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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Spitzenpreise für Jan Brueghel und Josef Hoffmann im Wiener Kinsky

Blumenfreuden



Jan Breughel d.J., Blumenstrauß in einer skulptierten Vase, um 1630

Jan Breughel d.J., Blumenstrauß in einer skulptierten Vase, um 1630

Hohe Werte für Altmeistergemälde erwartet man üblicherweise bei den international agierenden Auktionshäusern in London oder New York. Jetzt konnte der Wiener Versteigerer Im Kinsky seinen Konkurrenten aber ein Schnippchen schlagen. Um den „Blumenstrauß in einer skulptierten Vase“ von Jan Breughel d.J. kämpften nach einem verhaltenen Start am Ende ehrgeizig zwei Bieter am Telefon und im Saal. Nach dem schweißtreibenden Gefecht musste der Sieger 2,1 Millionen Euro – mit Aufgeld rund 2,6 Millionen Euro – locker machen, um sich das opulente vielblumige Arrangement zu sichern. Breughels um 1630 entstandenes Ölgemälde auf Holz war mit einem Schätzwert bis zu 1 Million Euro schon im Vorfeld der Wunschsieger der Auktion. Nun können sich der Einlieferer, das Auktionshaus sowie der neue Besitzer der ausgesprochen farbenprächtigen Blütenpracht umso mehr freuen und das fulminante Ergebnis begießen, das nun das teuerste Blumenstillleben des flämischen Meisters ist und sich unter die ersten fünf Plätze im Breughel-Ranking geschoben hat.


Alte Meister

Für die Alten Meister lief es auf der 107. Auktion, in der noch Bilder des 19. Jahrhunderts, die klassische Moderne, Antiquitäten sowie Jugendstil und Design üppig vertreten waren, insgesamt nicht so rosig. Nach der Breughel-Schlacht war die Luft am 16. Juni etwas heraus. Nur 46 von den 130 Kunstwerken fanden einen Abnehmer, was einer losbezogenen Verkaufsrate von 35 Prozent entspricht. Zudem blieben viel hochpreisige Werke liegen, darunter Simone Cantarinis „Heilige Familie“ um 1640/42 (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR), Wolfgang Krodels d.Ä. „Lot und seine Töchter“ von 1544 (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR) oder Franz Christoph Jannecks gleich hoch bewertete „Galante Szene im Park mit Schlossarchitektur“ um 1735. Auch die 38.000 Euro für eine um 1500 in Tirol entstandene „Anbetung der Könige“, die ursprünglich zum Flügelaltar in der Pfarrkirche von Westendorf im Brixental gehörte, sind noch mit einem Vorbehalt versehen (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR), ebenso die 35.000 Euro für eine felsige Waldlandschaft mit steigendem Araberhengst und brauner Stute sowie einigen exotischen Tieren von Jacob Savery II (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR).

Gesichert sind 28.000 Euro für die Pendants „Blumenkorb mit Papagei“ und „Porzellanschale mit Obst und Eichhörnchen“ von Jan van Kessel d.J. aus den 1680er Jahren sowie der gleiche Wert für Francesco Albanis vergeistigten Evangelisten Johannes mit dem Adler um 1635/40 (Taxe je 25.000 bis 50.000 EUR). Auch Jan van Kessel d.Ä. war mit einer Blumenkartusche samt Christuskind von 1658 zugegen, die nach wiederholtem Auftritt und reduzierter Schätzung nun 10.000 Euro einspielte (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Ebenfalls die untere Erwartung erreichten zwei Jahreszeitenallegorien Stephan Kesslers, die ob ihrer identischen Größe und Malweise wohl zusammengehören: Der Winter brachte es auf 15.000 Euro, der Frühling auf 25.000 Euro. Deutlicher auf der Habenseite standen Joost Cornelisz Droochsloots charakteristische Bauernszene „Vor der Dorfschenke“ von 1654 mit 20.000 Euro und eine perspektivisch nicht immer ganz gelungene, aber farbenprächtige „Regatta im Bacino di San Marco“ eines venezianischen Malers von circa 1780 mit 18.000 Euro (Taxe je 15.000 bis 30.000 EUR). Wieder nur die unteren anvisierten 15.000 Euro kamen für Gillis Peeters’ beschaulich liegende „Schiffsstation beim Flusswirtshaus“ aus den 1640er Jahren zusammen.

Gemälde des 19. Jahrhunderts

Auch wenn bei der Kunst des 19. Jahrhunderts einige Spitzenstücke ebenfalls unbeachtet blieben, etwa Isidor Kaufmanns junger „Talmudschüler“ für 70.000 bis 140.000 Euro oder Johann Baptist Reiters „Hanfhandel“ um 1875 und Ernst Klimts etwas süßliche zwei Mädchen beim Gebet von 1887 für jeweils 25.000 bis 50.000 Euro, konnte sich das Angebot mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von 43,5 Prozent besser durchsetzen. Hier trumpfte ein kesses „Kind unter einem blauen Seidenvorhang hervorschauend“ auf. Ferdinand Georg Waldmüllers 1821 in Öl gemalte Arbeit besticht nicht nur durch den kessen Blick des blonden Kindes, sondern auch durch die brillante Schilderung des Seidenvorhangs, der das Gesicht lebendig rahmt. Ein Kunde sah das ebenso und legte 80.000 Euro hin (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR). Für eine Überraschung sorgte ein liebliches „Bauerngehöft am Grundlsee“ von Adalbert Stifter aus dem Jahr 1839. Der mit Ruhe und Wärme gefüllte Alpensee wird von zwei Bäuerinnen verlebendigt und führte zu 10.000 Euro (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR).

Auch Rudolf von Alts „Gamskarkogel bei Gastein“ ließ Alpenfans neugierig werden. Sein um 1893 entstandenes Aquarell weist impressionistische Experimentierfreudigkeit des in jener Zeit bereits alten Künstlers auf. Der sonnenbeschienene Gipfel des titelgebenden Berges büßt auch heute nichts an Farbbrillanz ein und ist darum seine 25.000 Euro wert (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Alts „Kanzel im Dom zu Gurk“ lebt von großem Detailreichtum, der in Anbetracht der Aquarelltechnik besonders hervorzuheben ist. Das datierte und signierte Blatt kam auf 14.000 Euro (Taxe 8.000 bis 16.000 EUR). Ein freudiger Überflieger war Antonietta Brandeis’ sonnendurchflutete Vedute „Venedig. Blick auf Canal Grande und Dogenpalast“. Das für 3.500 bis 7.000 Euro gelistete Gemälde schaffte einen unverhofften Zuschlag bei 15.000 Euro. Genau diesen gab es zudem für Friedrich von Amerlings sanftes Portrait seiner Tochter Ludmilla im Schlaf von 1835 (Taxe 7.000 bis 14.000 EUR).

Im niedrigpreisigen Segment war es der Pferdemaler Ludwig Koch, der gern genommen wurde. Seine „Ausfahrt mit dem Zweispänner“ von 1904 erzielte 5.500 Euro (Taxe 2.000 bis 4.000 EUR), seine beiden Aquarelle mit zwei Offizieren zu Pferd 3.200 Euro (Taxe 2.000 bis 4.000 EUR). Überbordend war der Auftritt von Josef Lauers knalligem „Strauß mit Alpenblumen“. Das saftige Grün der Blätter, das sprudelnde Pink und Violett der Blüten sowie deren strahlendes Gelb stachen sofort ins Auge und konnten die mit höchstens 6.000 Euro veranschlagte Schätzung zu einem Zuschlag von 8.000 Euro führen. Freuen konnten sich die in impressionistischer Lichtstimmung gemalten „Fischer in der Laguna Veneta“ Lea von Littrows bei 20.000 Euro (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR) und bei gleichem Wert auch die zahlreichen charaktervoll geschilderten Menschen in Alois Schönns „Biergarten im Augustinerbräu in Salzburg“ (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Noch besser lief es für Franz Xaver Gauls ulkige Darstellungen von Schauspielern aus dem Jahr 1866. Die insgesamt sechs in Öl gemalten Figürchen holten sich erfreuliche 11.000 Euro (Taxe 3.000 bis 6.000 EUR).

Klassische Moderne

Ein weiterer Star des Abends war Marc Chagall. Vor allem sein reich blühendes „Amoureux au Bouquet“ von 1978 wurde durch den flinken Pinselumgang, die differenzierende Farbstruktur und die flüchtige Komposition zu einem Hingucker der Sparte Klassischer Moderne. Das in Gouache, Tempera, Pastell und schwarzer Kreide gearbeitete Blatt befand sich zunächst im Nachlass des Künstlers, bevor es über Amerika und Hamburg nun für 300.000 Euro in österreichischen Privatbesitz überging (Taxe 250.000 bis 500.000 EUR). Bestens erging es dem Einlieferer der pathetisch-theatralischen „Wunderquelle“ von Alexander Rothaug. Die von Mystik und Erotik lebende Schilderung um den Fluss Lethe, der am Eingang zum Totenreich angesiedelt ist und nur von jenen als Trinkquelle genutzt werden darf, die sich bereits vom irdischen Ballast befreit haben, fand großen Anklang, der sich in 55.000 Euro niederschlug (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR).

Steigern konnten sich zudem Otto Erich Wagners aquarellierte Standansicht von 1924 in kristallinen Formen von 1.500 Euro auf 8.000 Euro oder Carl Kreneks Märchenillustration zu „Hänsel und Gretel“ von 1913 in einem dunklen jungendstilig-ornamentalen Wald von 5.000 Euro auf 9.000 Euro. Übernommen wurden auch alle fünf flächigen Farbholzschnitte Herbert Gurschners mit alpenländischen Motiven im Rahmen der Erwartungen bis zu 900 Euro, ebenso Broncia Koller-Pinells ornamental stilisiertes Blatt „Breite Föhre“ bei Mödling um 1900 für 1.800 Euro (Taxe 800 bis 1.600 EUR). In diese gemäßigt moderne Richtung tendierten ebenfalls Ludwig Ferdinand Grafs Alpengipfelblick „Grödnerjoch gegen die Tschierspitzen“ von 1905 im raffinierten grün-violetten Kolorit für 5.000 Euro (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR) und Max Kahrers ruhige Hügellandschaft in blauen Tönen nach einem Regen für 1.500 Euro (Taxe 2.000 bis 4.000 EUR).

Josef Flochs „Stadt an der Küste“ versteht sich als menschenleere Ansiedlung. Diffuse Stimmung mittels breiter Striche und einer dunkelbunten Farbpalette sorgt für den geheimnisvollen Charakter der undefinierbaren Stadt, die nur in ihren Grundzügen optisch zu erahnen ist. Für 12.000 Euro wechselte die mit Öl bemalte Leinwand den Besitzer. Markant tritt dann die „Kirche in Le Revest“ auf, die Willy Eisenschitz um 1930 schuf. Die warmen Erdtöne und bewusst gesetzten Striche formen sich zu einer harmonischen Komposition mit landschaftlichen und architektonischen Elementen, die sich bei 11.000 Euro verabschiedete. César Kleins „Spanierin“ von 1927 trägt lieber leuchtende Farben, ihr Kleid lebt von reicher Musterung und Orange- und Pinktönen. Das Ölgemälde des Hamburger Künstlers kam aus deutschem Privatbesitz für erfreuliche 13.000 Euro in neue Hände (Taxe je 10.000 bis 20.000 EUR). Freude kam auch bei Franz Elsners Stadtvedute „Über den Dächern von Wien“ mit den herausragenden Turm des Stephandoms auf. Vielleicht war es der Heimvorteil, der für einen Hammerschlag bei 9.000 Euro verantwortlich war (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR).

Antiquitäten

Wie in der Moderne-Abteilung lag die Zuschlagsquote bei den Antiquitäten am 17. Juni mit ebenfalls rund 60 Prozent recht hoch. Das vielseitige Angebot führt ein Paar Prunkgirandolen aus Wien an. Die um 1750 in Bronze gegossenen und vergoldeten Kerzenleuchter sind mit ihren C-Schwüngen, Voluten, Muschelwerk, floraler Inspiration und emaillierten Blüten ein Paradebeispiel für das Rokoko und wurden mit 50.000 Euro honoriert (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Einen guten Auftritt hatte auch das einfache, derbe Glas aus dem alpenländischen Raum, darunter eine royalblaue Rippenflasche über zehnpassigem Boden um 1700 für 35.000 Euro ein (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Ihr folgten eine dunkel bernsteinfarbene, bauchige Nabelflasche aus dieser Zeit bei 20.000 Euro (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR), eine hohe grüne „Rosoglio-Flasche“ mit glatter Wandung des 18. Jahrhunderts für den bei den Damen beliebten Rosoglio-Likör für 19.000 Euro (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR) und ein deutscher grünrauchfarbener Kuttrolf mit gedrehtem vierfachem Röhrenhals des 17. Jahrhunderts zur oberen Schätzung von 10.000 Euro.

Im 19. Jahrhundert waren dann die biedermeierlich bemalten Becher gefragt. Jeweils die oberen angepeilten 10.000 Euro spielten ein Ranftbecher mit Blumen von Anton Kothgasser um 1820 und sein gleichaltriger, mit der Ruine Merkenstein bei Bad Vöslau bemalter Kollege ein. Gottlob Samuel Mohn stellte dann seinen Ansichtenbecher mit dem Brandenburger Tor in Berlin für 8.500 Euro zur Verfügung (Taxe 6.000 bis 12.000 EUR). Bei den Fayencen machte sich ein buntes figurales Kerzenleuchterpaar aus Holitsch um 1750/1800 bei 3.800 Euro davon (Taxe 1.500 bis 3.000 EUR), beim Silber ein hoher Becher um 1600 mit Portraitmedaillons wohl von dem Ungarn Gregorius Gunesch bei 7.000 Euro (Taxe 4.000 bis 8.000 EUR) und beim Zinn ein auf Greifen stehender Zunftkrug der Hafner für 9.000 Euro, den der Preßburger Meister Christoph Böhmer 1681 goss (Taxe 2.000 bis 4.000 EUR). Für einen Nürnberger Deckelpokal der Wagnerzunft um 1600 hat Peter Flötner, einer der wichtigsten Künstler und Gestalter der Zeit nach Dürer, die Plaketten mit bacchantischen erotischen Szenen entworfen. Das belohnten die Kunden im Kinsky mit 12.000 Euro (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR).

Eine sächsische Serpentinflasche mit einem zinnernen Schraubverschluss von Heinrich Jobin aus Annaberg machte sich dann bei 7.000 Euro davon (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Originell fand das Publikum auch ein sogenanntes Schienzeug aus der Bergwerksarbeit. Die 1733 in Tirol entstandene intarsierte Holzschatulle birgt gravierte Messgeräte aus Bein, wie einen mehrteiligen Grubenkompass und Lineale, die nun erstaunliche 22.000 Euro forderten (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Von gleicher Ausgangsbasis schoss ein um 1810 von Nikolaus Klammer aus Elfenbein mirkofein geschnitztes Blumenbouquet sogar auf 25.000 Euro. Bei den Skulpturen erzielte eine gotische Marienfigur mit Birne in der Hand, die vermutlich um 1420 in Salzburg aus Lindenholz geschaffen wurde und eine originale Fassung aufweist, wiederum 22.000 Euro (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR). Ein italo-flämischer Meister musste sich bei seiner um 1600 aus Marmoralabaster gefertigten Raptus-Gruppe „Herkules im Kampf mit der Amazonenkönigin Hippolyte“ mit 20.000 Euro bescheiden (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Erfolgreich war das Kinsky mit einigen antiken Stücken, darunter dem Grabmedaillon der Iulia Banona aus der römischen Provinz Noricum vom zweiten Jahrhundert nach Christus für 35.000 Euro (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR) oder dem apulischen rotfigurigen Volutenkarter aus dem vierten Jahrhundert vor Christus für taxgerechte 10.000 Euro.

Jugendstil

Auf dem Siegertreppchen der Auktion reiht sich auch eine Brosche von Josef Hoffmann ein. 1908 erstmals als Entwurf ins Leben gerufen, schufen die Meister der Wiener Werkstätte aus Silber, Gold und Schmucksteincabochons eine außergewöhnliche Anstecknadel, die in ihrer Optik der Fassade des Wiener Kunstschau-Ausstellungsgebäudes nachempfunden ist. Nur zwei Exemplare der anmutigen Brosche wurden damals produziert, eines davon erreichte nun den Weltrekord von 420.000 Euro bei einem oberen Schätzwert von 200.000 Euro. Der spendable neue Besitzer kann sich glücklich schätzen, er hat ein kostbares Liebhaberstück ergattert, das seit seiner Entstehung in deutschem Familienbesitz blieb und nun zu Weltgeltung gekommen ist. Ein weiteres Exemplar aus dem Hause Hoffmann erfreute ebenfalls die Gemüter: Eine Brosche des Goldschmieds Eugen Pflaumer aus Silber, Gold, Lapislazuli, Malachit sowie Schmucksteincabochons mit Weinrankendekor, die in ihren Grundzügen an ein Fassadenelement des Palais Stoclet in Brüssel erinnert. Schon damals gehörten die insgesamt vier Exemplare dieses Modells mit einem Preis von 400 Kronen zu den teuersten Objekten der Wiener Werkstätte. Jetzt erreichte die Schmuckspange 280.000 Euro (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR).

Nicht nur die Broschen Hoffmanns machten eine gute Figur in der Sparte „Jugendstil und Design“, die sich losbezogen zu 67,5 Prozent hervorragend verabschiedete. Schillernd kam auch eine originelle Schmuckschale von Carl Otto Czeschka aus dem Jahr 1907 daher. Auf der Wandung des silbernen, teils vergoldeten Gefäßes ließ der Wiener zwischen stilisierten Blattranken sympathisch kleine Schweinchen laufen. Das entzückende Nikolausgeschenk war für 6.000 bis 12.000 Euro gelistet, ergatterte aber beachtliche 60.000 Euro. Aus derselben Zeit stammt Koloman Mosers schlanker silberner Likörkelch, der seine Schätzung auf 18.000 Euro verdoppelte. Otto Prutschers Set von sechs blau überfangenen und geometrisch geschliffenen Weingläsern kletterte auf 36.000 Euro (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR), seine hellviolette Vase mit kleinteilig zerrissener Silberfolie auf 8.000 Euro (Taxe 4.000 bis 8.000 EUR) und eine Tischlampe der Daum Frères mit blau-grüner Flusslandschaft um 1910 auf 17.000 Euro (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR).

Leopold Bauer schlug für sein auffälliges Blumensteckgefäß, 1906 bei Lötz Witwe in Klostermühle produziert wurde, gute 8.000 Euro heraus (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Bei der Keramik konnten sich Dagobert Peche über die 15.000 Euro für seine Vase mit einem floralen „Liebeszauber“ von 1922 (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR) und Michael Powolny über 10.000 Euro für seine Uhr mit stilisierten jungen Frauen und gelber Rosengirlande nicht beklagen (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR). Ein mit Komik ausgestatteter „Page“ von Franz Hagenauer sorgte für Begeisterung. Die kindsgroße Messingfigur aus dem Jahr 1980 stammt aus erster Hand und erreichte gute 22.000 Euro (Taxe 8.000 bis 16.000 EUR). Und auch die kühle konstruktivistische Ästhetik seines Paars „Kaktusleuchter“ von 1930 überzeugte die Kunden zu 15.000 Euro (Taxe 8.000 bis 14.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne Aufgeld.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



05.07.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Claudia Rauth

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16.06.2015, Klassische Moderne - Bilder des 19. Jahrhunderts - Alte Meister - Antiquitäten - Jugendstil / Design

Bei:


im Kinsky - Kunst Auktionen

Bericht:


Wenn Blumen für die Ewigkeit blühen

Kunstwerk:

Jan Breughel d.J., Blumenstrauß in einer skulptierten Vase, um 1630
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Kunstwerk:

Jan van Kessel d.J.,
 Porzellanschale mit Obst und Eichhörnchen – Blumenkorb mit Papagei, 1680er Jahre
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Kunstwerk:

Franz
 Hagenauer, Page, 1979/80
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Franz Hagenauer, Paar Kaktusleuchter, 1930
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Carl Otto Czeschka, Schmuckschale, 1907
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 Hoffmann, Brosche, 1908
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Rudolf von Alt, Der Gamskarkogel bei Gastein, 1893

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Taxe: 25.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 25.000,- EURO

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Tischlampe, Daum Frères, Nancy um 1910

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Taxe: 5.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 17.000,- EURO

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Ferdinand Georg Waldmüller, Kind unter einem blauen Seidenvorhang hervorschauend, 1821

Ferdinand Georg Waldmüller, Kind unter einem blauen Seidenvorhang hervorschauend, 1821

Taxe: 70.000 - 140.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 229

Franz Hagenauer, Page, 1979/80

Franz Hagenauer, Page, 1979/80

Taxe: 8.000 - 16.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 1151

Franz Xaver Gaul, Darstellungen von Schauspielern (Grois, Knack, Treumann, Beckmann, Scholz, Nestroy), 1866

Franz Xaver Gaul, Darstellungen von Schauspielern (Grois, Knack, Treumann, Beckmann, Scholz, Nestroy), 1866

Taxe: 3.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 327

Koloman Moser, Likörkelch, 1904

Koloman Moser, Likörkelch, 1904

Taxe: 9.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 1115

Michael Powolny, Uhr mit zwei Mädchen mit Rosen, um 1911/12

Michael Powolny, Uhr mit zwei Mädchen mit Rosen, um 1911/12

Taxe: 5.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 1022

Lea von Littrow, Fischer in der Laguna Veneta

Lea von Littrow, Fischer in der Laguna Veneta

Taxe: 15.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 256

Ludwig Koch, Ausfahrt mit dem Zweispänner, 1904

Ludwig Koch, Ausfahrt mit dem Zweispänner, 1904

Taxe: 2.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 293

Josef Hoffmann, Brosche, 1908

Josef Hoffmann, Brosche, 1908

Taxe: 100.000 - 200.000 EURO

Zuschlag: 420.000,- EURO

Losnummer: 1125

Adalbert Stifter, Bauerngehöft am Grundlsee, 1839

Adalbert Stifter, Bauerngehöft am Grundlsee, 1839

Taxe: 5.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 17.000,- EURO

Losnummer: 241

Otto Prutscher, Vase, 1908

Otto Prutscher, Vase, 1908

Taxe: 4.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 1057




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