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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

In der Versteigerung von Kunst und Antiquitäten bei Nagel in Stuttgart erhielt eine süddeutsche Sammlung viel Aufmerksamkeit. Sie bot ein breit gefächertes Spektrum zu günstigen Preisen

Ein feines Oval



Gerrit Dou Umkreis, Bildnis eines bärtigen Greises

Gerrit Dou Umkreis, Bildnis eines bärtigen Greises

Auf den ersten Blick unscheinbar kommt das auf ovaler Holztafel gemalte „Bildnis eines bärtigen Greises“ aus dem Umfeld des Rembrandtschülers Gerrit Dou daher. Vielleicht veranschlagte der Einlieferer im Vorfeld deshalb einen verhaltenen Schätzwert von 700 Euro für die zarte Malerei, die von warmer Beleuchtung vor dunklem Hintergrund lebt. Das Publikum im Stuttgarter Auktionshaus Nagel erkannte die Qualität, die trotz unbekannten Namens für die Leidener Feinmalerei und ihre besonders handwerklich feine Technik steht. Das ausdrucksstarke Tronie des alten Mannes wurde nun mit einem hohen Zuschlag von 22.000 Euro gewürdigt und kann sich als Star einer süddeutschen Sammlung feiern lassen, die sich bei 73 Prozent verkaufter Lose als deutlich attraktiver für die Kunstinteressenten erwies, als die Versteigerung der allgemeinen Kunst- und Antiquitätenstücke, die es nur auf eine Zuschlagsquote von knapp 42 Prozent brachten. Doch auch hier taten sich einige Objekte positiv hervor. Eine aus Laubholz geschnitzte, flächig kompakte Bamberger Mondsichelmadonna mit weitgehend originaler Fassung aus dem späten 15. Jahrhundert ließ ihren Schätzpreis von 10.000 Euro hinter sich und ergatterte 27.000 Euro.


Aus dem sizilianischen Trapani stammte ein aus vergoldetem Messing gefertigtes Schreibset mit Medici-Wappen des 17. Jahrhundert, das aus einem ovalem Tablett, einem Tintenfass, Sandstreuer, Kerzenleuchter, Deckeldose, Tischglockenhalter sowie einem Siegel bestand. Für den farblichen Reiz sorgten zahlreiche rote Koralleneinlagen sowie -bekrönungen. In Stuttgart hat sich der Schätzwert von 12.000 Euro bestätigt. Überschwänglich wurde es bei einem Wiener Tafelaufsatz des späten 19. Jahrhunderts aus Silber, der Venus, Amor und Faun auf einem Felsensockel gruppiert. Das 34 Zentimeter hohe, mit Rocailledekor geschmückte dekorative Stück ließ die geschätzten 2.000 Euro hinter sich und kam auf 9.000 Euro. Deutlich älter ist ein italienisches, schmiedeeisernes Lesepult aus dem 15. Jahrhundert mit einem Scherengestell und einer späteren Lederbespannung mit Kreuzmotiv. Der neue Besitzer legte taxgerechte 8.000 Euro hin. Auch aus Schmiedeeisen besteht eine aufwendig mit C-Bögen und S-Schwüngen verzierte vierteilige barocke Flügeltür des 17. Jahrhunderts, die beachtliche 9.500 Euro einspielte (Taxe 5.000 EUR), ebenso wie ein filigraneres norditalienisches zweiflügeliges Gittertor aus dem 15. Jahrhundert (Taxe 7.000 EUR).

Für die Verwendung von Nussbaumholz entschied sich der italienische Schöpfer eines im 16. Jahrhundert entstandenen Renaissancetisches, der mit Hilfe von Keilzapfen zerlegbar ist. Intarsien und reiches Schnitzwerk sorgten für die Bestätigung des Schätzpreises von 15.000 Euro. Ein eintüriger Tresorschrank vom Ende des 17. Jahrhunderts, ebenfalls vermutlich norditalienischer Herkunft, bestach durch schmiedeeisernes Beschlagwerk in Form von Noppen sowie seine zwei Schlösser mit vier Riegeln. Der komplexe Schließmechanismus rief mehrere Interessenten auf den Plan, einer davon berappte 8.500 Euro (Taxe 6.500 EUR). Aus Frankfurt stammte ein typischer wuchtiger Wellenschrank um 1740 mit kassettierter Doppeltür und Messingschlüsselschild. Eine kurpfälzische Privatsammlung konnten einen hohen Zuschlag bei 18.000 Euro erzielen (Taxe 10.000 EUR). Einen unerwarteten Höhenflug erlebte ein irisches Kommodenpaar aus Mahagoni mit zwei Schubfächern und zierenden Messingbeschlägen im charakteristischen Rokoko-Stil Thomas Chippendales bei 24.000 Euro (Taxe 5.000 EUR). Für taxgerechte 12.000 Euro erhielt ein erfolgreicher Bieter ein italienisches Kruzifix aus dem 17. Jahrhundert, dessen elfenbeinerner Christuskorpus mit schmerzverzerrtem Gesicht und geöffnetem Mund an ein Kreuz aus Nussbaum mit Schildpattverkleidung montiert ist.

In der Malerei tat sich besonders die kleine Arbeit „Bei der Ernte“ des Schwaben Albert Kappis hervor. Womöglich war es der Heimvorteil, der dem einstigen Stuttgarter Landschaftsprofessor einen unverhofften Erfolg bescherte. Denn sein impressionistisch weiches Ölgemälde von 1878 mit friedlichen Kühen und fleißigen Feldarbeiterinnen in Brauntönen unter einem weißen Wolkenhimmel verbesserte sich auf 10.000 Euro (Taxe 2.900 EUR). Glücklich waren zudem die Einlieferer von Michael Zeno Diemers gewaltigem Dreimaster vor weiter südlicher Küstenlandschaft (Taxe 3.800 EUR) sowie Hermann Pleuers verrauchtem „Bahnhof mit Blockwärterhaus und einfahrenden Zügen“, der mit peitschendem Pinselschwung auf die Leinwand kam (Taxe 3.500 EUR). Beide hauptsächlich in Blau und Braun gearbeiteten Gemälde kamen für 8.000 Euro unter den Hammer.

Der Niederländer Benjamin Gerritsz Cuyp schuf im 17. Jahrhundert eine für sein Œuvre typische „Anbetung der Könige“. In einfacher, felsig-brauner Umgebung vor verdunkeltem Himmel haben sich Maria, Josef, das Jesuskind und die drei Weisen aus dem Morgenland unter geheimnisvollem Lichteinfall zusammengefunden. Im Hintergrund wartet die Karawane der Könige. Motivische Ähnlichkeiten zu Rembrandts biblischen Radierungen sorgten für die Bestätigung der Taxe von 7.000 Euro. Sein Haarlemer Kollege Jacob Willemsz de Wet, ebenfalls Rembrandt-Schüler, beschäftigte sich dagegen mit einem alttestamentlichen Thema und hatte sich mit „Rebecca und Elieser am Brunnen“ eine Erzählung aus der Genesis gewählt, die mit 4.000 Euro trotz ihrer Qualitäten unterhalb der Erwartung von 6.000 Euro blieb. Die figurenreichen Pendants der Kreuztragung und der Kreuzigung Christi aus der flämischen Schule des 17. Jahrhunderts bügelten diese Scharte mit einem Anstieg von 6.000 Euro auf 8.000 Euro wieder aus.

Der in Dresden und München ausgebildete und in Düsseldorf sesshafte Pferde- und Genremaler Emil Volkers schuf 1894 die zwei Gegenstücke eines „Gesattelten Braunen im Stall“ sowie eines „Gesattelten Rappen im Stall“. Das aufmerksame Anatomiestudium und die edle Auffassung der muskulösen Pferdekörper waren einem Kunden 2.200 Euro wert (Taxe 1.200 EUR). Als Tiermaler tat sich auch Bernard te Gempt hervor, der seiner nun 7.000 Euro teuren, friedlichen „Hundeversammlung im Stall“ recht menschliche Züge verliehen hat (Taxe 1.500 EUR). In ein mildes Abendlicht hatte Charles Leickert seine kleine holländische Kanallandschaft mit Fischern in ihren Booten getaucht, die gute 6.500 Euro erwirtschaftete (Taxe 3.500 EUR), während Christian Mali seine Wassermühle mit Staffagefiguren zur Mittagszeit aufnahm. So schützt sich die Mutter mit ihrem Kleinen mittels eines Sonnenschirms vor dem Licht. Hier wurden 5.500 Euro gezahlt (Taxe 4.500 EUR).

Als eigene Auktionseinheit konnte die Versteigerung der süddeutschen Sammlung erstaunlich viele Positionen an den Mann bringen und gute Preise erzielen. Vor allem niedrig bewertete Losnummern aus dem Bereich der Malerei fanden neue Besitzer. Stimmungsvoll war die friedliche Ruhepause von Mensch und Tier inmitten einer grünen Landschaft des Münchner Malers Ludwig Hartmann; seine „Bauern und Pflugpferde bei der Mittagsrast“ aus dem Jahr 1895 kamen für 4.000 Euro unter den Hammer (Taxe 1.500 EUR). Bei Christian Malis in weicher Feingliedrigkeit und warmer Farbgebung gestaltetem „Idyll auf der Dorfstraße“ mit der Burg Rechberg im Hintergrund war der Zuwachs mit 7.000 Euro noch höher (Taxe 2.500 EUR). Die zwei „Kinder im Garten“ mit rosigem Teint der Stuttgarter Malerin Anna Peters konnten ihren Wert von geschätzten 3.500 Euro auf 3.800 Euro aufstocken.

Bei den Möbeln bestach vor allem eine neapolitanische Kommode aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert. Die Felder- und stilisierte Blütenmarketerie in Kombination mit einer hochwertigen Patina verlieh dem zweischübigen Möbelstück auf zarten Füßen eine edle Optik, die von schmuckvollen vergoldeten Bronzebeschlägen abgerundet wurde und ihren Schätzpreis von 5.000 Euro wert war. Das Faible des Stuttgarter Publikums für Kostbarkeiten zeigte sich gleichfalls bei der Versteigerung einer Stutzuhr mit Figurenautomat, die um 1810 wohl in Wien entstand. Das 45 Zentimeter hohe feuervergoldete und patinierte Bronzegehäuse mit antikisierenden figürlichen Darstellungen trägt einen aus einem geflügelten Hermenpilaster sowie einem Weinstock samt begleitenden Putten geformten Aufsatz, der mit dem Ziffernblatt der Uhr bekrönt ist. Für 1.500 Euro gelistet, fiel der Hammer nach einem kleinen Gefecht am 8. Oktober bei einem Preis von 7.000 Euro.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



02.11.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Claudia Rauth

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