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Weit mehr als Blüten, Kringel und Girlanden: Dass die Jugendstilbewegung den Alltag nicht nur mit ornamentalem Zierrat sondern auch mit sozialen Utopien bereicherte, zeigt jetzt eine opulent bestückte Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe

Wo bitte geht es nach Utopia?



Eugène Samuel Grasset, Ausstellungsplakat für eine eigene Ausstellung im „Salon des Cent“, 1894

Eugène Samuel Grasset, Ausstellungsplakat für eine eigene Ausstellung im „Salon des Cent“, 1894

Kreative Gestaltung als Mittel der Weltverbesserung. Wenn das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe nun die Epoche des Jugendstil aufgreift und einer gründlichen Revision unterzieht, so geht es nicht nur darum, kunsthistorisch bedeutsame Exponate etwa von Gustav Klimt, Alphonse Mucha oder Henry van de Velde in einer gefälligen Präsentation zusammenzutragen. Das ist zuvor andernorts und auch im eigenen Haus oft genug geschehen. Die Ausstellung „Jugendstil. Die große Utopie“ hingegen wagt sich an wesentlich grundlegendere Fragestellungen heran. Ähnlich wie heute ging es angesichts enormer technologischer und gesellschaftlicher Umwälzungen auch um 1900 um die elementare Frage „Wie wollen wir in Zukunft leben?“.


Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) nimmt die Sonderausstellung aber auch zum Anlass, seine ständige Jugendstil-Sammlung komplett neu aufzustellen. In deren Zentrum steht ab jetzt der einem bewohnbaren Ensemble gleichende „Pariser Saal“, der all die Objekte zusammenführt, die der Gründungsdirektor des Hauses, Justus Brinckmann, mit großer visionärer Kraft bereits 1900 auf der Pariser Weltausstellung erwarb, darunter Möbel und Vasen, aber zum Beispiel auch ausgefallene Schmuckkämme von René Lalique. Zwei weitere Themenräume sind den Städten Turin und Glasgow gewidmet mit Designern wie Carlo Bugatti und Charles Rennie Mackintosh, zwei Kraftzentren des neuen Stils.

Über 350 Werke, darunter Gemälde, Skulpturen, Arbeiten auf Papier, Plakatkunst, Mode und Keramik versammelt das Ausstellungsprojekt. Neben kunsthistorisch wertvollen Exponaten wie Gemälden von Ferdinand Hodler oder Paula Modersohn-Becker, Plakaten von Henri de Toulouse-Lautrec oder Wohnaccessoires aus der berühmten Wiener Werkstätte sind auch historische Filme, naturwissenschaftliche und medizinhistorische Apparaturen und Modelle zu sehen. Die Epoche um 1900 zeichnete sich eben nicht nur durch das Aufkommen einer neuen Ästhetik aus. Diese nahm im England der Arts and Crafts- Bewegung ihren Lauf auf, um sich dann unter Bezeichnungen wie Jugendstil, Sezessionsstil, Art nouveau oder Modernisme im kontinentalen Europa auszubreiten und zu diversifizieren.

Parallel zu der ästhetischen Umwälzung gab es auch eine Vielzahl naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und technischer Neuerungen, wie etwa die umfassende Elektrifizierung. Die Evolutionstheorie setzte ebenso neue Akzente wie die Psychoanalyse, die plötzlich den Menschen mit all seinen geheimen Ängsten, Träumen und Trieben auf den Prüfstand stellte. In der Medizin ermöglichte die Röntgentechnologie vollkommen neue Einblicke in den menschlichen Körper. Und vielerorts entstanden reformerische Lebensgemeinschaften, etwa auf dem Monte Verità am schweizerischen Ufer des Lago Maggiore wo Lebensreformer, Naturisten, Pazifisten, Ausdruckstänzer und Künstler aus ganz Europa versuchten, die Fesseln der patriarchal und militaristisch geprägten Ordnung ihrer Heimatländer abzustreifen. Sabine Schulze, die Direktorin des MKG: „Das Individuum wurde ernst genommen mit seinen psychischen Befindlichkeiten und seinem körperlichen Wohlergehen. Flucht aus der Zivilisation, die Körper und Geist in Regeln zwingt, führte in ferne Länder, in die Berge, in die Natur. Das Kind in seiner Unschuld wurde Hoffnungsträger einer auf das Wesentliche konzentrierten Gemeinschaft, gleichzeitig werden Bildungschancen entwickelt.“

Die Hamburger Ausstellung greift all diese Impulse auf, indem sie den Besucher anhand zahlreicher, teils extravaganter Exponate mitnimmt in Künstlerkolonien wie die Darmstädter Mathildenhöhe oder ihn mit den sehr konträren Visionen und Gedankenwelten von Karl Marx und Friedrich Nietzsche konfrontiert. Eine Entdeckung ist auch die Pariser „Lichtfee“ Loïe Fuller, die um 1900 eine Art Pop-Idol war. Aus dem engen Kontakt zu Erfindern wie Thomas Edison oder dem Ehepaar Curie entwickelte die Tanzkünstlerin schleierartige Gewänder, die mit strahlenden Stoffen wie Radium benetzt waren und ihr auf der dunklen Bühne eine faszinierende Aura verliehen.

Die Ausstellung „Jugendstil. Die Große Utopie“ läuft vom 17. Oktober bis zum 7. Februar 2016. Das Museum für Kunst und Gewerbe hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. An Heiligabend und Silvester bleibt das MKG geschlossen. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre ist er frei. Der 208seitige Katalog ist im Eigenverlag des Museums erschienen und kostet 24,90 Euro.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg



15.10.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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17.10.2015, Jugendstil. Die Große Utopie

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Museum für Kunst und Gewerbe

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Unbekannter Regisseur, Le Faune (Der Faun), Frankreich, 1908
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Mariano Fortuny y Madrazo, Damenkleid
 „Delphos“, Venedig, 1911/13
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Loïe Fuller, Dansa serpentina, 1900
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Ferdinand Hodler, Die Kindheit, um 1894
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Fernand Khnopff, Un Masque, um 1897
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Albert Klein, Irisvase, 1900
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René Lalique, Haarkamm, 1898/99
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Unbekannter Regisseur, Le Faune (Der Faun), Frankreich, 1908

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Mariano Fortuny y Madrazo, Damenkleid „Delphos“, Venedig, 1911/13

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Loïe Fuller, Dansa serpentina, 1900

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Ferdinand Hodler, Die Kindheit, um 1894

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Fernand Khnopff, Un Masque, um 1897

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Albert Klein, Irisvase, 1900

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René Lalique, Haarkamm, 1898/99

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Charles Rennie Mackintosh, Stuhl für den „Argyle Tea Room“, Glasgow 1897

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William Morris, Dekorationsstoff „Strawberry Thief“, London 1883

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Carlo Bugatti, Stuhl, Mailand 1902

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Ein Bogenschütze der „Naturmenschenkolonie“ bei Zürich

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in der Ausstellung „Jugendstil. Die Große Utopie“

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