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Am 17.11.2018 Auktion 40: Moderne und Zeitgenössische Kunst

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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst des 20. Jahrhunderts und einige Romantiker bei Schmidt in Dresden

Liebe ohne Pathos



Kleine, feine und doch erschwingliche Kunst sächsischer Meister der zwei Jahrzehnte vor und nach dem Zweiten Weltkrieg zeichnet die kommende Versteigerung des Dresdner Auktionshauses Schmidt aus. Da wäre Johannes Beutners „Umarmung“ zweier Liebender in einer Parklandschaft im abendlichen Dämmerlicht: eine alltägliche Szene, vom Künstler ohne viel Pathos und Romantik, ja eigentlich fast karikaturhaft ins Bild gesetzt, fühlt man sich doch eigentlich als Voyeur ertappt bei diesem ganz gewöhnlichen Menschenpaar. Freundliche, fast schreiende Farben prägen Carl Lohses „Badende am Hohen Ufer bei Ahrenshoop“ von 1935: Die nackten Menschen sind rosafarben, die Düne ziegelrot, und dicken weißen Schaum spült das hellblaue Meer an den orangefarbenen Strand, als sei in der Nähe ein Transportschiff mit Spülmittel auf Grund gelaufen. Beide Bilder, das Letztere in Tempera und Farbstift auf Karton fixiert, sollen 8.500 Euro kosten.


Brillante Technik kommt bei Willy Kriegels einem Meter breiten Ölbild „Wilde Weißeritz“ zum Tragen. Der Oskar Kokoschka-Schüler galt in den 1930er Jahren als Meister der „Kleinmalerei“ – leider auch bei den Nationalsozialisten, deren Fängen sich der Dresdner nicht gerade energisch entzog. Die 1935/38 datierte Draufsicht auf die wilden Strudel des kleinen Elbe-Nebenflusses mit den flankierenden Felsen und einem kleinen Stillleben aus Gräsern und Sumpfdotterblumen auf der rechten Seite ist aber über jeden artistischen Zweifel erhaben (Taxe 4.800 EUR). In neusachlichen Gefilden, mit einer leicht verständlichen, bunten Bildsprache jedoch auch fast kindlich-naiv, bewegt sich Heribert Fischer-Geisings „Erzgebirgslandschaft mit Regenbogen“ von 1936. Das Bild wirkt wie die Flucht in eine heile Welt, die der Künstler in der Wirklichkeit nicht fand, seitdem er von den Nazi geschnitten wurde (Taxe 2.300 EUR). Ein Hauch Exotik umweht dann Paul Wilhelms Aquarell „Marion im Kimono“ von 1925/35 (Taxe 2.000 EUR).

Erwähnung verdienen auch ein „Liegender weiblicher Akt“ aus den 1920er Jahren von Max Feldbauer, der hier sichtlich dem Hauptvertreter der Münchner Künstlergruppe „Die Scholle“ Leo Putz folgt (Taxe 2.200 EUR), oder Bruno Voigts gesellschaftskritisches Aquarell „Nutte (Kokotte mit Freiern)“ von 1933, das ähnlichen Blättern von George Grosz kaum nachsteht (Taxe 2.800 EUR). Mehr um die weibliche Schönheit geht es bei Karl Hahns gemäßigt expressionistischem Aquarell eines schlafenden Akts mit drallen Busen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Taxe 750 EUR). Pol Cassels Genreszene „Bei der Kartoffellese“ mit derb gezeichneten Bauerngestalten aus den frühen 1930er Jahren erinnert ein wenig an Kunst der Brueghel-Familie (Taxe 3.800 EUR). Für den kantigen Expressionismus steht Otto Langes Holzschnitt „Harmonikaspieler“ in den Farben Schwarz und Violett von 1919 (Taxe 480 EUR). Sogar einer der ganz Großen ist anwesend: Mit einer Kohlestudie bereitete Otto Dix 1960 das Gemälde „Bildnis Dr. Peter Klook“ vor. Das freundliche Portrait des Herrn im Halbprofil verlangt 6.800 Euro.

Die Nachkriegszeit lässt sich vielfach als ein Anknüpfen an die 1933 unterbrochene Entwicklung beschreiben. So griff Hermann Glöckner in seiner Temperazeichnung auf braunem Packpapier „Kurven + Kopf“ 1953 den Bauhaus-Stil der 1920er Jahre wieder auf (Taxe 3.500 EUR), während Hans Jüchser in der Tradition mystisch-religiöser Malerei gemäßigt expressionistischer Prägung 1954 „Das Gesicht des Jesaja“ zum Thema machte. Auch ein bisschen Marc Chagall scheint in dieses mit 18.500 Euro bewertete Ölbild Eingang gefunden zu haben. Während Erhard Hippold sich 1935 im sommerlichen Garten der Villa Sorgenfrei selbstbewusst in gegenständlicher Malweise abkonterfeit (Taxe 1.500 EUR), strebt er nach dem Zweiten Weltkrieg einer geometrischen Abstraktion zu. Das belegen zwei auf Sperrholz gemalte kleine Täfelchen für jeweils 480 Euro.

„Sedanfassade“ lautet der Titel eines Alterswerks von Albert Wigand aus der Zeit um 1966. Unverwechselbar für den 1890 geborenen Künstler sind die hochrechteckigen monochromen Farbfelder, die raumlos und sauber voneinander getrennt Häuser und Leuchtreklametafeln vorstellen sollen, aber vor allem das Spiel der Abstraktion in den Bahnen von Kubismus und Konkreter Kunst mit einem Motiv aus der realen Welt treiben (11.000 EUR). Elisabeth Ahnerts Spezialität waren Stoffbilder, mit denen sie Stillleben und Landschaften komponierte, so gegen 1960 einen Park mit Fischteich und kleiner Kirche vor großen Bäumen (Taxe 1.800 EUR). Den sicheren Pfad der Gegenständlichkeit verließen auch die jüngeren DDR-Künstler nicht, so der Bernhard Heisig-Sohn Johannes Heisig in seinem symbolistischen „Wilden Garten an der Grenze“ von 1986 (Taxe 3.200 EUR) oder Fritz Keller in seinem an die „Brücke“-Künstler erinnernden Portrait des Sohnes „Mario mit Katze“ von 1990 (Taxe 3.800 EUR).

Einen Ausflug in die frühe Neuzeit unternimmt Schmidt mit dem Bildnis einer vornehmen jungen Frau in prachtvoller Halskrause aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Dabei soll es sich um Isabella Clara Eugenia von Spanien handeln, Tochter des spanischen Königs Philipp II. und diesem im Alter eine wichtige Stütze in den Regierungsgeschäften. 1599 heiratete sie den österreichischen Erzherzog Albrecht, siedelte nach Brüssel über und starb dort 1633. Die kleine Eichenholztafel wurde von einem Nachfolger Frans Pourbus’ d.J. bemalt (Taxe 8.500 EUR). Aus dem 19. Jahrhundert kommen schöne Landschaften wie Franz Bunkes wildromantisches „Waldstück mit Quelle“ von 1879 (Taxe 1.500 EUR) oder Gotthardt Kuehls impressionistische „Augustusbrücke – Dresden“ an einem verschneiten Wintertag aus den 1890er Jahren, mit 18.000 Euro ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung.

Ausstellungserfahrung bringen Eugen Brachts ebenfalls „Verschneite Felder“ von 1911 mit: Sie waren 2005 während einer Personale des Frankfurter Museums Giersch zu sehen (Taxe 6.000 EUR). Unbekannt ist der Schöpfer einer kleinen Mondlandschaft über dem lappländischen Saggatsee wohl aus der Zeit um 1860. Man könnte einen Dresdner Romantiker aus dem Umfeld Caspar David Friedrichs vermuten (Taxe 3.500 EUR). Wild romantisch bleibt es mit Ernst Erwin Oehmes Aquarell des hochaufragenden Schlosses Strehla bei Riesa an der Elbe aus dem Jahr 1865 (Taxe 950 EUR). Die teuersten Skulpturen stammen aus den frühen 1970er Jahren, sind Metallgüsse und bleiben einer abstrahierten Gegenständlichkeit treu: Theo Baldens „Vogelbaum“ aus Messing von 1972 für 3.600 Euro und Werner Stötzers unterlebensgroßer weiblicher Bronze-Torso von 1973 für 6.500 Euro.

Die Auktion beginnt am 14. März ab 10 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 13. März täglich von 10 bis 20 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.schmidt-auktionen.de.

Kontakt:

Schmidt Kunstauktionen Dresden

Bautzner Straße 99

DE-01099 Dresden

Telefon:+49 (0351) 81 19 87 87

Telefax:+49 (0351) 81 19 87 88

E-Mail: mail@schmidt-auktionen.de



09.03.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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