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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Bücher, alte und neuere Grafik, Handschriften sowie moderne und zeitgenössische Kunst bei Venator & Hanstein in Köln

Teure Bücher und preisschüchterne Bilder



John Gould, The Brids of Europe, London 1832-1837

John Gould, The Brids of Europe, London 1832-1837

Die Geschichte Europas und insbesondere der Kunst ist auf engste mit der Kirche und ihren Klöstern verbunden. Hier entstanden nicht nur edle Manuskripte, sondern auch epochale Werke, etwa der Utrechter Psalter von 820/35 mit seinen expressiven Figuren oder prächtige Codex Aureus von St. Emmeram aus der Zeit um 870. Diese kulturellen Schätze hüten meist öffentliche Einrichtungen. So mag es kaum verwundern, dass der Kommentar zu den Paulusbriefen des Petrus Lombardus aus dem 12. Jahrhundert aufgrund öffentlichen Drucks von der Zisterzienserabtei Himmerod in der Eifel aus der Auktion zurückgezogen wurde. Stattdessen veräußerte das Kloster die Schrift in Absprache mit dem Kölner Auktionshaus Venator & Hanstein an das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz. Das lateinische Manuskript dieses französischen Gelehrten gilt als eine der bedeutenden und einflussreichsten Schriften des Scholastikers.


Entfloh die eine Publikation dem Auktionsgeschehen, durfte Ende September ein ornithologisches Buch des 19. Jahrhunderts den Höchstpreis von 70.000 Euro davontragen. Angesetzt mit 60.000 Euro, darf sich nun Telefonbieter aus dem benachbarten Ausland auf ein reich illustriertes, fünfbändiges Vogelstudium mit John Goulds „The Brids of Europe“ freuen. Trotz dieses einzelnen teuren Objekts überschritten nur wenige Posten den vierstelligen Preisbereich. Aus dem Angebot der Bücher, Grafik und Autografen lässt sich eine losbezogene Zuschlagsquote von guten 60 Prozent erkennen. Die Auktion mit moderner und zeitgenössischer Grafik sowie den modernen illustrierten Büchern kam mit gut 59 Prozent auf einen ähnlich ertragreichen Geschäftsverlauf.

Bücher, alte Grafik und die Sammlung zu Kurfürst Clemens August

Bis auf wenige Ausnahmen waren die Bieter bei Venator & Hanstein mit den hohen Schätzwerten nicht einverstanden. Nach Goulds Vögeln folgte bei 20.000 Euro Michele Marieschis Ansichten Venedigs, die er 1741 nach eigenen Gemälden radierte (Taxe 30.000 EUR). Dasselbe Los teilte auch die seltene Publikation von Friedrich Schillers Schauspiel „Die Räuber“. Das 1781 gedruckte Buch blieb mit 16.000 Euro weit von den geschätzten 25.000 Euro entfernt. Der Text des römischen spätantiken Schriftstellers Anicius Manlius Severinus Boethius „De philosophico consolatu“ gehabte sich etwas höflicher. Die Straßburger Ausgabe von 1501 erreichte den angesetzten Preis von 7.000 Euro. Sogar 500 Euro mehr gab es für die Schrift „De modo perveniendi ad veram et perfectam dei et proximi dilectionem“ des Baseler Kathäusermönchs Henricus Arnoldi von 1472 (Taxe 6.000 EUR).

Bei den Druckgrafiken konnten die zwei Spitzenreiter ihr preisliches Territorium erfolgreich verteidigen. Rembrandts kleines fesches Selbstbildnis mit Barett ließ eilig die Taxe von 15.000 Euro hinter sich und wollte erst bei 26.000 Euro einen geeigneten Besitzer anerkennen. Diametral hierzu aber steht Rembrandts „Bildnis eines Knaben“ von 1641. Zu Recht blickt der junge Prinz Wilhelm II. von Oranien ernst und fast traurig vor sich hin, da er mit 5.300 Euro die veranschlagten 6.000 Euro verfehlte. Günstiger lag Albrecht Dürers „Auferstehung Christi“ aus der „Großen Passion“ von 1510, die akzeptable 7.500 Euro einspielte (Taxe 6.000 EUR). Mit einer Osterszene war auch Gabriel Spilberg erfolgreich; seine barock-bewegte Radierung „Der auferstandene Christus erscheint Maria Magdalena“ kletterte von 600 Euro auf 3.000 Euro. Auch im 19. Jahrhundert wirbelten die Kunden so manchen Wert durcheinander. Während bei Félix Buhots „Le Petit Enterrement“ miesepetrig wie das dargestellte Regenwetter der Preis auf 240 Euro fiel (Taxe 300 EUR), schoss die rote Kreidelithografie einer recht lebensvollen „Parze“ von Cornelia Paczka-Wagner von 200 Euro auf 1.400 Euro.

Die Objekte aus der Kölner Sammlung von Joachim Maas zu Kurfürst Clemens August von Bayern führte passender Weise ein Porträt an, das den Souverän als Halbfigur im Ornat eines Fürstbischofs mit hermelinbesetztem rotem Samtmantel und diamantgefasstem Brustkreuz zeigt. Das Bildnis aus noch jüngeren Jahren erzielte 19.000 Euro (Taxe 14.000 EUR). Dann folgte für 8.000 Euro der schon etwas reifere Clemens August auf einem pastellenen Brustbild, das Georges Desmarées’ um 1753/54 gemalt haben soll (Taxe 14.000 EUR). Die farbenprächtige Ahnenprobe auf 30 Ahnen für Elisabeth Prinzessin zu Salm-Salm bestach mit den wohl sortierten Wappen, die den Preis der Pergamenturkunde von 1744 auf 2.000 Euro hoben (Taxe 1.500 EUR). Renier Roidkin stellte die Tuschezeichnung eines weiten Blicks über Weinberge im Vordergrund auf Schloss Clemensruhe für 1.800 Euro zur Verfügung und kam mit 2.600 Euro wieder nach Hause. Ebenso einträglich war sein fast leeres Blatt mit Schloss Augustusburg und Falkenlust samt einer Falkenjagd um 1733/35 bei 2.800 Euro (Taxe 2.400 EUR). So kann sich Joachim Maas freuen, da zudem von seinen angebotenen 195 Posten 145 ein neues Heim fanden.

Moderne und zeitgenössische Kunst

Den Spitzenplatz bei der Versteigung „Moderne und zeitgenössische Graphik“ belegte der Fotograf Chargesheimer mit der Mappe „lichtgrafik. monoskripturen“. Bei den 25 abstrakten Fotoarbeiten fand ein gnadenloses Bietgefecht statt, das den angesetzten Preis um das Zehnfache steigerte und erst bei 13.000 Euro zum Stillstand kam (Taxe 1.200 EUR). Nicht minder günstig fiel das Ergebnis bei fünf von sechs Gemälde Jean-Gabriel Domergues aus. Innerhalb dieses Quintetts seien die zwei kostspieligsten erwähnt, darunter das Paarbild „Au Derby“, das 11.500 Euro einspielte (Taxe 6.000 EUR), und das Gemälde des selbstbewussten Paares „Im Theater“, das bei 10.300 Euro lag (Taxe 3.600 EUR). Zu den Gewinnern der Auktion gehören auch mehrere Arbeiten des Impressionisten Max Slevogt. Seine Illustrationen zu Hernán Cortés’ „Die Eroberung von Mexiko“ aus dem Jahr 1918 gingen mit 1.800 Euro ins Rennen und erreichten mit 8.500 Euro beinahe den fünffachen Wert.

Ebenfalls erfolgreich verlief der Verkauf von Alfred Kubins „Chimäre“ aus dem Jahr 1939. Das kleine Aquarell illustriert anschaulich das Prinzip des Fressens und Gefressenwerdens. In schwarzen Wassern verschlingt ein Wal – ganz entgegen seiner Natur – einen weißen Hai, der selbiges einem kleineren Fisch antut. Zwei weitere Flossentiere verdeutlichen dieses Verschlingen, wobei ein tauchender Fisch auf der Rechten selbst verwundert über das ungewöhnliche Treiben seiner Kollegen scheint. So handelt es sich hier weniger um die Chimäre als Mischwesen, Kubin sucht hier eher die Wortbedeutung eines Trugbildes mit symbolischem Unterton. Die unheimliche Arbeit ließ den Hammer erst bei 4.400 Euro fallen (Taxe 1.800 EUR). Etwas weniger als den doppelten Schätzwert gewann Joseph Beuys’ Multiple „Das Wirtschaftswert-Prinzip“ aus einer Tüte Speisebohnen und drei Schachteln mit Bildpostkarten von 1981 bei 4.200 Euro (Taxe 2.400 EUR).

Rosemarie Trockels blutrote Serigrafie „Bibliothek Babylon“ von 1997, auf der eine junge Frau den Betrachter eindringlich anblickt und doch selbst über etwa nachzudenken scheint, schnitt mit 2.200 Euro ebenfalls gut ab (Taxe 1.500 EUR). Aus der Gedankenwelt der Bibliothek schlägt sich ein träumerischer Bogen in die ideale und naive Fantasie von Gyorgy Stefulas Bild „La Belle et la Bête“ von 1980. Dieser Paradiesgarten erleichterte ein Portemonnaie um 3.600 Euro (Taxe 2.500 EUR). Das ernstere Thema der Politik führte zu einem eher verhaltenen Kaufwillen. Die drei Farblithographien Wang Guangyis mit einer Mischung von kapitalistischer Warenwelt und Motiven der Kulturrevolution überschritten nur einmal die Schätzung von jeweils 700 Euro und machten bei 950 Euro halt.

So manche Arbeit konnte die Höhe des Schätzpreises nicht ganz erklimmen. Marino Marinis achtteilige Pferd- und Reiter-Serie „From Shakespeare II“ verharrte bei 8.500 Euro. 8.000 Euro waren es dann bei Karel Appels gestisch-figurativem Aquarell von 1958 (Taxe je 10.000 EUR). Katharina Sieverdings puristischer C-Print auf Kodak Papier von 1990 mit einem Selbstportrait, bei dem nur die Umrisse der Augen, Nase und des Mundes mal in Schwarz mal in Weiß vor dem dunklen Grund hervorleuchten, spielte 600 Euro ein (Taxe 1.000 EUR). Unterschiedlich fiel der Zuspruch bei den Bilduntersuchungen Hans-Peter Feldmanns aus. Während seine fünf Farbfotokopien mit „Kaffeeservices“ nur 2.000 Euro einfuhren, stiegen die sieben kolorierten Offsetdrucke seiner „Klassiker-Gemälde“ von 1977/78 auf 4.000 Euro (Taxe je 3.000 EUR). Bei Willi Müller-Hufschmid fanden informelle Formspielereien auf einer späten Tuschezeichnung des Jahres 1961 für 1.300 Euro Anklang (Taxe 1.200 EUR), und bei Friedrich Schröder-Sonnenstern waren es die bunten fantasievollen Mischwesen auf seinem Farbstiftblatt „Der blinde betende Löwe, oder die geschändete Kraft“ von 1952, die dem Publikum 2.600 Euro abrangen (Taxe 2.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19



12.11.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Cornelia Paczka-Wagner, Die Parze

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Taxe: 200,- EURO

Zuschlag: 1.400,- EURO

Losnummer: 656

Albrecht Dürer, Auferstehung Christi, 1510

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Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 7.500,- EURO

Losnummer: 483

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Taxe: 1.800,- EURO

Zuschlag: 2.600,- EURO

Losnummer: 413

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Taxe: 14.000,- EURO

Zuschlag: 19.000,- EURO

Losnummer: 251

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Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 568

Gabriel Spilberg, Der auferstandene Christus erscheint Maria Magdalena als Gärtner, 1616

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Taxe: 600,- EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 614




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