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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Auch in der regulären Auktion mit Impressionisten und Moderne wartet Sotheby’s in New York mit Hochkarätigem auf

Die Gummiartige



Nicht nur mit der erlesenen Sammlung des kürzlich verstorbenen früheren Sotheby’s-Investors Adolph Alfred Taubman glänzt Sotheby’s in seinen diesjährigen New Yorker Herbstauktionen, auch das Programm der Impressionisten und Modernen aus dem Besitz anderer Einlieferer kann sich sehen lassen. Bis zu 370 Millionen Dollar erwartet das Auktionshaus für die 47 ausgewählten Werke der Abendversteigerung am 5. November. Besonderer Hingucker ist ein „La Gommeuse“ betitelter Halbfigurenakt des Spaniers Pablo Picasso, nicht nur wegen der stattlichen Körperpräsenz der Pariser Kabarettistin, die daher nicht ohne Grund ihren seinerzeit erotisch konnotierten Titel trägt, sondern vor allem weil es sich um eine frühe und damit auf dem Markt außerordentlich seltene Schöpfung aus Picassos Blauer Periode von 1901 handelt. Auf der Rückseite des Bildes, das einst dem Hollywood-Regisseur Josef von Sternberg gehörte, findet sich noch eine eher karikaturistische Darstellung von Picassos erstem Kunsthändler Pere Mañach. Um die 60 Millionen Dollar werden für die gut achtzig Zentimeter hohe Leinwand erwartet, die zuletzt im Dezember 1984 bei Sotheby’s in London für 1,3 Millionen Pfund über den Tresen ging und seither dem amerikanischen Unternehmer William Ingraham Koch gehörte.


Etwa den gleichen Betrag – 50 bis 70 Millionen Dollar – soll das zweite Hauptlos einspielen, Vincent van Goghs „Paysage sous un ciel mouvementé“ vom April 1889. Die in kraftvollen Farben aufgetragene, an sich ganz gewöhnliche Landschaft, über die schwere Wolken wie Felsformationen hinwegziehen, ist Teil der Kollektion des belgischen Sammlerehepaares Louis und Evelyn Franck. Allein in der Abendauktion gehen daraus elf hochkarätige Werke an den Start. Großteils stammen die Erwerbungen noch aus der Vorkriegszeit, und die meisten von ihnen – allerdings nicht der Van Gogh – hingen während der vergangenen knapp zwanzig Jahre als Dauerleihgabe in der Fondation Pierre Gianadda in Martigny im Schweizer Kanton Wallis. Zu nennen sind Paul Cézannes aquarellhaft zart in Öl aufgetragene „Fleurs dans un pot d’olives“ von 1880/82 (Taxe 5 bis 7 Millionen USD), James Ensors makabres Vanitas-Stillleben mit zwei alten Frauen „Les Poissardes mélancoliques“ von 1892 (Taxe 3 bis 5 Millionen USD) und noch einmal Pablo Picasso mit einer in Pastell und schwarzer Kreide aufgetragenen „Nu aux jambes croisées“ ebenfalls aus der Blauen Periode, diesmal allerdings von 1903 (Taxe 8 bis 12 Millionen USD). Die Francks konnten sich zudem für Henri de Toulouse-Lautrec erotische Boudoirszene „À Armenonville, en cabinet particulier“ von 1899 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD), Kees van Dongens fauvistisches Bildnis „Femme au chapeau vert“ um 1910 (Taxe 4 bis 6 Millionen USD) oder Marc Chagall frühe Gouache eines drolligen „Violoniste“ von 1926/27 begeistern (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen USD).

30 bis 50 Millionen Dollar stehen auf dem Preisschild eines graugrünen Seerosenbildes von Claude Monet mit einigen roten Blütentupfen um 1908. Von ihm trennt sich wiederum William Koch, der die mittelgroße Leinwand im Mai 2000 am selben Ort für 7,6 Millionen Dollar erworben hat. Gustave Caillebottes bislang offenbar nur einmal im Jahr 1894 öffentlich ausgestellte „Bateaux au mouillage sur la Seine à Argenteuil“ von 1892 (Taxe 5 bis 7 Millionen USD) und Alfred Sisleys jahreszeitlich passende Abendstimmung „Moret au coucher du soleil – October“ von 1888 ergänzen des impressionistische Programm vortrefflich (Taxe 3,5 bis 5 Millionen USD). Camille Pissarro gesellt sich mit einem diesigen Tag am „Jardin des Tuileries, brume“ in Paris von 1900 für 1 bis 1,5 Millionen Dollar und mit der sonnigeren Ansicht der „Prairies à Gisors“ in der Normandie von 1885 bei 1,8 bis 2,2 Millionen Dollar hinzu.

Bei den Malern der französischen Moderne herrscht dann das Weibliche in verschiedenen Facetten vor. Chaïm Soutine hat sich 1918 ein abseitiges Thema gesucht und in „La Folle“ eine düster blickende Wahnsinnige dargestellt. Dagegen griff Pierre Bonnard 1925 die lange Tradition der Aktmalerei auf und schuf in hellen Farben eine „Nu s’habillant“ in Rückenansicht (Taxe je 2 bis 3 Millionen USD). Pablo Picasso meldet sich ein weiteres Mal zu Wort und stellt die mehrperspektivisch verzerrte, blockhafte „Nu, les bras croisés“, ein Portrait seiner zweiten Ehefrau und letzten Muse Jacqueline Roque von 1960, für 6 bis 8 Millionen Dollar zur Verfügung. Auch ins Bildhauerische greift die Begeisterung für die weibliche Welt über und führt Jacques Lipchitz’ kubistische Bronze einer exaltiert posierenden „Chevalier à éventail“ von 1913 an (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Bei Fernand Léger sind es dann nicht näher bestimmbare „Hommes dans la ville“, die sich seit 1919 flächig in einem geometrisch technoiden Farbkonstrukt bewegen (Taxe 5 bis 7 Millionen USD).

Bei den Abstrakten sticht Kasimir Malewitschs „Mystic Suprematism“ von 1920/22 heraus, ein schwarzes Kreuz mit dünnem Fußbalken am unteren Ende auf mandelförmigem Rotgrund. Die anspruchsvolle Schätzung von 35 bis 45 Millionen Dollar – es wäre der zweithöchste auf einer Auktion für Malewitsch gezahlte Preis – resultiert sicherlich auch aus der Marktfrische des Bildes, das sich bis heute im Besitz der Erben des 1935 gestorbenen russischen Künstlers befindet. Für den Surrealismus steht René Magrittes „Maître d’école“ von 1955 mit einer seiner bekannten schwarzen Rückenfiguren samt Hut und darüber platzierter schmaler Mondsichel auf einer kleinformatigen Gouache für trotzdem recht ambitionierte 3 bis 5 Millionen Dollar. Aus deutschen Landen hat sich nur Wassily Kandinsky nach New York verirrt, zunächst mit einer unbetitelten Papierarbeit von 1923, auf der sich wild durcheinander allerlei Linien und Farbflächen tummeln und ein buntes Gewirr veranstalten (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). 6 bis 8 Millionen Dollar soll seine „Vertiefte Regung“ aus bunten Kreisen in einem wabernden dunklen Farbfeld von 1928 kosten.

Auch in der Tagesauktion am 6. November nimmt Pablo Picasso die Favoritenrolle ein und präsentiert für 2 bis 3 Millionen Dollar seinen späten lustigen „Tête à l’oiseau“ von 1971. Auf den vorderen Rängen mischt er zudem mit seinem kubistischen Stillleben „Verre et paquet de cigarettes“ von 1922 (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD) und der frühen bunten Ölstudie „Enfants dans le Jardin du Luxembourg“ von 1901 mit (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Dazwischen platziert sich Joan Miró mit seiner poetischen Rupfenmalerei „Femme et oiseau III/X“ von 1960 für 1,5 bis 2,5 Millionen Dollar. Doch dann treten schon weniger geläufige Namen aufs Parkett, etwa Louis Anquetin mit seinem koketten Gesellschaftsbild „Aux courses“ um 1895 für hohe 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar. Diesen Wert fordert auch Heinrich Campendonks lyrisches Gemälde „Der weiße Baum“ um 1925, auf dem in kubistischen Formen Natur, Mensch und Tier einträchtig miteinander leben.

Gut bestück ist die Auktion mit fauvistischen Arbeiten. Dazu gehören André Lhotes mit Segelschiffen gefüllter „Port de Bordeaux“ von 1911 (Taxe 700.000 bis 1 Million USD), Raoul Dufys koloristisch reiche „Plage de Sainte-Adresse“ von 1906 (Taxe 700.000 bis 900.000 USD) und Albert Marquet mit dem motiv- und ausschnittsgleichen Gemälde „La Jetée. Sainte-Adresse“ von 1905/06 (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Der Realismus kommt mit Henri Fantin-Latours „Nature morte à la carafe“ von 1865 in gedeckten Farben (Taxe 450.000 bis 650.000 USD), der Impressionismus mit Pierre-Auguste Renoirs farbenfroher Baumlandschaft „La Cagnes – Paysage avec rivière“ von 1917 zu seinem Recht (Taxe 700.000 bis 1 Million USD). Pointillistisch wird es bei Maximilien Luces abendlichem Seestück „Camaret. Bateaux de pêche sur la côte“ von 1894 (Taxe 400.000 bis 600.000 USD), während sich Edouard Vuillard mit seinem Schlafzimmerinterieur „Les Enfants“ von 1909 ins Intime zurückzieht (Taxe 500.000 bis 700.000 USD).

Jüngere Richtungen vertreten etwa Sonia Delaunay-Terk mit ihrer fast abstrakten „Nature morte portugaise“ von 1916 in kräftigem Kolorit (Taxe 120.000 bis 180.000 USD) und Albert Gleizes mit seiner dynamischen, von Theater und Musik inspirierten Großstadtvision „Broadway (4)“, die ebenfalls schon einmal in Herwarth Waldens berühmter Berliner Galerie „Der Sturm“ hing (Taxe 250.000 bis 350.000 USD). Kurt Schwitters beteiligt sich mit seiner typischen Papiercollage „MZ 330. ine Dresden“, die Rudolf Bauer im Jahr nach ihrer Entstehung direkt bei seinem Kollegen erwarb (Taxe 120.000 bis 180.000 USD), und Lyonel Feininger mit seinem kristallin reduzierten Küstenbild „Afterglow II“ von 1948, das erst im Mai 2014 bei Van Ham in Köln für netto 310.000 Euro den Besitzer wechselte und nun für 350.000 bis 450.000 Dollar schon wieder ein neues Heim sucht. Auch Otto Dix’ „Frühling auf der Höri mit Blick auf Steckborn“ ist kein Auktionsneuling. 2011 bei Ketterer in München für netto 94.000 Euro erworben, trennt sich der Schweizer Eigentümer jetzt wieder von dem Gemälde aus dem Jahr 1946 für 100.000 bis 150.000 Dollar.

Für den Surrealismus stehen prominent Max Ernsts dichte Naturstimmung von 1946, aus der den Betrachter einige Augen anblicken (Taxe 600.000 bis 800.000 USD), und die motivreiche Symbolik „The Magic Flower Game“ seiner Frau Dorothea Tanning von 1941 (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Ernst redet auch in der Skulpturensuite ein Wörtchen mit und wartet mit seiner lustig-skurrilen Bronzefigur „Le Grand génie“ von 1967 in einem postumen Guss auf (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Figurativ bleibt es im Skulpturalen mit Lynn Chadwicks zerzauster Bronzefrau bei „High Wind IV“ von 1995 (Taxe 500.000 bis 700.000 USD), während Julio González schon in der Mitte der 1930er Jahre für seine Bronze „Le Rêve ou Le Baiser“ die Ungegenständlichkeit bevorzugte (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Diese und zudem neuartige Materialien wie Aluminium und Kunststoff verwendete Naum Gabo um 1955 bei seiner freien Linienkomposition „Bas-Relief for the U.S. Rubber Company Building, New York“ (Taxe 700.000 bis 1 Million USD).

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



30.10.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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