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Die beiden expressionistischen Maler Franz Marc und August Macke verband eine kurze, aber tiefe Freundschaft. Das Lenbachhaus in München sucht die Spuren ihres geistigen Austauschs und ihres Ringens um die Moderne in einer Ausstellung voll grandioser Bilder

Zweiseeleneins



Franz Marc, Die gelbe Kuh, 1911

Franz Marc, Die gelbe Kuh, 1911

Sanft und unschuldig und ganz in sich selbst ruhend hat Franz Marc seine „Gazellen“ in eine kosmisch verwandelte Landschaft platziert. Exotisch paradiesisch, aber auch wie eine großstädtische Attraktion hat August Macke das Reich der Tiere in seinem Gemälde „Zoologischer Garten“ widergegeben. Von Seelenverwandtschaft ist in diesen beiden Gemälden aus den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg auf den ersten Blick nicht so viel zu spüren. Zu unterschiedlich die Charaktere, zu verschieden die Handschriften dieser beiden Großen der Klassischen Moderne. Dennoch oder gerade deswegen fühlten sich der forsche Macke aus Bonn und der stillere Marc aus Bayern seit ihrem ersten Treffen im Januar 1910 einander eng verbunden, wie die von der Kunsthalle Bonn und dem Münchner Lenbachhaus gemeinsam realisierte Ausstellung „August Macke und Franz Marc. Eine Künstlerfreundschaft“ derzeit in München reflektiert. Selbst wenn die Schau manche Frage offen lässt, die wohl nur der Katalog ergründet, allein der Aufmarsch der weit versprengten Gemälde Mackes und der ebenso nicht immer zugänglichen Werke von Marc verzaubert und rückt zwei der poetischsten Expressionisten in den Fokus, deren Schicksal durch beider Tod im Ersten Weltkrieg noch zugleich eine gemeinsame Tragik enthält.


„…ich wäre so froh, von Dir mal einen langen Kunstbrief zu bekommen“, schreibt August Macke 1914 in seinem letzten Brief an den Malerfreund Marc. Der Satz verrät einiges darüber, wie viel beiden der Austausch der Ideen und die Vergewisserung ihrer eigenen malerischen Wege im Spiegel des anderen bedeuteten. Inspiration hieß bei ihnen nicht, sich ähnlich werden. Die Schau verdeutlicht eher, dass die beiden Maler wie zwei gegenläufige Sinuskurven auseinanderdrifteten und sich doch immer wieder kreuzten. Die malerischen Standpunkte sahen am Beginn ihrer Freundschaft noch sehr konträr aus. Marc war im Sezessionsstil gefangen und agierte in gedämpften Farben wie die frühen Akte und fast noch naturalistischen Tierbilder zeigen. Macke hingegen hatte schon die Kraft der Farbe entdeckt. Flächig und mit leuchtenden Farbakzenten gestaltete er 1909 das Porträt seiner Frau. Marc muss durch Bilder wie diese erweckt worden sein. Schon bald steigerte er in seinen Tierbildern wie etwa „Blaue Pferde“ oder „Gelbe Kuh“, die als Leihgabe des Guggenheim-Museum New York eine Attraktion der Ausstellung ist, die Farbe ins Symbolische.

Farbtheoretische Diskussionen beschäftigten beide. „Ich habe es aus mir herausgenudelt…: 3 Farben Blau Gelb Rot“ schrieb Macke. Woraufhin Marc zu großem Vortrag auflief: „…Blau ist das männliche Prinzip, herb und geistig… Rot ist die Materie, brutal und schwer… Mit Grün bringst Du das ewig Materielle nie ganz zur Ruhe. Dem Grün müssen stets noch einmal Blau (der Himmel) und Gelb (die Sonne) zu Hilfe kommen, um die Materie zum Schweigen zu bringen.“ Was die Intensität ihrer Farbpalette betrifft, waren sich die Künstlerfreunde, wie Mackes „Mädchen unter Bäumen“ und Marcs „Reh im Klostergarten“ zeigen, sehr nahe. Ganz anders ihr Selbstverständnis und ihre Idee von Malerei. Während August Macke mit dem Gespür für den poetischen Moment einer Situation die sichtbare Welt widergibt, will Franz Marc das Spirituelle veranschaulichen und dem Geheimnis des Unaussprechlichen näher kommen.

Und doch kreisen beide immer wieder um die Fragen der richtigen Mittel in der modernen Kunst. Der Kubismus beschäftigt sie ebenso wie der Futurismus und die Farbfeldtheorien eines Robert Delaunay, die heute als Orphismus bezeichnet werden. Blockartig zerlegte Marc 1912 seinen „Tiger“ in geometrische Formen. In die völlige Abstraktion wagte er sich 1913 mit der „Kleinen Komposition“ und mit dem in sich bewegten und stark rhythmisierten Gemälde „Spielende Formen“ von 1914 vor. Macke überrascht nicht weniger. Zersprengt und zersplittert in spitze Partien malte er 1913 die von Bäumen umgebenen „Mädchen am Springbrunnen“. Und von den Ideen Delaunays beeinflusst, experimentiert er konstruktiv und farbintensiv in der Komposition „Farbige Formen“ von 1913. Gerade dieser Teil der Münchner Ausstellung ist das spannendste Kapitel. Nicht nur, dass beide in diesen Bildern formal aufeinander zu steuern wie in keiner anderen Werkphase. Es ist zugleich die unbekannte Seite beider, die einmal mehr unterstreicht, dass Kunst ein ständiger Prozess des Zweifelns, der Verwerfens und Neuschöpfens ist.

Für Macke und Marc war die Berührung mit der Abstraktion aber lediglich ein künstlerischer Seitenpfad, der allerdings unübersehbar in den Werken dieser Jahre Spuren hinterlassen hat. Beide halten weiterhin am Figurativen fest. Mackes Tunisreise gemeinsam mit Paul Klee schlägt sich noch einmal auf andere Weise in der vereinfachten, klaren Formensprache nieder, die er anschließend anstrebt. Man denkt an die abstrahierten menschlichen Formen eines Oskar Schlemmer beim Betrachten von Mackes „Seiltänzer“ von 1914. Marc hingegen balancierte weiterhin auf dem schmalen Grad von geometrischen Formen und Figurativem, begleitet von einem nuancenreichen Ton-in-Ton-Farbzauber. Nur fünf Jahre im Schaffen dieser beiden Modernewegbereiter spiegelt die breit angelegte Ausstellung wider, die nicht nur den Austausch der Freunde reflektiert, sondern auch Einblick in den inneren Kampf der Werkstatt namens Moderne gibt – fünf Jahre, die Kunstgeschichte geschrieben haben.

Die Ausstellung „August Macke und Franz Marc. Eine Künstlerfreundschaft“ ist bis zum 3. Mai zu sehen. Das Lenbachhaus hat täglich außer montags von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 6 Euro; für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos. Zur Ausstellung ist ein Katalog im Hatje Cantz Verlag zum Preis von 34 Euro erschienen.

Kontakt:

Städtische Galerie im Lenbachhaus

Luisenstraße 33

DE-80333 München

Telefax:+49 (089) 23 33 20 03

Telefon:+49 (089) 23 32 00 00

E-Mail: lenbachhaus@muenchen.de



16.04.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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Franz Marc, Die gelbe Kuh, 1911
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Franz und Maria Marc in der Gartenlaube in Sindelsdorf,
 1911
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August Macke, Lesender Mann im Park, 1914

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Franz und Maria Marc in der Gartenlaube in Sindelsdorf, 1911

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August und Elisabeth Macke, 1908

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Franz Marc, Der Tiger, 1912

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Franz Marc, Reh im Klostergarten, 1912

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August Macke, Bildnis Franz Marc, 1910

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