Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 27.10.2018 Auktion 49

© Auktionshaus Lehr

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Nature morte au crane / Pablo Picasso

Nature morte au crane / Pablo Picasso
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Herbstofferte bei Lempertz in Köln umfasst fast 400 Gemälde und Skulpturen, teils aus dem Besitz von Kaiser Karl V., Vincent van Gogh und Bernhard Decker. Eine Chance, sich in deren berühmte Provenienzen einzureihen

Nomen est omen



Büste eines Propheten oder Philosophen, Tirol, um 1485/90

Büste eines Propheten oder Philosophen, Tirol, um 1485/90

Lempertz lässt sich nicht lumpen und hat für die diesjährige Herbstauktion Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen aus namhaften Beständen aufgefahren. Neben dem 300 Lose fassenden regulären Katalog erscheint ein Extraband für „Skulpturen und Kleinplastik“ aus der Sammlung des erst im Juli verstorbenen Bernhard Decker. Die 40 Exponate aus dem Nachlass des renommierten Kunsthändlers und -historikers repräsentieren seine Kenntnis auf dem Gebiet der deutschen Skulptur des Spätmittelalters; dank ihm befinden sich die Kunstwerke in einem authentischen Erhaltungszustand mit weitgehend originalen Farbfassungen. Hervorzuheben ist die auf 60.000 bis 70.000 Euro geschätzte „Büste eines Propheten“ aus dem Tiroler Einflussbereich des Michael Pacher. Im ausgehenden 15. Jahrhundert als kommentierender „Fenstergucker“ für den Außenbereich eines Schreins geschnitzt, ging sie 1909 von der Sammlung Emil Goldschmidt in den Besitz der Fürsten von Liechtenstein über, bevor sie Decker schließlich erwarb.


Skulpturen der Sammlung Decker

Herausragend für ihre Entstehungszeit in den 1450er Jahren ist die Porträthaftigkeit einer weiteren Büste. Die Michel Erhart zugeschriebene Pappelholzarbeit des 1444 verstorbenen Asketen Bernhardin von Siena, die Lempertz für 70.000 bis 80.000 Euro offeriert, hat jedoch einiges mitgemacht: Sie wurde von einer Standfigur abgesägt. Dieses Schicksal teilen auch die zwei österreichischen Büsten der Heiligen Nikodemus und Josef von Arimathia um 1500, die ehemals Ganzfiguren in einer Heiliggrabgruppe waren, bevor ihre Rümpfe abgetrennt wurden (Taxe 28.000 bis 30.000 EUR). Eines der ältesten Stücke der Sammlung Decker ist eine thronende Muttergottes um 1380/90, die dank Vergoldungen und Versilberungen, Punzierungen und ihrer originalen Farbfassung eine edle Erscheinung hat. Die laut Vorbesitzer aus der Kirche St. Nikolai in Elbing bei Danzig stammende Skulptur soll 70.000 bis 80.000 Euro erbringen. Anmutig ist auch die vollrunde, freistehende Lindenholzfigur eines segnenden Jesuskindes mit Weltkugel, die aufgrund ihrer detaillierten Modellierung dem Nürnberger Kunstkreis um 1485/90 zugewiesen ist (Taxe 24.000 bis 26.000 EUR).

Wir bleiben in Franken mit einer im späten 18. Jahrhundert intensiv kolorierten und auffallend geschlossen komponierten Anna Selbdritt für 28.000 bis 32.000 Euro und einem Holzrelief aus der Werkstatt Tilman Riemenschneiders von 1500, für das ein Kupferstich mit der Darstellung der Geburt Christi von Martin Schongauer Pate stand. Die wertvolle Tafel in großteils originaler Fassung gibt es für von 90.000 bis 100.000 Euro. Ein weiteres Relief zeigt die heilige Barbara mit ihren Attributen Kelch und Turm vor reich vergoldetem und geschnitztem Hintergrund. Es ist dem Ulmer Meister Gregor Erhart zugeschrieben (Taxe 38.000 bis 42.000 EUR). Makaber wird es mit einem norddeutschen Sandsteinputto von 1620, der mit einer geneigten Fackel und einem Totenschädel zum Vanitassymbol wird. Er kommt genauso wie ein bewegter, spätbarocker neapolitanischer Wappenhalter-Engel aus den 1720er Jahren für 18.000 bis 20.000 Euro zum Aufruf.

Skulpturen

Aus weiteren Provenienzen stammen ein kunstvoll ausgearbeitetes norddeutsches Aquamanile in Form eines stilisierten Löwen aus vergoldeter Bronze, das auf das 13. Jahrhundert datiert ist (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR), sowie eine hölzerne Supraporte mit dem Allianzwappen der Eheleute von Annenberg und Hendl aus dem dritten Viertel des 16. Jahrhunderts wohl von Wolf Verdross. Letzteres zeigt auch ermordete Repräsentanten verschiedener Stände; die Pfeile in ihren Körpern schossen Engeln ab, die von Gottvater angeleitet werden, was bebildern soll, dass alles Irdische der Vergänglichkeit unterworfen ist (Taxe 35.000 bis 38.000 EUR). Den Bestand an heiligen Damen kann man dank Lempertz ebenfalls aufstocken: Madonnen mit Kind gibt es beispielsweise in nordfranzösischer Kalksteinausführung von 1370/80 für 30.000 bis 35.000 Euro, in fein geschnitztem Lindenholz von 1500 aus der Werkstatt Niklaus Weckmanns für 25.000 bis 30.000 Euro sowie mit einem mattglänzenden, dunklen Lackfirnis auf einer Mondsichel aus dem Nürnberg der 1520er Jahre für 27.000 bis 30.000 Euro. Hinzu gesellen sich die heilige Margaretha aus Sandstein mit einer Märtyrerpalme und für das 14. Jahrhundert typischer S-Schwung-Haltung (Taxe 22.000 bis 25.000 Euro) sowie eine flämische Katharina von Alexandrien des ausgehenden 15. Jahrhunderts aus dunklem Eichenholz, die auf dem Rücken Kaiser Maxentius’ steht, in dessen Haupt sie ein Schwert bohrt (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR). Den Abschluss bildet eine schneeweiße Marmorkindergruppe des klassizistischen Bildhauers Rinaldo Rinaldi, die in direkter Nachfolge des Werks Antonio Canovas steht (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR).

Gemälde Alter Meister

Einer der Höhepunkte im Katalog der Gemälde Alter Meister ist die farbenprächtige „Madonna mit Kind und musizierendem Engel“ aus der Nachfolge Hans Memlings um 1500. Die mit 80.000 bis 100.000 Euro bewertete Tafel befand sich der Überlieferung nach im Oratorium von Kaiser Karl V. im Kloster von Yuste und später im Besitz des französischen Königs Louis Philippe. Das Motiv steht in einer langen Tradition innerhalb des Werks Memlings, nach dessen Tod 1494 in seinem Atelier weitere Tafeln dieses Typs entstanden. Auffallend ist die leere Fläche zur Rechten der thronenden Gottesmutter, was den Schluss nahe legt, dass das Gemälde nicht für einen bestimmten Auftraggeber, sondern auf Vorrat hin zur späteren Vervollständigung ausgeführt wurde. Aus dem Besitz des Malers Franz von Lenbach stammt eine frühe Altartafel des Florentiner Meisters Andrea di Bonaiuto mit einer für die 1360er Jahre charakteristischen Maria mit Kind sowie flankierenden Heiligen und Engeln unter spitz zulaufendem Giebel (Taxe 140.000 bis 160.000 EUR). Im starken Kontrast dazu stehen zwei Altarflügel mit vier Heiligen, die fast naturalistisch Rasen und Faltenwürfe in der Manier Albrecht Dürers wiedergeben und mit ihrer dunklen Farbkomposition seltene Beispiele der Grisaille-Malerei des 15. Jahrhunderts sind (Taxe 75.000 bis 90.000 EUR).

Mit dem 16. Jahrhundert begann die Vorherrschaft der Ölfarbe und der individuellen Physiognomien. Mitarbeiter der Werkstatt Joachim Beuckelaers widmeten sich bei einer Marktszene detailverliebt und auf großem Format der Studie von Oberflächen, hier von Fell und Fleisch (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Beliebt waren auch Heiligenlegenden wie die des mantelspendenden Martin; das Spiel von Schatten und Licht sowie lebendige Bewegtheit in den Posen zeichnen das Ölgemälde von Joseph Heintz d.Ä. aus, ebenso das ungewöhnliche Format eines Querovals (Taxe 80.000 bis 90.000 EUR). Nicht der genaue Pinselstrich, sondern gerade der gröbere Duktus lässt das lebensgroße Selbstporträt des psychisch angeschlagenen Malers Annibale Carracci authentisch und nah wirken (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Etwa zur selben Zeit um 1600 drapiert sein Landsmann Cristofano Allori zusammen mit seinem Schüler Zanobi Rosi in differenzierter Oberflächenbearbeitung und satten Farben den jugendlichen Johannes den Täufer in einer für das damalige Verständnis grünen und von Wassergrotten durchzogenen Wüste (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR).

Die Schätzung von 150.000 bis 180.000 Euro verdankt die übernatürlich wirkende Malerei einer wachsbleichen und rotbäckigen Madonna der Annahme, dass sich an dem Werkstattbild auch Meister Peter Paul Rubens selbst beteiligte. Die intensive Farbkomposition und das fließende Inkarnat des Ölbilds um 1615 sowie die Provenienz aus adligem Besitz sprechen dafür. Die Mitarbeit der Rubens-Werkstatt wird auch für das Personal eines mythologischen Waldstücks um die Jagdgöttin Diana angenommen, für das Jan Breughel d.J. den landschaftlichen Hintergrund lieferte (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Für die Kunstmetropole Antwerpen steht ebenfalls Anton Goubaus großformatiger und figurenreicher „Südlicher Markt am Hafen“ mit italienischem Ambiente und der Trajanssäule an der Küste.

Besonderes Aufsehen erregt eine junge Frau mit Dreispitz von Caesar Boëtius van Everdingen. Zum einen weil außer einem bewölkten Himmel kein Bildraum existiert, der eine Deutung zulassen würde, und so zur „frappierenden Präsenz der plastisch gestalteten Figur“ beiträgt; zum anderen weil sie sündige Einblicke in ein äußerst üppiges Dekolleté gewährt – ein zweiter Blick für 140.000 bis 160.000 Euro lohnt also. Aus den Niederlanden haben sich zudem weitere typische Arbeiten zur Kölner Auktion aufgemacht: von Izaack van Ruysdael gibt es eine Küstenszene in gedeckten Farben mit einer „Ansicht von Egmond“ (Taxe 65.000 bis 75.000 EUR), von Meindert Hobbema eine ruhige und mit Lichtreflexen aufgelockerte Waldlandschaft mit Wassermühle von 1684 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), und mit Anthonie Verstralen schlittert man über den vereisten See einer weiten Winterlandschaft (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Den Höhepunkt der holländischen Stadtansicht markiert mit minutiösem Malstil und perspektivischer Atmosphäre jedoch Jan van der Heyden, von dem Lempertz eine kleine Holztafel für 220.000 bis 250.000 Euro offeriert.

Den Katalog ziert ein Gemälde Joachim von Sandrarts d.Ä. um 1644, das ihm erst kürzlich zugeordnet werden konnte. Darauf hat sich eine unbekannte Dame als heilige Cäcilia mit einem Engel vor einer Orgel positioniert. Der Blick der Halbfigur haftet sich auf den Betrachter, die Glanzeffekte in ihrem Auge intensivieren den Eindruck noch (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Die Italiener sind besonders mit Stillleben vertreten, so Giuseppe Recco mit einem caravaggesken Haufen von Fisch und Meeresgetier vor dunklem Felsgeröll und metallenen Glanzreflexen aus den 1680er Jahren (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR) oder Andrea Scacciati mit einem monumentalen überbordenden Blumenstrauß in pastoser Farbgebung und einer Bronzevase, eines der Hauptwerke des Künstlers von 1687 (Taxe 150.000 bis 180.000 EUR). Felice Boselli hat auf Pendants Fische und Muscheln im Netz sowie Vögel und erlegtes Federvieh um 1720 niedergelegt (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Mit einer anmutigen und liebevollen Madonna, die den Jesusknaben innig an sich schmiegt, ist Francesco Trevisani in Köln mit von der Partie (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Arbeiten auf Papier

Dominiert wird die Abteilung der Papierarbeiten von zehn großen Aquarellen des irischen Malers James George O’Brien mit klassizistisch ruhigen Flusslandschaften von 1802, die sich über Jahrzehnte im Besitz des britischen Politikers und Botanikers Sir Peter Smithers befanden (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Italienische Zeichnung sind durch Felice Gianis comichafte Federzeichnung der „Vertreibung aus dem Tempel“ (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), Giuseppe Aurelis pastellige und klischeehaft wirkende Haremsszene (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) und eine frühe klassizistische Zeichnung mit „Venus und Amor“ des in der italienischen Schweiz geborenen Jean Antoine Julien, genannt Julien de Parme, zugegen (Taxe 11.000 bis 14.000 EUR). Spanien macht mit einem urwüchsigen Landarbeiter in schwarzer Kreide von Ignacio Zuloaga bei 3.000 bis 4.000 Euro auf sich aufmerksam, Deutschland mit dem weichen Bildnis der Freifrau von Lerchenfeld aus der Hand Georg Anton Urlaubs von 1782 für 2.500 bis 3.000 Euro. Den Abschluss bilden vier Bleistiftzeichnungen des Landschaftsmalers Edward Harrison Compton, in denen er mit je zwei Ansichten von Sanssouci und dem Potsdamer Palais auch sein Talent für die Darstellung von Architektur unter Beweis stellt (Taxe je Paar 1.400 bis 1.600 EUR).

Gemälde des 19. Jahrhunderts

An der Spitze der Neueren Meister steht mit 150.000 bis 180.000 Euro der „Blick auf Königstein an der Elbe“ mit dem Kleinen und Großen Bärenstein am Horizont des verträumten Elbtals. Barend Cornelis Koekkoek nahm dafür eine Skizze her, die er während einer Sachsenreise 1858 anfertigte. Die weite Landschaft mit mächtiger Eiche aus Koekkoeks letzter Schaffensphase befand sich viele Jahre im Besitz von Vincent van Gogh, bis sie bei dessen Nachlassversteigerung 1889 in eine deutsche Privatsammlung überging und seither dort verblieb. Ob seiner im Vergleich dazu unscheinbaren Provenienz gibt es aber auch für ein Drittel der großzügigen Taxierung eine niederrheinische Landschaft Koekkoeks von 1855 in hellem Kolorit und grasenden Kühen. Einer von Koekkoeks Schülern in Kleve war Johann Bernhard Klombeck. Der Klever Romantik verhaftet präsentiert sich denn auch sein „Winter im Reichswald“ von 1858, eine großformatige Naturschilderung mit kahlen Bäumen in gedämpftem Licht für 30.000 bis 40.000 Euro. Eine friedvolle Idylle schuf Salomon Leonardus Verveer 1855 mit seiner Abendlandschaft und angelnden Kindern (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Wer es weniger idealisiert mag, trotz des aufkommenden Realismus’ jedoch nicht auf stimmungsvolles Ambiente verzichten möchte, dem sei Gavril Pavlovich Kondratenkos Stadt am Meer bei Sonnenuntergang empfohlen, bei der man verwundert ist, dass man auf die Silhouette Sankt Petersburgs und nicht auf Florenz oder Venedig blickt (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Italienische Lagunenträume bietet hingegen Guglielmo Ciardi mit einem ruhigen Gewässer vor bewölktem Himmel und Segelschiffen von 1898 für 30.000 bis 40.000 Euro sowie seinem Canale della Giudecca in der venezianischen Abendsonne mit markanten Licht-Schatten-Kontrasten für 28.000 bis 35.000 Euro. Der Italieneuphorie des 19. Jahrhunderts huldigen zudem Alois Schönn mit seinen zahlreichen Menschen „Auf dem Fischmarkt in Chioggia“ von 1871 (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR), Oswald Achenbach mit seinem „Tempel der Vesta in Tivoli“ von 1889 (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR) und seinem Blick von einem erhöhten Standpunkt auf die sommerliche Bucht von Neapel aus dem Jahr 1860 (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR). Dieses Vedutenmotiv mit dem Vesuv im Hintergrund machten sich zudem Consalvo Carelli und sein Sohn Giuseppe Carelli häufiger zunutze. Der Aufblick des Vaters auf Neapel kostet 6.000 bis 8.000 Euro, der Sohn verlangt für seine von Meeresniveau aus erstellte Ansicht 12.000 bis 15.000 Euro.

Auch in Köln darf in diesem Herbst kein Spitzweg fehlen, und so gibt es hier den „Gähnenden Mönch“ aus dem Zyklus der kleinformatigen Einsiedleridyllen seines Spätwerks zu bestaunen (Taxe 28.000 bis 30.000 EUR). Noch impressionistisch aufgelöster hat Carl Spitzweg seinen ebenfalls einsamen, sitzenden Mönch in felsiger Landschaft angelegt (Taxe 22.000 bis 24.000 EUR). Geselliger ist die Genreszene in der guten Stube von Eduard von Grützner, einem Weggefährten Spitzwegs, der sich 1879 in „Ein gutes Blatt“ von dessen humoristischen Figuren zu einer Kartenspielrunde inspirieren ließ (Taxe 28.000 bis 32.000 EUR). „Bange Erwartung“ spricht dann aus den Gesichtern von Fischern, die in Rudolf Jordans Gemälde von 1853 am Strand nach ihren Angehörigen angstvoll Ausschau halten (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Von Shakespeares Drama „Macbeth“ ließ sich Wilhelm Trübner um 1882 inspirieren und malte die von Schuldgefühlen geplagte und fast irrsinnige Lady Macbeth, die zu Beginn des fünften Aktes schlafwandelnd immer noch Blutflecken ihrer Mordopfer auf ihrer Hand erblicken will (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Weniger dramatisch sind die beiden feinen Ansichten von Dresden und der dortigen waldigen Umgebung von Johann Anton Castell aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (Taxen zwischen 4.000 und 6.000 EUR). Die arabische Kultur, beeinflusst auch vom französischen Orientalismus des 19. Jahrhunderts, beherrscht das Werk des Frankfurter Malers Adolf Schreyer, der zwei flirrend-farbige Exemplare von reitenden arabischen Männern im Einklang mit der Natur in Köln zur Verfügung stellt (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR und 40.000 bis 50.000 EUR). Auch der Antwerpener Maler Jacob Jacobs ließ von der Exotik des Vorderen Orients zu einem Sonnenuntergang im Nil-Delta mit einer Karawane hinreißen (Taxe 14.000 bis 16.000 EUR).

Die Auktion „Gemälde und Zeichnungen Alter Meister und des 19. Jahrhunderts“ beginnt am 14. November um 11 Uhr, die Abteilung „Skulpturen und Kleinplastik“ folgt ab 15 Uhr. Eine Vorbesichtigung ist am 6. November sowie vom 9. bis 11. November von 10 bis 17:30 Uhr möglich, am 7. November von 10 bis 16 Uhr, am 8. November von 11 bis 15 Uhr, am 12. November von 10 bis 13 Uhr und am 13. November von 10 bis 18 Uhr. Der Katalog listet die Objekte unter www.lempertz.com.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



04.11.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 71

Seiten: 1  •  2  •  3  •  4  •  5  •  6  •  7  •  8

Events (1)Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (67)Im Verkauf - Events (1)

Veranstaltung vom:


14.11.2015, Alte Kunst - 19. Jahrhundert - Skulpturen und Kleinplastik

Bei:


Kunsthaus Lempertz

Bericht:


Herkunft ist doch alles

Kunstwerk:

Oswald Achenbach, Blick auf die Bucht von Neapel, 1860
Oswald Achenbach, Blick auf die Bucht von Neapel, 1860

Kunstwerk:

Oswald Achenbach, Der Tempel der Vesta in Tivoli, 1889
Oswald Achenbach, Der Tempel der Vesta in Tivoli, 1889

Kunstwerk:

Alois Schönn, Auf dem Fischmarkt in Chioggia, 1871
Alois Schönn, Auf dem Fischmarkt in Chioggia, 1871

Kunstwerk:

Adolf Schreyer, Zwei arabische Reiter
Adolf Schreyer, Zwei arabische Reiter

Kunstwerk:

Adolf Schreyer, Arabische Reiter an deiner Furt
Adolf Schreyer, Arabische Reiter an deiner Furt

Kunstwerk:

Carl Spitzweg, Sitzender Mönch in felsiger Landschaft
Carl Spitzweg, Sitzender Mönch in felsiger Landschaft







Wilhelm Trübner, Die Schlafwandelnde Lady Macbeth

Wilhelm Trübner, Die Schlafwandelnde Lady Macbeth

Taxe: 20.000 - 25.000 EURO

Losnummer: 1684

Andrea Scacciati I, Stillleben mit Rosen, Tulpen und Lilien in einer Bronzevase, 1687

Andrea Scacciati I, Stillleben mit Rosen, Tulpen und Lilien in einer Bronzevase, 1687

Taxe: 150.000 - 180.000 EURO

Losnummer: 1542

Thronende Muttergottes, Danzig/Ostdeutschland, um 1380/90

Thronende Muttergottes, Danzig/Ostdeutschland, um 1380/90

Taxe: 70.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 70.000,- EURO

Losnummer: 1801

Joseph Heintz d.Ä., Der heilige Martin teilt seinen Mantel, 1600

Joseph Heintz d.Ä., Der heilige Martin teilt seinen Mantel, 1600

Taxe: 80.000 - 90.000 EURO

Zuschlag: 75.000,- EURO

Losnummer: 1430

Alois Schönn, Auf dem Fischmarkt in Chioggia, 1871

Alois Schönn, Auf dem Fischmarkt in Chioggia, 1871

Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

Losnummer: 1654

Giuseppe Aureli, Zwei Haremsdamen

Giuseppe Aureli, Zwei Haremsdamen

Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

Losnummer: 1625

Niklaus Weckmann Werkstatt, Madonna mit Kind, um 1500

Niklaus Weckmann Werkstatt, Madonna mit Kind, um 1500

Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 1863

Jean Antoine Julien, genannt Julien de Parme, Venus und Amor

Jean Antoine Julien, genannt Julien de Parme, Venus und Amor

Taxe: 11.000 - 14.000 EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

Losnummer: 1616

Carl Spitzweg, Sitzender Mönch in felsiger Landschaft

Carl Spitzweg, Sitzender Mönch in felsiger Landschaft

Taxe: 22.000 - 24.000 EURO

Losnummer: 1650

Cristofano Allori und Zanobi Rosi, Johannes der Täufer in der Wüste

Cristofano Allori und Zanobi Rosi, Johannes der Täufer in der Wüste

Taxe: 80.000 - 100.000 EURO

Losnummer: 1442

Felice Giani, Vertreibung der Händler aus dem Tempel

Felice Giani, Vertreibung der Händler aus dem Tempel

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 1615

Barend Cornelis Koekkoek, Blick auf Königstein an der Elbe, 1858

Barend Cornelis Koekkoek, Blick auf Königstein an der Elbe, 1858

Taxe: 150.000 - 180.000 EURO

Losnummer: 1642




Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce