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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gute Ergebnisse für die Alten Meister im Wiener Dorotheum

Der über Leichen geht



Martino di Bartolomeo, Thronende Madonna mit den Heiligen Augustinus und Laurentius

Martino di Bartolomeo, Thronende Madonna mit den Heiligen Augustinus und Laurentius

Ein gutes Gesamtergebnis und hohe Steigerungen bei einer Reihe qualitätvoller Werke brachte die vergangene Versteigerung Alter Meister im Dorotheum. Schon bei den alten Italienern gelangen dem Wiener Auktionshaus einige beachtliche Wertzuwächse. So verbesserte sich eine Darstellung Johannes des Täufers mit Lamm auf Goldgrund aus dem Umkreis des Paolo Veneziano, der gegen Mitte des 14. Jahrhunderts in Venedig wirkte, von 25.000 bis 35.000 Euro auf 80.000 Euro. Ein ebenfalls gotisches dreiteiliges Altarstück des Sienesers Martino di Bartolomeo mit der thronender Madonna und den Heiligen Augustinus und Laurentius zur ihrer Seite brachte es auf 90.000 Euro. Hier waren nur 40.000 bis 60.000 Euro vorgesehen. Eine querformatige Tafel mit den Darstellungen Christi und Johannes des Täufers aus der Werkstatt Sandro Botticellis erlöste sogar 200.000 Euro und damit das Doppelte der unteren Schätzung.


Besonders beliebt waren am 20. Oktober ferner die Renaissanceportraits. Ein Duo mit dem spanischen König Philipp III. und seiner Gemahlin Margarete von Österreich, geschaffen im frühen 17. Jahrhundert von einem Mitarbeiter Frans Pourbus’ d.J., wurde von 40.000 bis 60.000 Euro auf hohe 320.000 Euro gehoben. Ein Bildnis des geharnischten Großherzogs Cosimo I. de’ Medici aus dem Atelier Agnolo di Cosimos, genannt Bronzino, ging für 130.000 Euro weg. Es zeigt den etwa 25jährigen gegen Mitte der 1540er Jahre, nachdem es ihm gelungen war, seine Herrschaft zu konsolidieren. Dafür ging er über Leichen – dementsprechend brutal schaut er auch bei Bronzino aus dem Bild heraus am Betrachter vorbei (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Vincenzo I. Gonzaga, Herzog von Mantua, gemalt um 1595 von einem Meister des dortigen Hofes, vielleicht von Jean Bahuet, ging für 200.000 Euro eine neue Bekanntschaft ein (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Auf 90.000 Euro verdreifachte sich der Wert von Luis de Requesens y Zúñiga, der als Vizekönig von Mailand und schließlich seit 1573 als Statthalter der Niederlande im Dienste der Habsburger stand. Unbekannt ist auch der Portraitist einer sitzenden vornehmen Dame mit Perlenkette in blumenbesticktem Kleid. Dem Stil nach dürfte er Florentiner Herkunft gewesen sein und der Mode der Dargestellten nach um 1600 gelebt haben. Erst bei 75.000 Euro ließ sich die schöne Unbekannte trotz einiger Schäden auf der Malschicht bitten (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Teuerste Arbeit der reichen Brueghel-Offerte wurde erwartungsgemäß Jan Brueghels d.Ä. idyllische Dorfszene an einem baumgesäumten Kanal, wenngleich hier die untere Grenze von 300.000 bis 400.000 Euro nicht überschritten wurde. Jan Breughel d.J. gelangte gleich achtmal zum Aufruf, die Zuschläge wie 130.000 Euro für eine blumenreiche Allegorie des Geruchssinns aus den 1640er Jahren oder 120.000 Euro für ein ebenso üppiges Stillleben aus den 1630er Jahren mit Korb und Tazza oder für eine tierreiche Paradieslandschaft mit kleinem Sündenfall im Hintergrund hielten sich weitgehend an die vorgegebenen Rahmen. Ein italienisch inspiriertes Stillleben mit Früchten und der Personifikation der Pomona, als hochbarocke Gemeinschaftsarbeit Abraham Brueghels und Guillaume Courtois’ entstanden, verließ zur unteren Schätzung von 100.000 Euro den Auktionssaal.

Hinsichtlich des Preissiegers der Auktion steht eine endgültige Entscheidung noch aus: Pieter Coecke van Aelsts zweiflügeliger Klappaltar mit einer farblich prachtvollen und opulent kostümierten Anbetung der Könige erreichte bei einer Schätzung von 100.000 bis 150.000 Euro stolze 450.000 Euro. Ob der belgische Telefonbieter das Objekt seiner Leidenschaft jedoch wirklich erhält, ist unklar. Das Triptychon hing einst im Schloss Hernstein und wurde 1943 als Teil des Gesamtinventars als „unteilbares Ganzes“ unter Denkmalschutz gestellt. Ob das Bundesdenkmalamt eine Ausfuhrgenehmigung erteilt, wird noch geprüft. Mit barocker Opulenz überzeugte dann sein Antwerpener Kollege Jan Fyt, dessen Verbildlichung der Jagdgöttin Diana inmitten einer Ansammlung von Beutestücken hohe 240.000 Euro einheimste (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR).

Weitere gute Ergebnisse waren 140.000 Euro für eine anmutige Madonna der Werkstatt Jacopo Robustis, genannt Tintoretto, aus den 1560er Jahren (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), und 150.000 Euro für eine in diffuses Licht getauchte „Ecce Homo“-Darstellung aus der Werkstatt Tizians (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Bei den kleineren Preisen fanden Bartolomeo Cavarozzis gen Himmel blickender heiliger Laurentius im Diakonsgewand für 36.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und ein langer ruinöser Bogengang mit der Blendung Polymestors durch Hekabe bei 70.000 Euro Beachtung, den Viviano Codazzi und Filippo Lauri gemeinsam um 1660 geschaffen haben (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). 120.000 Euro gab es für eine ausdrucksvolle Beweinung Christi mit zwei Engeln von Gerard Seghers. Nach einer Restaurierung dürfte sich die etwas lädierte Leinwand in deutlich besserem Zustand präsentieren (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Peeter van Bredaels Markttag auf einem Stadtplatz, auf dem es nur so von Menschen wimmelt, kletterte von 30.000 Euro auf 80.000 Euro.

Überzeugend war offenbar auch die Zuschreibung einer allegorischen Darstellung der „Verteidiger der Eucharistie“ an Peter Paul Rubens. Eine fast identische Version desselben Bildentwurfs hängt heute im Prado zu Madrid. Das Dorotheum konnte mit seiner Fassung 130.000 Euro netto umsetzen (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Als einer der wenigen deutschen Künstler reüssierte Johann König mit einem farblich leuchtenden, im Figurenstil von der italienischen Hochrenaissance beeinflussten „Ecce Homo“ aus dem Jahr 1618 bei 85.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Ein Georg Flegel zugeschriebenes Stillleben mit zentralem Rosenkorb, um den sich Kürbis, zwei Rettiche, Kirschen und grüne Zitronen gruppieren, verdoppelte mit 42.000 Euro seine Erwartungen. Für das 18. Jahrhundert stand Jean-Baptiste Greuzes zarte Schilderung eines jungen Mädchens für einträgliche 55.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Teuerster Meister dieser Zeit wurde wie geplant der venezianische Rokokomaler Francesco Guardi. Seine vierteilige „Capriccio“-Serie mit antiken Ruinen an heiteren Gewässern wechselte bei 220.000 Euro den Besitzer (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Und auch sein alttestamentliches Sujet der „Begegnung Abrahams mit den drei Engeln“ – eher ungewöhnlich für das Schaffen des Vedutenmalers – ließ sich mit 120.000 Euro gut an (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



03.11.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 130.000,- EURO

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Georg Flegel zugeschrieben, Stillleben mit Rosen in einem Korb, Kürbis, Rettichen und Kirschen

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Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

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Johann König, Ecce Homo, 1618

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Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

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 Spanien, Spanischer Hofmaler, Porträt des Luis de Requesens y Zúñiga, 2. Hälfte 16. Jahrhundert

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Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

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