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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rekordpreise bei Venator & Hanstein

Prachtvoll und packend



Joan Blaeu, Atlas maior. Sive Cosmopraphia Blaviana, Amsterdam 1662-1665

Joan Blaeu, Atlas maior. Sive Cosmopraphia Blaviana, Amsterdam 1662-1665

Zuschläge so hoch, wie es bislang nicht vorgekommen in der Geschichte von Venator & Hanstein, verzeichnete das Kölner Auktionshaus auf seiner jüngsten Versteigerung von Büchern, Grafik und Autografen am 20. März. Gleich zu Beginn setzte Joan Blaeus „Atlas maior“ ein erstes Signal bei 260.000 Euro. Das elfbändige Werk, gedruckt 1662 bis 1665 in Amsterdam, ist mit seinen elf kolorierten und goldgehöhten Kupferstichen sowie fast sechshundert Karten und Plänen ein opulent ausgestattetes Meisterwerk der Kartografie und ein Hauptwerk seines Autors. Venator & Hanstein hatten 150.000 Euro dafür angesetzt. Von 75.000 Euro konnte sich unmittelbar anschließend die sechsbändige „Beschreibung vnd Contrafactur der vornembster Stät der Welt“ auf 110.000 Euro ebenfalls steigern. Der Kölner Theologe Georg Braun hat die „Civitates Orbis Terrarum“ zwischen 1572 und 1618 herausgegeben und mit einer Vielzahl kolorierter Stadtansichten von Franz Hogenberg und Simon Novellanus ausgestattet.


Weit überflügelt wurden diese beiden Preise aber in der Abteilung „Manuskripte“ von einer liturgischen Handschrift aus dem Italien des 14. Jahrhunderts, die mit wenigen, aber überaus kostbaren Miniaturen wohl aus dem Umkreis des Florentiners Pacino di Bonaguida illuminiert ist. Internationale Kundschaft mit führenden Händlern und Sammlern aus aller Welt gab sich für dieses Antiphonar bei Venator & Hanstein ein Stelldichein, und auch von der TEFAF in Maastricht reiste manch einer nach Köln. In dem zähen Ringen um die Handschrift unter fast eineinhalb Dutzend Bietern blieb schließlich ein chilenischer Sammler siegreich, die einschließlich Aufgeld fast eine 1 Million Euro dafür bezahlte. Netto waren es 750.000 Euro – und damit mehr als das Sechzigfache der Schätzung von 12.000 Euro. Ein etwa aus der gleichen Zeit stammendes Graduale, ebenfalls aus der Toskana oder der Emilia und mit feinen Initialen versehen, wechselte gleich darauf für 24.000 Euro den Besitzer (Taxe 10.000 EUR).

Unter den bildenden Künstlern brachte es Rembrandt am weitesten mit einem Exemplar des ersten Zustandes seiner späten Radierung „Christus lehrend“ für 36.000 Euro (Taxe 12.000 EUR), gefolgt von 2.200 Euro etwa für seine „Auferweckung des Lazarus“ um 1632 (Taxe 2.400 EUR) oder die traute „Anbetung der Hirten bei Laternenschein“ um 1657 (Taxe 1.800 EUR). Albrecht Dürer mischte bei 3.000 Euro für seinen 1505 gedruckten Kupferstich „Das große Pferd“ hier auf den vorderen Rängen mit (Taxe 3.200 EUR). Eine vollständige Ausgabe von Giovanni Antonio Canals „Urbis Venetiarum prospectus celebriores“ mit 38 kolorierten Kupfertafeln blieb mit 24.000 Euro etwas unterhalb der Erwartungen (Taxe 30.000 EUR). 28.000 Euro bei einer Schätzung von lediglich 1.200 Euro erzielte eine zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Jacques Basnage herausgegebene Bildbibel in Niederländisch mit ebenso prachtvollen wie packenden Illustrationen des niederländischen Kupferstechers Romeyn de Hooghe. Auf 9.000 Euro verdreifachte sich der Wert einer weiteren Bilderbibel, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts sukzessive in Amsterdam herauskam und mit Stichen von Jan van Londerseel, Harmen Jansz Muller und anderen ausgestattet ist.

Die klassische Moderne war mit einer größeren Anzahl von Druckwerken russischer Avantgardekünstler aus einer österreichischen Privatsammlung vertreten, die fast durchgängig einen Abnehmer fanden und zur guten losbezogenen Zuschlagsquote von über 60 Prozent beitrugen. Dazu gehörten etwa Gustav Klucis’ neun collageartigen Bildpostkarten „Sparkadiada Moskva“ von 1928 für 6.500 Euro (Taxe 6.000 EUR) und Kasimir Malewitschs kunsttheoretische Schrift „Über neue Systeme in der Kunst“ von 1919 für 5.200 Euro (Taxe 3.000 EUR). Unter die Stadtansichten und Landkarten hatte das Auktionshaus eine Ansicht des Kölner Rheinufers mit dem unvollendeten Dom im Hintergrund eingereiht. Das gegen Ende der 1820er Jahre wohl von Clarkson Frederick Stanfield gemalte Ölbild kapriziert sich freilich eher auf das genrehafte Motiv der Fischer an ihren Booten im Vordergrund und hätte auch in jeder Kunstauktion guten Platz gehabt. Wie vorgesehen, wurden 15.000 Euro dafür gezahlt.

Gegenüber den Schwergewichten der alten Drucke und Handschriften nahmen sich die modernen und zeitgenössischen Künstler fast bescheiden aus. Nur einmal wurde knapp ein fünfstelliger Zuschlag erzielt: 10.000 Euro für einen experimentellen Silbergelatineabzug Sigmar Polkes, der weder Datum noch Titel trägt (Taxe 6.000 EUR). Bei einer Zuschlagsquote von knapp 50 Prozent zeigte sich die Kundschaft zudem selektiver. Dennoch war der Absatz zum Teil sehr gut und insbesondere bekannte Meister wie Gerhard Richter, Ewald Mataré oder Friedensreich Hundertwasser, Informelle wie Karl Fred Dahmen, Winfred Gaul und Gerhard Hoehme sowie die ZERO-Meister Günther Uecker oder Heinz Mack recht gefragt. Eine jüngere Reliefcollage Klaus Staudts unter dem Titel „Remember II“ von 2010 ging für 3.600 Euro über die Bühne (Taxe 1.500 EUR), und von 2.000 Euro wurde die materialreiche Assemblage „Le Crie“ der 1999 verstorbenen Künstlerin Ursula Schultze-Bluhm aus dem Jahr 1972 auf 3.300 Euro gehoben.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19



07.04.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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wohl Clarkson Frederick Stanfield, Cologne on the Rhine, 1826/30
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Antiphonar, wohl Florenz oder Emilia, 14. Jahrhundert
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Gustav Klucis, Sparkadiada Moskva, 1928

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Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 550

wohl Clarkson Frederick Stanfield, Cologne on the Rhine, 1826/30

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Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 86

Franz Hogenberg, Georg Braun, Beschreibung und Contrafactur der vornembster Stät der Welt, Köln um 1576-1618

Franz Hogenberg, Georg Braun, Beschreibung und Contrafactur der vornembster Stät der Welt, Köln um 1576-1618

Taxe: 75.000,- EURO

Zuschlag: 110.000,- EURO

Losnummer: 5

Rembrandt, Christus lehrend (La petite Tombe), um 1657

Rembrandt, Christus lehrend (La petite Tombe), um 1657

Taxe: 12.000,- EURO

Zuschlag: 36.000,- EURO

Losnummer: 364

Antiphonar, wohl Florenz oder Emilia, 14. Jahrhundert

Antiphonar, wohl Florenz oder Emilia, 14. Jahrhundert

Taxe: 12.000,- EURO

Zuschlag: 760.000,- EURO

Losnummer: 263




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