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An ihm kam so gut wie keiner vorbei: Die Ausstellung „Picasso in der Kunst der Gegenwart“ in den frisch renovierten Hamburger Deichtorhallen versammelt 200 Arbeiten von rund 90 Künstlern, die den Jahrhundertmaler Picasso bewundert, kopiert, ironisiert oder auch gehasst haben

Sichtweisen auf Picasso



Nicht überall, wo Picasso draufsteht, ist auch Picasso drin. Zumindest wer nach Originalen des spanischen Malgenies sucht, wird in der Ausstellung „Picasso in der Kunst der Gegenwart“, mit der die Hamburger Deichtorhallen jetzt nach rund anderthalbjähriger Bauzeit ihre frisch renovierte Nordhalle wiedereröffnen, nicht fündig werden. Über 200 Werke von rund 90 internationalen Künstlern versammelt die facettenreiche Schau, in der Pablo Picasso bejubelt, verehrt, kopiert, ironisiert, seziert und zur Strecke gebracht wird. „Es ist die komplexeste Ausstellung in der 25jährigen Geschichte der Deichtorhallen“, schwärmt Intendant Dirk Luckow.


„Die Ausstellung zeigt die Einflüsse des Weltstars Picasso auf zeitgenössische Künstler in den unterschiedlichsten Formen von der malerischen und der klischeehaften Aneignung bis zu monumentalen Guernica-Interpretationen von sechs bekannten Künstlern“, so Luckow. Offensichtlich schöpften die Künstler aus der Begegnung mit Picasso Kraft. Nicht Ohnmacht befalle sie, sondern er scheine sie noch anzustacheln, ob Brassaïs fotografische Erkundungen im Pariser Atelier, Martin Kippenbergers ironische Selbstporträts eines Malerstars in Unterhose oder Roy Lichtensteins gemalte Atelierszene „Reflections on »The Artist’s Studio«“, in der er sich auf eine Serie von Atelierbildern der 1920er Jahre bezieht. Die Zeitgenossen Picassos in den 1930er Jahren, aber auch Künstler von heute arbeiten sich am Genius Pablo Picasso ab, zum Beispiel indem sie seinen kubistischen Stil affirmativ kopieren wie etwa der New Yorker Maler George Condo oder ihn ins Medium Fotografie übersetzen wie der Londoner John Stezaker in seinen Gesichter deformierenden Fotocollagen.

Offenbar löst die Über-Präsenz Picassos bei vielen Künstlern den Impuls aus, sich mit ihm zu messen. Vor allem das 1937 entstandene Monumentalgemälde „Guernica“ wird immer wieder zum Anlass genommen, darauf zu reagieren. Der Berliner Thomas Zipp etwa malte eine düstere, ganz menschenleere Version des anklagenden Friedensgemäldes. Und der New Yorker Robert Longo hat eigens für die Hamburger Ausstellung eine Kohlezeichnung mit dem Titel „Guernica Redacted (After Picasso, Guernica, 1937)“ in den Abmessungen des Originals angefertigt. Was auf den ersten Blick vertraut wirkt, ist jedoch das Ergebnis radikaler Eingriffe. Longo hat die Vorlage zunächst vollkommen dekonstruiert. Danach hat er einzelne Figuren wieder in das Bild eingefügt, andere aber durch schwarze Leerstellen ersetzt, um so die Bildaussage noch stärker zu fokussieren.

Ein anderes Schlüsselwerk, an dem sich viele Künstler der Schau abarbeiten, ist „Les Demoiselles d’Avignon“ von 1907, Picassos erstes kubistisches Bild, das nach Vorlagen von Peter Paul Rubens und El Greco entstanden ist. Ganz direkt und profan bezieht sich der 2010 verstorbene Sigmar Polke darauf. Polke zeigt sechs, nur mit Dessous und High Heels bekleidete, junge Prostituierte. Der Brite Patrick Caulfield wiederum erwies dem Bild eine Hommage, indem er die von Pablo Picasso gemalte Szene in Rückenansicht darstellt, so, als hätte ein Betrachter Picasso beim Malen beobachtet.

In Hamburg zu sehen ist auch ein Picasso-Kostüm, das der schalkhafte italienische Künstler Maurizio Cattelan in Anlehnung an Maskottchen, wie sie in Disneyland und anderen Freizeitparks herumlaufen, entworfen hat. Cattelan ließ einen Schauspieler auf dem Bürgersteig vor dem New Yorker Museum of Modern Art in diesem Kostüm auftreten. Dieser gab Autogramme und ließ sich mit den Besuchern fotografieren. Gänzlich respektlos dann die Annäherung des 1934 geborenen New Yorker Malers Peter Saul. Dieser treibt Picassos Methode der kubistischen Formzerlegung von bevorzugt weiblichen Gesichtern derart auf die Spitze, dass nur noch eine hässliche, sabbernde Fratze im Stil des US-Satiremagazins „Mad“ übrig bleibt. Insgesamt eine sehr sehenswerte Schau, die jedoch noch fokussierter ausgefallen wäre, wenn sie auf die streckenweise dann doch ermüdende enzyklopädische Vollständigkeit verzichtet hätte.

Die Ausstellung „Picasso in der Kunst der Gegenwart“ läuft vom 1. April bis zum 12. Juli. Die Deichtorhallen Hamburg haben täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, jeden ersten Donnerstag in Monat von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei. Der Katalog aus dem Snoeck Verlag kostet 48 Euro.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de

www.deichtorhallen.de



06.04.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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