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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Künstlerische Leckerbissen bei den Impressionisten und Modernen führen Sotheby’s in London zu herausragenden Ergebnissen

Begehrte Beutekunst



Max Liebermann, Zwei Reiter am Strand nach links, 1901

Max Liebermann, Zwei Reiter am Strand nach links, 1901

Im November 2013 berichtete die internationale Presse erstmals über die Entdeckung von Cornelius Gurlitts umfangreicher Sammlung und die darin enthaltene Raubkunst. Eines dieser Werke ist auch Max Liebermanns Ölgemälde „Zwei Reiter am Strand nach links“. Es stammte ursprünglich aus der Kunstsammlung des jüdischen Unternehmers David Friedmann, der sein Vermögen in Schlesien mit der Herstellung von Ziegeln machte und später nach Berlin zog. Erst im März dieses Jahres konnte die sommerliche Szene am Strand von Scheveningen an die Nachkommen Friedmanns überreicht werden, die das Bild nun in die Auktion zu Sotheby’s gaben. Damit tauchte nun in London erstmals eine Restitution aus dem Gurlitt-Bestand im internationalen Kunstmarkt auf und zeigte sich spendabel. Ein Kunde am Telefon blieb hartnäckig und setzte sich gegen die Konkurrenz bei 1,55 Millionen Pfund durch. Angesetzt waren für Liebermanns Bild aus dem Jahr 1901, das nun Platz 2 im Auktionsranking des deutschen Impressionisten nach den 1,9 Millionen Pfund für seine „Blumenstauden vor dem Gärtnerhäuschen nach Norden“ von 1928 einnimmt, nur 350.000 bis 550.000 Pfund.


Eine weitere berühmte Restitution ließ die Herzen der Bieter am 24. Juni ebenfalls höher schlagen. Gustav Klimts ätherisches „Bildnis der Gertrud Löw – Gertha Felsöványi“ aus dem Jahr 1902 errang nach einem zehnminütigen Blitzkrieg den höchsten Preis der Auktion. Die Wiener „Klimt Foundation“ der Witwe des Künstlersohns Gustav Ucicky und die Erben des Löw-Sohn Anthony Felsovanyi teilen sich nun die 22 Millionen Pfund, die die in zartem Weiß gemalte, fragile junge Frau einbrachte (Taxe 12 bis 18 Millionen GBP). Das ist nun der zweithöchste Preis für ein Klimt-Portrait im Auktionshandel nach den 78,5 Millionen Dollar vom November 2006 für das kraftvolle bunte „Portrait Adele Bloch-Bauer II“. Mit diesen Werten hatte Sotheby’s diesmal die Nase vorn. Während der Konkurrent Christie’s mit ebenfalls 42 verkauften von 50 offerierten Positionen nur 71,5 Millionen Pfund einspielte, kam Sotheby’s auf 178,5 Millionen Pfund. Grund waren die hochkarätigeren Kunstwerke; so verzeichnete Sotheby’s allein sechs Zuschläge über 10 Millionen Pfund, Christie’s kam nicht über 9,6 Millionen Pfund für Monets „Iris Mauves“ hinaus.

So mancher Sammler muss sich im Paradies vermutet haben, da auch Edouard Manets erste Version seines legendären Bildes „Le Bar aux Folies-Bergère“ von 1881 angeboten wurde. Diese Version wurde 1994 bei Sotheby’s in London für 4 Millionen Pfund ersteigert und erzielte jetzt, abgesichert durch ein unwiderrufliches Gebot, bei wenig Engagement die unter Schätzung von 15 Millionen Pfund. Manets Zeitgenosse Claude Monet vertrat den Impressionismus mit einem Blick auf das Meer und Felsen nahe Etretat von 1883. In frischen Pastelltönen und kräftigem Blau und Grün schlagen die Wellen schäumend gegen die rosafarbenen Felsen der Porte d’Amont und kletterten auf 2,6 Millionen Pfund (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Monets mit 4 bis 6 Millionen Pfund höher positionierte Herbstlandschaft „Fin d’après-midi, Vétheuil“ blieb dann aber liegen.

Um 1881 zeichnete der Postimpressionisten Georges Seurat mit einem schwarzen Conté-Stift die kleine atmosphärische Silhouette eines lesenden Mannes mit Kappe und nutzte die unterschiedliche Dichte der schwarzen Ausmalung zur Definition der Formen. Im Vergleich zu den Millionenbeträgen blieb dieses Blatt bei genügsamen 650.000 Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Ein interessantes Werk war Edgar Degas’ signiertes Pastell „Physionomie de criminel“. 1881 skizzierte er zwei Mörder im strengen Profil und versuchte in Anlehnung an die Physiognomik die „kriminellen“ Gesichtszüge festzuhalten. Der Bandenführer ist ganz in Schwarz gekleidet, während der junge Informant rote Haare und rote Augen hat. Beide wurden zu einer Haftstrafe auf der „Teufelsinsel“ in Französisch-Guyana verurteilt. Degas’ Skizze hingegen wechselte ganz legitim seinen Aufbewahrungsort bei 400.000 Pfund zur oberen Schätzung.

Ungleich bekannter als diese Studie ist seine Statue einer jungen Ballerina. Die „Petite danseuse de quatorze ans“, die 1922 posthum nach dem Wachsmodell in Bronze gegossen wurde, ist eines der wenigen Exemplare, die sich noch in privater Hand befanden. Wem das Geld für den Erwerb dieser Arbeit fehlte, kann sich zum Beispiel mit der öffentlich zugänglichen Version im Pariser Musée d’Orsay trösten. Der neue Besitzer zahlte jedenfalls 14 Millionen Pfund für die Ballerina, damit das Doppelte wie vor 15 Jahren und stellte den neuen Rekord für eine Skulptur aus der Hand Degas’ auf (Taxe 10 bis 15 Millionen GBP). Abseits dieser hochpreisigen Werke bewegt sich eine Bronzebüste Auguste Rodins. Seine Schülerin Camille Claudel schuf sie um 1886/92. Die bewegte Oberfläche evoziert vor allem beim Bart ein dramatisches Helldunkel. Das Antlitz hingegen ist ruhiger gestaltet und beeindruckt mit einem feinen Minenspiel. Claudels Kunst ließ den Hammer erst bei 680.000 Pfund fallen (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP).

Ein Paukenschlag und eines der zehn teuersten Werke der Auktion war Paul Gauguins „Nature morte aux mangos“. Das um 1819/96 entstandene Stillleben dominieren unterschiedliche Magentatöne. In Kombination mit warmem Orange scheint das Bild vor Farbintensität zu vibrieren, was zu 10,2 Millionen Pfund führte (Taxe 10 bis 15 Millionen GBP). Den polaren Gegensatz zu Gauguins Werk bietet die monochrome und in sich ruhende „Natura morta“ Giorgio Morandis von 1952. Mit 920.000 Pfund überstieg die reduzierte Gestaltung und feine Farbmodulierung leicht die Vorstellungen von 700.000 bis 900.000 Pfund. Den letzten Platz der Top Ten nahm Pablo Picassos „Nature morte“ von 1944 ein. Vor einem lindgrünen Grund klappt ein weißer Tisch mit gelbem Kerzenleuchter, einer blauen Kaffeekanne und weißem Geschirr dem Betrachter entgegen. Das spielerische Arrangement fand bei 3,8 Millionen Pfund einen neuen Eigentümer (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP). Das viertteuerste Gemälde war Picassos „Deux Personnages“ von 1934. Seine Geliebte Marie-Thérèse Walter und vermutlich ihre ältere Schwester Geneviève, innig vereint zu einem untrennbaren Knäuel einzelner monochromer und unterschiedlich strukturierter Farbflächen, erwirtschafteten taxkonforme 14,5 Millionen Pfund.

Starke Beachtung fand zudem der „Valet de Chambre“ des weißrussischen Malers Chaïm Soutine, der 1913 nach Paris zog. Das Bild des zerbrechlich knabenhaft wirkenden Zimmerjungen vereinte 9,5 Millionen Pfund auf sich (Taxe 6,5 bis 8,5 Millionen GBP). Ganz im Sinne des Fauvismus ergeben der blaue Gehweg, die grün-gelbe Themse und der rote Baum in André Derains Londoner Ansicht des „Quai Victoria“ einen knalligen Effekt. Mit 6,1 Millionen Pfund blieb das Gemälde von 1906/07 etwas unter den mindestens vorgesehenen 6,5 Millionen Pfund. In den Surrealismus führte René Magrittes dunkle Gouache „La voix du sang“ von 1948. In einer hellen Nachtlandschaft steht ein Baumstamm mit drei geöffneten Türen. Sie scheinen in fremde Welten zu führen, die sie mit einem Haus und einer Kugel repräsentieren. Die oberste Tür aber ist nur angelehnt. Magrittes „Stimme des Blutes“ verführte die Käufer mit ihrer rätselhaften Atmosphäre zu 1,6 Millionen Pfund (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP).

Der Höhepunkt der abstrakten Kunst war „Suprematism, 18th Construction“ von Kasimir Malewitsch aus dem Jahr 1915. Diese seltene suprematistische Arbeit mit fünf übereinandergelegten geometrischen Farbflächen auf quadratischem Weiß aus dem Besitz der Künstlererben war mit einer Garantiesumme versehen, durch ein Gebot abgesichert und wanderte ohne Gegenwehr schon bei 19 Millionen Pfund über das Auktionspult (Taxe 20 bis 30 Millionen GBP). Einen ungegenständlichen nächtlichen Farbtraum bot Joan Mirós luftige „Peinture“ von 1954, die sich taxgerecht bei 6,8 Millionen Pfund verabschiedete (Taxe 5 bis 8 Millionen GBP). Ben Nicholsons raumlose Zusammenstellung mehrerer Farbflächen von 1931/36, die dennoch an ein Stillleben erinnern, konnte sich über 350.000 Pfund freuen (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP).

Als Abstrakter mit deutschem Hintergrund war Wassily Kandinsky mit seinen schwebenden, leuchtenden und geometrischen Formen auf dunklem Grund, betitelt „Grün“, von 1929 für 1 Million Pfund zugegen (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP). Sein Bauhaus-Kollege Paul Klee brachte mit der poetischen „Raumfahrt“ am Nachthimmel von 1929 unerwartete 1,1 Millionen Pfund zusammen (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP), und Lyonel Feiningers aquarellierte Federzeichnung karikaturhaft aufgefasster „Horn Player in the Village“ von 1915 gilt mit den 550.000 Pfund nun als teuerste Papierarbeit des Künstlers (Taxe 220.000 bis 320.000 GBP). Alexej von Jawlensky gab seinen um 1913 in Öl gemalten farbenfrohen „Frauenkopf“ schon bei 1,5 Millionen Pfund ab (Taxe 1,6 bis 2,2 Millionen GBP). Ganz der Kraft der Bewegung und Technik zugewandt ist Erika Giovanna Kliens „Lokomotive“. Die in blaue Recht- und Dreiecke zerteilte Maschine strebt in einer fallenden Diagonale nach vorne. Obwohl die kinetisch-futuristische Arbeit unter ihrem Schätzpreis von 500.000 bis 700.000 Pfund blieb, markieren die erzielten 450.000 Pfund den neuen Auktionsrekord.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1AsAA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



12.07.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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24.06.2015, Impressionist & Modern Art Evening Sale

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Sotheby's

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Mit Beutekunststücken

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Kasimir Malewitsch, Suprematism (18th Construction), 1915
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Edgar Degas, Physionomie de criminal, 1881
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Claude Monet, Etretat. Falaise et Porte d’Amont, grosse mer, 1883
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Georges
 Seurat, Liseur, um 1881
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Camille Claudel, Buste d’Auguste Rodin, 1886/92
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Paul Klee, Raumfahrt,
 1929
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Wassily Kandinsky, Grün, 1929

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Paul Klee, Raumfahrt, 1929

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Paul Gauguin, Nature morte aux mangos, um 1891/96

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Losnummer: 11

Edgar Degas, Petite danseuse de quatorze ans, um 1879/81

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Taxe: 10.000.000 - 15.000.000 GBP

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Losnummer: 14

Edouard Manet, Le Bar aux Folies-Bergère, 1881

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Taxe: 15.000.000 - 20.000.000 GBP

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Alexej von Jawlensky, Frauenkopf, um 1913

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Taxe: 1.600.000 - 2.200.000 GBP

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Georges Seurat, Liseur, um 1881

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Camille Claudel, Buste d’Auguste Rodin, 1886/92

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Chaïm Soutine, Le Valet de chambre, um 1927

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Gustav Klimt, Bildnis Gertrud Löw (Gertha Felsöványi), 1902

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Edgar Degas, Physionomie de criminal, 1881

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Kasimir Malewitsch, Suprematism (18th Construction), 1915

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