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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gute Resultate für die Versteigerung Moderner Kunst bei Lempertz in Köln

Eine willkommene Erfrischung



Max Liebermann, Badende Knaben, um 1899

Max Liebermann, Badende Knaben, um 1899

Das Meer und sein Strand laden nicht nur gegenwärtig zu einer angenehmen sommerlichen Abkühlung ein. Schon Max Liebermann erfreute sich an dem erquickenden Nass und malte um 1899 aufgeweckte „Badende Knaben“, die sich in der Nordsee von der Hitze der Sonneneinstrahlung erholen. Als bisher unbekannte skizzenhafte Nachempfindung einer fein durchmodellierten Komposition, die heute in der Neuen Pinakothek in München beheimatet ist, schuf der Berliner Secessionsmaler die luftig-verwaschene Kulisse des gut besuchten Strandes, in die er die männlichen Jugendlichen nicht detailgetreu, sondern ganz flink und spontan setzte. Pastos verschliffen, aber dennoch eindeutig erkennbar in den Bewegungen vermittelt Liebermann mittels zügigen Malduktus‘ die Jugendfreuden in den holländischen Fischerdörfern Zandvoort und Noordwijk. Der erfrischende Badespaß sprach das Publikum der vergangenen Versteigerung Moderner Kunst bei Lempertz in Köln sichtlich an. So erreichte das mit Gutachten ausgestattete Gemälde einen erfreulichen Siegerpreis von 140.000 Euro und überholte damit seine obere Schätzgrenze von 120.000 Euro.


Eine weitere Version von Liebermanns „Badenden Knaben“, die die schaumig-weißen Wellenkämme des Meeres als kompositorische Ausgangsposition hat, ging am 29. Mai für 95.000 Euro in neue Hände (Taxe 90.000 bis 110.000 EUR) und das frische Hellblau des Aquarell-Bleistift-Blattes „Badende Kinder im Meer“ um 1898 brachte es auf 30.000 Euro (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Ebenfalls eine Gewinnerposition besetzte Lesser Urys von kontrastreichen und dennoch mit Wärme erfüllten Licht-Schatten-Effekten lebende „Abendstimmung am Grunewaldsee“. Das Ölgemälde aus den 1910er Jahren lockte in Köln einige Interessenten auf den Plan, heraus kam am Ende ein Hammerschlag bei 125.000 Euro (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR).

Doch nicht nur einzelne Stücke machten eine gute Figur, auch eine losbezogene Zuschlagsquote von annähernd 61 Prozent kann sich sehen lassen, selbst wenn einige wenige teure Positionen liegen blieben. Als im Vorfeld kostspieligstes Kunstwerk mit einem Schätzwert von bis zu 500.000 Euro eingestuft, ging Alexej von Jawlenskys „Garten am Bauernhaus“ ins Rennen. Ganz im Interesse neuer künstlerischer Strömungen wie dem Postimpressionismus und dem Fauvismus nutzte der um 1910 im bayerischen Wasserburg ansässige Künstler die Kraft der Farbe und einen lockeren, rhythmischen Pinselduktus, um die von üppiger grüner Vegetation umringten Bauernhäuser zu schildern. Auf der Rückseite des Kartons befindet sich ein farbenprächtiges, portraitartiges Mädchenbildnis, das, vormals übermalt, nun aber freigelegt, in alter Pracht wirken kann. Für 440.000 Euro wechselte das doppelseitige Gemälde seinen Besitzer.

Ihre untere Schätzgrenze von 350.000 Euro erreichten die „Herbstwolken“ Hermann Max Pechsteins. Der 1927 entstandene Küstenfluss Lupow im pommerschen Rohe vermittelt Idylle und Harmonie, kein Mensch stört die friedliche Reinheit der Natur, und selbst der Segel eines Bootes scheint sich den weichen Bewegungen des blauen Wassers anzupassen, als wäre er selbst ein Produkt der Natur. Sein von Grün und Rottönen lebendes „Waldinnere“ aus demselben Jahr trieb das Gefecht auf 27.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), die ein Jahrjüngeren „Pommerschen Fischerkaten“ scheiterten dagegen an 300.000 bis 400.000 Euro. Auch der einstige Direktor der Berliner Hochschule für die bildenden Künste Karl Hofer suchte nach dem Einklang mit der Natur, wobei er besonders in seinem Menschenbild die Weiterentwicklung anstrebte. Sein „Indisches Paar unter Bäumen“ betont die Aufwärtsbewegung der exotischen Pflanzen. Viel Schwung und ein gekonnter Umgang mit einer breiten Farbpalette repräsentieren gleichsam die Faszination des Malers für andere Kulturen und unberührte Natursituationen und übertrugen Hofers Begeisterung auch auf einen Bieter, der sich schließlich zu 100.000 Euro hinreißen ließ (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR).

Beinahe ornamental komponierte Franz Marc 1912 „Zwei rote Jünglingsakte auf Schwarz“. Im scheinbaren Kräftespiel strecken sich die Körper in physischer Anspannung diagonal als Achsen durch die von schwarzen und roten Formen bestimmte Bildfläche und fügen sich zu einem bewegt-warmen Gesamtgebilde zusammen, das nun 75.000 Euro erzielen konnte (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Die schwarze Kreidezeichnung „Zweier liegender Akte“ des deutschen Expressionisten forderte gleich im Anschluss 37.000 Euro (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Paul Adolf Seehaus bot ein abstrakt-buntes „Segelboot vor Brücke“, das 48.000 Euro erzielte (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Neusachlich und betont hochformatig gestaltete Georg Schrimpf 1925 ein „Stillleben“, bei dem zwei eingetopfte, verschiedenartige Kakteen das von einem Innenraum mit Kirschbaumschrank und hellem Vorhang umringte Zentrum bilden. Ein kleiner Ausschnitt links im Bild gibt den Blick durch das Fenster nach außen in die Landschaft frei. Fast erstarrt und bewegungslos, scheinbar der Vergänglichkeit enthoben, wirken die nun 66.000 Euro teuren Pflanzen wie magische Gebilde, die still tiefe Privatheit evozieren (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Die überschaubare Offerte plastischer Arbeiten fand gemischten Zulauf. Positiv verhielt sich ein Gefecht um den „Singenden Mann“ von Ernst Barlach. Diese 1928 entstandene, fünfzig Zentimeter hohe Bronze lebt von dynamischen, länglichen Ellipsen, die im gesamten Körper eine Zentrierung erfahren und dadurch eine ruhige-zeitlose Wirkung hervorrufen. Der weiche, versunkene Gesichtsausdruck der Figur lässt leise Klänge von Musik im Ohr des Betrachters entstehen. Für 100.000 Euro konnte sich das Männlein in neue Hände singen (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Sein in einen langen Überwurf gehüllter „Flötenbläser“ konnte dagegen nicht überzeugen (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR), ebenso wie seine als frontale, mit Umhang bedeckte Frontalfigur „Die Flamme“ (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Auch der Berliner Fritz Klimsch studierte mit Vorliebe die menschliche Erscheinung. Vor allem der Frauenakt wurde zu einem wichtigen Ausdrucksmittel, so auch „In Wind und Sonne“ von 1936. Die klassische Pose, der wohlgeformte Körper und die Versunkenheit des Hauptes führen zu reiner Eleganz, die einen Bieter zu einer Gebühr von 50.000 Euro überzeugte (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Pablo Picasso präsentierte sich in der Kölner Auktion mehrfach, zum Beispiel mit der Lithografie „Françoise“, einer von zehn an einem einzigen Tag entstandenen Lithographien, die seine Lebensgefährtin Françoise Gilot zeigen. Auf die Grundformen reduziert, überträgt sich das kühle Strahlen aus den Augen der frontal gezeigten Frau. Ein Bieter griff den Flirt bei 40.000 Euro auf (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Eine weitere Lithografie mit einer im Profil gezeigten „Buste au Corsage à Carreaux“, die weitaus durchmodellierter daherkommt, holte sich 24.000 Euro (Taxe 22.000 bis 25.000 EUR). Picassos Landsmann Joan Miró legte mit seinem aus Aquarellfarbe entstandenen Farb- und Formenspiel „Sans Titre“ von 1956 bei 62.000 Euro einen erfreulichen Auftritt hin (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Überraschend viel Aufmerksamkeit bekam eine um 1916 mit Pastellkreide gemalte „London“-Schilderung von dem belgischen Maler Emile Claus. Das mit zarten Hellblau-, Violett- und Orangetönen bemalte Büttenpapier bestach durch seine samtige Weichheit des liebevoll aufgetragenen Kolorits und sorgte für Freudenmomente, als der Preis auf 15.000 Euro kletterte (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



26.08.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Claudia Rauth

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