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Helge Achenbach zu sechs Jahren Haft verurteilt

Das Landgericht Essen hat heute den bekannten Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der 62jährige hatte zuvor den Betrug an vermögenden Kunden gestanden. Insgesamt sprach das Gericht ihn in 18 Fällen schuldig. Damit endet ein medienwirksamer Prozess mit einer hohen Haftstrafe. Die Staatsanwaltschaft hatte während der Verhandlung sieben Jahre Freiheitsentzug gefordert. Richter Johannes Hidding erklärte während der Urteilsverkündung, dass „auch Superreiche kein Freiwild“ sind und ihr Vermögen „vom Strafgesetzbuch genauso geschützt wird wie das normal verdienender Menschen“. Achenbachs ebenfalls angeklagter ehemaliger Geschäftspartner kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Unter den Geschädigten befinden sich der 2012 verstorbene Aldi-Erbe Berthold Albrecht und der Pharma-Unternehmer Christian Boehringer. Nach eigener Aussage hatte Achenbach seinen Kunden zu dem Kauf von Kunstwerken und Oldtimern geraten, für die er dann verdeckte Preisaufschläge berechnete. Dazu hatte der Angeklagte auch Rechnungen gefälscht. In seinem Schlussplädoyer zeigte sich Achenbach reumütig und akzeptierte unter Tränen die zu erwartende Freiheitsstrafe. Achenbachs Anwälte stellten einen Antrag auf Haftverschonung aufgrund der Herzerkrankung des Angeklagten. Diesem wurde jedoch nicht entsprochen, weil laut dem Richter Fluchtgefahr besteht. Zurzeit prüft die Verteidigung die Möglichkeit einer Revision.

Ende Januar hatte das Landgericht Düsseldorf Helge Achenbach in einem Zivilprozess bereits zu Schadensersatz in Höhe von 19,4 Millionen Euro an die Erben Albrechts verurteilt, was der Kunsthändler angefochten hat. Seine Firmen sind inzwischen insolvent, und seine umfangreiche Kunstsammlung wird demnächst in den Auktionshäusern Van Ham und Sotheby’s versteigert. Darunter befinden sich Spitzenwerke von Jörg Immendorff, Joseph Beuys und Georg Baselitz.

Quelle: Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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