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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Einstürzende Produktionsgebäude, ausgebeutete Näherinnen, Umweltverschmutzung, Tierquälerei: Die Ausstellung „Fast Fashion“ im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg beleuchtet jetzt die gerne verdrängten Schattenseiten der Mode. Sie zeigt aber auch ermutigende Alternativen auf

Dunkle Wolken überm Kleiderschrank



Tim Mitchell, Clothing Recycled, 2005

Tim Mitchell, Clothing Recycled, 2005

Fashion Victims, aufgepasst! Wer meint, alle paar Tage billige und vermeintlich trendige Klamotten einkaufen zu müssen, sollte sich diese Ausstellung etwas genauer anschauen: „Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode“ im Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) in Hamburg beleuchtet jetzt die ökologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen von Mode – von erbärmlichen bis tödlichen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in Bangladesch über die Qualen der Pelztiere bis zu den dubiosen Methoden der Altkleiderverwertung. Kuratorin Claudia Banz stellt klar: „Wir möchten nicht sagen, Mode ist etwas Schlechtes, doch letztendlich verbinden sich mit diesem Thema viele Probleme, und auf die wollen wir aufmerksam machen.“


Ausstellungsarchitekt Jesko Fezer hat einen abwechslungsreichen Parcours entworfen, der sich an den Usancen der Mode-Präsentation orientiert: mit Laufsteg, Litfaßsäule, Schaufenster und Ladenauslage. Gezeigt werden Filme, Fotos, Kleidungsexponate, statistische Erhebungen und Grafiken, Materialproben, aber auch künstlerische Arbeiten. So hat die Berliner Fotografin Susanne Friedel aufrüttelnde Interviews mit Textilarbeiterinnen in Bangladesch geführt, die sie in Auszügen auf einer Litfaßsäule mit Fotografien von Models in typischer Billigketten-Ästhetik kombiniert. Der aufgedruckte Preis der Kleidungsstücke entspricht dabei der Bezahlung der Näherinnen aus Fernost – ist also extrem niedrig. „Es ist uns ein ganz besonderes Anliegen, zu zeigen, dass es irgendwo Menschen gibt, denen es sehr wohl weh tut, wenn wir uns eine Bluse für nur 14,30 Euro kaufen“, sagt die Direktorin des MKG, Sabine Schulze.

40 Prozent unserer gekauften Kleidung landet ungetragen im Schrank. Pro Haushalt geben die Deutschen nur noch 4,6 Prozent ihres Bruttoeinkommens für Kleidung und Schuhe aus. Der Preis einer Billighose entspricht dem eines Eisbechers, und ein einfaches T-Shirt kostet nicht mehr als ein gutes Stück Käse. Diese Relationen machen deutlich: Das Bewusstsein für den verantwortungsvollen Kleiderkauf muss neu geweckt werden. „Wir brauchen einen neuen Begriff von Mode“, sagt Claudia Banz. Verantwortlich sind Politik, Wirtschaft und Designer, vor allem aber wir selbst: die Konsumenten. Nachhaltigkeit, ökologisches Bewusstsein und Innovation sind hier gefragt. Auch das zeigt die Ausstellung und bietet Alternativen: Aus der Sammlung des MKG werden zum Beispiel historische Stopftücher präsentiert, frei nach dem Motto, auch mal liebevoll flicken statt sofort wegwerfen.

Im „Slow Fashion Labor“, dem zweiten und Mut machenden Teil der Schau, geht es um eine neue Herangehensweise an die Mode. Ökologische Kleidung mit Naturfarben und fair produzierte Textilien sind zum Beispiel auf der Berliner Fashion Week ein Renner. Den Look von plumpen Sack-Kleidern haben sie längst nicht mehr. Billige, ökologisch hoch bedenkliche und für den Arbeiter belastende Methoden der Ledergerbung können mittlerweile durch natürliche Stoffe ersetzt werden. Kaum zu glauben: Aber Rhabarberwurzelextrakt und Olivenblättertinktur sind hier die Alternativen. Textilfasern können auch aus Milch gewonnen werden, die nicht mehr für den Verzehr geeignet ist. An der Esmod Berlin, der Internationalen Kunsthochschule für Mode, werden solche alternativen Konzepte entwickelt. Doch letztendlich haben die Käufer es in der Hand, die Branche aufzurütteln und aus der Fast Fashion eine Fair Fashion zu machen. Claudia Banz: „Konsum ist heute nicht mehr eine Frage der Selbstverwirklichung, sondern der Verantwortung.“

Die Ausstellung „Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode“ läuft vom 20. März bis zum 20. September. Das Museum für Kunst und Gewerbe hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre ist er frei. Der 200seitige Katalog in Magazinform kostet 6,50 Euro.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg

www.fastfashion-dieausstellung.de



20.03.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


20.03.2015, Fast Fashion - Die Schattenseiten der Mode

Bei:


Museum für Kunst und Gewerbe

Bericht:


Zukunftsvisionen in Dresden

Variabilder:

Tim Mitchell, Clothing Recycled, 2005
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Variabilder:

in der Ausstellung „Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode“
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in der Ausstellung „Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode“

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