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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bei Schmidt in Dresden stößt deutsche Zeichenkunst des 19. Jahrhunderts auf Gegenliebe

Freundschaftsbeweis



Johann Adam Klein, Bildnis des Nürnberger Porträtmalers Matthäus Christoph Hartmann, 1816

Johann Adam Klein, Bildnis des Nürnberger Porträtmalers Matthäus Christoph Hartmann, 1816

Die Freundschaft galt im Leben der Biedermeierzeit als hohes Gut. Man traf sich in geselligen Zirkeln, muszierte, dichtete und zeichnete dabei, schrieb sich häufig Briefe und übersandte mit ihnen kleine Andenken, stellte sich Freundschaftsbillets zu oder legte sich Freundschaftsalben an und man schenkte sich kleine Portraits oder Scherenschnitte. Goethe hat den Möglichkeiten, aber auch den Gefahren der Freundschaft in seinen „Wahlverwandtschaften“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Über viele Jahre hinweg hat auch Johann Adam Klein seine Freunde und Künstlerkollegen porträtiert, stets mit Bleistift, sicherer Hand und zartem Lineament, und fast immer im Profil nach links. So nahm er im Juni 1816 kurz vor seiner Reise nach Wien auch den Nürnberger Porträtmaler Matthäus Christoph Hartmann mit wachen Augen, Ohrring und lockiger Haarpracht auf. Das Blatt dokumentiert die herzliche Verbindung der beiden bereits vor 1818, als Hartmann in den Nürnberger Verein von Künstlern und Kunstfreunden aufgenommen wurde, in dem der ein Jahr ältere Klein bereits seit 1815 Ehrenmitglied war. Durch die Wahl des strengen Profils lehnt sich Klein stilistisch an die Serien der „uomini illustri“ der italienischen Renaissance an. Wie kein anderer Porträttypus steht dieser für die Beständigkeit des Ruhmes der Dargestellten und die Dauerhaftigkeit der Memoria. Die Wahl des Bleistiftes und die Kleinheit des Blattes unterstreichen dagegen den privaten Charakter. So erscheint die formal gewählte Tradition im Lichte ihrer Entstehungszeit, was sich nun im Auktionshaus Schmidt in 13.000 Euro niederschlug. Angesetzt waren eigentlich nur 850 Euro.


Noch eine zweite Zeichnung ließ am 26. September in Dresden die Herzen der Sammler schneller schlagen. Dafür musste Friedrich Preller d.J. aber ein mit 153 Zentimeter Breite deutlich größeres Blatt auffahren. Dramatisch erhebt sich in seiner zerklüfteten Landschaft unter aufgeregtem Wolkenhimmel der Fels mit der Burgruine von Canossa. Für das 1872 in der Zeitschrift „Die Gartenlaube“ veröffentlichte Motiv schnellten die Gebote auf 7.500 Euro (Taxe 2.220 EUR). Wieder dem intimen Charakter des Kleinschen Portraits folgt Oskar Pletsch in seinem um 1850 mit Bleistift gezeichneten Selbstbildnis im zarten Alter von rund 20 Jahren für 1.000 Euro (Taxe 300 EUR). Und auch das unprätentiöse Fischerboot in brauner Tusche samt Lavierung eines deutschen Zeichners wohl aus dem frühen 19. Jahrhundert ließ sich mit 2.000 Euro nicht lumpen. Hier sollten es ursprünglich nur 100 Euro sein.

Auch wenn die losbezogene Zuschlagsquote mit knapp 40 Prozent etwas unterdurchschnittlich ausfiel, gab es auch bei den älteren Meistern einige erfreuliche Preissteigerungen. Das Interesse der Kunden fokussierte sich auf ein Konvolut mit sieben Landschaftsgrafiken aus dem 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert. Die Radierungen Allart van Everdingens, Johann Christian Brands, Antoon Bauduins, Gerhard Friedrich Stövers und drei unsignierte Blätter kletterten von 120 Euro auf 8.000 Euro. Bei den drei Grazien Aglaia, Thalia und Euphrosyne in klassisch umarmender Pose traten während der Auktion noch Fragen der Zuschreibung auf. Der Katalog verzeichnete das Tuscheblatt laut Beschriftung als Werk des vor allem in Berlin, Schlesien und Böhmen tätigen Barockmalers Michael Willmann; doch soviel Barock war nicht an den drei Grazien, so dass nun auch der Breslauer Renaissancemaler David Heidenreich dafür in Anspruch genommen wird. Der Wert stieg jedenfalls von 800 Euro auf 1.700 Euro.

Das Künstlerbildnis war auch in der Kunst des 20. Jahrhunderts virulent. Als Beispiele listete der Katalog Peter Herrmanns nun 500 Euro teure, dunkle Kohlestiftzeichnung „Selbst im Atelier“ wohl von 1980 (Taxe 220 EUR) und Hermann Glöckners 1923 aquarelliertes, noch etwas unsicheres „Selbstbildnis im weißen Hemd“ für taxkonforme 4.800 Euro. Dass Glöckner zumeist eine sichere Karte ist, bewiesen zudem seine Abstraktion einer bernsteinfarbenen geritzten Flächenteilung mit Rhombenform in der Mitte wohl von 1960 für 5.500 Euro (Taxe 3.500 EUR) und bei den Skulpturen seine ebenfalls konstruktivistische, grauweiß gefasste Arbeit „Symmetrische Durchdringung von drei Dreiecken, darauf eine Kugel“ von 1967/68 für 8.000 Euro (Taxe 9.500 EUR). Künstler aus Dresden und Umgebung dominierten die Versteigerung, darunter Otto Langes scharfkantige Radierung „Kreuzigung II“ von 1918 für 1.400 Euro (Taxe 1.200 EUR), Hans Jüchsers 1933 empfindsam aquarellierter „Knabe mit grünem Hemd“ für 2.200 Euro (Taxe 950 EUR) oder Otto Griebels Aquarell „Schnapstrinker“ für 3.000 Euro, das mit seinem Entstehungsjahr 1946 schon in die unmittelbare Nachkriegszeit datiert (Taxe 1.800 EUR).

Mit einer Dresden-Ansicht punktete Fritz Beckert und gab sein realistisches Aquarell mit dem Palais im Großen Garten zur Winterszeit wohl aus den 1950er Jahren erst bei 1.700 Euro ab (Taxe 950 EUR). Bei den Zeitgenossen wurden Theodor Rosenhauers kräftiger Holzschnitt „Boote im Pieschener Winkel“ von 1957 mit 1.700 Euro (Taxe 1.400 EUR), Herta Günthers malerisch ausformuliertes Pastell „Dame mit Kappe vor Grün“ von 1987 mit 1.600 Euro (Taxe 950 EUR) und Eberhard Göschels zwölf filigrane Farbradierungen in der Mappe „Gegenlicht“ von 1988 mit 1.700 Euro umworben (Taxe 1.500 EUR). Auch die druckgrafischen Arbeiten Max Liebermanns kamen gut beim Publikum an mit dem charakteristischen Motiv „Jungen beim Baden“, einem Holzschnitt von 1922, für 500 Euro an der Spitze (Taxe 120 EUR).

Bei den Gemälden korrigierten die Käufer wiederum manche Preise nach oben. Es ging los mit Eugen Brachts Freiluftmalerei einer Ziege bei „Göhren auf Rügen“ von 1877 mit geschickt inszeniertem Sonnenlicht hinter Wolken, die sie erst bei 8.000 Euro mitnahmen (Taxe 6.500 EUR). Franz Skarbina hatte einen ebenfalls atmosphärischen Weg durch die Dünen an einem Sonnentag wohl um 1885 für 2.000 Euro zu bieten (Taxe 1.100 EUR), Hans Unger den gleichteuren impressionistischen Ausschnitt einiger aufstrebender Birkenstämme im Abendlicht (Taxe 600 EUR), und Otto Altenkirch erzeugte für 6.500 Euro genauso eine milde Abendstimmung bei seinem Blick über Felder und Wald in seinem „Sonnenuntergang“ von 1901 (Taxe 3.000 EUR). Auch der deutlich progressivere, da abstraktere Zugriff auf Curt Erhardts farbintensiver Tempera „Militarismus“ von 1919 wurde mit 7.000 Euro honoriert (Taxe 6.000 EUR).

Mit jeweils 7.500 Euro erreichten Josef Hegenbarths energisch miteinander agierende ältere „Würfelspieler“ um 1918 und Albert Wigands ruhiges realistisch-expressives „Stillleben mit Schale und Früchten“ um 1939/48 ihre Erwartungen von je 8.500 Euro nicht ganz. Diese Scharte konnte Heinz Plank mit seinen surrealistischen Menschendeutung „Lebensphasen“ von 1989 bei 2.800 Euro wieder auswetzen (Taxe 400 EUR), und auch die zeichenhafte Gemeinschaftsarbeit „Gehirn“ von A.R. Penck und Steffen Kuhnert, alias Terk, aus dem Jahr 1972 brachte für das Auktionshaus Schmidt und den Einlieferer mit 11.000 Euro ein erfreuliches Ergebnis (Taxe 6.000 EUR). Zum Schluss der Auktion gab es noch einige kunstgewerbliche Positionen, bei denen sich zwei Meißner Porzellanteller mit dem Dekor „1001 Nacht“ von 1986 nach einem Entwurf von Heinz Werner mit 850 Euro und 1.200 Euro gewinnbringend platzierten (Taxe je 240 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Schmidt Kunstauktionen Dresden

Bautzner Straße 99

DE-01099 Dresden

Telefon:+49 (0351) 81 19 87 87

Telefax:+49 (0351) 81 19 87 88

E-Mail: mail@schmidt-auktionen.de



06.10.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Eugen Bracht, Göhren auf Rügen, 1877
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Otto Altenkirch, Sonnenuntergang, 1901
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 Porträtmalers Matthäus Christoph Hartmann, 1816
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Otto Lange,
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Otto Lange, Kreuzigung II, 1918

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Friedrich Preller d.J., Blick auf die Burgruine von Canossa, vor 1872

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Franz Skarbina, Weg durch die Dünen, wohl um 1885

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