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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s in New York

Pophochzeit



Klassiker der Abstraktion und der amerikanischen Pop Art bilden die Schwerpunkte der kommenden Zeitgenossenauktion, mit der Sotheby’s in New York wieder einen der Höhepunkte auf dem Frühjahrskunstmarkt ansteuert. Wer von ihnen am Ende das Treppchen besteigen wird, ist noch offen. Bei um die 50 Millionen Dollar liegt die Zielvorgabe für Roy Lichtensteins „The Ring (Engagement)“, mit dem der Künstler 1962 eine fulminante Pophochzeit feiert. Vor knapp zwanzig Jahren hat das großformatige Rasterölbild mit den beiden Händen noch schlappe 2 Millionen Dollar netto gekostet. Um die 50 Millionen Dollar – genauer gesagt 40 bis 60 Millionen Dollar – sollen es aber auch für Mark Rothkos Farbflächenbild „Untitled (Yellow and Blue)“ aus dem Jahr 1954 sein, das nach dem Selbstmord des Künstlers 1970 an den amerikanischen Unternehmer Paul Mellon und von diesem an den Franzosen François Pinault ging.


Recht weit vorne mischen am 12. Mai auch zwei deutsche Künstler mit. Von Gerhard Richter hängt ein „Abstraktes Bild“ aus dem Jahr 1992 mit der Werknummer 780-4 bereit. Ein Preis für die rot-blau-grüne Rakelarbeit ist nicht angegeben, doch Qualität und Größe des schillernden Gemäldes – es misst rund 260 mal 200 Zentimeter – sprechen aus Erfahrung für um die 25 Millionen Dollar. Vor fünf Jahren waren es am selben Ort noch bescheidene 10 Millionen Dollar. Ein alter Bekannter ist auch Sigmar Polkes fast zweieinhalb Meter breiter „Dschungel“ von 1967. Das bunte Rasterbild mit wuchernder Pflanzenwelt und rotem Sonnenuntergang ging im Juni 2011 bei Sotheby’s in London für den damaligen Rekordpreis von netto 5,1 Millionen Pfund über die Bühne. Dieser Polke-Preis wurde seither auf einer Auktion nicht eingestellt, und es stehen also die Chancen bestens, dass sich der „Dschungel“ jetzt selbst übertrifft. Von Polke listet der Katalog noch eine weitere großformatige Leinwand von 1983, auf der neben einigen figurativen Strichfiguren eine Farbenexplosion dominiert (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Aus deutscher Sicht beteiligt sich noch Thomas Struth mit seiner klassischen Innenaufnahme des Pantheons in Rom an der New Yorker Auktion, für die bei 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar ein neuer Auktionsrekord vorgesehen ist.

Das Mittelfeld wird wiederum von Pop Art samt Nachfolge sowie amerikanischen Abstrakten dominiert. Letztere werden durch Richard Diebenkorns entfernt an eine Landschaft erinnerndes „Ocean Park #41“ von 1971 und ein großes wildes „Untitled“ Willem de Koonings von 1977 für jeweils 8 bis 12 Millionen Dollar repräsentiert. Franz Klines schwarze Kreuzstruktur „Flanders“ von 1961 ist wie der Diebenkorn eine Einlieferung aus der Sammlung Morris und Adele Bergreen (Taxe 6 bis 8 Millionen USD), zu der auch noch die drei biomorphen, miteinander verbundenen Bronzegestalten „The Gunas“ von Isamu Noguchi gehören (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). 15 bis 20 Millionen Dollar soll Jackson Pollocks kosmisch vernebelte Spritzarbeit „Number 12, 1950“ kosten, die sich das Auktionshaus durch Abgabe einer Gewinngarantie gesichert hat. Künstlerkollegin Joan Mitchell ließ sich 1966 bei ihrem abstrakten Seerosenteich „Le Temps des Lilas“ von Ernest Chaussons gleichnamigem Liebeslied inspirieren (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD).

Ihnen gesellt sich aus Frankreich Yves Kleins breite blaue Mondlandschaft „Accord Bleu (RE 52)“ von 1958 hinzu, die erst vor zweieinhalb Jahren bei Christie’s 6,7 Millionen Dollar einspielte und jetzt bei 8 bis 12 Millionen Dollar erneut zu haben ist. Am bisherigen Auktionsrekord von 6,2 Millionen Dollar für Yayoi Kusama orientieren sich die 5 bis 7 Millionen Dollar, die für den Erwerb eines gepunkteten weißen „Interminable Net #3“ aus dem Jahr 1959 vorgesehen sind. Da liegt Robert Rymans ebenfalls quadratische Verweißung unter dem Titel „Media“ nicht fern (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Frank Stella hat in „Sacramento No.6“ von 1978 dagegen eine bunte quadratische Farbstaffelung von Violett zu Dunkelrot konstruiert (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Ein schönes Beispiel fernöstlicher minimalistischer Kunst sind die fallenden blauen Pinselstriche auf Lee Ufans Leinwand „From Line, No. 790295“ aus dem Jahr 1979 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Im Skulpturalen geht es weitaus gegenständlicher zu. Hier treffen die vom japanischen Manga inspirierten sieben „Cup Kids“ Yoshitomo Naras von 1995 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD) auf einen schäbigen, armamputierten „Santa Long Neck“ von Paul McCarthy aus dem Jahr 2004 (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD) oder den subversiven verkleinerten Fahrstuhlnachbau Maurizio Cattelans von 2001 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD).

Pop Art-Altmeister Andy Warhol ist mit einem rot-gelben „Mao“ auf blauem Grund von 1973 (Taxe 13 bis 16 Millionen USD) und einem gedoppelten blauen „Superman“ von 1981 für 6 bis 8 Millionen Pfund vertreten. Inhaltlich steht ihm Christopher Wool mit seinem plakativen Aufruf „Riot“ von 1990 nahe (Taxe 12 bis 18 Millionen USD), formal eher Jean-Michel Basquiats Boxkampf „World Crown“ von 1981 (Taxe 7 bis 10 Millionen USD). Neun Losnummern werden zugunsten des Museum of Contemporary Art in Los Angeles versteigert. Stifter sind in der Regel die Künstler selbst, darunter Mark Bradford, Ed Ruscha, Jeff Koons, Dan Colen und John Currin sowie der Deutsche Anselm Kiefer. Am großzügigsten zeigt sich der Einlieferer von Mark Grotjahns bunter Luftschlangenbündelung „Into and Behind the Green Eyes of the Tiger Monkey Face 43.18“ von 2011 für 2 bis 3 Millionen Dollar. Nicht so viel Erfahrung auf dem Parkett der New Yorker Abendauktionen hat der 1975 geborene Vietnamese Danh Vo. Sein „L“ aus dem goldenen „Alphabet“ von 2011 wird bei 150.000 bis 250.000 Dollar allerdings nicht rekordverdächtig gehandelt.

In der Tagesauktion am 13. Mai wechseln sich auf den vorderen Positionen Klassiker mit der jüngeren Generation ab. Gegenüber Alexander Calders Standmobile „Red Eyed Dragon“ von 1950 für 1,2 bis 1,8 Millionen Dollar oder John Chamberlains bunter Stahlfaltung von 1964 für 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar notieren Tauba Auerbachs gemalte Papierknitterfalten in Gelb von 2010 aus der Serie ihrer berühmten „Fold-Paintings“ mit 1,5 bis 2 Millionen Dollar sogar schon etwas höher. In diese Preisregion dringen etwa noch Vija Celmins’ zarte Zeichnung der Horizontlinie über dem „Long Ocean“ von 1973 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD), Rudolf Stingels grün-schwarze abstrakte Malereiuntersuchung aus dem Jahr 2000 oder Marc Quinns hyperrealistische, aber weiß bemalte Bronzefigur von Kate Moss in akrobatischer Kontorsion unter dem Titel „Myth Fortuna“ von 2008 vor (Taxe je 800.000 bis 1,2 Millionen USD).

Für den Abstrakten Expressionismus amerikanischer Prägung stehen noch Lee Krasners schwermütiges Gemälde „Cauldron“ von 1956, das sie kurz nach dem Tod ihres Mannes Jackson Pollock vollendet hat (Taxe 500.000 bis 700.000 USD), oder Adolph Gottliebs monochrom braunes Scheibenbild „Drift“ mit schwarzen Farbklecksen von 1961 (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Als Vertreter der Hard Edge-Malerei steuert Ellsworth Kelly seinen schwarzen Kreisausschnitt mit der Nummer EK684 von 1983 für 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar bei. Minimalistisches gibt es mit Sol LeWitts „Wall Structure B“ von 1978 aus weißen Kuben in logischer Abfolge (Taxe 400.000 bis 600.000 USD), während sich Wayne Thiebaud 1984 lustvoll einem „Dark Peppermint Lollipop“ annimmt (Taxe 600.000 bis 800.000 USD) und Richard Pettibone genüsslich seine Zeitgenossen Lichtenstein, Warhol und Stella im Kleinformat persifliert (Taxen zwischen 20.000 und 60.000 USD). Die hyperrealistische Malweise vertritt Robert Bechtle mit dem Diner-Interieur „At the Gold Nugget“ von 1972 (Taxe 150.000 bis 200.000 USD) und der Vorortsiedlung „Alameda Intersection – Clay and Mound Streets“ von 2004 (Taxe 200.000 bis 300.000 USD).

Weitere 35 Positionen mit junger Kunst, gespendet von den Künstlern und ihren Galeristen, gelangen am Nachmittag für das Museum of Contemporary Art in Los Angeles zum Aufruf. Der Sammler findet hier Ugo Rondinones vibrierenden Farbkreis „Achtzehntermärzzweitausenddreizehn“ (Taxe 250.000 bis 350.000 USD), Lari Pittmans dekorative collageartige Malerei „A Transcendent Mutability Produced by Camouflage“ von 2012 oder Doug Aitkens prismenartig spiegelndes Wandrelief mit dem Schriftzug „BAD“ von 2014 (Taxe je 200.000 bis 300.000 USD). Auch Friedrich Kunath arbeitet mit einer schriftlichen Botschaft und hat 2014 auf die an der Mittelachse gespiegelten Hälften einer tropischen Waldlandschaft fast tragikomisch „My Fault“ und „Your Fault“ notiert (Taxe 40.000 bis 60.000 USD), während Alex Israel in „Sky Backdrop“ ein wandfüllendes Abendrot abstrakt entwickelt hat (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Ihm folgt Rob Pruitt mit seiner schwarz-bunten Naturerinnerung „Go Away (Sunset)“ von 2013 (Taxe 100.000 bis 150.000 USD).

Fotokunst gibt es mit Marilyn Minters erotisch geöffnetem Frauenmund unter dem Titel „Big Mac“, der eben einen Diamanten verspeist (Taxe 30.000 bis 40.000 USD), und Walead Beshtys abstrakter Fotofilmreihung „RA4 Contact Print“ von 2014 (Taxe 40.000 bis 60.000 USD). Hier macht auch Andreas Gursky mit seiner fluchtenden Streifenreihung „Düsselstrand“ von 1996/97 auf sich aufmerksam, die wohl eine gelbe Badematte paraphrasiert (Taxe 150.000 bis 200.000 USD). Eigens für Auktion hat die Konzeptkünstlerin Barbara Kruger, die im Kuratorium des Museum sitzt, die Arbeit „Untiteld (Provenance)“ erstellt und fragt mit dem Abbild eines handelsüblichen Pinsels, über den sie die Wörter „Overrated“, „Underrated“, „Speculated“ und „Donated“ gelegt hat, nach dem Stellenwert von Kunst in Gesellschaft und auf dem Markt (Taxe 120.000 bis 180.000 USD).

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



06.05.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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