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Paula Modersohn-Becker-Ausstellung in Bremen

Happy Birthday Paula



Isolde Loock, Paula und Paul, 1995-2000

Isolde Loock, Paula und Paul, 1995-2000

„Paula ist Gold wert“. So lautet die Überschreibung eines Gemäldes durch die Künstlerin Isolde Loock. Gemeint ist Paula Modersohn-Becker, die expressionistische Künstlerin. Paula, die Wegbereiterin der modernen Kunst. Aber auch Paula, die sich in einer männerdominierten Kunstszene einen Namen machte und damit den Weg für andere Frauen ebnete. Zum 125. Geburtstag der Künstlerin zeigt das Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen eine Ausstellung mit über 90 Werken.


Die am 8. Februar 1876 geborene Paula Becker erhält bereits mit zwölf Jahren Zeichenunterricht. Ab 1896 studiert sie an der Zeichen- und Malschule des „Vereins der Berliner Künstlerinnen“. Im Sommer 1897 besucht sie zum ersten Mal Worpswede, wo sie mit einigen Arbeiten an der Ausstellung der Malerschule teilnimmt. Von Berlin nach Worpswede siedelt sie schließlich im Herbst 1898 über und zieht in die dortige Künstlerkolonie. Dorthin flüchten auch Künstler wie Fritz Mackensen, bei dem Modersohn-Becker Malunterricht nimmt, als Protest gegen die Akademie und das Leben in der Großstadt. Hier lernt sie die Bildhauerin Clara Westhoff, die spätere Ehefrau Rainer Maria Rilkes, kennen. Eine jahrelange Freundschaft schafft eine innige Beziehung zwischen den beiden Frauen.

Aus der Zeit in Worpswede stammen ihre wohl bekanntesten Bilder. Mensch und Natur sind die zentralen Themen ihrer Werke. Von 1899 bis 1901 konzentriert sie sich auf Landschaftsdarstellungen und Stillleben, vor allem aber auf Menschenbildnisse. Worpswede, mit seiner bäuerlichen Welt und der norddeutschen Landschaft inspiriert sie zu Darstellungen von Kindern, alten Frauen und Bäuerinnen. „Brustbild einer Bauernfrau in rotem Kleid“ von 1903 zeigt eine naturverbundene Frau, die ungerichtet in die Ferne schaut. Sie strahlt eine angenehme Ruhe aus. In „Sitzende Bäuerin mit Kind vor Birken“ von 1903 wird dem Betrachter das zärtliche Verhältnis von einer Mutter zu ihrem Kind vor Augen geführt. Liebevoll blickt sie auf das in ihrem Schoß sitzende Wesen. Es geht ihr bei diesen Bildern nicht um ein oberflächliches Abbild der Personen, sondern um ein psychologisches Porträt. Beispielhaft setzt sie diesen Anspruch in dem aus New Yorker Privatbesitz geliehenen Gemälde „Mädchen mit Kranz und Gänseblume“ um. Ihr gelingt es, den inneren Zustand der Traurigkeit so nach außen zu kehren, dass der Betrachter beginnt, nach den Gründen für diese Traurigkeit zu fragen. Das Bildnis des Kindes mit seinen dunkel umschatteten Augen ist wie ein Blick in die Seele des Mädchens.

Das Selbstporträt nutzt Modersohn-Becker zeit ihres Lebens wie einen Spiegel zur Selbstreflexion. Ihre frühen Arbeiten aus diesem Bereich stehen noch ganz unter dem Einfluss des französischen Impressionismus. 1900 reist sie zum ersten Mal nach Paris. An der Ecole des Beaux-Arts belegt sie einen Anatomiekurs. Der Besuch der Académie Colarossi bringt ihr eine Medaille bei einem Semesterwettbewerb ein. Bei einem zweiten Paris-Aufenthalt 1903/04 trifft sie das Ehepaar Rilke und schaut sich mit ihnen Ausstellungen zu impressionistischer und japanischer Kunst an. In dem späten „Selbstbildnis mit Blume“ von 1907 interessieren Modersohn-Becker nicht mehr impressionistische Reize. Sie zeichnet sich streng in symmetrischer und frontaler Ansicht. Hier manifestiert sich ihre Auseinandersetzung mit ägyptischen Mumienbildnissen.

Bereits 1901 heiratet sie den Worpsweder Maler Otto Modersohn, mit dem sie zuvor ein halbes Jahr verlobt war. Das Werk „Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag“ von 1907 gehört zu den völlig eigenständig entwickelten Bildformulierungen. Es ist wie ein Selbstgespräch, in dem sie ihre Situation neu überdenkt. Modersohn-Becker ist in ihrer Beziehung zu ihrem Mann nicht glücklich. Um Abstand zu gewinnen, zieht sie 1906 in ein eigenes Atelier nach Paris. Im Frühjahr 1907 kehrte sie aber nach Worpswede zu ihrem Mann zurück. In diesem Bild zeigt sich Modersohn-Becker selbstbewusst als nackte Schwangere. Das Leben hat sie zu einer willensstarken Frau gemacht. Unterstützung findet sie stets in ihrer Freundin und Mitstreiterin Clara Rilke-Westhoff. Am 2. November wird ihre Tochter Mathilde geboren. Nur kurze Zeit später, am 20. November 1907, stirbt Paula Modersohn-Becker an einer Embolie.

Die Biografie Paula Modersohn-Beckers ist wie selten bei einem Künstler ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis ihres Werks. Ihre Arbeiten können als Verarbeitungen ihrer ganz persönlichen Erfahrungen gesehen werden. Sie geben Aufschluss über ihr Leben, ohne dabei immer konkrete Ereignisse zu meinen. Tatsächliches und Fiktives wird zu expressiver Malerei abstrahiert. Das wurde von Kunsthistorikern wie Karl Scheffler, der um 1900 neben Julius Meier-Graefe führender deutscher Publizist auf dem Gebiet der bildenden Künste war, kritisch gesehen. Ihre radikalen Darstellung von Intimität stieß auf Ablehnung und Unverständnis. Das „Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag“ empfand Scheffler als „höchst geschmacklos“.

Der Umgang mit Intimität, der nicht nur Nacktheit, sondern auch das Offenlegen psychischer Zustände meint, ist heute ein wichtiges Thema in der Kunst. Paula Modersohn-Becker beschäftigte sich zeitlebens mit den Menschen und deren inneren Realitäten. Das macht sie für heutige Künstler so interessant. Ergänzend zeigt das Museum Arbeiten von Marikke Heinz-Hoeck, Isolde Loock, Christine Prinz und Rob de Vry.

Die Ausstellung dauert noch bis zum 7. Oktober. Das Museum hat täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet, montags ist geschlossen. Der Eintritt kostet 10 Mark, ermäßigt 6 Mark.

Kontakt:

Paula Modersohn-Becker Museum

Böttcherstraße 6-10

DE-28195 Bremen

Telefon:+49 (0421) 33 88 222

Telefax:+49 (0421) 33 88 233

www.pmbm.de



11.09.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sarah Czirr

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