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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Vor allem die Italiener machten bei der Gegenwartskunst von Christie’s in London während der Frieze Week auf sich aufmerksam

Schlummernde Schönheit



Mit guten, aber nicht sensationellen Ergebnissen ging am 16. Oktober im Umfeld der Frieze Week in London die Abendversteigerung zeitgenössischer Kunst bei Christie’s über die Bühne. Die Zuschlagspreise lagen ziemlich im Bereich der Erwartungen: 46 von 54 angebotenen Offerten erzielten 35,56 Millionen Pfund, für 59 weitere Arbeiten italienischer Künstler, von denen nur sechs keinen Abnehmer fanden, gab es noch einmal 43,17 Millionen Pfund, was immerhin das beste Ergebnis eines Italian Sale ist. Platz eins der Liste belegte ebenfalls erwartungsgemäß Peter Doigs changierende Natur-Architektur-Vision „Cabin Essence“ von 1993/94 mit einer durch dichte, schimmernde Baumgruppen stark verschleierten Ansichten von Le Corbusiers Unité d’Habitation. Mit 8,5 Millionen Pfund fiel der Hammer allerdings etwas früher als gehofft aufs Pult, vorgesehen waren eigentlich 9 Millionen Pfund.


Auch die beiden deutschen Millionenkandidaten hielten sich brav an die Vorgaben. Gerhard Richters „Abstraktes Bild“ Werknummer 776-2 in dominierendem Blau von 1992 erzielte 2,3 Millionen Pfund und Martin Kippenbergers 21teilige, 1981 bewusst naiv gestaltete Portraitserie „Bekannt durch Film, Funk, Fernsehen und Polizeinotrufsäulen“ 2,1 Millionen Pfund (Taxen je 1,8 bis 2,5 Millionen GBP). Weniger Fortune hatte das preisliche Mittelfeld. Von Sigmar Polke konnten zwei Arbeiten nur unterhalb der Erwartungen und eine weitere gar nicht verkauft werden. Neo Rauchs geheimnisvoll-surreale „Grotte“ von 2004 blieb schon an 400.000 Pfund hängen (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Immerhin kletterte ein unbetiteltes Streifenbild Günther Förgs in Blau auf grauer Bleiplatte von 1992 von 140.000 bis 180.000 Pfund auf 300.000 Pfund, und 950.000 Pfund bedeuteten für die abstrakt-expressive Malerei Albert Oehlens – wenn auch nur sehr knapp – sogar einen neuen Rekord. Das hier angebotene großformatige Gemälde von 1989, auf dem Farbflächen und Linien ein freies Spiel entfalten, war nur auf 400.000 bis 600.000 Pfund veranschlagt.

Neue Höchstpreise erzielten ansonsten vor allem jüngere Künstler: Jonas Wood mit einer fast vier Meter breiten Kleinstadtidylle in Martha’s Vineyard von 2008 in naiver Buntheit für 450.000 Pfund (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP), die ebenfalls 1977 geborene Lynette Yiadom-Boakye mit dem fragilen Ganzfigurenportrait einer jungen schwarzen Frau unter dem Titel „Knave“ von 2011 für starke 370.000 Pfund (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP) und Toby Zieglers technoide, in kristallartige Farbflächen zergliederte Parklandschaft „Designated For Leisure“ von 2004 für 105.000 Pfund (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP). Von den älteren konnte sich der Brite Gerald Laing mit seinem gerasterten Pop Art-Bildnis einer schlummernden Bikini-Schönheit aus dem Jahr 1965 bei 1 Million Pfund etwas aufwerten (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP). Die Pop Art fand gleichfalls Zuspruch in Andy Warhols vier farbenfrohen „Flowers“ von 1964 für 1,575 Millionen Pfund (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP) und Keith Harings Entwicklungsstadienbild von Mensch und Fisch von 1983 für 840.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP).

Dass Nicole Eisenman mit 150.000 Pfund für ihr Welttheater in der „Beasley Street“ von 2007 einen neuen Auktionsrekord generierte, ist keine große Kunst. Die 1963 geborene wurde auf einer der großen Abendversteigerungen bislang offenbar noch nie gehandelt (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Punktgenau seinen bisherigen Spitzenwert traf Joe Bradley mit einem ungegenständlichen „Untitled“ von 2011 im Stil der abstrakten Expressionisten im Amerika der ersten Nachkriegszeit. Schon vor genau einem Jahr gab es ebenfalls bei Christie’s in London für eine ähnlich ungeschliffene Farbabstraktion 820.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Aus der jungen Generation reüssierten noch Adrian Ghenie mit seiner schemenhaften Malerei „Pie Fight Interior“ von 2012 bei 370.000 Pfund (Taxe 220.000 bis 280.000 GBP), Amy Sillman mit ihrem zwischen Abstraktion und Figuration angesiedelten Ölgemälde „Platypus“ auf sonnengelbem Grund für 130.000 Pfund (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP) und Charline von Heyl, die ähnlich agiert wie Sillman. Ihre spannungsvolle Farbexplosion „Untitled (1/00/II)“ von 2000 hat mit 90.000 Pfund den ersten Platz im Ranking der 1960 in Mainz geborenen Malerin erobert (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Den Favoritenstatus bei den Italienern bestätigte Alberto Burris „Rosso plastica M1“ von 1961, eine der frühesten Schöpfungen in dieser Werkreihe mit verbrannten Plastikfolien, mit der der 1915 geborene Künstler hauptsächlich seinen Ruhm begründete. Erreicht wurde die obere Grenze von 2 bis 3 Millionen Pfund. Dahinter drängelte sich in dichten Abständen eine Reihe weiterer Werke berühmter Italiener wie Lucio Fontanas „Concetto Spaziale, Attese“ von 1967 in strahlendem Weiß mit sechs Vertikalschlitzen für 2,4 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP), Luciano Fabros unheimliches Kupferbandgewirr „Italia dell’emigrante“ von 1981 für überraschende 2,35 Millionen Pfund (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP) und Giorgio Morandis kleine breitformatige „Natura morta“ mit mehreren Gefäßen von 1939 für 2,2 Millionen Pfund (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen GBP). In den beiden letzteren Fällen wurden die bisher auf Auktionen erzielten Höchstpreise jeweils deutlich übertroffen.

Schon der Auftakt der Italien-Fraktion ließ sich sehen. Alighiero Boettis weiß in weiß gestickter Schriftzug „Sciogliersi come neve al sole“ verbesserte sich auf 120.000 Pfund (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP) und Piero Manzonis selbstironische Blechdose „Merda d’artista“ von 1961 auf 150.000 Pfund (Taxe 70.000 bis 90.000 GBP). Dann kam der weniger bekannte Vincenzo Agnetti an die Reihe, dessen konzeptuelle Filznäherei „Ritratto di abitante“ aus den frühen 1970er Jahren ihren Wert auf 150.000 Pfund verdreifachte und für einen neuen Auktionsrekord sorgte. Den gab es auch für eine durch Motorkraft in Bewegung gesetzte „Strutturazione pulsante“ Gianni Colombos aus Styroporrechtecken von 1959 für 260.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP) und Giuseppe Uncinis konkretes Betonrelief „Cementarmato“ mit quadratischem Eisengitter von 1959 für 230.000 Pfund (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP). 1,5 Millionen Pfund und 1,3 Millionen Pfund für zwei „Superfici bianche“ Enrico Castellanis (Taxen zwischen 600.000 und 1,2 Millionen GBP) sowie 1,9 Millionen Pfund und 1,5 Millionen Pfund für zwei Spiegelbilder Michelangelo Pistolettos, in die die handelnden Personen gleich integriert sind bezeugten die generell hohe Attraktion der Italiener in London (Taxen je 800.000 bis 1,2 Millionen GBP).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



21.10.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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