Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 13.05.2017 Kunstauktion 94 bei Winterberg|Kunst in Heidelberg

© Winterberg|Kunst

Anzeige

Tänzerin / Franz von  Stuck

Tänzerin / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Ruinen des Parthenon, 1877 / Carl Friedrich Heinrich Werner

Ruinen des Parthenon, 1877 / Carl Friedrich Heinrich Werner
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel

Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Portraits

Aktuellzum Archiv:Museumsportrait

Mit Meisterwerken aus dem Pariser Musée d’Orsay und der Orangerie wurde jetzt ein vielversprechendes neues Ausstellungshaus in Barcelona eröffnet: Die Fundacíon Mapfre in der modernistischen Casa Garriga-Nogués. Die in Madrid beheimatete Stiftung weitet ihre Aktivitäten damit auf die katalanische Kapitale aus

Triumph der Farbe



Die Fundación Mapfre in Barcelona: Casa Carriga i Nogués

Die Fundación Mapfre in Barcelona: Casa Carriga i Nogués

Über 600 Straßenkilometer liegen zwischen Madrid und Barcelona. Die seit Jahrhunderten von der Monarchie geprägte Hauptstadt Spaniens mit hochkarätigen Museen wie dem Prado und dem auf zeitgenössische Kunst spezialisierten Museo Reina Sofia wirkt gemeinhin gesetzter und schwerer als das dynamische, auch internationale Trends setzende Barcelona. Auch zur Zeit erlebt die am Mittelmeer gelegene Stadt wieder eine Phase des Aufbruchs. Die Hauptstadt Kataloniens wird seit Neuestem von Ada Colau, einer jungen Bürgermeisterin und ehemaligen Aktivistin, regiert, die der in der Finanzkrise entstandenen sozialen Bewegung „Barcelona en Comú“ angehört. Das Museu d’Art Contemporani de Barcelona hat mit dem 1968 in Buenos Aires geborenen Ferran Barenblit gerade einen aussichtsreichen Direktor erhalten, ebenso die Fundació Antoni Tàpies, zu deren neuem Leiter Ende Juni der Kritiker Carles Guerra ernannt wurde. Zudem zeichnet sich die Stadt durch ihre vitale Galerienlandschaft, ihre avantgardistische Design- und Modeszene sowie die allgegenwärtige Präsenz architektonischer Highlights von Antoni Gaudí über Ludwig Mies van der Rohe bis zu Santiago Calatrava aus.


Die Fundación Mapfre aus Madrid hingegen versteht sich seit Aufnahme ihres Ausstellungsprogramms 1988 als eine Art Joker im Bereich kultureller Felder wie bildende Kunst, Fotografie und Literatur. Die Stiftung der größten Versicherungsgruppe in Spanien und Lateinamerika war zunächst angetreten, in Madrid mit einem elaborierten Ausstellungsprogramm die Lücken zu schließen, die staatliche Museen offen lassen. Seit der Gründung des Kunstsektors der Fundación Mapfre im Jahr 1988 ist Pablo Jiménez Burillo mit an Bord, zunächst als Pressesprecher, heute als Direktor. Unter ihm erarbeitete die Fundación Mapfre ein klares Profil: Sie entwickelt einerseits Ausstellungen aus der Epoche der aufkommenden bis zur späten Moderne mit Kunst von 1850 bis 1950 und zeigt als zweiten Schwerpunkt monografische Fotografieausstellungen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis hinein in die Gegenwart, die häufig zusammen mit internationalen Partnermuseen entwickelt werden. Somit besetzt sie Themen und stellt Künstler vor, die in Spanien an anderen Orten bisher kaum zu sehen waren. Parallel dazu baut die Fundación Mapfre eine eigene Sammlung auf mit den Schwerpunkten Zeichnung und Fotografie – beides bisher ebenfalls unterrepräsentiert in den staatlichen spanischen Museen.

Was bisher in Madrid gut funktioniert hat, soll nun auch in Barcelona klappen. Die Fundación Mapfre ist angetreten, um in Zukunft auch in der reichen Kulturlandschaft Kataloniens zum neuen „Lead Player“ zu werden. Um jetzt sofort Präsenz zu zeigen, mietete die Stiftung ein architektonisch interessantes Gebäude im eleganten Stadtteil Eixample als neues Ausstellungshaus an. Die Casa Garriga i Nogués wurde um die letzte Jahrhundertwende zunächst als Privatpalast für die Bankiersfamilie Garriga-Nogués errichtet. Sie gilt als Ikone des katalanischen Modernismus. Nach dem Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs 1936 wurde das Gebäude zunächst als Religionsschule und später von verschiedenen Stiftungen genutzt und 2008 denkmalgerecht renoviert. Die Ausstellungsfläche beträgt 2.000 Quadratmeter auf zwei Etagen, die von einer imposanten Marmortreppe miteinander verbunden werden.

Die Eröffnungsausstellung ist ein Paukenschlag. Mit der sehenswerten Schau „Triumph der Farbe. Von Van Gogh bis Matisse“ zeichnet Isabelle Cahn, die Chefkonservatorin des Pariser Musée d’Orsay, in vier Kapiteln den Weg vom Neoimpressionismus über die Schule von Pont-Aven und die Künstlergruppe der Nabis bis zur farbenfrohen Interieurmalerei von Henri Matisse nach. Alle 70 Leihgaben stammen aus dem Musée d’Orsay und dem Musée de l’Orangerie in Paris. Eindrucksvolle Meisterwerke wie das paradiesische Gemälde „L’Après-midi à Pardigon“ von Henri Edmond Cross aus dem Jahr 1907 oder das geheimnisvoll düstere Industriegemälde „Usines près de Charleroi ou Aciérie à Charleroi“ von Maximilien Luce aus dem Jahr 1897 markieren die Epoche des Postimpressionismus mit seinen Hauptvertretern Georges Seurat, Camille Pissarro und Paul Signac. Diese Künstler waren vertraut mit der wissenschaftlichen chemischen Farblehre und setzten kleine Farbpunkte kompositorisch aneinander, um stimmige, flirrende Motive zu erzielen. Die in der Technik des Pointillismus entstandenen Bilder setzen sich erst auf der Netzhaut des Betrachters zusammen.

Ab 1860 dann entsteht im beschaulichen Örtchen Pont-Aven in der Bretagne eine kleine Künstlerkolonie um die Maler Paul Gauguin und Emile Bernard. Ihre Aufassung von Farbe spiegelt die Innerlichkeit der Figuren und Szenen wieder. Die Ausstellung versammelt Meisterwerke aus dieser Zeit wie etwa Bernards „Baigneuses à la vache rouge“ von 1887, ein Gemälde mit unbekleideten badenden Damen an einem stilisierten, knallgelben Strand und als Akzent in der linken oberen Bildecke einer roten Kuh. Auch für die Gruppe der Nabis um Pierre Bonnard, Paul Sérusier und Maurice Denis spielt die flächig aufgefasste Farbe eine wichtige Rolle. Symbolistische und mystische Bilder wie Paul Ransons ornamental angelegtes Gemälde „La Sorcière au chat noir“ von 1893 setzen die Farbe fast abstrahierend ein, während der Schweizer Félix Vallotton große, klare Farbflächen zu realistischen Darstellungen von Menschen und Interieurs einsetzt. Seine ungewöhnlichen Bilder zeigen gemeinhin eher als nicht bildwürdig betrachtete Sujets wie den dritten Rang eines Theaters, den Schminktisch einer Cocotte oder die unaufgeräumte Wohnung des Künstlers. Weitere Highlights sind Werke von Paul Cézanne, Edouard Vuillard, Odilon Redon oder zum Abschluss der klug kuratierten und inszenierten Schau zwei zum Vergleich auffordernde Akte von Pablo Picasso und Pierre-Auguste Renoir.

Folgt dem beim katalonischen Publikum sicherlich zum Renner werdenden „Triumph der Farbe“ auch der Triumph der Fundación Mapfre als neuer Player in der Kunstszene von Barcelona? Emilio Alvarez, international vernetzter Galerist in Barcelona und Organisator der Videomesse „Loop“, jedenfalls begrüßt die neue Institution: „Im Moment tut sich sehr viel in Barcelona“, sagt er. „Die Fundación Mapfre setzt eigene Schwerpunkte hier in der Kunstszene. Ich sehe sie als eine Bereicherung an.“

Die Ausstellung „Triumph der Farbe. Von Van Gogh bis Matisse. Sammlungen des Musée d’Orsay und Musée de l’Orangerie“ ist bis zum 10. Januar zu sehen. Die Fundación Mapfre hat montags von 14 bis 20 Uhr, dienstags bis samstags von 10 bis 20 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Der 204seitige Katalog in spanischer und katalanischer Sprache kostet 34,90 Euro.

Kontakt:

Fundación Mapfre

Carrer de la Diputació, 250

ES-08007 Barcelona

Telefon:+34 (093) 401 26 03



20.10.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 13

Seiten: 1  •  2

Adressen (1)Berichte (2)Variabilder (10)

Bei:


Fundación Mapfre

Bericht:


Ästhetik trifft Emotion

Bericht:


Die visuelle Kraft des Banalen

Variabilder:

Paul Sérusier, Portrait de Paul Ranson en tenue nabique, 1890
Paul Sérusier, Portrait de Paul Ranson en tenue nabique, 1890

Variabilder:

Paul Sérusier, La Lutte bretonne, um 1890/91
Paul Sérusier, La Lutte bretonne, um 1890/91

Variabilder:

Vincent van Gogh, Portrait de l’artiste, nach 1887
Vincent van Gogh, Portrait de l’artiste, nach 1887

Variabilder:

Paul Gauguin, Femmes de Tahiti (Sur la plage), 1891
Paul Gauguin, Femmes de Tahiti (Sur la plage), 1891

Variabilder:

Henri Edmond Cross, L’Après-midi à Pardigon, 1907
Henri Edmond Cross, L’Après-midi à Pardigon, 1907

Variabilder:

Die Fundación Mapfre in Barcelona: Casa Carriga i Nogués
Die Fundación Mapfre in Barcelona: Casa Carriga i Nogués







Die Fundación Mapfre in Barcelona: Casa Carriga i Nogués

Die Fundación Mapfre in Barcelona: Casa Carriga i Nogués

Paul Sérusier, La Lutte bretonne, um 1890/91

Paul Sérusier, La Lutte bretonne, um 1890/91

Paul Gauguin, Femmes de Tahiti (Sur la plage), 1891

Paul Gauguin, Femmes de Tahiti (Sur la plage), 1891

Vincent van Gogh, Portrait de l’artiste, nach 1887

Vincent van Gogh, Portrait de l’artiste, nach 1887

Félix Vallotton, Femme se coiffant, 1900

Félix Vallotton, Femme se coiffant, 1900

Die Fundación Mapfre in Barcelona: Casa Carriga i Nogués

Die Fundación Mapfre in Barcelona: Casa Carriga i Nogués

Henri Edmond Cross, L’Après-midi à Pardigon, 1907

Henri Edmond Cross, L’Après-midi à Pardigon, 1907

Die Fundación Mapfre in Barcelona: Casa Carriga i Nogués

Die Fundación Mapfre in Barcelona: Casa Carriga i Nogués

Paul Sérusier, Portrait de Paul Ranson en tenue nabique, 1890

Paul Sérusier, Portrait de Paul Ranson en tenue nabique, 1890




Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce