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James Bond und sein Baumeister: Die Deutsche Kinemathek in Berlin feiert das grandiose Werk des britisch-deutschen Set-Designers Ken Adam

Kulissen, die die Welt bedeuten



„Die Filmsets von Ken Adam haben meine Vorstellungskraft ganz entscheidend entfacht. Nicht, dass ich sagen würde ‚Ich baue jetzt das Set von James Bond nach‘ … Aber die Welt von Ken Adam hat meine Erwartungen an Raum, Licht und Farbe in der Architektur ganz einfach auf ein anderes Niveau erhoben.“ Das sagt kein Geringerer als der polnisch-amerikanische Stararchitekt Daniel Libeskind. Der Besuch des ersten James Bond-Films „007 jagt Dr. No“ 1962 war für ihn wie für viele andere eine ästhetische Offenbarung. Der futuristische „Adam Style“, eine auf Überwältigung, Luxus, Geschwindigkeit und Dynamik setzende, neue Dimension des filmischen Szenenbilds, war geboren.


Ken Adam, der im Laufe seines Lebens für das Production Design von über 70 Filmen verantwortlich zeichnete, widmet die Deutsche Kinemathek in Berlin eine groß angelegte Retrospektive. Es ist die erste umfassende Museumsausstellung zu seinem Werk. Unter dem Titel „Bigger Than Life. Ken Adam’s Film Design“ versammelt die Schau neben 250 dynamischen Originalzeichnungen und Storyboards auch eigens für die Ausstellung gebaute, dreidimensionale Modelle, Fotografien, Filmausschnitte und bisher unveröffentlichtes biografisches Material wie Briefe, Postkarten, private Super-8-Filme und Auszeichnungen, darunter auch seine zwei Oscars. Die Ausstellung ist nicht chronologisch sondern motivisch aufgebaut. Im Laufe des Rundgangs stößt der Betrachter auf Räume voller Verliese und Labore, er trifft auf luxuriöse Villen und Apartments oder einschüchternde Machtzentralen wie den berühmten „War Room“ aus Stanley Kubricks „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“.

Doch „Bigger Than Life“ ist nicht nur eine Ausstellung über den „berühmtesten Production Designer der Filmgeschichte“, wie Rainer Rother, der künstlerische Direktor der Deutschen Kinemathek, Adam tituliert. Es ist auch eine Schau über die partielle Rückkehr eines in Berlin geborenen, jüdischen Deutschen, der 1934 im Alter von 13 Jahren gezwungen war, dieses Land zu verlassen. Bereits 2012 hat Ken Adam, der 1921 als Klaus Hugo Adam geborene Sohn einer angesehenen Unternehmerfamilie, die Kaufhäuser in Berlin, Hamburg und Chemnitz besaß, sein gesamtes, über 5.000 Objekte umfassendes Archiv der Deutschen Kinemathek überlassen. Keine Selbstverständlichkeit für einen Exilanten, der zahlreiche Angehörige im Holocaust verloren hat. Adams zweites Leben fand in London statt. Hier studierte er Architektur und arbeitete zur Finanzierung seiner Ausbildung von Anfang an als Zeichner in einem auf Luftschutzbunker spezialisierten Architekturbüro. Im Londoner Künstler- und Exilantenstadtteil Hampstead, wo Adams Mutter, um den Lebensunterhalt der Familie zu bestreiten, eine Pension betrieb, entstanden damals erste Bauten der radikalen Moderne, die sein Denken maßgeblich beeinflusst haben.

1947 lässt Ken Adam seine Architekturkarriere sausen und sammelt als Zeichner in den Londoner Studios Riverside und Twickenham erste Filmerfahrung. Roher Sichtbeton, Panoramascheiben, architektonische High-Tech-Labyrinthe voller geheimer Schleusen, mobiler Wände, Aufzüge, Rolltreppen und Tunnels, düstere Kathedralen der Macht, angesiedelt in an sich lebensfeindlichen Umgebungen wie dem Dschungel, dem Meeresgrund oder dem Inneren eines Vulkankraters, entführen den Zuschauer in überlebensgroße Fantasiewelten. Bei allem Hang zur fantastischen Übertreibung haftet diesen aber immer auch etwas real Bedrohliches an. Auch wenn er sie persifliert und ironisiert: Die persönlichen Erfahrungen mit dem Totalitarismus des 20. Jahrhunderts haben sich in Adams Werk tief eingeschrieben. Die Settings, die er sich für die diversen Schurken, Bösewichter und Superhirne der Filmgeschichte mit ihrem theatralisch ausgelebten Hang zu Überwachung und Kontrolle ausgedacht hat, muten angesichts der in unserem heutigen Alltag präsenten, viel subtileren Mechanismen digitaler Supervision geradezu transparent und überwindbar an.

Die Ausstellung „Bigger Than Life. Ken Adam’s Film Design“ ist bis zum 17. Mai zu sehen. Die Deutsche Kinemathek hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro mit verschiedenen Ermäßigungsstufen. Der 208seitige Katalog aus dem Kerber Verlag kostet 39,95 Euro.

Kontakt:

Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen

Potsdamer Straße 2

DE-10785 Berlin

Telefon:+49 (030) 300 90 30

Telefax:+49 (030) 300 903 13

E-Mail: info@deutsche-kinemathek.de



21.04.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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