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Mit der Frau und ihrer Rolle im Haushalt beschäftigt sich die aktuelle Ausstellung „Desperate Housewives?“ im Kulturspeicher Würzburg

Künstlerinnen räumen auf



Hat das typische Rollenbild der Hausfrau nicht längst ausgedient? Und sind die „Desperate Housewives“ nur noch ein Klischee? Vieles spricht dafür, doch stellt sich dann die Frage, wer heute die Arbeit im Haus erledigt und wie sie sich im modernen Haushalt gestaltet. Diesen zunehmend gesellschaftspolitischen Fragen wollen die Kuratorinnen Ina Ewers-Schultz und Martina Padberg in der Schau „Desperates Housewives? Künstlerinnen räumen auf“ im Museum im Kulturspeicher in Würzburg nachgehen.


Die 29 internationalen Künstlerinnen, im Zeitraum zwischen 1936 und 1986 geboren, beschäftigen sich in unterschiedlichen Medien mit dem Haus als Lebens- und Arbeitsplatz. Sie beleuchten den Raum in all seinen Facetten. Beispiele dafür sind die Arbeiten der 1969 in Wesseling bei Köln geborenen Alexandra Kürtz und der 1955 in Tivoli geborenen Alba D’Urbano: Erstere lässt in ihrer Installation „Im Käfig“ von 2004 aus dem Wohnraum ein Gefängnis entstehen. Der Schatten, den das Gitter des Käfigs an die Wände wirft, macht aus dem ganzen Raum einen Käfig. Dessen Bewohner lassen sich abriegeln, einengen und begrenzen – und das, obwohl die Tür des kleinen Vogelstalls geöffnet ist und ein Symbol des Ausbruchs aus den Zwängen sein sollte. Als einen Ort, an dem unkontrollierbare chaotische Kräfte wirken, inszeniert D’Urbano in ihren Fotografien den Haushalt. Sie stellt die Frage nach der Bewahrung und Auflösung der häuslichen Ordnung und gibt intime Einblicke in die Lebensräume verschiedener Personen. Die Stillleben lassen den Betrachter zum Voyeur werden. Man fragt sich, wer dort wohnt und wer in so einer Unordnung leben will. Zwangsläufig erdenkt man sich fiktive Identitäten als Bewohner.

Dass die Hausarbeit auch Spaß machen kann, suggeriert eine Videoarbeit der 1969 geborenen Schweizerin Jutta Burkhardt. Eine Frau bewegt sich tanzend durch die Wohnung und verbindet das mit rhythmischen Putzbewegungen. Zu sehen ist sie mal in einem gelben Kimono, mal in hellen Dessous. Trotz der Ernsthaftigkeit eines weiblichen Putzteufels scheint sie doch dem Klischee der erotischen Putzfrau zu entsprechen. Einen amüsanteren und ironischeren Blick auf den Spaß an der Arbeit bieten die großformatigen Fotografien des allegorischen Zyklus’ „Die Tugenden der Küchenfrau“ der Düsseldorferin Andrea Isa aus den Jahren 2013 und 2014. Sie heben die Charaktereigenschaften hervor, die eine gute Hausfrau besitzen sollte. Hierzu zählen Belastbarkeit, Ordnungsliebe, Schönheit und Sauberkeit. Spielerisch und mit Witz posieren die vier selbstbewussten Frauen voller Lebenslust in der Düsseldorfer Mensa in einem eigentlich wenig attraktiven Einheitsdress einer Großküche vor bunten und schrillen Fotocollagen. Während die eine mit Tellern jongliert oder aus einem Maggi-Gewehr schießt, funktioniert eine andere eine Suppenkelle zum Spiegel um.

Doch wer ist nun für die Hausarbeit zuständig? Dass dies weiterhin die Frau ist, zeigen die Arbeiten der 1973 in Buenos Aires geborenen Künstlerin Maria Ezcurra auf plakative Weise: Die Fotografien der Serie „The Perfect Housewives’s Wardrobe“ von 2008 thematisieren die Verzahnung der Frau mit dem Haushalt. Sie stellt sich in den Dienst des Ehemannes, indem sie seine Krawatte bügelt, ihm ein Glas Wasser einschenkt oder ihr Schleier seine Bettdecke bildet. Doch erledigt sie diese Arbeit nicht nur, ihre absurde Kleidung ist an ihre Aufgaben angepasst: Die Schürze wird zur Tischdecke, zur Bügelunterlage und zur Gardine. Die Hausfrau scheint sich ohne Widerstand der Rolle einer stillen Dienerin zu fügen. Ähnlich verhalten sich die Videos „Nothing to write home about“ der israelischen Künstlerin Ori Levin aus dem Jahr 2012. Die Protagonistin der achtteiligen Arbeit verschwindet unter einem Berg von Wäsche, hinter dem Küchenherd oder transformiert zu einem Tischbein und gestaltet so einen Anpassungsprozess, den niemand in Frage stellt. Ist die Frau tatsächlich eine Dienerin oder gar ein Objekt in ihrem Haus?

Es bleibt die Frage, ob Kunst dem gesellschaftskritischen Thema des Hauses und Haushalts gerecht wird und sich tatsächlich als eine gesellschaftlich wirksame Kraft erweisen kann, soll oder muss. Einen Versuch unternimmt die Künstlerin Alice Musiol mit ihrer Installation „Ohne Titel V“. Die 34 aus Toastbrotscheiben und Stecknadeln erbauten Häuser sind wackelig und nicht von langer Dauer. Zudem ist jedes wie das andere, Abweichungen sucht man vergebens. Anstelle der sonst mit dem Eigenheim verbundenen Geborgenheit zeugen die Weißbrote von Fragilität. Da die 1971 in Kattowitz geborene Künstlerin auf die Entindividualisierung der Gesellschaft aufmerksam machen will, erscheinen ihr Toastbrote als geeignetes Material: Es gibt sie in jedem Supermarkt, sie sehen immer gleich aus, machen nicht satt, haben keine Nährwerte, aber stopfen.

Viele der Exponate in dieser Ausstellung wirken lediglich dekorativ oder so plakativ, dass sie über die tradierten genderspezifischen Rollenzuschreibungen nicht hinauskommen. Da sich die Schau in den Diskurs über das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft einordnen will, ist es schade, dass der Besucher am Ende der Ausstellung keine eindeutige Antwort auf die von den Kuratorinnen aufgeworfenen Fragen erhält. Es kann also nicht die Rede davon sein, dass die Künstlerinnen mit den Klischees der Hausfrau „aufräumen“, wie es der provokante Titel vermuten lässt.

Die Ausstellung „Desperate Housewives? Künstlerinnen räumen auf“ läuft noch bis zum 20. September. Das Museum im Kulturspeicher hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, dienstags ab 13 Uhr und donnerstags zusätzlich bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Der Katalog kostet 16,80 Euro.

Kontakt:

Museum im Kulturspeicher

Oskar-Laredo-Platz 1

DE-97080 Würzburg

Telefon:+49 (0931) 322 250

Telefax:+49 (0931) 322 25 18



25.08.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


19.06.2015, Desperate Housewives? Künstlerinnen räumen auf

Bei:


Museum im Kulturspreicher Würzburg

Künstler:

Ori Levin

Künstler:

Maria Ezcurra

Künstler:

Andrea Isa

Künstler:

Jutta Burkhardt

Künstler:

Alba D’Urbano

Künstler:

Alexandra Kürtz

Künstler:

Alice Musiol










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