2, 2001
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Holger Lippmann, point and line sequence #1, 2001
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 Lippmann, orgtown #2, 2001
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 Lippmann, orgtown #1, 2001
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Holger Lippmann, orgtown #2, 2001

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Holger Lippmann, radial #2, 2001

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Holger Lippmann, left and right #1, 2001

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Holger Lippmann, circles #1, 2001

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