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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Malerei des 19. Jahrhunderts im Wiener Dorotheum

Überfall der Wegelagerer



Friedrich Gauermann, Der erlegte Hirsch, 1840

Friedrich Gauermann, Der erlegte Hirsch, 1840

Meister aus Österreich stellen einige der Hauptlose auf der kommenden Versteigerung von Gemälden oder gemäldehaften Papierarbeiten des 19. Jahrhunderts im Wiener Auktionshaus Dorotheum. Allen voran steht mit gleich vier Offerten der Biedermeiermaler Friedrich Gauermann, der insbesondere mit seinen ebenso lebensnahen wie technisch perfekten Naturschilderungen aus der alpinen Bergwelt Berühmtheit erlangte. Ein solches Werk ist sein „Hirsch am Gosausee“ mit dem Dachstein im Hintergrund, ein verhältnismäßig kleines und trotzdem 40.000 bis 60.000 Euro teures Ölbild. Mit 80.000 bis 150.000 Euro noch tiefer in die Tasche langen muss man für seine 1840 verbildlichte Szene, in der ein von Hunden begleiteter Waldbauer einen erlegten Hirsch auf einem Ochsenkarren nach Hause schafft. In die Niederungen des Daseins alpiner Wegelagerer entführt Gauermann den Betrachter mit seinem „Überfall“, datiert 1834: Eine durch die Berge rumpelnde Kutsche wird soeben das Opfer hinterhältiger Räuber, gnadenlos haben sie den sich wehrenden Kutscher niedergeschossen, eine der Damen ist bereits in Ohnmacht gefallen. Das laut Provenienzangabe ehemals im Besitz des Hauses Habsburg befindliche Gemälde soll 50.000 bis 70.000 Euro kosten.


Ein anderer Österreicher, dessen Werk mit bemerkenswerter Breite und zugleich auffallend hohen Preisen am 23. April im Dorotheum aufgefächert wird, ist Anton Romako. Der 1832 geborene Künstler, der seine Zeitgenossen oft mit farblichen Entfremdungen verstörte und damit trotz aller Traditionsgebundenheit ein früher Vorläufer der Moderne genannt werden kann, hielt sich viele Jahre lang in Italien auf. Von dort brachte er unter anderem seine „Neapolitanischen Fischer“ beim Einholen eines Bootes im Abendlicht (Taxe 45.000 bis 55.000 EUR) und ein „Italienisches Mädchen mit Kopftuch und Tamburin“ (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR) mit. Ein wenig überzeichnet wirkt sein „Ähren lesendes italienisches Mädchen“, das seine Ernte mit regelrecht pathetischer Geste in die Höhe hält, bevor es sie in den Korb legt (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR).

Im Gegensatz zu Romako war Hans Makart zu seiner Zeit ein Malerstar. Die feinste Gesellschaft ließ sich von ihm portraitieren, trotz oder vielleicht gerade wegen des etwas morbiden Charmes, der diese Werke charakterisiert. Auch Bankiersgattin Henriette Mankiewicz, die um 1877/78 verewigt wurde, wirkt in ihrem üppigen Putz mit wächsernem Arm und fahlem, in den Konturen leicht verschwommenem Gesicht vor schwarzem Grund ein wenig wie aus der Gruft gestiegen (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Ähnlich ergeht es der Schriftstellerin Christine del Negro, die Makart auf anderthalb Meter hoher Leinwand 1876 abkonterfeite (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Zurück ins Biedermeier bringen uns Johann Baptist Reiter mit dem frontalen Bildnis seiner etwas aufgetakelten Tochter Lexi (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR), der Grazer Maler Ernst Christian Moser mit dem sensiblen Portrait von vier jungen Geschwistern (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR) und Barbara Krafft mit ihrem anmutigen kleinen Mädchen in duftigem rosafarbenem Kleid mit Blumengirlande (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR).

Für die Wiener Ansichtenmalerei war unter anderem Rudolf von Alt zuständig. Ein kleines Aquarell von 1838 gibt mit dem Stephansdom von Südwesten eines der beliebtesten Motive aus der österreichischen Hauptstadt wieder (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Thomas Ender nahm 1836 einmal nicht die heimische Bergwelt, sondern eine italienische hügelige Landschaft mit See, Burgruine und Bauer samt Maultier auf (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Für die gemäßigt moderne Variante des österreichischen Impressionismus stehen Emil Jakob Schindlers romantisch gelegene „Waldmühle“ (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR), Alfred Zoffs italienisch heitere Küstenlandschaft (Taxe 13.000 bis 18.000 EUR) und Theodor von Hörmanns „Schilfschneider“ in windiger Herbstlandschaft aus der Zeit um 1875 für 25.000 bis 30.000 Euro. Ihre weiblichen Mitstreiter waren etwa Olga Wisinger-Florian, die eine Parklandschaft mit bunt blühenden Blumenbeeten um 1902/06 beisteuert (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), und Marie Egner mit ihrem Küstenstreifen unter wetterwendischer Scirocco-Stimmung (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Schließlich tritt auch noch Tina Blau mit einer Bauernhofidylle auf dem Balkan von 1872 hinzu (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR).

Szenen aus dem Alltag der venezianischen Bevölkerung waren die Spezialität einer Reihe italienischer Impressionisten des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Vittorio Emanuele Bressanins breitformatiges Genrebild „Der Erzähler“ mit einem etwas zwielichtig wirkenden Mann, umringt von Kindern und jungen Frauen, oder Egisto Lancerottos amouröses Dreifigurenstück „Die Medaille“ sind Beispiele für diese gemäßigt moderne Richtung. Weniger erfreulich ist eine 1873 von Giacomo Favretto geschilderte Szene. Sie zeigt in schlichtem Interieur einen Herrn der besseren Gesellschaft, wohl einen Priester, der sich soeben an sein Dienstmädchen heranmacht, jedoch ganz offenbar ohne dessen Willen. Gesellschaftskritik scheint hier also ein wenig mitzuschwingen (Taxen alle 20.000 bis 30.000 EUR).

Die feinere Gesellschaft ließ sich damals unter anderem von Vittorio Matteo Corcos portraitieren, so auf hochovalem Format beinahe in Überlebensgröße die junge, in prachtvolle weiße Schale geworfene Schönheit Yole Biaggini Moschini im Jahr 1904 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Berühmt für seine spritzige, rasante Zeichen- und Maltechnik war Giovanni Boldini. Auch seine Studie einer jungen Frau am Klavier in roter und schwarzer Kreide scheint geradezu über das Papier gefegt zu sein (Taxe 22.000 bis 28.000 EUR). Von ihrem älteren Fachkollegen Francesco Hayez gibt es das Bildnis Elisabetta Bassi Charlé, vermutlich 1829 gemalt und auch modisch noch ganz dem früheren 19. Jahrhundert entsprechend. In der Hand hält die Dargestellte offenbar ein Bild ihres verstorbenen Gatten (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Pelagio Palagi hat sich bei seiner Darstellung der „Madonna der Verkündigung“ an der barocken Malerei seiner Landsleute orientiert und ihr ein liebliches Aussehen verliehen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Hierzulande wenig bekannt ist der Amerikaner John Singer Sargent. Dabei existiert von ihm bereits ein neunbändiges Werkverzeichnis, in dessen letzten Band jetzt das neu entdeckte Portrait einer unbekannten alten Dame wohl aus einer Serie ähnlicher, allesamt recht düsterer Bilder der 1880er Jahre aufgenommen wird (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Aus deutscher Portraitproduktion kommt Franz Ittenbachs feines Bildnis der jungen Marie Felicitas zu Fürstenberg von 1839 zur Auktion, das im Herbst 2010 bei Van Ham schon einmal 20.000 Euro einspielte. Hieran orientiert sich das Dorotheum mit seiner Schätzung von 15.000 bis 20.000 Euro. Neben seinen typischen Mönchen mit einem Gläschen Wein für bis zu 18.000 Euro hat Eduard von Grützner diesmal auch die Genreszene „Unterwegs“ mit einer Liebeständelei zwischen Bauernbursch und Dirndl am Fenster von 1882 zu bieten (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Nicht ganz so ernst nimmt Joseph Weidner das eigene Malerleben, wenn er in einer humoristischen Atelierszene seine Kollegen fechten lässt, so dass einer doch eben in die Leinwand mit Gottvater Zeus stürzt und dabei auch den Urheber vom Stuhl reißt (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR).

Eine geradezu überbordende Fülle kennzeichnet ein 1898 datiertes Stillleben von Victor Dangon: Im Mittelpunkt steht eine chinesische Vase, umgeben von Rosen, kostbaren Gefäßen und allerlei Stoffen. Vielleicht sorgen die schöpferische Raffinesse und handwerklich hohe Güte dieser Malerei ja für eine Steigerung über die anvisierten 7.000 bis 10.000 Euro hinaus. Bis ins Entstehungsjahr 1821 zurückverfolgen lässt sich die Herkunft von Johann Georg von Dillis’ geschmackvoller „Römischer Landschaft (Der alte Turm bei Marino)“. Johann Adam von Aretin kaufte das gut einen Meter breite Ölbild damals direkt beim Künstler, später ging es unter anderem an Maximilian Haushofer und wird jetzt aus deutschem Privatbesitz für 25.000 bis 35.000 Euro wieder angeboten. Haushofer selbst kommt mit seinem weiten Blick auf den Waginger See von 1848 an einem Sommertag bei 8.000 bis 12.000 Euro zum Zug. Albert Flamm zog es dagegen nach Italien, wo er das abendliche Motiv einiger Frauen am Brunnen in der Campagna fand (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), und auch Jules Louis Philippe Coignet ließ sich 1846 von einem Feuerwerk über dem Castel Sant’Angelo mit dem rot leuchtenden Petersdom im Hintergrund betören (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Aus ost- und südosteuropäischen Landen kommt Paul Joanovits’ Bildnis der Königin Marija Karadjordjevic von Jugoslawien, die 1900 als Marie von Hohenzollern-Sigmaringen in Gotha zur Welt kam und 1922 König Alexander heiratete. Das Bild datiert also schon weit ins 20. Jahrhundert hinein (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Kunstfreunde aus Ungarn werden sich vielleicht auf László Paáls unvollendeten und dennoch ungemein anziehenden „Feldweg“ in monochrom brauner Farbgebung stürzen, während für russische Interessenten sicher Ivan Konstantinovich Ajvazovskis „Sinkendes Schiff“ in stürmischer See von 1889 ein Magnet sein wird (Taxen je 50.000 bis 60.000 EUR). Sehen lassen können sich aber auch Konstantin Ivanovich Gorbatovs impressionistischer „Herbst“ von 1936 (Taxe 28.000 bis 35.000 EUR) und ein farbenfrohes Interieur mit stilllebenhaftem Blumenbouquet vor einem Spiegel von Stanislaw Zukowski für 40.000 bis 60.000 Euro. Einen besonderen Charme entfalten stets die Kinderbilder Alexej Harlamoffs, wie das Portrait eines jungen, ein wenig traurig blickenden Knaben in langem dunklem Haar (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 23. April um 17 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog ist unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



14.04.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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