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Eine fast vergessene Kunst: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe präsentiert Meisterwerke der Modezeichnung aus 100 Jahren

Die Essenz des Einzigartigen



„Dies ist eine Ausstellung, die von Luxus, Ästhetik und Schönheit handelt“, sagt Jürgen Döring, Kurator der Ausstellung „Bilder der Mode“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. „Es geht um ästhetische Darstellungen und die schönen Seiten des Lebens, die man optisch genießen kann.“ Zu sehen sind rund 170 Haute-Couture-Modezeichnungen aus den letzten 100 Jahren. Da in der Haute Couture jeder Entwurf nur einmal hergestellt wird, umströmt auch die dazugehörigen Zeichnungen ein Flair von Glamour und Exklusivität. Die in verschiedenen Techniken wie Aquarell, Tusche oder Monotypie ausgeführten Darstellungen von Kleidern, Silhouetten, Models und Accessoires stammen allesamt aus der Sammlung der Französin Joëlle Chariau. Die seit über 30 Jahren in München ansässige Galeristin für Druckgrafik hat über die Jahrzehnte eine beeindruckende Sammlung an Modeillustrationen aufgebaut, und sie ist eine Pionierin auf diesem Gebiet.


Über lange Zeit dienten die Zeichnungen nur als Vorlagen für den Druck in Magazinen und Zeitungen – sie sollten auch bei der weniger gut betuchten Prêt-à-porter-Kundin Sehnsucht und Begehren wecken. Dass jetzt die Originale als eigenständige Artefakte gewürdigt werden, ist nicht zuletzt Madame Chariaus Verdienst. Wie jede gute Galeristin hat sie stets auch etwas aus ihrem Angebot für sich selbst zurückgehalten: „Manchmal ist man gezwungen, etwas zu verkaufen, aber man versucht, das Beste zu behalten.“ Nachdem die Sammlerin ihre Schätze vor vier Jahren in London präsentiert hat, wandte sie sich auf der Suche nach einer zweiten Station ans Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) in Hamburg. Direktorin Sabine Schulze: „Bei so einem Katalog und so einem Angebot wartet man nicht, bis jemand anders kommt.“

Das Spektrum der Schau reicht von Entwürfen der Häuser Paul Poiret, Coco Chanel und Christian Dior bis zu Alexander McQueen, Yohji Yamamoto und Comme des Garçons. Kurator Jürgen Döring: „Die Modeillustration ist etwas sehr Exquisites. Es geht nicht darum, abzubilden oder die Mode zu entwerfen, sondern darum, die Mode zu interpretieren.“ Besonders die jüngeren Künstler, denen in der Schau viel Platz eingeräumt wird, überzeugen daher auch durch freie, abstrahierende Interpretationen. Im Auftrag exquisiter Modezeitschriften wie Vogue und Harper’s Bazaar oder auch beauftragt von den Haute-Couture-Herstellern selbst, fertigen sie in oft innovativen Techniken Modeillustrationen mit Unikatcharakter. So transformiert der Schweizer François Berthoud Kleidungsstücke in komplex bearbeitete C-Prints mit 3D-Charakter. Und die Pariserin Aurore de La Morinerie, eine der wenigen Frauen in diesem Metier, fertigt fernöstlich anmutende Monotypien und Tuschezeichnungen von modernen Frauen in extravaganten Outfits.

„Die Ausstellung ist eine Reise durch die Zeit“, konstatiert Joëlle Chariau. „Die einzelnen Bilder sind für mich wie Zeitkapseln.“ Die chronologisch aufgebaute Schau setzt ein mit Zeichnungen im Art Déco-Stil von Georges Lepape aus den 1910er und 1920er Jahren. Oftmals wird hier noch die ganze Figur in ihrer urbanen Umgebung oder bei Freizeitvergnügungen wie dem Skifahren gezeigt. Die Kleidung wird in ein mondänes Ambiente eingebettet. Flanierende Paare waren damals en vogue. Die Illustrationen des in Puerto Rico geborenen New Yorkers Antonio Lopez (1943-1987) aus den 1960er bis 1980er Jahren wiederum zitieren ganz unverkrampft Vorbilder aus der bildenden Kunst, etwa Fernand Léger oder Roy Lichtenstein.

Der in New York lebende Schwede Mats Gustafson, Jahrgang 1951, in der Ausstellung mit ebenso eleganten wie flüchtig wirkenden Tuschen und Aquarellen vertreten, bringt das zentrale Anliegen der Modeillustration auf den Punkt: „Anders als in der Fotografie geht es nicht darum, ein Kleidungsstück möglichst präzise abzubilden. Viel wichtiger ist es, die Essenz eines Entwurfs herauszuarbeiten.“ Dieses Alleinstellungsmerkmal dürfte auch der Grund dafür sein, dass diese seltene Kunstform besonders in Frankreich bis heute überlebt hat und im Zeitalter der Allmacht des Digitalen sogar eine kleine Renaissance erfährt.

Die Ausstellung „Bilder der Mode. Meisterwerke aus 100 Jahren“ ist bis zum 3. Mai zu sehen. Das Museum für Kunst und Gewerbe hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre ist er frei. Der 252seitige Katalog aus dem Prestel Verlag kostet im Museum 45 Euro, im Buchhandel 50 Euro.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg



14.04.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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