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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Neumeister in München

Gunters Hand



1968 ließ sich Gunter Sachs zusammen mit seiner frisch vermählten neuen Frau, dem schwedischen Model Mirja, im Turmzimmer des Badrutt’s Palace Hotel in St. Moritz ablichten, das der bekannte „Playboy“ kurz zuvor erworben hatte, um es zu einem „Art-Happening“ der 1960er Jahre zu gestalten. Umgeben sind die beiden von allerlei damals brandaktuellen Kunstwerken, darunter einer Schafherde des Franzosen François-Xavier Lalanne. Im Hintergrund, vor einer Sofagarnitur quasi als Ersatz für einen kleinen Couchtisch, findet sich eine große geöffnete Hand, die dazu einlädt, darauf die Gläser und Tellerchen abzustellen. Diese überdimensionierte Hand stammt von César, einem der bekanntesten Meisters des Nouveau Réalisme. Er hatte sie kurz vorher aus orangefarbenem Polyester mit geradezu naturalistischer Präzision geschaffen. Später ging das Kunstwerk in eine süddeutsche Privatsammlung über, die sich nun wieder von der Hand trennen möchte. Bei Neumeister in München ist „Main“, so der Titel der Tisch-Skulptur aus dem Jahr 1968, ein wahrer Hingucker und mit 100.000 bis 150.000 Euro eines der Hauptlose der Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst.


Das Angebot der Auktion vom 11. Juni umfasst wieder ein breites Spektrum unterschiedlichster Stilrichtungen. Da findet sich Neosurrealistisches wie „Der Baum“, der aus einem ruinösen Fachwerkhaus herauswächst, von Samuel Bak aus dem Jahr 1976, Neoexpressionistisches wie Arnold Balwés „Roter Strauß“ von 1958 oder neoimpressionistisch Anmutendes wie Oliver Jordans heiterer „Jardin Exotique de la Ciotat, Côte d’Azur“ von 2009, bei dem nur die seltsam fragmentierte Pinselführung darauf hinweist, dass das Bild nicht alt ist (Taxen zwischen 12.000 und 16.000 EUR). Manches sind Klassiker wie Edward Cucuels elegante, weiß gekleidete Frau in Rückenansicht „Am Steg II“ (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder eine unbetitelte Frottage und Collage Max Ernsts aus dem Jahr 1968 mit einem roten Gestirn über schwarzem Bergmassiv (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Auch ein spätes Exemplar aus Jannis Kounellis’ für die Entwicklung der Arte Povera so wichtigen Alphabetbildern mit dem Titel „Z + 3 S“ aus dem Jahr 1991 für 25.000 bis 35.000 Euro oder eine meditative Abstraktion Fritz Winters von 1954 für 15.000 bis 20.000 Euro können Anspruch auf hohen Wiedererkennungswert stellen. Georg Karl Pfahlers Triptychon „Nord-Süd Transit“ von 1970/72 ist in der signalhaften Wirkung der großen Farbflächen ebenfalls unverwechselbar (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Noch teurer wird es für zwei weitere internationale Berühmtheiten: Eine viele Jahre lang in Amerika beheimatete und häufig ausgestellte Merzzeichnung Kurt Schwitters’ von 1923/27 und ein dreidimensional wirkendes Op Art-Bild Victor Vasarelys mit dem Titel „Gestalt-Ville“ von 1969 sollen jeweils 80.000 bis 100.000 Euro kosten. Heute weitgehend vergessen ist dagegen die 1934 im niedersächsischen Celle geborene, früh nach Italien übergesiedelte Irma Blank, die 1977 immerhin auf der sechsten Kasseler Documenta vertreten war. Zwei Jahre zuvor stellte die Konkrete Poetin aus 285 Blättern das Schriftbild „Großes Poem mit Erklärung“ zusammen, das als Triptychon eine Gesamtbreite von rund vier Metern aufweist (Taxe 36.000 bis 38.000 EUR). Es dürfte kein Zufall sein, dass auf derselben Documenta auch Maurizio Nannucci ausgestellt wurde, dessen zehnteilige „Dattilogramma“ von 1964/65 mit seinen quadratischen Ziffern- und Buchstabenreihungen eine ganz ähnliche konzeptuelle Richtung einschlägt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Der vor drei Jahren 95jährig verstorbene Ire Louis le Brocquy machte sich mit expressiven Portraits einen Namen. Von 1985 stammt sein aquarellhaft anmutendes Bildnis des Künstlerkollegen und Landsmanns Francis Bacon (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Nicht fehlen darf bei Neumeister der gebürtige Pfälzer Johann Georg Müller. Zu haben ist ein Frühwerk des damals 25jährigen Künstlers aus dem Jahr 1939, die in bewusst naiver Bildsprache gehaltene „Komposition mit Figuren und Pflanzen“ (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Nach dem Krieg knüpfte er stilistisch an solche Arbeiten an wie in Gestalt des 1950 datierten „Stilllebens mit Totenkopf und Weinglas“ (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR), bevor er eine eigene, abstrakt-surreale Handschrift wie in „Intérieur fer“ von 1967 erfand (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Ein weiteres Konvolut von Arbeiten unterschiedlicher Herkunft kann das Auktionshaus von Fritz Koenig vorlegen. Schön zu verfolgen ist daran der Entwicklungsgang des 1924 in Würzburg geborenen Bildhauers von immer noch gegenständlich motivierten Schöpfungen wie dem breitflügligen „Ikarus“ von 1963 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) hin zu glatten, auf große Konturen und Formen reduzierten Arbeiten wie die schwarz-braun patinierte „Landschaft“ mit Kugelaufsatz von 1975 für 25.000 bis 28.000 Euro. Auch in Ben Willikens’ nüchtern reduzierter Architekturstudie „Raum 458“ von 2007 tritt im Vordergrund prominent eine Kugel in Erscheinung (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 11. Juni um 17 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 9. Juni täglich von 9 bis 17:30 Uhr, am Wochenende von 11 bis 17 Uhr und am 8. Juni zusätzlich bis 20 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.neumeister.com.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



07.06.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


11.06.2015, Neumeisters Moderne

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG










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