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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Grisebach brachte bei seiner Fotoauktion viele Werke gewinnbringend an den Mann

Nackte Haut



„as lovely as a dhow at sea / thy young beauty is to me – / tall, with all the gerenuk’s grace / A daughter of the Darod race, / Black hair, fine as gossamer thread / Eyes that speak of things unsaid / High cheekbones with straight nose / of thy mouth – the desert rose.“ Diese Zeilen notierte Peter Beard auf seiner Fotografie einer Kenianerin, die er 1987 in Nairobi schoss. Das Zitat entnahm er aus „A Tear for Somalia“, welches sein Freund Douglas Collins 1960 veröffentlicht hatte. Auf diese Weise beschreibt Beard seine Bewunderung für die schöne junge Frau. Stolz präsentiert die Dame sich: Ihre Haltung ist aufrecht, den linken Arm hat sie in die Hüfte gestemmt. Ihr Blick schaut den Betrachter direkt und ohne jede Verlegenheit an. Sie hat ihre Haare in Zöpfen geflochten und trägt zusätzlich Haarschmuck. Auch ihre großen, runden Ohrringe fallen auf. Der Oberkörper ist unbekleidet, was ihre makellose Figur zur Geltung bringt. Ihr einziges Kleidungsstück bildet ein schlichtes Stück Stoff. Neben ihrer Anmut hat Beard wohl vor allem ihre Schönheit fasziniert, wie die notierten Zeilen vermuten lassen. 14.000 bis 18.000 Euro hatte Grisebach bei der letzten Fotoauktion für „Fayel Tall. El Molo Bay, Lake Rudolf“ veranschlagt; 30.000 Euro war ein deutscher Sammler bereit zu zahlen, der wohl einer ähnlichen Faszination wie Beard verfallen war.


Die Versteigerung der Berliner Villa Grisebach schloss am 26. November mit einer hohen Zuschlagsquote von 80,47 nach Losen ab; auch der Umsatz von rund 685.000 Euro kann sich sehen lassen. Daran hatte auch ein zweites Aktbild Peter Beards seinen Anteil. „Maureen at 2:00 am, Hog Ranch“ von 1987 zeigt ebenfalls eine Kenianerin. Die nackte Frau füttert im Dunkel der Nacht eine Giraffe. Unwirklich erscheint die Szene auch durch die beinahe tänzerische Haltung der Frau. 29.000 Euro erreichte Peter Beard hier und steuerte somit die beiden teuersten Werke der Auktion bei (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Auch František Drtikol fotografierte eine posierende Dame; auch sie trägt keine Kleider, dafür einen gezückten Dolch in ihrer rechten Hand. Zwischen Zurückweichen und Voranschreiten, Tanz und Schauspiel changiert „The Movement“ von 1927. Der typisch für die Neue Sachlichkeit klar strukturierte Bildraum wirkt wie eine Kulisse. Drtikols Pigmentdruck erreichte die unteren anvisierten 15.000 Euro.

Die jugendliche, beinahe noch kindliche Nacktheit ist das Thema von Jock Sturges. Seine Modelle fand er an den FKK-Stränden in Kalifornien, Spanien und vor allem in Frankreich. In Montalivet an der Atlantikküste lichtete er 1989 die zarte „Danielle“ beim Duschen in der Natur ab und vereinte darauf 4.500 Euro (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR). Eine bewusstere Art der weiblichen Erotik strahlt „Marilyn Monroe“ in Cecil Beatons Aufnahme von 1956 mit Blume auf ihrem Dekolleté aus. Der von der Leinwanddiva signierte und dem Dichter Alan Scott-Gray gewidmete Abzug klettere auf 6.500 Euro (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Die weibliche Schönheit wird von manchen Künstler aber auch bewusst konterkariert, um auf gesellschaftspolitische Missstände aufmerksam zu machen. So stigmatisiert Daniele Buetti seine Schönheiten mit den Namen großer Konzerne und thematisiert damit die Abhängigkeiten. Sein „Looking for love (Cartier Paris)“ von 1998/2001 kam auf 6.000 Euro. Shirin Neshat nimmt die Rolle der Frau in der islamischen Welt in den Blick und hat 1993 in dem ebenfalls 6.000 Euro teuren C-Print „I am its Secret“ die nicht verschleierte Gesichtspartie mit arabischen Schriftzeichen überzogen (Taxe je 6.000 bis 8.000 EUR).

Der Neuen Sachlichkeit lässt sich der Tscheche Jaroslav Rössler zurechnen. Durch mehrfache Belichtung erzielt er verwirrende Effekte. So ist eine eiserne Industrietreppe kaum noch zu erkennen. Die 1963/64 entstandene Fotografie ging für herausragende 9.000 Euro über den Ladentisch. Ihr folgten noch seine ebenso vielschichte Spiegelung seiner Selbst von 1929 für 5.000 Euro (Taxe je 800 bis 1.200 EUR) und das scheinbar schwebende Stillleben von Ei und Ähre aus dem Jahr 1960 für 3.500 Euro (Taxe 1.000 bis 2.000 EUR). Als Paradekünstler dieser Richtung gilt auch der Deutsche Albert Renger-Patzsch. Er war mit sechs Arbeiten in der Auktion zugegen, die allen einen Abnehmer fanden. Darunter platzierten sich die klaren Formen der „Zeche Grimberg, Bergkamen“ um 1950 mit ihrer Struktur aus Vertikalen, Horizontalen und Diagonalen mit 7.800 Euro an erster Stelle (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Auch Tata Ronkholz komponierte ihre strenge Sicht auf die Bude „Düsseldorf, Lindenstrasse 204“ von 1978 aus diesen Elementen. Der Vintage aus ihrem umfangreichen Werkkomplex der Trinkhallen spielte 5.200 Euro ein (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

Ein poetischer Zug ist Otto Steinerts „Skizzen aus Paris“ von 1949 eigen. Auch wenn er seinen Vintage ebenfalls aus Vertikalen und Diagonalen aufbaut, spielt in der abplatzenden Putzschicht der Dächerlandschaft ein Moment der Vergänglichkeit hinein. Dafür wurden 5.000 Euro gezahlt (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Arnold Newman stellt in „Tree and Wall, Philadelphia“ von 1941 der kahlen Hausfront das verzweigte Geäst eines ebenso kahlen Baums gegenüber. Hier kletterte der Wert auf 5.200 Euro (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Humorvoll geht es bei Alfred Eisenstaedts „Drum major for the University of Michigan marching band“ von 1950 zu. Auf dem rund zehn Jahre älteren Abzug marschiert eine stolze Kinderschar mit geschwellter Brust auf dem Sportplatz der Universität dem fesch gekleideten Tambourmajor hinterher, was sich in taxgerechten 7.000 Euro niederschlug. Thomas Hoepkers bekannte Rauchwolken in seinem „Blick von Williamsburg, Brooklyn, auf Manhattan, 11. September 2001“ künden von der Diskrepanz zwischen dem einschneidenden Weltereignis und dem noch ungezwungenen Alltag einer Menschengruppe. Auch hier endeten die Gebote bei 6.500 Euro im Rahmen der Schätzung.

Die Natur ganz frei von menschlichen Einflüssen hält Hiroshi Sugimoto mit „Sea of Japan Hokkaido II“ aus der Serie „Seascapes“ von 1986 fest. Der Silbergelatineabzug lässt das dunkle Grau des Meeres und das helle Grau des Himmels am Horizont ineinander verschwimmen. 18.000 bis 22.000 Euro verlangte Grisebach für das meditative Bild; 18.000 Euro wurden schließlich geboten. Rudolf Koppitz wählte um 1912 eine große Esche als Motiv. In der Technik des Bromölumdrucks sind beinahe nur die Umrisse des Baumes in starker Untersicht zu erkennen. 15.000 Euro bot ein österreichischer Händler für die graublau getönte Fotografie (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Sein Piktoralismus-Kollege Heinrich Kühn war mit seinem Bromölumdruck nicht ganz so erfolgreich. Die malerisch angelegte Sicht auf drei „Pustertalerinnen“ von 1913/14, die gerade über eine Wiese schreiten, kam nur auf 4.500 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Der russische Industrielle Kozma Terentyevich Soldatenkova gab um 1868 ein kostbares Panorama von Moskau heraus. 640 auf 61 Zentimeter umfasst die Stadtansicht, welche zusammengeklappt in ein Album mit Ledereinband und Schmuckprägung passt. Diese unikate Ausführung schenkte er dem ebenfalls in Russland tätigen Bremer Textilkaufmann Ludwig Knopp. Hier engagierte sich deutscher Handel und spendierte für die 16 Albuminabzüge letztlich 15.500 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Eine ganz andere Stadtansicht bietet die „Düsseldorfer Fotomappe“ von 1989. Vier Größen steuerten hier ihre Sicht der Rheinmetropole bei: Andreas Gursky, Axel Hütte, Thomas Struth und Thomas Ruff. Alle vier menschenleeren Fotografien entstanden in den späten 1980er Jahren. Die Mappe erschien in einer Auflage von 30 Exemplaren und ist eine Edition des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen. Für 9.000 Euro nahm der Käufer das gut erhaltene Mappenwerk mit nach Hause (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Bernd und Hilla Becher versuchten, die untergehende Industriewelten in ihren Fotografien zu dokumentieren. So fertigten sie Serien von Turmbauten an, die sie in Schwarz-Weiß nüchtern ablichteten. Zu ihnen gehört auch der bei Grisebach angebotene kreisrunde „Gasbehälter, Wuppertal“ von 1963, der für 12.000 Euro über das Auktionspult ging (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Den Unterricht in einem Cheder, einer religiös geprägten jüdischen Schule, hielt im Jahr 1937 Roman Vishniac fest. Drei Jungen sitzen an einem Tisch; das Lehrmaterial ist vor ihnen ausgebreitet. Der Knabe im Vordergrund scheint jedoch an etwas anderes als den Schulstoff zu denken und blickt mit großen Augen versonnen aus dem Bild. 11.800 Euro war die Dokumentation einer heute verschwundenen Welt einem Kunden bei Grisebach wert (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Die Trost- und Hoffnungslosigkeit der Jugend fing dagegen der Ire Tom Wood 1996 in seiner Aufnahme „Kirkby“ ein. Für die beiden Mädchen, die an einer heruntergekommenen Bushaltestelle nicht gerade fröhlich in die Kamera blicken, interessierte sich dennoch ein Kunde bei 2.400 Euro (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.de



01.03.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Mona Zimmer

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Rudolf
 Koppitz, Esche, um 1912
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Rudolf Koppitz, Esche, um 1912

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 2096

Heinrich Kühn, Pustertalerinnen, 1913/14

Heinrich Kühn, Pustertalerinnen, 1913/14

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 2095




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