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Extravagantes Kunstschiff im österreichischen Grenzland: Das Museum Liaunig in Neuhaus hat seine neuen Räume eröffnet

Kunst unter Tage



Das unterirdische Museum Liaunig in Neuhaus in Kärnten

Das unterirdische Museum Liaunig in Neuhaus in Kärnten

Neuhaus – slowenisch Suha – ist eine zweisprachige Gemeinde im Südosten von Kärnten. Knapp 1.000 Einwohner zählt die unmittelbar an der Grenze zu Slowenien gelegene Ortschaft. In samtigem Grün fließt hier die Drau gemütlich, mehrfach gestaut und begrenzt durch Felder, Wälder und üppige Hügel, die sich in Richtung Koralpe auf über 2.000 Meter erheben. Die Kärntner Seen liegen noch rund eine Autostunde entfernt, und eigentlich spricht nicht allzu viel dafür, sich diesen geruhsamen, aber unspektakulären Flecken als Reiseziel auszusuchen. Gäbe es da nicht ein Museum, das seit seiner Eröffnung dafür sorgt, dass Neuhaus mit einem roten Punkt auf der Kunstlandkarte markiert wird.


2008 eröffnete hier der Industriesanierer und Kunstsammler Herbert W. Liaunig sein mehrfach ausgezeichnetes Museum. Im Laufe seines Lebens trug er eine der umfangreichsten Sammlungen österreichischer Kunst seit 1950 zusammen. Außerdem besitzt Liaunig eine künstlerisch und ethnologisch einzigartige Kollektion von Goldobjekten der Akan, einer Gruppe westafrikanischer Völker aus dem 19. und 20. Jahrhundert, eine umfangreiche Sammlung von Gläsern von 1500 bis 1850 sowie circa 300 Portraitminiaturen aus der Zeit von 1590 bis 1890.

Unlängst wurde der aus vier markanten Körpern bestehende, auf einer Hügelkuppe balancierende und an beiden Enden spektakulär in die Landschaft ragende Bau des Wiener Architekturbüros Querkraft durch einen dreieckigen Anbau um mehr als 2.000 Quadratmeter vergrößert. Zu einem großzügigen Foyer mit Schaudepot, einer 160 Meter langen, 13 Meter breiten und 7 Meter hohen Hauptgalerie mit Aussichtsterrassen an beiden Stirnseiten, einem Grafikraum sowie einem Annex für die Präsentation der Gold-Sammlung fügen sich neuerdings ein dreieckiger lichtdurchfluteter Sonderausstellungsraum mit anschließendem Atrium und zwei zusätzliche unterirdische Säle für die Glas- und Miniaturensammlungen und ein rundes, öffentlich zugängliches Skulpturendepot.

Das insgesamt sehr reduzierte Bauwerk orientiert sich stark am Gelände. Nur der lang gezogene Galerietrakt ist von außen sichtbar und bietet von seinen beiden Terrassen Ausblicke in die Landschaft. Der Rest des Museums befindet sich unter der Erde. Esther Stocker gestaltete den Zugang zu den neuen Räumen für die Gläser und Portraitminiaturen in subtiler Schwarz-Weiß-Dramatik. Einen Gegenpol dazu bildet der von Brigitte Kowanz lichtinszenierte Gang zum unterirdischen Kubus der Goldsammlung.

Im Kern ist das Museum Liaunig aber ein Haus für die österreichische Kunst. Liaunigs Kollektion umfasst mittlerweile etwa 3.000 Arbeiten, von denen ein ausgesuchter Teil in jährlich wechselnden Ausstellungen präsentiert wird. In diesem Jahr steht die von Hans-Peter Wipplinger kuratierte Schau der Gruppe „Wirklichkeiten“ im Mittelpunkt, jener losen Gruppierung heterogener Künstlercharaktere, die sich Ende der 1960er Jahre aus Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth, Kurt Kocherscheidt, Peter Pongratz, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl zusammensetzte. Die Werkauswahl konzentriert sich auf die Hauptphase der Formation um 1968, ergänzt um einige Beispiele aus den jeweiligen frühen Schaffensperioden beziehungsweise aus späteren Werkphasen. Zentrum der Ausstellung ist der gemeinsame Hauptsaal, von dem aus in räumlich separierten Solopräsentationen die individuellen künstlerischen Handschriften verglichen werden können. Ergänzt werden die meist großen Formate durch kleinere Arbeiten und Plakate im grafischen Kabinett.

Die erste Sonderausstellung im dreieckigen Zubau, wo 17 Gemälde und vier Aquarelle des irisch-amerikanischen Malers Sean Scully zu sehen sind, ist der neuen Konzeption des Gründers geschuldet, neben der auf Österreich fokussierten Sammlung nun auch internationale Gegenwartskunst zu zeigen. Mit seinem Museum hat sich Herbert Liaunig, der in unmittelbarer Nähe und in Sichtachse zum Museum in Schloss Neuhaus residiert, selbst ein Denkmal gesetzt. Für sein Engagement, in einer strukturschwachen Gegend ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst zu errichten, wurde der Sammler viel gelobt und ausgezeichnet, aber auch angegriffen. Patricia Grzonka von der Neuen Züricher Zeitung kritisierte die „Unverhältnismäßigkeit der Geste“, vermisste „den fehlenden Kontext des Gesamtprojektes“ und verglich den Sammler gar mit Werner Herzogs „Fitzcarraldo“, der im peruanischen Urwald ein Opernhaus errichten wollte.

Dem Unternehmer und Sammlerkollegen Karlheinz Essl, der ihm vom abgelegen Standort abriet, entgegnete Liaunig: „Ich will ja auch keinen Baumarkt eröffnen.“ Sicher ließe sich einwenden, dass der Ausstellungsturnus häufigere Wechsel vertragen könnte. Und internationale Namen wie Sean Scully sah man schon überzeugender an anderen Orten, wie beispielsweise 2012 im Kunstmuseum Lentos in Linz. Stattdessen täte Liaunig gut daran, in Zukunft nicht bevorzugt die arrivierten Namen seiner beeindruckenden Kollektion zu berücksichtigen, sondern sich auch vermehrt der aktuellen jungen österreichischen Kunst zu öffnen. Dass Kinder erst ab zwölf Jahren Zutritt haben und diese dann wie die Erwachsenen 14 Euro Eintritt bezahlen müssen, ist ohnehin eine Regelung, die schnellstens geändert werden sollte. Trotzdem überzeugen die formal anspruchsvolle Architektur des Museums und die außergewöhnliche Sammelleidenschaft eines Privatmannes, die trotz bewusster Lücken, etwa von Christian Ludwig Attersee, in der österreichischen Museumslandschaft ihresgleichen sucht.

Das Museum Liaunig hat mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Besucher ab 12 Jahre beträgt 14 Euro.

Kontakt:

Museum Liaunig

AT-9155 Neuhaus 41

Telefon:+43 (04356) 21 115

Telefax:+43 (04356) 211 15 25

E-Mail: office@museumliaunig.at



04.11.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Haupteingang ins Museum Liaunig
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Museum Liaunig – im Skulpturendepot

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