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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gute Ergebnisse und einige Rekordwerte für Alte Kunst und Europäisches Kunstgewerbe im Neubau des Kölner Auktionshauses Van Ham

Vom Kreislauf des Lebens



Sandro Botticelli und Werkstatt, Madonna mit dem Kind, Johannes dem Täufer und einem Engel, um 1483/85

Sandro Botticelli und Werkstatt, Madonna mit dem Kind, Johannes dem Täufer und einem Engel, um 1483/85

Es war ein Auftakt, wie man ihn sich gewünscht hatte. Im vergangenen Sommer zog das traditionsreiche Auktionshaus Van Ham vom Kölner Stadtteil Bayenthal ins nahegelegene Raderthal, wo nun ein Neubau genug Raum für alle Sparten der Kunst bietet. Im November eröffnete das Haus mit der Versteigerung Alter Kunst und Kunstgewerbe das Auktionsgeschehen am neuen Standort und konnte zum Einstand erfreuliche Ergebnisse erzielen. Rund 60 Prozent der teils hochkarätigen Losnummern Alter und Neuerer Meister wechselten den Besitzer, konnten mit dem Kunstgewerbe und dem Schmuck einen Gesamtbetrag von circa 6,1 Millionen Euro einspielen – den höchsten Wert dieser Sparten in der Geschichte des Hauses – und darum so manchen nicht verkauften Hoffnungsträger leicht verschmerzen. Einer der Favoriten hielt, was er versprach: Sandro Botticellis Tondo „Madonna mit dem Kind, Johannes dem Täufer und einem Engel“, der womöglich aus den mittleren Schaffensjahren des Florentiner Ausnahmemalers stammt. Nicht nur die gut belegte Provenienz und die technologischen Gutachten rechtfertigten den veranschlagten Preis von 260.000 bis 300.000 Euro. Auch die geistige Kommunikation zwischen Maria und ihrem Kind, die stille Andacht der zwei sie flankierenden Gestalten, der Purismus des Hintergrundes, das lichte Inkarnat der Figuren, die lieblichen Gesichtszüge der Gottesmutter tragen die Handschrift Botticellis und seiner Werkstatt. Begeistert von diesem kunsthistorischen Zeugnis ließ ein US-amerikanischer Sammler 350.000 Euro springen.


Das sollte nicht genug sein, denn auch ein weiterer Marientondo aus dem Umfeld Filippino Lippis, eines Schülers Botticellis, sicherte sich der selbe Käufer mit viel Ehrgeiz, indem er 210.000 Euro berappte – anstatt der gewünschten 50.000 Euro. Den ersten Platz des Siegertreppchens belegte aber ein Gemälde der jüngeren Kunstgeschichte: Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggias „Kampf zwischen einem javanesischen Rhinozeros und zwei Tigern“ aus dem Jahr 1840. Eine tropische Gebirgslandschaft mit reicher Vegetation aus Büschen, Bäumen und Sträuchern bildet die Kulisse für den blutigen Kampf. Das ums Überleben ringende Nashorn ist bereits von zwei mordlustigen Tigern zu Boden gerungen und hat sein Auge voll Todesangst aufgerissen. Die Grausamkeit der Natur steht ihrer Schönheit gegenüber. Diese schonungslose Schilderung vom Kreislauf des Lebens beeindruckte das internationale Bieterpublikum und konnte darum die veranschlagten 100.000 Euro weit hinter sich lassen. Ein indonesischer Kunde musste 440.000 Euro aufbieten, um das Gemälde in die Heimat des javanischen Prinzen zurückzuführen.

Alte Meister

Schon der Auftakt der Auktion am 14. November lief vielversprechend: Eine fränkische Apostelgruppe um Maria aus der Zeit um 1500 bestach durch liebevolle Detailumsetzung. Die Gesichter unterschieden sich voneinander, jedes spiegelte eine andere Emotion wider. Die Frisuren waren individuell gestaltet, und auch die Gewänder gefielen durch rege Belebtheit und plastische Präsenz. Das dachten sich auch einige eifrige Bieter und legten darum für das hölzerne Relief schlussendlich 29.000 Euro hin (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Ebenfalls günstig verlief die Versteigerung einer anmutigen Maria Lactans auf der Mondsichel aus dem Umkreis des Meisters der Magdalenen-Legende um 1485/90, die erst bei 42.000 Euro in neue Hände überging (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR).

Das Kölner Stadtmuseum ist dank der Van Ham-Versteigerung nun um ein ansehnliches Objekt reicher. Ein um 1500 entstandenes Beweinungstriptychon aus der Werkstatt des Kölner Malers Bartholomäus Bruyn d.J. ging für 30.000 Euro an das Museum. Denn bei den Figuren auf den Seitenflügeln handelt es sich um Portraits von Angehörigen der stadtbekannten Kölner Familie Merrem/Merheim (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Die Alten Meister hatten zudem noch Joost Cornelisz Droochsloots Dorfstraße von 1657 mit Alltagsszenen aus dem Leben einfacher Leute für 24.000 Euro (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR), Bartholomeus Breenberghs gebirgige Landschaft mit Tobias und dem Engel zur unteren Schätzung von 20.000 Euro oder Jan Vermeer van Haarlems II Fernblick über eine weite Dünenlandschaft für 27.000 Euro zu bieten (Taxe 22.000 bis 25.000 EUR). Eine fast monochrome graubraune Farbpalette bevorzugte auch Jan van Goyen für seine mächtige alte Wettereiche samt Bauernkate und einigen Staffagefiguren, die sich gewinnbringend bei 70.000 Euro platzierte (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Neuere Meister

Den Übergang zur Kunst des 19. Jahrhundert vollzog Jakob Philipp Hackerts frei komponierter „Blick von Albano auf das Castello Savelli, die pontinische Ebene und den Monte Circeo“. Das querovale, in Öl auf Kupfer gemalte Werk aus dem Jahr 1772 konnte die erwünschten 23.000 Euro erreichen, ebenso wie Friedrich Nerlys „Einzug einer abendlichen Festgesellschaft in den Palazzo Pisani zu Venedig“ 35.000 Euro. Auch von Ansichten der eindrucksvollen Wasserfälle bei Tivoli waren die Kunden bei Van Ham angetan: Abraham Teerlinks Gemälde kam auf 10.000 Euro, Martin Verstappens Version auf 13.000 Euro (Taxe je 5.000 bis 8.000 EUR). Den 1843 in Berlin geborenen Otto Geleng zog es noch weiter in den Süden; er ließ sich in Taormina nieder, wo er 1939 auch starb. Ein zur unteren Schätzung von 9.000 Euro verkauftes Postkartenmotiv fand er in Neapel mit dem sommerlichen Blick über die Bucht auf den sanft rauchenden Vesuv.

Eine gewisse Zurückhaltung erfährt derzeit das Werk Oswald Achenbachs. Das musste auch Van Ham konstatieren. Weder Achenbachs „Abendstimmung in den Albaner Bergen“ (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), noch seine „Abendstimmung am Tiber in Rom“ (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR) oder seine „Fischer am nächtlichen Strandfeuer im Golf von Neapel“ fanden einen Abnehmer (Taxe 28.000 bis 30.000 EUR). Und bei seinem fast schon alpinen Motiv „Blick von einem Gehöft auf einen See“ musste er sich mit 12.000 Euro zufrieden geben (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Da war Jean Antoine Théodore Gudins malerischem stillem Dorf in den Savoyer Alpen mit 16.000 Euro schon mehr Fortune beschieden (Taxe 15.000 bis 16.000 EUR).

Mit einem besonderen Highlight konnte Van Ham in der jüngeren Kunst auftrumpfen: Ernst Ferdinand Oehmes „Bergkapelle im Winter“ von 1842, eine Ölmalerei, die lange Zeit als verschollen galt. Der Romantiker vermochte es in diesem Hauptwerk meisterhaft, sich der Natur und ihren Erscheinungen zu widmen. In kühler Dämmerung ragt das steinerne gotische Kapellchen mit seinem steilen Giebeldach auf einem zugeschneiten Felsvorsprung empor. Das Bogenfeld des Rundbogenportals ist mit einem Fenster gefüllt, das das dämmrige Kerzenlicht im Innern der Kirche sichtbar macht. Drei Wanderer bahnen sich mit ihren Stöcken den steilen Weg aufwärts durch den tiefen Schnee Richtung Gotteshaus. Stimmungsvoll, ja romantisch-fromm kommt die Arbeit daher und konnte damit einem deutschen Interessenten nach längerem Bietergefecht schwindelerregende 220.000 Euro entlocken – Auktionsrekord für Oehme (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Der Pole Józef Brandt begeisterte sich ebenfalls für die Schilderung von winterlicher Landschaft, auch wenn sie meist nur den Rahmen für seine Genrethemen bildete. Seine „Abfahrt zur Jagd“ zeigt eine Kolonne aus Kutschen, Reitern und Hunden, die sich mühsam und sichtlich körperlich angestrengt den tief zugeschneiten Weg durch ein Dorf bahnen. Für 50.000 bis 70.000 Euro offeriert, konnte sich der Einlieferer letztlich über 85.000 Euro freuen. Punkten konnte zudem Fritz von Willes klarer Wintertag in der Eifel mit einem einsamen Gehöft unter dem Titel „Taufrost“ bei 16.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Gute Ergebnisse gab es weiterhin für Willem Koekkoeks brave „Straßenszene in einer holländischen Stadt“ mit 21.000 Euro (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR), Luigi Bechis anmutiges junges Mädchen beim Blumenbinden mit 19.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder Carl Friedrich Moritz Müllers innigen, aber auch ein wenig melancholischen „Weihnachtsabend“ von 1848. Der Junge, der mit seiner Katze in der einfachen Stube am Fenster sitzt und nach draußen auf einen Christbaum blickt, konnte 9.000 Euro auf sich vereinen (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR).

Impressionistisch wurde es dann bei Gustave Loiseaus Vedute „Le Port de la Poissonerie, Dieppe“ von 1903 mit 65.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Loiseaus „La Seine a Rouen“, eine ebenso impressionistisch-wässrige Stadtansicht von 1909, erreichte gerademal 60.000 Euro (Taxe 70.000 bis 80.000 EUR). Dieser Stilrichtung gehörte auch eine umfangreichere Suite des Dresdners Robert Hermann Sterl aus einer rheinischen Privatsammlung an. Während das rege Treiben im „Hafen von Astrachan“ mit einzelnen Farbakzenten nur auf 19.000 Euro kam (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR), fanden die Kunden mehr Gefallen an den skizzenhaften Schiffsziehern an der Wolga und spendierten dafür 15.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Schon weit ins 20. Jahrhundert griff Van Ham mit Theodor Rosenhauers Stillleben „Stiefmütterchen“ von 1927 aus. Auch hier blieb es nicht bei den anvisierten 8.000 bis 10.000 Euro; auf der Rechnung standen schließlich 14.000 Euro. Münchner Lokalkolorit verzückte gleichfalls die Sammlerschaft, was sich in 8.000 Euro für Josse Goossens’ bunten Odeonsplatz im Fahnenschmuck „Vor dem Fest“ niederschlug (Taxe 2.800 bis 3.000 EUR).

Noch weiter durch die Decke schoss die eigentlich unscheinbare Portraitmalerei eines unbekannten französischen Meisters aus dem späten 19. Jahrhundert. Der junge Mann mit rotem Bart und hellblauen Augen blickt frontal und selbstbewusst zum Betrachter. Sein heller Strohhut lockert den ernsten Gesamteindruck ein wenig auf. Die stille Erhabenheit des Wesens schien das Publikum zu fesseln und schaffte es, die veranschlagten 3.000 Euro weit hinter sich und die Gebote erst bei 26.000 Euro zum Stillstand kommen zu lassen. Ein im Vorfeld hoch angepriesenes Portraitpaar von Moritz Coschell aus dem Jahr 1910 konnte hingegen keinen Bieter überzeugen. Die Darstellung des bedeutenden Germanisten Dr. Alfred Gold und seiner Frau Margarethe Gold ging mit einem Schätzwert von 50.000 bis 60.000 Euro ins Rennen, fand aber letztlich keinen Abnehmer. Für Wilhelm Alexander Meyerheims 1864 gemaltes Portrait der wohlhabenden und sozial engagierten Stettiner Fabrikantenfamilie Johannes Heinrich Quistorp beim Ausflug in der Kutsche am Stettiner Haff mit ihrem Zementwerk im Hintergrund wurden dagegen 16.000 Euro bewilligt (Taxe 2.000 bis 4.000 EUR).

Sammlung Clemens Stinner

Französisch ging es in einem Sonderteil der Auktion zu, der Sammlung Clemens Stinner. Glanzlicht der Gemälde aus der Schule von Barbizon und des Impressionismus wurde ein wallend-peitschender Gewittereinzug von Jules Achille Noël. Seine „Große Bleiche über Dieppe“ von 1867 schildert in beeindruckender Weise das Zusammenbrauen eines Unwetters über der nordfranzösischen Küstenstadt von einer erhöhten Klippe aus. Der Himmel zieht sich zu, der Wind wird stärker, die Menschen räumen rasch ihre Arbeit zusammen, gefüllte Körbe sind bereits durch die Wucht des Sturmes umgefallen, Textilien wirbeln umher, und die Gischt am Ufer wird unruhiger. Mit 90.000 Euro wurde zwar nur die untere Erwartung erreicht, was dennoch den neuen Spitzenpreis markiert. Einen Rekordpreis gab es ebenfalls für Félix-Saturnin Brissot de Warvilles fast schon karikaturhafte Gestalten in seiner „Chasse“ in einer friedlichen Waldlandschaft aus den 1850er Jahren mit 32.000 Euro (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR).

Weniger erfolgreich lief die Versteigerung von Charles-François Daubignys Ölmalerei „Marée basse à Villerville“. Diese gräulich-lilafarbene atmosphärische Naturerscheinung an der abendlichen Mündung der Seine war mit 60.000 bis 70.000 Euro veranschlagt, erreicht wurden schlussendlich nur 50.000 Euro. Umso wohlwollender ging das Bieterpublikum mit einer lichten freundlichen Waldansicht Virgilio Narcisso Diaz de la Peñas um. Sein „Sous-bois, bûcheronne coupoant de branches“ von 1871 lebt von hellem, sonnendurchflutetem Blattwerk, das eine Waldarbeiterin umgibt. Die Lichtung wird von einem kleinen Gewässer bereichert, einige große Steinbrocken vervollständigen den Natureindruck. So viel frühlingshafte Energie überzeugte und konnte einem Sammler erfreuliche 20.000 Euro entlocken (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Seine ein Jahr jüngere „Baigneuse en sous-bois“ bezirzte die Kundschaft zu 16.000 Euro (Taxe 16.000 bis 17.000 EUR).

Auf der Rechnung für Paul Désiré Trouilleberts duftigem Flussufer mit Fischern beim Feuermachen standen am Ende 38.000 Euro (Taxe 20.000 bis 22.000 EUR), auf der für Victor Vignons koloristisch reicher Sommerlandschaft in der Provence mit Olivenbäumen und Heuschobern 33.000 Euro (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Auch Hippolyte-Camille Delpy ist auf ruhige Flussufer mit zarter Figurenstaffage abonniert und konnte drei dieser Naturschilderungen im Rahmen der Schätzungen für 10.000 Euro und 11.000 Euro loswerden. Während Félix Ziems Sommertag mit „Voiliers et caïques devant Sainte Sophie“ vor Istanbul in voller Farbenpracht als Favorit bei 100.000 bis 120.000 Euro seinen Dienst versagte, wurde wenigstens sein flott gemalter kleiner Blumenkorb für 12.000 Euro zur doppelten Schätzung übernommen.

Kunstgewerbe

Die Versteigerung von Kunstgewerbe am 15. November konnte sich ebenfalls über solide Verkaufsergebnisse freuen. Auch hier wechselten über die Hälfte der rund 600 Losnummern den Besitzer, vor allem für den kleineren Geldbeutel waren attraktive Schmankerl im Sortiment. Einige hochpreisige Glanzlichter blieben ihrem gewünschten Wert treu oder übertrafen ihn zur Freude der Einlieferer. Allen voran eine Gruppe von zehn marmornen Götter-, Musen- und Heroenbüsten aus dem ehemaligen Besitz des Kölner Kommerzienrates Julius Vorster. Die im Durchschnitt circa 75 Zentimeter hohen italienischen Skulpturen des 18. Jahrhunderts mit charmanten Gesichtszügen, die bis vor kurzem noch in der Orangerie des Schlosses Brühl ausgestellt waren, werden nun bald das Heim eines portugiesischen Bieters schmücken, der 80.000 Euro für die edlen Stücke hinlegte (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR).

Für Jubel sorgten auch zwei Rokoko-Stühle. Die um 1755 wohl in der Werkstatt Abraham Roentgens in Neuwied entstandenen Stücke bestechen durch ihre aus poliertem Nussbaum gearbeiteten geschwungenen Beine, die in eine leicht eingeschnürte Rückenlehne führen. Florale Einlagen und Rocailledekor veredeln die Sitzmöbel. Für 3.000 bis 5.000 Euro ging das Duo ins Rennen und konnte nach einem unerwarteten Bietergefecht den Preis auf 29.000 Euro nach oben korrigieren. Eine ähnliche Überraschung gelang beim Silber einem Samowar aus St. Petersburg. Mit seinem gewölbten Rundfuß, der einen birnförmigen Korpus trägt und mit zwei großen seitlichen Handhaben ausgestattet ist, konnte die Kreation Carl Adolf Seipels um 1850 einen Interessenten für 28.000 Euro gewinnen (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

Barocke Silberwaren traten mit Christian Bockhorns Danziger Deckelhumpen in putten- und blumenverzierter Wandung von 1671/84 für 11.500 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) oder mit Hans Jakob Schechs Augsburgers Schatulle von 1685/87 samt reicher Akanthusrankenzier für taxkonforme 7.000 Euro an. Ein slowakischer Doppelpokal mit Rankenornament, Bandelwerk und Engelsköpfen, der dem in Schemnitz tätigen Jacob Kober zugeschrieben wird, erreichte ebenfalls die untere Erwartung von 20.000 Euro. Nicht gesichert ist zudem die Urheberschaft für einen Königsberger Münzhumpen von 1755; für das nun 12.000 Euro teure Trinkgefäß soll Christian Leo verantwortlich sein (Taxe 4.700 bis 5.700 EUR). Gut lief es auch für das Pariser Girandolenpaar aus vergoldeter und schwarz patinierter Bronze. Der Entwurf, für den wohl Pierre Philippe Thomire Pate stand, verbesserte sich auf 14.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Eine um 1900 entstandene, etwas überbordende Prunkkommode aus polierten und eingelegtem Königsholz sowie reicher Bronzezier, eine Kopie des berühmten Möbels „Cabinet à Pans“ von Antoine-Robert Gaudreaux aus dem Jahr 1739, ließ mit 42.000 Euro die veranschlagten 20.000 Euro weit hinter sich. Zuspruch fand auch eine rheinische Jugendstilsammlung mit zahlreichen Vasen, Lampen und Figuren, die nahezu vollständig verkauft wurde. An der Spitze platzierte sich Otto Petris Bronze eines Kentaur bei der Morgentoilette für 6.500 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), gefolgt von zwei Glasschöpfungen der Daum Frères. Sowohl die bunte Vase „Vigne et escargots“ und ihr farblich zurückhaltenderes, mit Trichterwinde verziertes Gegenstück spielten jeweils 6.000 Euro ein (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR und 4.500 bis 5.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



18.01.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Claudia Rauth

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