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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zeitgenössische Kunst bei Christie’s in London

Schemenhafte Historie



Ruhig und nebelverhangen liegt er da, der Vierwaldstätter See, den Gerhard Richter 1969 in grauen Tönen eingefangen hat. In seiner fotorealistisch verschwommenen, etwas distanzierten Malweise und dem Fehlen jeglicher menschlicher Einwirkung erscheint er wie ein Monument aus der Urzeit der Erde. 1969 hat Richter sich in mehreren Gemälden mit dem für die Schweizer Geschichte bedeutenden See beschäftigt. Das 120 auf 150 Zentimetern messende Bild ist das größte der vierteiligen Serie und seit 1973 nach seiner Präsentation in der „Großen Kunstausstellung“ im Münchner Haus der Kunst in einer Privatsammlung beheimatet. Sie trennt sich nun von dem marktfrischen Gemälde, hat dafür Christie’s in London auserkoren und will um die 10 Millionen Pfund dafür sehen.


Mit noch drei weiteren Werken Gerhard Richters kann Christie’s in seiner Auktion „Post-War and Contemporary Art“ am 11. Februar aufwarten. Sie gehören zu seiner Serie der „Abstrakten Bilder“ aus den 1980er und 1990er Jahren. Das jüngste von ihnen, das über mehreren Farbschichten rot schimmernde „Karmin“ aus dem Jahr 1994, spielt mit 9 bis 14 Millionen Pfund noch auf den vorderen Plätzen mit. Das Angebot der beiden Auktionsgiganten mit Nachkriegs- und Gegenwartskunst gleicht sich in Anzahl der Lose, Umsatzerwartung und Künstlernamen fast vollständig. Hier wie da liest man Richter, Bacon, Twombly, Fontana, Warhol oder Basquiat und auch einige deutsche Maler. Für die 64 Positionen sollen bei Christie’s mindestens 95 Millionen Pfund zusammenkommen, bei Sotheby’s für seine 77 Losnummern in etwa das gleiche.

Auch Christie’s will mit einem Gemälde Francis Bacons punkten, hier ist es ein hoher Geistlicher, betitelt „Study for a Head“ von 1955, der aus dem schwarzen Hintergrund auftaucht und mit seiner runden Nickelbrille sowie der spitz zulaufenden Nase an Papst Pius XII. erinnert (Taxe um 9 Millionen GBP). Etwas höher positioniert sich Cy Twomblys „Untitled (New York City)“ von 1970; seine in sechs Zeilen angeordneten weißen Schriftschwünge auf mittelgrauer Leinwand sollen um die 15 Millionen Pfund einspielen. Für Twomblys gekritzelte und beschmierte Leinwand „Death of Pompey (Rome)“ von 1962 sollen es nochmal 4 bis 6 Millionen Pfund werden. Dazwischen hat sich Jean-Michel Basquiat mit seinem Gemälde „Thre Delegates“ von 1982 positioniert; die drei Gruselköpfe sind mit 5 bis 7 Millionen Pfund veranschlagt.

Weiter geht es bei Christie’s mit Andy Warhols nachdenklichem frühem Selbstportrait von 1966 in blauen, roten und orangefarbenen Tönen für 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund und Damien Hirsts fein säuberlich aufgereihtem Pillenschrank „Lullaby Winter“ von 2002, der im Mai 2007 bei Christie’s in New York schon einmal 6,6 Millionen Dollar einbrachte. Nun sollen es 2,5 bis 4 Millionen Pfund werden. Aus den Reihen der Young British Artists mischen noch Tracey Emin mit ihrer vielteiligen Rauminstallation „Exorcism of the Last Painting I Ever Made“ von 1996, in der es natürlich um ihr Liebes- und Sexleben geht, für 600.000 bis 800.000 Pfund, Glenn Brown mit einem Rosenstillleben unter dem provokanten Titel „Kill Yourself“ von 2002 für 350.000 bis 450.000 Pfund oder Chris Ofili mit dem suggestiven rot-grünen „Afro Red Web“, das 2003 im britischen Pavillon der Biennale in Venedig zu sehen war, für 500.000 bis 700.000 Pfund mit.

Die ältere Garde der englischen Künstler kommt mit David Hockneys „Steps with Shadow“, die Papiercollage einer Swimmingpoolecke von 1978, für 400.000 bis 600.000 Pfund oder mit Howard Hodgkins rotem Punktebild „In the Green Room“ von 1984/86 für 550.000 bis 750.000 Pfund zu Wort. Aus Italien beteiligen sich etwa der früh verstorbene Domenico Gnoli mit der monochrom braunen Birnenform „Inside of Lady’s Shoe“ von 1969 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP) und Michelangelo Pistoletto mit dem Akt „Donna nuda che avvita una lampadina“ von 1968, in dessen poliertem Stahlhintergrund sich der Betrachter spiegelt (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Südlich bleibt es mit dem Spanier Eduardo Chillida, der sein aus Stahl geschmiedetes, mehrteiliges Skulpturenensemble „Buscando la luz III“ in Stuhlform aus dem Jahr 2000 für 2 bis 3 Millionen Pfund zur Verfügung stellt.

Über das Richter-Angebot hinaus redet die Kunst aus Deutschland bei Christie’s in London ein Wort mit. Allein auf Georg Baselitz entfallen drei Positionen, angeführt von seinem marktfrischen selbstreferentiellen Waldarbeiter mit Hund unter dem Titel „Malermund“ aus dem Jahr 1966, der zwischen den „Heldenbilder“ und den „Frakturbildern“ steht (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP). Sigmar Polke gesellt sich mit einem in Interferenzfarbe gemalten, changierenden Triptychon von 2001 hinzu (Taxe 650.000 bis 750.000 GBP) und Albert Oehlen mit dem „Abstract Painting IV“ von 1987, das aber mit seinen Schriftzügen und Texten dennoch eine Botschaft vermittelt (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP). Die Kunst der ZERO-Gruppe hat in den vergangenen Jahren einen starken Aufschwung erlebt, und daher hat Christie’s auch Günther Ueckers weiß übermaltes, dynamisches Nagelbild „Inseln“ von 1964 in die Abendauktion aufgenommen (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP).

Skulptural wird es mit Thomas Schüttes „Vater Staat“ von 2010. Den überhaupt nicht staatstragenden alten Herrn im Bademantel mit verkrüppelten Armen gibt es auch in überlebensgroßer Version. Die 50 Zentimeter hohe Modellvariante soll nun 300.000 bis 500.000 Pfund erwirtschaften. Jüngster Deutscher ist der 1960 geborene Neo Rauch, der das schwer entzifferbare Landschafts- und Figurenbild „Reaktionäre Situation“ von 2002 für 600.000 bis 800.000 Pfund beisteuert. Doch es geht noch jünger, etwa mit dem 1973 in Chicago geborenen Schwarzen Theaster Gates, der mit seiner sechsteiligen, aus Feuerwehrschläuchen bestehenden Wandinstallation „For Race Riots and Salon Gatherings“ von 2011 auf die Unterdrückung der Minderheiten aufmerksam macht (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Jüngster im Bunde ist der Kolumbianer Oscar Murillo, Jahrgang 1986, der über seine expressiven Kritzeleien wie dem blau-weißen „Untitled“ von 2011 gerne noch die Besucher seines Ateliers laufen lässt (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP).

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



10.02.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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11.02.2015, Post-War and Contemporary Art Evening Auction

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