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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zum Jahresende steht bei Quittenbaum in München die Versteigerung besonderer Stücke aus Jugendstil, Art Déco und Design an. Einen zweiten Auktionsteil bilden die Arbeiten der modernen Kunst

Aus einem silbernen Guss



Josef Hoffmann, Jardiniere, 1909

Josef Hoffmann, Jardiniere, 1909

Rhythmisch durchbrochene Muster in einem klar geometrisierenden Dekorsystem – so schuf Josef Hoffmann um das Jahr 1909 ein vielteiliges Ensemble aus Silber für die Villa des Industriellen Paul Schulenburg in Gera, die heute als Museum dient. Ein Kernstück des edlen Konvoluts bildet die Jardiniere in schmaler Rautenform mit einem rechtwinklig gekanteten Henkel und einem durchbrochenen Kleeblattmuster. Die Blumenschale mit einem Schätzwert von 15.000 bis 20.000 Euro geht zusammen mit weiteren sieben innovativ gestalteten Silberarbeiten in die „Highlights“-Auktion bei Quittenbaum. Zu Hoffmanns Entwürfen für Schulenburg, die die Wiener Werkstätte ausführte, zählen etwa noch die kleine ovale Henkelschale für 8.000 bis 12.000 Euro, die nur 8,7 Zentimeter hohe zylindrische Vase für 6.000 bis 8.000 Euro oder die gleich hoch bewerteten sechs Mokkatassen, die alle wie aus einem einzigen silbernen Guss zu sein scheinen.


Highlights aus Jugendstil, Art Déco und Design

Auf einen glänzenden Auftritt hofft am 8. Dezember auch ein Anhänger aus Silber, Rosenholz, Elfenbein und einem Zitrin-Stein des in Kiew geborenen Bauhaus-Schmuckdesigners Naum Slutzky. Die Pretiose von 1923 gilt als eine der bedeutendsten Schmuckarbeiten aus Weimarer Bauhaus-Zeit, an der sich nachfolgende Schmuckkünstler orientierten. Der Anhänger besticht mit seiner klaren Rundscheibenform, beeinflusst durch Johannes Ittens Formenlehre, und der sorgfältig harmonischen Materialverarbeitung. Nicht zuletzt der Umstand, dass das an einer Silberkette befestigte Schmuckstück bis zum Jahr 2009 verschollen war und nun erwiesen ist, dass sich der Anhänger seit 1923 in der Familie des Einlieferers befand, erklärt den gewünschten Preis von 40.000 bis 60.000 Euro. Eine handgetriebene, ziselierte Kupferschale aus der Werkstatt Slutzkys wünscht sich 15.000 bis 20.000 Euro.

Der tschechische Architekt Josef Gocár tat sich Anfang des 20. Jahrhunderts auch in der Möbelgestaltung hervor. Auch bei seiner aus dunkel gebeiztem Kiefernholz gefertigten Anrichte forcierte er um 1914 die Etablierung des Möbels zu einem eigenständigen Objekt, unabhängig von der Räumlichkeit, die es beherbergt. Im kubistischen Stil schuf er dafür eine Anrichte, deren äußere Form sich aus diagonalen, waagrechten und senkrechten Linien zusammensetzt. Ursprünglich in einer Villa bei Prag aufgestellt, fand das massive Stück den Weg nach Deutschland, wo es nun für 15.000 bis 20.000 Euro den Besitzer wechseln möchte. Nach auffälliger Originalität strebte auch Piero Fornasetti aus Mailand, als er 1952 seine Kommode „Palladiana“ entwarf. Die Konstruktion aus Schichtholz und Mahagonifurnier mit drei Schubladen steht auf schmalen Messingfüßchen. Ein Hingucker ist die sich über die gesamte Frontseite ziehende reproduzierte grafische Ansicht eines italienischen Palazzo in der Manier Andrea Palladios auf cremeweißem Grund. Die Ablagefläche ziert eine barocke Gartenanlage in konstruierter Kleinteiligkeit (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Für Freunde schlichteren Designs wartet in München ein querrechteckiges Sideboard aus der Kopenhagener Werkstatt Finn Juhls. Den Rahmen aus Palisanderholz verschließen zwei Rollschiebetüren (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Für gesellige Runden sorgt ein Esstisch mit sechs Stühlen von Gabriella Crespi. Um den achtkantigen aus rauchgrauem Glas und Messingvierkantrohren gearbeiteten Tisch um 1975 haben sich Stühle aus einem Korbgeflecht mit gelblichem Textilbezug samt Rautenmuster gereiht (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Die Glaskunst vertritt unter anderem Carlo Scarpa, der als venezianischer Architekt viel Zeit in den Glaswerkstätten Muranos verbrachte. In München wartet seine kobaltblaue Vase „Battuto“ von 1940 über runder Standzone mit hammerschlagartiger Oberfläche auf Kundschaft (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Mit 2.500 bis 3.500 Euro geht seine „Bollicine“-Vase um 1933 mit blasigem grünem Überfangglas als günstigere Losnummer ins Rennen. Einen britischen Beitrag für eine Ruhepause im Sitzen leistet der Industriedesigner Ron Arad mit seinem Armlehnsessel „Crust Chair“ von 1988. Drei Elemente aus mit Eschenfurnier überzogenem Schichtholz fügen sich zu einem Sessel mit Arm- und Rückenlehne zusammen. Schwarze Applikationen aus Kunststoff reihen sich rhythmisch aneinander und ergeben ein gleichmäßiges Noppenmuster (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Als knallorangefarbenes Unikat macht Marc Newsons Empfangstheke auf sich aufmerksam. Die mit Vinyl bespannte Holzkonstruktion steht auf vier schlanken Aluminiumrohren, im Inneren weist die etwas lädierte Sonderanfertigung für die einstige Frankfurter Nobelboutique „Hysterie“ Ablageflächen auf (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR). Einige weitere Positionen stammen aus der zweistöckigen Galerie von Christine Staatz in Frankfurt, die der preisgekrönte australische Designer 1992 für sie mit Inventar ausstattete. Newsons knautschige „Embryo-Sessel“ aus Neopren etwa sind in Orange und in Apfelgrün vorhanden (Taxe je 4.000 bis 6.000 EUR), während seine runde, scheinbar unterwassertaugliche Umkleide durch und durch aus Aluminiumblech gearbeitet ist. Als Hochzylinder mit hochovalem Türausschnitt konzipiert, dienten insgesamt drei dieser Sonderanfertigungen als Ankleide für die Frankfurter Kundschaft (Taxe je 30.000 bis 40.000 EUR). Dazu gibt es noch mehrere runde Präsentationsregale mit Ablageböden oder Hängereifen für jeweils 2.000 bis 3.000 Euro.

Moderne und zeitgenössische Kunst

Die rund 200teilige Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst führt eine 80 Positionen umfassende Sammlung aus dem Nachlass der einstigen Hamburger Zahnärztin und Liebhaberin expressionistischer Grafiken und Malereien Elsa Hopf an. Als Freundin der Kunstmäzenin Rosa Schapire stand auch Elsa Hopf besonders den Künstlern der „Brücke“ nahe. Besonders die Grafik Karl Schmidt-Rottluffs fand daher Einzug in ihre Sammlung. So steht eine von Schmidt-Rottluff geschaffene Künstlerpostkarte mit dem Titel „Vier Männer“ von 1910 zum Verkauf. Die mit einem handgearbeiteten Holzschnitt versehene Karte, der vier grob skizzierte Gestalten zeigt, ist an Elsa Hopf in Hamburg mit freundschaftlich Worten adressiert (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), während der Expressionist bei einer weiteren Postkarte flüchtig „Weidende Pferde“ mit farbigen Kreiden und Tuschepinsel auf den Karton bannte. Die herzliche Einladung an die befreundete Ärztin, die auch Schapire unterzeichnete, soll es in der Münchner Auktion auf 10.000 bis 14.000 Euro bringen. Noch etwas teurer sind Schmidt-Rottluffs Postkarten von 1911 mit einem kantigen „Seitlich aufgestützten liegenden Akt“ und einem „Ausgebreitet auf der Decke liegenden Akt“ in farbigen Kreiden (Taxe je 15.000 bis 20.000 EUR). Die Auseinandersetzung Schmidt-Rottluffs mit weiblichen Modellen markiert auch sein seltener Holzschnitt „Akte vor dem Vorhang“ von 1911, der marktkonform mit 18.000 bis 20.000 Euro gelistet ist.

Erich Heckel produzierte als „Brücke“-Künstler zahlreiche Titelbilder, Mitgliedskarten oder Plakate. Sein Titelholzschnitt der fünften Jahresmappe der Künstlergruppe Brücke von 1910 auf gelben Karton war Ernst Ludwig Kirchner gewidmet, was sich in großen Lettern über einem knienden, sich aufeinander zubewegenden Paar offenbart (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Als passives Mitglied der „Brücke“ erhielt Elsa Hopf 1910 den von Heckel gestalteten Ausweis auf blauem Bütten (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). An Rosa Schapire richtete er zwei Künstlerpostkarten, auf denen der nackten beziehungsweise angezogenen Frau ein Hund zur Seite gestellt ist (Taxe je 6.000 bis 8.000 EUR). Franz Radziwill schuf 1921 ebenfalls eine Postkarte mit einem „Weiblichen liegenden Akt“, der scheinbar flink und ungestüm mit Buntstift und Tusche entstand (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). An Rosa Schapire sandte er im selben Jahr zudem seine Karte mit einem einäugigen „Zyklopen“ (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Bildlich tritt uns die Kunsthistorikerin Schapire in einer expressiven Gouache Walter Gramattés von 1920 gegenüber, die bisher als verschollen galt und nun im Nachlass Elsa Hopfs auftauchte (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Über die Sammlung Hopf hinaus listet der Katalog im klassischen Bereich etwa noch Teodoro Wolf-Ferraris großformatige, in Öl gearbeitete „Heidelandschaft“ von 1908. Die lange Birkenreihe am Wegesrand mit violetten Farbakzenten des Heidekrauts soll 9.000 bis 11.000 Euro einspielen. Gut ist der Berliner Tierplastiker August Gaul vertreten. Als posthume Güsse stehen seine rundlichen „Zwei Käuzchen“ von 1902 für 9.000 bis 12.000 Euro und sein „Trompetender Elefant“ bereit, den Gaul ursprünglich um 1904/05 für eine Brunnengestaltung in Charlottenburg entwickelte (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR). Sein „Berliner Bär“ von 1914/17 nutzt seine imposante Größe, wenn er auf den Hinterbeinen steht. Als patriotisch aufgeladenes Sinnbild für den wehrhaften Charakter Berlins hatte das Tier ursprünglich ein Schwert in seiner Tatze, welches aber verloren ging (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR). Christian Rohlfs’ „Weiblicher Akt“ zeugt von der intensiven Beobachtung der Figur. Lebhafte Pinselstriche ergeben einen dunkelgrünen Hintergrund, vor den sich die mit weiblichen Rundungen ausgestattete Dame gestellt hat und versonnen zu Boden blickt (Taxe 12.000 bis 13.000 EUR).

Auf der Schwelle zwischen figürlicher und abstrakter Gestaltung bewegt sich der 1961 entstandene in Grau, Gelb und Schwarz gehaltene Holzschnitt „Großer Regen I“ des Hamburger Künstler Horst Janssen. Schmissige diagonale Linien überströmen das Bild, geometrische schwarze Flächen im unteren Bilddrittel lassen die Assoziation an Regenschirm tragende Menschen zu (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Seine beiden „Nonnen“, ein dunkler Holzschnitt von 1957, wandeln vor einer kleinteiligen Backsteinmauer (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Malerisch wird es im der jüngeren Kunst noch einmal mit Zoran Musics schlichtem Stillleben mit Miesmuscheln von 1986 (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR) und Alecos Fassianos’ großem Profilkopf mit zwei Friedenstauben (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Originell gestaltete Petrus Wandrey seinen „Homo Digitalis“. Als wörtliche Interpretationen setzte er sein Männlein aus zahlreichen Platinen zusammen, die er auf lackiertes Holz montierte. Die futuristisch anmutende Collage wünscht sich 4.500 bis 5.000 Euro.

Die 124. Auktion „Highlights“ beginnt am 8. Dezember um 17 Uhr, die Versteigerung „Moderne Kunst“ am 9. Dezember um 17 Uhr. Die Vorbesichtigung ist noch am 7. Dezember von 10 bis 18 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.quittenbaum.com.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 27 37 02 10

Telefax:+49 (089) 27 37 02 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



07.12.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Claudia Rauth

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