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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Spektakuläres, Exklusives und Standards – nicht weniger hatte das Dorotheum für die angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts versprochen. Doch trotz hochkarätiger Exponate konnte die Design-Sparte nicht mit den diesjährigen Rekordauktionen mithalten

Ein spärlicher Wald aus italienischen Totems



Es war ein gutes Jahr für das Wiener Traditionshaus: Neun der zehn besten Auktionsergebnisse Österreichs konnte das Dorotheum für sich verbuchen, darunter einige Weltrekorde und einen Gesamtumsatz von 14 Millionen Euro für die Zeitgenössische Kunst. Mit knappen 46 Prozent losbezogene Zuschlagsquote rangiert die vergangene Design-Auktion daher vergleichsweise im unteren Mittelfeld. Das Spitzenlos, ein monumentales, dreiteiliges Keramikbild des Italieners Ettore Sottsass, fand sogar erst im Nachverkauf einen Liebhaber. Diesem war das farben- und formenfrohe Wandbild mit einem Gebot von knappen 90.000 Euro gerade einmal die Hälfte des angesetzten Preises von 170.000 bis 250.000 Euro wert. Auch von Sottsass’ acht angebotenen Totems schafften es nur zwei, den Hammer zum Fallen zu bringen. Das vermutlich erste Exemplar dieser geometrischen Stelen aus dem Jahr 1966 wurde ganz nach den Einschätzungen der Wiener Experten für 50.000 Euro veräußert. Und auch im Fall des „Claire de Lune“-Totems lag der Katalogpreis richtig; die hellblau und weiß glasierte Keramikplastik fand für 15.000 Euro einen neuen Besitzer.


Obwohl der italienische Meister die Auktion 6. November anführte, waren auch andere Entwerferberühmtheiten unter den erfolgreichen Listenplätzen zu finden. So brachte Aldo Turas mit Pergament überzogener, eckiger und ausladender Schreibtisch aus den 1960er Jahren genau die veranschlagten unteren 15.000 Euro ein. Für ihn entstand zudem ein extravaganter Couchtisch von Oscar Torlasco, ein Einzelstück aus Turas Archiv in Lazzate, das an einen Pool mit blauem Wasser erinnert und für 8.000 Euro verkauft wurde (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Mit seinen weißen flauschigen Lammfellbesatz und den glänzend polierten Holzbeinen ist der „Clam“-Sessel des dänischen Designers Philip Arctander von 1944 mittlerweile zu einer Möbelikone geworden. Das Dorotheum hatte gleich zwei Ausführungen zu bieten, beide aus dunkel gebeiztem Eichenholz und eine mit seitlichen Armlehnen, die im Rahmen der Schätzungen für 10.000 Euro und 7.000 Euro versteigert wurden. Klassisch schön und zeitlos elegant präsentiert sich ein Ensemble aus einer Sitzbank und zwei Armsesseln nach einem Entwurf von André Groult. Das dunkle Bergahorn- und Kirschholz harmonieren mit dem rotbraunen Stoffbezug der Polsterungen. Für die anvisierten 13.000 Euro nutze ein Käufer die Chance und darf sich nun an den französischen Möbeln aus den 1920er Jahren erfreuen. Die puristischen 1950er Jahre spiegelt indes Serge Mouilles zweiarmige, spinnenartige Wandapplike mit schwarzen Lampenschirmen wider, die für 8.000 Euro erworben wurde (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Erfreulich waren auch einige unverhoffte Wertsteigerungen. So übertraf ein Konvolut von 67 Entwurfszeichnungen für Teppiche und Tapeten der österreichisch-schwedischen Designer Josef Frank und Björn Trägårdh die Erwartungen um ein Elffaches, als es für 22.000 Euro über die Ladentheke ging (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Zwei Lose weiter spielte eine mit afrikanischem Stoff überzogene Baustahl-Ottomane von Franz West mit 12.000 Euro immerhin noch den doppelten Wert ein (Taxe 5.500 bis 6.500 EUR). Verbessern konnte sich zudem der blaue „Swimmingpool“-Teppich mit schwarzen und weißen Wellen nach einem Entwurf von David Hockney. Der 3 mal 2 Meter große Vorleger aus Schurwolle stammt aus der „Contemporary Art: Dialog First Edition“ von Vorwerk und erzielte trotz seiner maschinellen Machart 10.000 Euro (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR). Einer limitierten Auflage von 100 Exemplaren entspringt der Teppich „La Promenade des Amis“ von Diego Giacometti aus handgeknüpfter Wolle und mit einem zurückhaltenden Dekor, der für 18.000 Euro einen neuen Fußboden zieren darf (Taxe 7.500 bis 8.500 EUR).

Torschlusspanik führte wohl im Fall der funkelnden Wandlampen von Rolf Gutbrod für reißenden und kontinuierlich steigenden Absatz. Die schönen Stücke aus handgeschliffenen Kristallglassteinen entwarf der Stuttgarter Architekt in den 1960er Jahren für die deutsche Botschaft in Wien. Nun wurden 24 von ihnen in Vierersets zu je 1.600 bis 2.400 Euro angeboten. Während die ersten drei Sets ihren Schätzpreis hielten, erhöhten sich die Ergebnisse der letzten drei Sets zunehmend auf 7.500 Euro, 8.500 Euro und 9.000 Euro. Passend dazu erwarb einer der Käufer auch noch eine große Hängelampe Gutbrods im gleichen opulenten Stil für 13.000 Euro – gut viermal so viel wie erwartet (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Funkelnde Glasprismen bezirzten das Publikum auch bei dem rechteckigen Deckenleuchter der Firma Julius Theodor Kalmar. Die Lampe von etwa 1965, die am Unternehmenssitz des Stromanbieters Verbund hing, verdoppelte ihren Wert auf 8.000 Euro. Licht war zudem in Form von Carl Auböcks rustikaler Stehlampe 3891 von 1949 mit Bambusstange und Strohschirm für 5.000 gefragt (Taxe 2.400 bis 2.800 EUR).

Reges Interesse konnten auch die Glaswaren aus Murano verzeichnen. 8.500 Euro war einem Bieter die mit Noppen eigentümlich geformte Vase „A bugne corroso irridato“ von Carlo Scarpa um 1935 in leuchtendem Grün und Magenta wert. Unaufgeregter, wenn auch nicht weniger detailverliebt kam seine rauchige „Battuto pesante“-Vase um 1940 daher und brachte letztlich die erwarteten 10.000 Euro ein. Denselben Preis erzielte auch eine wie kariert scheinende „Pezzato“-Vase von Ercole Barovier in Braun und Grün von 1952 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Noch besser schnitten nur noch zwei Vasen nach einem Entwurf von Fulvio Bianconi ab: Die „Scozzese“ aus klarem Kristallglas mit vertikalen Bandaufschmelzungen in Grün sowie diagonalen in Rot gab es für 12.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und seine „a fasce orizzontali“ in Blau, Grün, Rot und Schwarz sogar für 13.000 Euro (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR).

Neben den eher klassischen Modellen waren auch einige skurrile Stücke recht beliebt. So dürfte gerade das „Vis-à-vis de Gala“-Sofa nach den Vorstellungen Salvador Dalís mit rotem Samtbezug und einer – im wahrsten Sinne des Wortes – Armlehne künftig ein geschmackvoller Blickfang sein; es wechselte für 5.000 Euro seinen Besitzer (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Dazu passend mit der gleichen Umrandung in poliertem Messing verkauften sich auch seine Stuhlpendants „Sillon Leda“ auf drei Damenfüßen für 6.500 Euro respektive 7.500 Euro (Taxe je 5.000 bis 7.000 EUR). Nicht minder erfolgreich waren die floralen Leuchtelemente der französischen Künstlerin Elisabeth Garouste. Ein Paar „Arborescence“-Wandappliken aus Eisenästen mit goldenen Blättern sind Einzelstücke und verschönern für taxkonforme 7.500 Euro nun eine neue Privatsammlung. Ihre Stehlampe „Liana“, eine Metamorphose von drei Lampenschirmen mit einem goldenen Baum aus dünnem Stamm, brachte gute 8.000 Euro ein (Taxe7.500 bis 9.000 EUR).

12.000 Euro erzielten zudem Garoustes schmiedeeiserne Beistelltischchen mit ausgestanztem S-Dekor, die sie mit Mattia Bonetti 1987 herstellte (Taxe 10.000 bis 13.000 EUR). Und damit gelangt man zum Highlight unter den ausgefallenen Teilen der Design-Offerte: Der Sessel „Voyager’s Nest“ von Gaby Fois Dorell für Saporiti sieht aus wie ein übergroßer karmesinroter Farbklecks, der sich jedoch den Körperformen anpasst und dank gegossenem TechnoGel einen gemütlichen Sitz samt Lehnen bietet. In der auf zehn Stücke limitierten Auflage ist der angebotene Sessel der einzige in dieser Farbvariante und verließ das Wiener Auktionshaus nun für erwartungsgemäße 20.000 Euro (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Ein echtes Schnäppchen ergatterte ein Kunde in Form einer kompletten Schlafzimmereinrichtung von 1905. Das Ensemble aus Ahornholz mit markanten, schwarz gebeizten Rahmenakzentuierungen und Einlagen aus Perlmutt, Weißmetall und Ebenholz hatte das Dorotheum dem Jugendstilarchitekt Robert Oerley zugeschrieben und auf 6.000 bis 9.000 Euro geschätzt. Der große Wand-Verbau mit integriertem Bett, die Nachtkästchen, Hängevitrinen, Schrankelemente, Schwenkspiegel und Lampen aus einem Wiener Palais fanden letztlich sogar für 5.000 Euro einen neuen Besitzer. Was für eine Stilveränderung 65 Jahre ausmachen können, zeigt ein Paar Wandregale aus verchromten Aluminium und Stahl von Vittorio Introini. Für Saporiti entstand 1969 dieses klare und schnörkellose Design, das gerade wegen der verwendeten industriellen Werkstoffe und der Kühle der reflektierenden Oberfläche Charme und Eleganz ausstrahlt. Dies regte wohl zum Kauf für die erhofften 8.000 Euro an. Offensichtlich genügend Stühle hatte wohl der Käufer des durch seine Maserung attraktiven Nussholztisches für zehn Personen von Anna-Lülja Praun. Denn er ließ die eine Losnummer zuvor offerierten passenden Sitzgelegenheiten in Wien zurück. Das Einzelstück war eine Auftragsarbeit für das Besprechungszimmer der österreichischen Pharmafirma Laevosan, seitdem im Familienbesitz verblieben und spielte nun 8.000 Euro ein (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



01.02.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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