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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Gemälde und Zeichnungen Alter Meister bei Christie’s in New York

Die Alten als Wertanlage



Michelangelo Merisi da Caravaggio, Junge beim Früchteschälen, um 1591

Michelangelo Merisi da Caravaggio, Junge beim Früchteschälen, um 1591

Ein echter Michelangelo Merisi da Caravaggio steht nicht alle Tage auf dem Programm einer Versteigerung, selbst wenn sie auf internationalem Parkett stattfindet. Das New Yorker Auktionshaus Christie’s aber hat derzeit ein solches Werk im Angebot, und noch dazu ein ganz besonderes: Wenngleich sich die Forschung nicht vollkommen sicher und einig ist, wird doch der vielleicht zehnjährige Knabe, der da vor unseren Augen einige Früchte schält, als das früheste bekannte Werk des 1571 geborenen malenden Hitzkopfes gehandelt. Es entstand um 1591 kurz nach seiner Ankunft in Rom, mittellos, aber bald in den besten Zirkeln verkehrend und als Maler hochgeschätzt. Besonders in der kontrastreichen Beleuchtung nimmt das Gemälde vorweg, was für den späteren Caravaggio charakteristisch und für die Geschichte der Malerei so bahnbrechend werden sollte. Einen prominenten Besitzer hatte das Bild übrigens auch: Sir Joshua Reynolds nannte es bis zu seinem Tod 1792 sein Eigen, drei Jahre später wurde es bei Christie’s in London als Murillo versteigert. Eigentlich günstige 3 bis 5 Millionen Dollar sind jetzt dafür veranschlagt.


55 Werke bestreiten die Altmeisterabendauktion am 28. Januar. Um den ersten Platz bewirbt sich neben Caravaggio ein weiterer Italiener: Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto, ist mit zwei kleinformatigen Venedig-Veduten mit Dogenpalast und Markusplatz zugegen, die sich seit dem 18. Jahrhundert in englischem Privatbesitz nachweisen lassen. Auch hier stehen 3 bis 5 Millionen Dollar auf dem Etikett. Eine besondere Wertsteigerung verspricht sich der Einlieferer einer betenden Maria von Annibale Carracci: Erst vor etwas über einem Jahr hat er die gut sechzig Zentimeter hohe Leinwand mit der in Dreiviertelansicht gegebenen jungen Frau im Wiener Dorotheum für brutto rund 390.000 Euro erworben. Nun sollen es 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar und damit etwa das Doppelte sein. Bei Carlo Marattas barockklassizistischer Bibelszene „Tobias und der Engel“ sieht das etwas anders aus: 1,1 Millionen Dollar kostete das Gemälde im Januar 2001, und mit 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar wird etwa genauso viel auch jetzt wieder am selben Ort verlangt.

Marktfrische kennzeichnet auch Guido Renis „Martyrium der heiligen Apollonia“ nicht. 2008 bei Sotheby’s für netto 1,6 Millionen Dollar versteigert, wird es jetzt bei 1,2 bis 1,8 Millionen Dollar gehandelt. Von gut 500.000 Pfund im Dezember 2003 auf wenigstens 1 Million Dollar jetzt soll sich Giuseppe Zocchis Blick über den Arno hinweg auf Florenz mit Dom und Santa Croce steigern. Nicht lang her ist auch Benedetto Lutis Auftritt mit „Bacchus und Ariadne“ bei Bonhams in London. Umgerechnet knapp 320.000 Dollar mit Aufgeld im Dezember 2013, 400.000 bis 600.000 Dollar im Januar 2015, lautet die Kalkulation des Einlieferers. Alte Meister scheinen auf dieser Auktion also besonders intensiv als Wertanlage zu fungieren. Die italienische Barockkunst hat zudem die „Befreiung des Petrus aus dem Gefängnis“ für 600.000 bis 800.000 Dollar und zu einem Drittel des Wertes den noch dramatischeren Kampf zwischen „Jason und dem Drachen“ von Salvator Rosa oder die figurenreiche „Anbetung der Könige“ vor einer Palastruine des Neapolitaners Domenico Gargiulo für 300.000 bis 400.000 Dollar zu bieten.

Mit Gaetano Gandolfis bewegt geschilderter Historie von Äneas, der mit seinem alten Vater auf den Schultern aus dem brennenden Troja flieht, ist man schon im Rokoko angelangt. Das erst vor kurzem wiederentdeckte Gemälde, von dessen Existenz bislang nur ein kleiner Bozzetto in einer italienischen Privatsammlung berichtete, geht mit 700.000 bis 1 Million Dollar ins Rennen. Die Verbindung zur Kunst der Niederlande vollzieht Matthias Stom, der um 1600 im Amersfoort geboren wurde und später nach Italien auswanderte. Sein „Martyrium des heiligen Bartholomäus“, das sich caravaggesk auf die Personen konzertiert und sie mit Schlaglicht von links beleuchtet, ist ebenfalls eine Wiederentdeckung (Taxe 400.000 bis 600.000 USD).

Allen niederländischen Meistern voran steht der wenig bekannte, aber ausgezeichnete Caravaggist Theodoor Rombouts mit einer seiner großformatigen Genreszenen, auf die er sich spezialisiert hatte. Hier ist es eine elegante und gleichwohl ausgelassene Gesellschaft, und der Künstler zieht alle Register der Darstellungskunst unterschiedlicher Charaktere und Stofflichkeiten. Mit 2 bis 3 Millionen Dollar wird etwa das Zehnfache dessen erwartet, was bislang für ein Werk des 1597 geborenen Meisters auf einer Auktion bezahlt wurde. Daneben gibt es repräsentative Arbeiten bekannterer Meister wie Salomon van Ruysdaels figurenreiches Eisvergnügen auf der Lek bei Vianen von 1653 für 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar oder Pieter Breughels d.J. saufende Bauernclique vor einem Wirtshaus „Zum Schwan“ für 400.000 bis 600.000 Dollar. Einen für einen Barockmaler erstaunlichen, im Gesicht fast fotografischen Realismus legte Michael Sweerts in seinem Ölgemälde einer alten Frau bei Spinnen zugrunde (Taxe 250.000 bis 350.000 USD).

Reiche Auswahl bietet die Stilllebenmalerei, im Hochpreissegment etwa Balthasar van der Asts Früchte und Blumen samt Muscheln und zwei Papageien für 1,2 bis 1,6 Millionen Dollar oder Roelant Saverys kleines Blumenbouquet in steinerner Rundbogennische für etwas günstigere 300.000 bis 500.000 Dollar. Auf diesem Niveau bewegt sich auch Melchior de Hondecoeters Federvieh mit Brandgänsen und ihren Küken sowie einer Elster in einen Garten. Zu den wenigen nicht aus Italien oder den Niederlanden stammenden Künstlern gehört Georg Flegel, der freilich in seinen jungen Jahren mit Marten van Valckenborch I zusammenwirkte. Eine Gemeinschaftsarbeit der beiden ist das Interieur mit einem nicht mehr ganz jungen Paar, vor dem sich ein Arrangement von Blumen und Früchten regelrecht auftürmt (Taxe 500.000 bis 700.000 USD).

Aus England ist der schon erwähnte Joshua Reynolds mit einem hübschen Knabenportrait des etwa drei- bis vierjährigen Francis George Hare als Sinnbild der Kindheit aus der Zeit um 1790 zugegen. Dass der Junge Mädchenkleidung trägt, war damals nichts Ungewöhnliches (Taxe 250.000 bis 350.000 USD). Einen Zug ins Schweizerische erhält die Offerte mit Johann Heinrich Füssli. Für seine dunkle Leinwand „The Three Witches Appearing to Macbeth and Banquo“ ließ er sich von Shakespeares Drama inspirieren und kostete auch hier seine Vorliebe für Visionen und das Grauenerregende aus (Taxe 300.000 bis 400.000 USD). Prominentester Gast aus Frankreich ist Hubert Robert. Sein Bilderpaar „Der Kanal“ und „Die Kaskade“ sind schönste Rokokoveduten aus heiteren Parkszenen am Vorabend der Französischen Revolution (Taxe bis 2 bis 3 Millionen USD).

Am Donnerstag legt Christie’s über 130 Zeichnungen vor, wiederum mit italienisch-niederländischem Schwerpunkt. Bei jeweils 400.000 bis 600.000 Dollar drängeln sich auf dem ersten Rang eine Ansicht Paduas von Canaletto mit Blick auf San Francesco und den Palazzo della Salone, eine heitere Parkszene Giovanni Domenico Tiepolos mit zwei Damen und Kavalieren an einem Brunnen sowie Peter Paul Rubens’ Aktstudien zweier Männer aus dem „Jüngsten Gericht“ des Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle, angefertigt vor dem Original 1601/02 oder 1606/08. Ausschließlich niederländische Meister listet die Eric Martin Wunsch Collection, darunter Frans van Mieris’ d.Ä. fast ein bisschen süßliche Genreszene „Die unerwünschte Nachricht“, die eine junge Frau soeben in Ohnmacht sinken lässt (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Mit dabei ist auch Maarten van Heemskercks fein ausgeführte Zeichnung „Der Triumph des Tobias“ von 1559, die Dirck Volckertsz Coornhert als Vorlage für einen Kupferstich aus der achtteiligen Folge „Der Triumph der Geduld“ diente (Taxe 100.000 bis 150.000 USD).

Jacques-Louis Davids Entwurf zum 1787 gemalten „Tod des Sokrates“ (Taxe 200.000 bis 300.000 USD) und eine Sammlung neapolitanischer Veduten wie Giovanni Battista Lusieris aquarellierte Ansicht des Lago d’Averno (Taxe 150.000 bis 200.000 USD) oder Saverio della Gattas Pendants mit dem Blick über den Golf und den rauchenden Vesuv ergänzen das hochkarätige Angebot (Taxe 70.000 bis 100.000 USD). An Künstlern aus den deutschsprachigen Raum sind Carl Josef Alois Agricola mit seiner intimen Gouache „Des Künstlers Familie“ samt Mutter, seiner Frau Julie und seinem nackten, vier Monate alten Sohn Carl sowie Rudolf von Alt mit seinem Blick auf einen gemütlichen Markttag vor einem historistischen Prachtbau vertreten (Taxe je 20.000 bis 30.000 USD). Die jüngsten Arbeiten der Auktion stammen aus der viktorianischen Kunst, so Max Beerbohms Karikatur „Rossetti’s courtship“ für 6.000 bis 8.000 Dollar.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



25.01.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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