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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Lempertz hatte in seiner Novemberauktion ein herausragendes Aufgebot an Zeitgenossen zu bieten und erzielte damit verdientermaßen neue Rekorde

Der Preis ist heiß



Auch beim Kölner Auktionshaus Lempertz ist die Kunst seit 1945 auf dem Vormarsch. Das Angebot war prominent mit Arbeiten deutscher Klassiker dieser Epoche und einigen Ausländern besetzt und konnte einige neue Rekordpreise aufstellen. Auch der Bruttoerlös von 7,25 Millionen Euro bei einer hohen losbezogenen Zuschlagsquote von rund 70 Prozent kann sich sehen lassen und übersteigt das Ergebnis der Frühjahrsauktion um gut 3 Millionen Euro. An der Spitze der Versteigerung standen zwei Arbeiten Anselm Kiefers. Seine Favoritenrolle bestätigte das Monumentalgemälde „Geheimnis der Farne“, eine Hommage an das gleichnamige Gedicht Paul Celans von 1946. Ein süddeutscher Privatsammler setzte sich mit einem Schlussgebot von 450.000 Euro zur unteren Schätzung gegen die Konkurrenz durch und darf sich nun an einem besonders schönen Zeugnis von Kiefers Naturphilosophie und symbolischem Deutungspluralismus erfreuen. Die zweite offerierte Arbeit des deutschen Künstlers wechselte für 320.000 Euro den Besitzer. Die aus Stahl, Gips und Polyester kopflose, dafür mit Bleibüchern beschwerte Skulptur „Sappho“ ist nicht minder deutungsschwanger und mit ihren fast zwei Metern Größe ihren Zuschlagspreis wert; ursprünglich war der Traum in Weiß und Grau von 2002/05 auf 350.000 bis 400.000 Euro geschätzt worden.


Diese kleine Kiefer-Scharte wetzten Ende November andere Kunstwerke bei weitem aus. Auf internationalem Rekordniveau bewegte sich Lempertz mit dem syrischstämmigen Marwan. Sein übergroßes Temperabild einer Kopflandschaft von 1975/76 mit für den deutschen Maler typisch ausdrucksstarken Farbschichtungen und verschwommenen Linien war einem Kunden aus Dubai stolze 310.000 Euro wert – eine fast vierfache Steigerung des angesetzten Wertes von 80.000 bis 90.000 Euro am Ende eines lang anhaltenden Bieterwettstreits. Derselbe Händler trieb zudem einen weiteren 1978 entstandenen Kopfausschnitt Marwans von 50.000 bis 60.000 Euro auf 160.000 Euro hoch. Noch etwas mehr verdiente das Kölner Auktionshaus an drei Nagelungen von Günther Uecker. Für ein Budget von geschätzten 180.000 bis 220.000 Euro konnte man die Arbeit „Feld“ aus dem Jahr 2000 mit pulsierenden Formen erwerben, ein heftiges Bietgefecht musste man dafür jedoch ebenfalls in Kauf nehmen. Schließlich erhielt ein deutscher Kunsthändler den heiß ersehnten Zuschlag für 250.000 Euro. Ueckers selbstironische Installation „Abgesunkenes Quadrat“ von 1976 ging für glatte 200.000 Euro in eine Schweizer Sammlung (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR), und die quadratische, direkt vom Künstler erworbene weiße „Kreisformation“ von 1975 zieht für das gleiche Schlussgebot nach Belgien um (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Dieses Resultat zeigt einmal mehr, dass momentan großes Interesse an Arbeiten der ZERO-Künstler herrscht. So war auch das Aufgebot von sieben Werken Otto Pienes am Ende des Tages so gut wie ausverkauft. Das Highlight unter seinen mit Acryl und Feuerrückständen gefertigten „Kraftfeldern“ aus den Jahren 1983 bis 2007 war die schwarze Brandblume „Hellgelbe Hitze“, die ein deutscher Händler für 37.000 Euro ergatterte, gefolgt von dem viergliedrigen, vertikalen „Smokestack“ auf rotem Grund von 2006/07 bei 35.000 Euro (Taxe je 30.000 bis 40.000 EUR). Heinz Macks lichtreflektierende Rotor-Relief-Scheibe aus Aluminium von 1967 erzielte mit einem Verkaufspreis von 46.000 Euro sogar das Doppelte ihrer Taxierung und wanderte über den großen Teich zu einem amerikanischen Händler. Außerdem von ihm im Angebot: Eine titellose frühe, fast noch gestische Mischtechnik auf Leinwand mit Kreisformation um 1954, die ursprünglich auf 7.000 bis 9.000 Euro geschätzt wurde und eine Wertsteigerung auf 29.000 Euro erfuhr.

Johann Georg Müller hat eine treue Sammlerschar, die kaum ein Bild, das auf Auktionen offeriert wird, liegenlässt. So blieb auch das in Rundungen eingebundenes „Bildnis Beatrix Müller“ vom 1. Oktober 1970 nicht unentdeckt. Von 45.000 Euro haben die Kunden den Preis auf 87.000 Euro. Einen internationalen Rekord brach dann wieder Karin Kneffels atmosphärisches Zweiperspektivenbild „Pflaumen (F XXIV)“ von 1996. Kneffel stellt mit kräftigen Farben und Schlaglicht Nah- und Fernsicht so stark gegenüber, das gleichzeitig eine Dramatisierung des eigentlich unspektakulären Bildgegenstands sowie die Verunsicherung des Betrachterstandpunktes entstehen. Gegen diverse Saal- und Telefonbieter trieb am Ende ein Liebhaber aus Süddeutschland die Arbeit bis auf 190.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Ernst Wilhelm Nays frühe Leinwand „Königin auf Thron“ von 1944, auf der noch zwei Personen zu erkennen sind, war heiß umworben; ein deutscher Sammler musste schließlich mit 300.000 Euro mehr als das Doppelte des Schätzpreises berappen, um die Konkurrenz hinter sich zu lassen (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Das neun Jahre später entstandene, zweiseitige abstrakte Gemälde „In Blockformen“ bestach mit dynamischen, locker gesetzten Farbformen und Linienstrukturen und verleitete einen rheinischen Sammler zu einer Ausgabe von 130.000 Euro (Taxe 120.000 bis 160.000 EUR). Auch die zwei „Agori“ betitelten Zeichnungen in Öl, Gouache und Bleistift von Cy Twombly aus dem Jahr 1966 sorgten für ausgiebige Bietgefechte. Die Skizzen sind symbolisch mit Anspielungen auf antike Mythen und Literatur aufgeladen und mit geschriebenen Versatzstücken kombiniert. Sie waren einem Händler aus der Schweiz mehr als das Doppelte der Schätzung von je 90.000 bis 120.000 Euro wert; er investierte 200.000 Euro und 240.000 Euro, um den Sieg davonzutragen. Pierre Soulages präsentiere dicke, tiefschwarze Balken, die sich vertikal und horizontal überlagern. Ironischerweise stellte Soulages damit gerade das Gegenteil dessen dar, was man vordergründig sieht: das Licht, das immer wieder durch die entstandenen Lücken scheint. Die Papierarbeit von 1952/58 war hart umkämpft und konnte erst mit dem Einsatz von 210.000 Euro von einem Pariser Sammler gesichert werden (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR).

Wieder zurück in die Gefilde der semigegenständlichen Darstellung führen die letzten hochpreisigen Arbeiten. Zu den Spitzenstücken der Auktion zählte mit 160.000 Euro „Tomates au cadre bleu“, eine Mischtechnik von Miquel Barceló aus dem Jahr 2009, die in eine Schweizer Privatsammlung überging (Taxe 150.000 EUR). Eine weitere einträgliche Steigerung brachte Andy Warhols farbige „Beethoven“-Serigrafie von 1987 ein, die von ihrem Schätzwert von 40.000 bis 45.000 Euro bis auf 100.000 Euro kletterte. Mit Konrad Klaphecks „Der Kuss“ hielt die Arbeit eines der wohl eigenwilligsten Vertreter der deutschen Nachkriegskunst Einzug in die Offerte von Lempertz. Die Hommage an Klaphecks liebstes Bildmotiv, das Telefon, umgarnt von einem rot-weißen Telefonkabel, ist weit gereist, war sie doch schon in seiner ersten Einzelausstellung in der New Yorker Sidney Janis Gallery prominent vertreten; nun geht die Reise weiter nach Italien, wo sie ein glücklicher Sammler für 160.000 Euro in Empfang nehmen darf (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR).

Zu den nicht verkauften Stücken gehörte überraschenderweise Andreas Gurskys herausragende Fotografie „Niagara Falls“ von 1989, die eine übermächtige Naturgewalt anhand eines kleinen Touristenboots deutlich macht (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Ein mit 50.000 bis 70.000 Euro bewertetes, rot meliertes Kissenbild Gotthard Graubners von 1983 stieg hingegen immerhin auf 80.000 Euro an. Georges Mathieu blieb mit seinem dynamisch gespachtelten Ölbild „Redorte“ von 1965 bei 50.000 Euro unterhalb der Erwartungen von 60.000 bis 80.000 Euro zurück. Gerhard Richters digitaler Farbtintenstrahldruck „Strip (3744)“ von 2011 mit horizontalem, rot dominiertem Streifenmuster hatte bei 54.000 Euro mehr Fortune (Taxe 50.000 EUR). Gut verkauften sich auch die zahlreichen Arbeiten von Joseph Beuys. Den höchsten Preis erzielten zwei Zeichnungen aus dem Jahr 1972 mit Ideen aus seinem Leben-Kunst-Kosmos bei 38.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Seine berühmte „Capri-Batterie“ von 1985, eine knallgelbe Glühbirne mit Zitronensteckerfassung, wechselte für 20.000 Euro den Besitzer (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Daneben konnten noch einige Arbeiten aus dem zweiten Katalog mit den niedriger angesetzten Losen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Gerhard Hoehmes oft ausgestellte, weiß-graue kleinteilige Struktur „Vorsicht, giftig!“ von 1961 konnte ihren oberen Schätzpreis auf 46.000 Euro mehr als verdoppeln. Fast genauso erfolgreich war Adolf Luthers hochrechteckiges Objekt aus 39 konkaven Spiegeln auf einer Spiegelwand mit 31.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Fast den dreifachen Wert spielte Eugène Leroys pastos aufgetragene Farbmaterie von 1968 ein, aus der sich ein Gesicht herauszuschälen scheint: Aus 8.000 Euro wurden 23.000 Euro. Dies toppte noch Herbert Zangs’ schwarz-graue Mischtechnik „Expansion“ von 1960 mit serieller Vertikalreihung, die 21.000 Euro einfuhr (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Die jüngere Kunst musste mehr Lücken in der Zuschlagliste hinnehmen, hatte mit Gottfried Helnweins fotorealistischem, fast schon zu schönem Portrait Helmut Kohls für 15.000 Euro, George Condos recht bravem Harlekin von 1985 für 17.000 Euro (Taxe je 10.000 bis 15.000 EUR) und Rafal Bujnowskis auf Schwarz, Weiß und Grau reduziertem „Fenster“ von 2001 für 6.000 Euro aber auch erfolgreiche Vertreter (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Joannis Avramidis’ abstrahierte Menschenform „Kleine Zweifigurengruppe“ aus goldschimmernder Bronze brachte es auf 30.000 Euro (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR), ebenso wie Tom Wesselmanns farbig gefasster Steelcut der reizenden „Rosemary lying on one Elbow“ von 1989 (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) oder Wilhelm Mundts recycelter „Trashstone 024“ in leuchtendem Türkis (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Skulptural blieb es mit Andreas Slominskis ironischer „Schnürsenkelmühle“ von 1996 bei 18.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), den glasierten Keramikfigürchen „Ratte und Bär“ für 13.000 Euro, mit denen Peter Fischli und David Weiss humorvoll ihre Alter Egos umschreiben (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), oder den „Misfits“ von Thomas Grünfeld. Für die drei nun 7.500 Euro teuren Objekte hat der Rheinländer 1990 Tierpräparate von Ratte und Kaninchen geklont (Taxe 7.000 EUR). Jörg Immendorffs fast ein Meter große und im wahrsten Sinne des Wortes affige Bronzeplastik „Malerstamm – Christian und Otto“ von 2002 verließ das Kölner Auktionshaus am Ende für 38.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und damit genauso, wie Stephan Balkenhols anonyme Männerfigur mit Segensgestus von 2004 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



03.01.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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