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Sandra Kranich in Rüsselsheim

Sandra Kranich integriert in ihren Skulpturen, Malereien und Installationen Feuerwerkskörper. So spielt der gestalterische Moment der Zerstörung und des Zufalls eine wichtige Rolle in ihrem Œuvre. Den Arbeiten der 1971 in Ludwigsburg geborenen Künstlerin widmet nun die Opelvillen in Rüsselsheim eine Schau. Neben fünf Messingskulpturen ist auch erstmals die Fotoserie „Moment Monument“ zu sehen, wie auch die Filme „Back“. Hier nimmt sie Bezug zum Brand des Nachlasses des brasilianischen Künstlers Hélio Oiticica. Dieser wurde 2009 durch ein Feuer fast gänzlich zerstört. Zu den verlorenen Arbeiten gehörten auch frühe neo-konkrete Gemälde und Skulpturen aus den 1950/60er Jahren. Für ihre Filme rekonstruierte Kranich Beispiele dieser Arbeiten und setzte die Pyrotechnik als weiteres gestaltendes Element ein. Die Explosion wurde gefilmt, wobei Kranich den Prozess der Zerstörung umkehrt, indem sie die Kurzfilme rückwärts laufen lässt.

Sandra Kranich, die an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main und an der Frankfurter Städelschule studierte, formte ihre aktuellen Messingskulpturen in geometrischen Formen. In diese legte sie Sprengkörper, die bei der Explosion das Aussehen der Arbeiten veränderte. Besonders anschaulich ist dies in „Modul 1S/1“: Die zu Grunde liegende Form erinnert an einen Kristall, die Explosion bog einzelne Messingstränge nach hinten und zur Seite. Um sicher mit diesem Verfahren zu arbeiten, ließ sie sich von 2000 bis 2003 zur Pyrotechnikerin für Großfeuerwerke ausbilden. Ihre Kunstwerke stellte sie seit 2000 in Einzel- und Gruppenausstellungen aus, etwa im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt oder in der Rudolf-Scharpf-Galerie in Ludwigshafen.

Die elementare Kraft des Feuers als zufälliges künstlerisches Instrument illustriert auch die Fotoserie zu ihrer Feuerperformance „Moment Monument“. Dafür baute Kranich 2011 eine 3,5 Meter hohe Skulptur aus brennbarem Material, die mit Pyrotechnik bestückt war. In einem freien Feld wurde der kastenartige Bau gezündet. Es folgten Explosionsblitze, farbiger Qualm und flackernde Lichtlinien, bis das Werk vollständig verbrannte. Zurück blieben nur weiße Kieselsteine, mit denen Kranich den Schatten der Skulptur nachgezogen hatte. In „Compact Time“ von 2012 nutzte Kranich die Überreste ihres Großfeuerwerks in Zürich. Dafür hatte sie eine Gold glänzende Skulptur aus Konservendosen errichtet und zweimal entzündet. Das zurück gebliebene Metall samt Feuerwerksutensilien ließ sie in einer Industriepresse zu Blöcken verdichten. Das Prinzip Zufall steht hier für die unterschiedliche Verteilung der Restmaterialien in den Blöcken.

Die Ausstellung „Sandra Kranich. Dynamic Memory“ läuft bis zum 25. Oktober. Außer montags und dienstags haben die Opelvillen täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos.

Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen
Ludwig-Dörfler-Allee 9
D-65428 Rüsselsheim

Telefon: +49 (0)6142 – 83 59 07
Telefax: +49 (0)6142 – 83 60 14

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


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Bei:


Stiftung Opelvillen

Künstler:

Sandra Kranich








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