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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Neue Kunstwerke für Hamburg

Frühe Weihnachtsgeschenke haben die Hamburger Kunsthalle und das Museum für Kunst und Gewerbe von der Stiftung der Hamburger Kunstsammlungen erhalten. Die Kunsthalle darf sich über drei Neuzugänge des 20. und 21. Jahrhunderts freuen. Das jüngste Werk ist ein Film des 1983 geborenen Julius von Bismarck mit dem Titel „Den Himmel muss man sich wegdenken“ von 2014. Mithilfe einer Hochgeschwindigkeitskamera filmte der Berliner Künstler das Meer. Thema ist die Begegnung des Menschen mit dem Ozean, dessen riesige Wellen und Täler in starker Entschleunigung wie Berge erscheinen.

Ferner darf sich das Kupferstichkabinett über eine aus fünf Zeichnungen bestehende Serie der 1954 in Amerika geborenen Künstlerin Jill Baroff freuen. Die „Tide Drawings Hamburg“ entstanden im Rahmen der Ausstellung „Lichtwark revisited. Künstler sehen Hamburg“ und basieren auf dem wechselnden Pegelstand in Hafenstädten, die die Künstlerin über ein Jahr lang im Internet verfolgt hat. Die Werte übersetzte Baroff schließlich in linear-abstrakte Zeichnungen; die unterschiedlichen Gezeiten spiegeln sich in den verschiedenen Konzentrationen der Linien wieder. Der letzte Ankauf ist die Zeichnung „Übung in der Betrachtung von Kunstwerken“ der 1977 geborenen Jorinde Voigt. Ihre Arbeiten analysieren die Strukturen und Kommunikationsformen von Texten, Musik und alltäglichen Ereignissen. Ihre Arbeiten wirken wie Diagramme, in denen bestimmte Motive, Wahrnehmung oder wiederkehrende Elemente in dynamische Linien- und Schriftsysteme übersetzt sind. Zum 100. Todestag des Gründers der Kunsthalle, Alfred Lichtwark, schuf sie zehn Grafiken zu seinem Text „Übungen in der Betrachtung von Kunstwerken“ von 1889.

Das Museum für Kunst und Gewerbe besitzt nun auch die Elfenbeinbüste des Hamburger Kaufmanns Johann Hinrich Dimpfel aus dem Jahr 1747. Der Dresdner Bildhauer Johann Christoph Ludwig Lücke fertigte die kleine Büste an, die eigentlich als verschollen galt. Kennzeichnend für den Künstler sind der eindrückliche Realismus, die Detailfreude und der virtuose Umgang mit dem Material. Des Weiteren konnte einer der seltenen Sessel des Schotten Charles Rennie Mackintosh erworben werden, der zu den Möbelentwürfen für die Ausstattung des Argyle Street Tea Room in Glasgow gerechnet werden kann. Am Ende des 19. Jahrhunderts wandte sich Mackintosh einem lichteren Design zu, das von japanischen Ideen beeinflusst ist.

Der dritte Ankauf sind die Comics, die Lyonel Feininger für die Chicago Tribune in den Jahren 1906/07 gestaltete. Die Chicago Tribune bat den Künstler, zwei Comics für die Sonntagsbeilage zu zeichnen. Die bekanntere Serie ist „The Kin-der-Kids“ mit 30 fortlaufenden Geschichten. Neu war, dass es sich nicht um kurze Geschichten handelte, die auf einer Seite gedruckt werden konnten, sondern um mehrseitige Erzählungen. Neu in der Sammlung der Künstlerplakate sind die farbintensiven „Singing Posters“ des amerikanischen Künstlers Allen Ruppersberg von 2005. Seine Themen sind die Pop-Kultur und der Alltag. Die kleinen Poster nutzen Passagen aus Allen Ginsbergs Gedicht „Howl“ von 1955. Thema des Poeten der Beat-Generation ist die Kritik der Sinnlosigkeit der modernen Zivilisation.

Eine weitere Erwerbung ist Jim Goldbergs Serie „Rich and Poor“, die zwischen 1977 und 1985 in San Francisco entstand. Der Ansatz des 1953 in Amerika geborenen Fotografen ist Sozialdokumentation der Lebensumstände mittelloser Menschen. Goldbergerweiterte den gesellschaftlichen Kontext, als er sich entschloss, in derselben Art auch wohlhabende Menschen abzulichten. Danach bat er die Dargestellten die Abzüge handschriftlich zu kommentieren. Damit vermischen sich hier die Arten der dokumentarischen Fotografie mit der konzeptuellen Kunst.

Die Stiftung der Hamburger Kunstsammlungen (SHK) unterstützt seit 58 Jahren die Kunsthalle und das Museum für Kunst und Gewerbe mit Ankäufen. Sie besteht aus 250 Förderern und erwartet auch für 2014 ein Spendenvolumen von einer halben Million Euro. Zudem überlassen einige Mäzene den Museen Kunstwerke aus ihren eigenen Sammlungen. Seit 1956 hat die SHK rund 600 Erwerbungen finanziert.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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