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Im Rahmen seines Themenjahres „Musik“ zum zehnjährigen Jubiläum des Hauses zeigt das Stuttgarter Kunstmuseum eine Ausstellung zu Camille Graeser. Der Züricher Konkrete, der in Stuttgart aufwuchs, ließ sich auch durch das Reich der Klänge inspirieren

Optische Musik



Zwischen 1946 und 1951 beschäftigte sich Camille Graeser mit musikalischen Strukturen und Stimmungen. Daraus resultierte die Werkgruppe der „Loxodromischen Kompositionen“. Sie zeichnet sich gegenüber allen anderen Werkfolgen des Schweizers durch eine bewegte Ordnung der Einzelformen aus. Der Begriff Loxodrom stammt aus der sphärischen Trigonometrie und beschreibt das Phänomen einer kurvigen, schiefverlaufenden Linie auf einer Kugeloberfläche, die in gleichem Winkel durch alle Längsachsen schneidet. Graeser verwendete diesen Begriff in einem metaphorischen Sinne. Er steht für sein Abrücken von klassischen bildkünstlerischen Vorstellungen wie der Unterscheidung von Vorder- und Hintergrund. Dabei folgte Graeser nicht ausschließlich streng und systematisch den Ideen der Konkreten Kunst, sondern ließ sich auch von intuitiven Impulsen zu freieren Kompositionen leiten und verband seine Malerei nicht nur mit „Reinheit, Gesetz und Ordnung“, sondern ebenso mit „sichtbar gestaltetem malerischem Klang“.


Das Kunstmuseum Stuttgart beleuchtet derzeit erstmals den Einfluss der Musik auf Graesers Schaffen. Dafür haben die Kuratorinnen Eva-Marina Froitzheim vom Stuttgarter Museum und Vera Hausdorff von der Camille Graeser Stiftung in Zürich rund 75 Gemälde, einige Zeichnungen und Skizzen ausgewählt, die seine Entwicklung hin zu den „Loxodromischen Kompositionen“ und deren Ausklang chronologisch darstellen. Fünf aufeinander folgende Räume behandeln die einzelnen Schaffensabschnitte in Graesers Auseinandersetzung mit der Musik. Zu sehen sind etwa die frühe, an De Stijl erinnernde „Progression Rot-Gelb-Blau (Progression nach oben)“ von 1944, von zarten Linien geprägte Kompositionen, diagonale Farbflächen, notenähnliche, bunte Punkte und Vierecke und Muster wie die „Triade (Triadisches Thema)“ von 1946/55, die an die Anzeige eines Fernsehers erinnert, der kein Signal empfängt. Den Entwurfsprozess zeichnen Skizzen auf Karopapier nach.

Camille Graeser wurde 1892 in Carouge bei Genf geboren und zog nach dem Tod seines Vaters als Sechsjähriger mit Mutter und Schwester nach Stuttgart. Dort begann er 1911 ein Studium an der Königlichen Kunstgewerbeschule bei Bernhard Pankok, nahm privaten Unterricht bei Adolf Hölzel und führte nach Studienabschluss ein Büro für Inneneinrichtung in Stuttgart. So erhielt Graeser 1927 den Auftrag, in der Weißenhofsiedlung eine Musterwohnung im Wohnblock Ludwig Mies van der Rohes einzurichten. Nach seiner Übersiedlung nach Zürich 1937 begann Graeser sein konstruktiv-konkretes malerisches Werk zu entwickeln. Zusammen der mit Max Bill, Verena Loewensberg und Richard Paul Lohse gehört er zu den „Zürcher Konkreten“. Ihre Gestaltungsmittel sind Farbe und Form, die sie frei von Gegenständlichkeit und Abbildung einsetzten. Zwischen 1947 und 1951 erreichte Graesers Interesse an Musik, vor allem an Werken zeitgenössischer Komponisten wie beispielsweise Arnold Schönberg, seinen Höhepunkt. 1958 nahm Graeser an der 29. Biennale von Venedig teil. 1964 war im Kunsthaus Zürich seine erste Retrospektive zu sehen. 1977 erhielt er eine Einladung zur Documenta nach Kassel und starb drei Jahre später in Wald bei Zürich. Seit 2007 ist er mit wichtigen Dauerleihgaben aus der Camille Graeser Stiftung im Kunstmuseum Stuttgart vertreten.

Durch den an der Akademie lehrenden Adolf Hölzel kam Graeser 1915 und 1919 erstmals mit Überlegungen zur Analogie von Kunst und Musik in Berührung. Graeser, der – wie frühe Skizzen belegen – informiert war über die Arbeit Rudolf von Labans in Stuttgart, eines der Begründer des Modernen Tanzes, kannte auch die Bühnenarbeit von Oskar Schlemmer, mit dem er überdies befreundet war. Camille Graeser ließ sich, wie er in Briefen formuliert, von Paul Hindemith, Schönberg und Johann Sebastian Bach inspirieren. Er ging davon aus, dass Kunst und Musik ähnlich vorgehen. So wie in der Musik Töne und Rhythmen zu unverwechselbaren akustischen Gebilden zusammengesetzt sind, entstehen in der Konkreten Kunst aus Farben und Formen Kunstwerke.

Wie Hindemiths neuartige Musik von freier Tonalität lebte und emotionale und erzählerische Stimmungen auszudrücken verstand, wollte Graeser neue Wege der Bildorganisation gehen. Die Ausstellung zeigt dies anhand von Beispielen. Aus Quadraten und Balken entwickelte der Künstler eine rhythmisch bewegte Bildordnung. Die Bildtitel enthalten Begriffe aus der musikalischen Terminologie, wie „Sinfonie der Farbe“ von 1946/50, „Harmonikale Konstruktion“ von 1947/51, „Heitere Musik der Farbe“ von 1948 oder die gleichaltrige „Zarte Fuge in Rot-Grün-Schwarz“. Graeser versuchte, besonders den Rhythmus umzuformen und in seinen Gemälden sichtbar zu machen. Den „Loxodromischen Kompositionen“ widmete er 1951 seine erste Einzelausstellung unter dem Titel „Optische Musik“ in der Galerie 16 in Zürich. 1950 veröffentlichte er einen gleichnamigen Aufsatz, in dem er die Konkrete Kunst mit der Musik verglich, denn „sie schafft sinfonische klänge für augen, besonders für jene augen, die auch hören können“.

Die Ausstellung „Camille Graeser und die Musik“ läuft bis zum 3. Januar 2016. Das Kunstmuseum Stuttgart hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, freitags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. An Heiligabend, 1. Weihnachtstag und Silvester bleibt das Museum geschlossen und öffnet an Neujahr erst ab 12 Uhr. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro; für Kinder unter 13 Jahren ist er kostenlos. Der begleitende 168seitige Katalog kostet 29,80 Euro. Als weitere Station wird die Ausstellung von Ende Januar 2016 an im Aargauer Kunsthaus zu sehen sein.

Kontakt:

Kunstmuseum Stuttgart

Kleiner Schlossplatz 1

DE-70173 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 216 196 15

Telefon:+49 (0711) 216 196 00

E-Mail: info@kunstmuseum-stuttgart.de



02.12.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Mona Zimmer

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


19.09.2015, Camille Graeser und die Musik

Bei:


Kunstmuseum Stuttgart

Bericht:


Vom mühsamen Finden der Form

Künstler:

Camille Graeser










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