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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst mit umfangreichem und starkem Programm bei Ketterer in München

Abstrakter Tänzer im Narrenkostüm



Otto Mueller, Liebespaar (Selbstbildnis mit Irene Altmann), um 1920

Otto Mueller, Liebespaar (Selbstbildnis mit Irene Altmann), um 1920

Nach Neumeister und Karl & Faber fährt auch das Münchner Auktionshaus Ketterer sein breites Angebot moderner und zeitgenössischer Kunst auf und verspricht damit einen würdigen Abschluss der Saison im deutschsprachigen Raum. Nicht weniger als sieben Kataloge liegen vor, um die rund 880 Losnummern gebührend zu präsentieren. Die klassische Moderne ist in eine teure und eine weniger teure Sektion geteilt, erstere listet ziemlich genau hundert Objekte. Hier findet sich auch der einzige Millionenkandidat in Gestalt von Otto Muellers „Liebespaar (Selbstbildnis mit Irene Altmann)“ aus der Zeit um 1920. Recht frivol hat der gar nicht mehr so junge Maler seine wesentliche jüngere Gefährtin vollkommen unbekleidet auf seinem Schoß platziert. Zuletzt wurde das in charakteristisch gedämpften Leimfarben gemalte Bild in der Mueller-Retrospektive in Zwickau, Heilbronn und Duisburg gezeigt. Jetzt soll es für 800.000 bis 1,2 Millionen Euro unter den Hammer kommen.


Klassische Moderne

Vertreter des Expressionismus stellen die meisten der hochgehandelten Werke am 5. Dezember. Kirchner und Emil Nolde allein sind jeweils zehnmal dabei, letzterer überwiegend mit farbleuchtenden Aquarellen wie einer „Abendstimmung am Ruttebüller See bei Utenwarf“ von etwa 1916/20 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) oder den „Weißen Lilien und Dahlien“ um 1930 (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Auch Gabriele Münter darf bei Ketterer nicht fehlen. Ihr aus wenigen monochromen Farbflächen komponierter „Blauer Berg“ aus dem Jahr 1908 galt bislang als verschollen, tauchte aber jetzt aus den USA wieder auf und wird für 250.000 bis 350.000 Euro versteigert. Ihre Freundin Erma Bossi darf mit ihrem expressiven „Stillleben mit Blumenvase und Äpfeln“ um 1910 für 15.000 bis 20.000 Euro ran. Münters und Bossis Münchner Mitstreiter Alexej von Jawlensky gelangt dreimal zum Aufruf, so mit seiner abstrakten „Variation: Frühling“ von 1917 (Taxe 120.000 bis 160.000 EUR) und mit einem „Jungen Mädchen“ von circa 1906, das erst im vergangenen Mai im Wiener Dorotheum an 100.000 bis 150.000 Euro gescheitert und daher jetzt auf 80.000 bis 120.000 Euro etwas reduziert ist.

Bei August Macke wird es noch einmal kostspielig: 600.000 bis 800.000 Euro stehen auf dem Etikett seiner farbigen, fast gemäldehaften Papierarbeit „Unter den Lauben von Thun (Ein Spaziergängermotiv)“ aus dem Jahr 1913. Unverwechselbar für den ein Jahr später im Krieg gefallenen Künstler ist die Buntheit der Figuren in ihren modischen Roben und Hüten. Mit weniger Farbe kam Egon Schiele 1913 in seinem liegenden weiblichen Akt mit angezogenen Beinen aus. Der Körper der nur an den Füßen bekleideten Frau, die den Betrachter etwas herausfordernd anschaut, ist nur durch den Bleistift in seinen Umrissen angegeben (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Fast völlige Düsternis mit nur wenigen pflanzlichen Motiven erwartet den Betrachter dagegen bei Paul Klees „Nächtlicher Landschaft“ von 1937. Die Umstände der Zeit und wohl auch ein Gefühl nahenden Todes scheinen dem Künstler diese imaginäre Welt diktiert zu haben (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR).

Unter den Werken weniger bekannter Künstler, bei denen Ketterer immer wieder große Entdeckungen gelingen, sind Dorothea Maetzel-Johannsens kantige rote „Akte“ in blau-grüner Landschaft aus dem Jahr 1919 zu nennen. Mit 70.000 bis 90.000 Euro versprechen sie allerdings zumindest kein Schnäppchen mehr zu werden. Dörte Clara Wolff, die sich als Künstlerin Dodo nannte und im Berlin der 1920er Jahre Furore machte, hat es mit einer in Gouache und Aquarell gezeichneten Straßenszene in die Auswahl der Besten geschafft. Nur die Schönen und Reichen tummeln sich dort – kein Wunder: Es ist ja schließlich die Zeit der Goldenden Zwanziger kurz vor dem Börsencrash, in der dieses Gesellschaftstheater spielt (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Von der Flächigkeit japanischer Holzschnitte sind Gustav Wunderwalds koloristisch aufbrausende „Kiefern mit roter Wolke“ um 1909 beeinflusst (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Lust an der dadaistischen Collagetechnik beweist Edmund Kesting in seinen „Zwei Millionen Mark“ von 1924, in der die damalige ökonomische Talfahrt zeitkritisch verfolgt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Hohe Zuschläge konnte Ketterer vor einem Jahr mit zwei gesellschaftskritischen Collagen Karl Hermann Trinkaus’ erzielen. Für die gleichartige Arbeit „Ist Ihnen das Herz schwer?“ von 1933 sind daher mehr als die angegebenen 14.000 bis 18.000 Euro zu erwarten.

In einem eigenen Katalog präsentiert Ketterer knapp drei Dutzend Werke aus der früheren Sammlung Wilhelm Laaff, die in ihrem Ursprung bis auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückgeht und später – teils durch die Erben als den jetzigen Einlieferern – vor allem expressionistische Kunst angereichert hat. Ernst Ludwig Kirchner ist darin mehrfach vertreten, unter anderem mit der in Gouache und Farbkreide kolorierten Zeichnung „Bauer mit Pferdeschlitten“ aus den frühen 1920er Jahren (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Mit 100.000 bis 150.000 Euro am teuersten ist Conrad Felixmüllers Bildnis des Grafikers Otto Schubert und seiner Frau mit übergroßen Köpfen aus dem Jahr 1919. Wie Felixmüller gehörte Schubert der „Gruppe 1919“ an, die sich als Fortsetzung der „Brücke“ verstand. Der Neuen Sachlichkeit neigen Georg Schrimpfs blau gekleidetes melancholisches „Mädchen mit Hunden“ von 1922 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und Josef Scharls frontales „Weibliches Bildnis“ mit energischem Gesichtsausdruck von 1928 zu (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Vor sinnliche und gedankliche Herausforderungen stellt den Betrachter Robert Michels Tuschezeichnung „Halt!“ mit einer Reihe kreisender Räder, die in mechanistischer Weise ineinandergreifen, ohne dass man eine Ordnung erkennen könnte (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Gegenwartskunst

Die Gegenwartskunst bei Ketterer wird vom Nonfiguralen regelrecht beherrscht. Es gibt jede Menge ZERO-Kunst mit Otto Pienes puristischen Farbflächen seiner Rasterbilder für bis zu 120.000 Euro, Heinz Macks strengen Aluminium-Reliefs für bis zu 80.000 Euro und vor allem den Nagelwerken Günther Ueckers. Gleich drei dieser Stücke werden am Nikolaustag aufgefahren, alle im sechsstelligen Schätzpreisbereich mit dem großformatigen „Weißen Wind“, einem munter wirbelnden Nagelmeer von 1992, bei 400.000 bis 600.000 Euro an der Spitze. Preislich gleichauf rangiert nur noch der Japaner Kazuo Shiraga mit der gestischen rot-schwarzen Farbschlacht „Chijikusei Gotenrai“ aus dem Jahr 1961. Normalerweise noch weitaus kostspieliger ist Gerhard Richter, ein unbetiteltes abstraktes Bild vom 8. April 1989 liegt aber wegen der geringen Größe von rund 30 mal 42 Zentimetern und der nicht so recht überzeugenden Farbmischungen nur bei 80.000 bis 120.000 Euro.

Eine gegenständliche Note bringt Stephan Balkenhols Trio entindividualisierter stehender Männer auf hohen lilafarbenen Holzsockeln aus dem Jahr 1998 ins Programm (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). An Gottfried Helnweins „Angel with Skull“ von 1997 kann man sich vor allem ob der technisch perfekten Schwarz-Weiß-Wiedergabe eines rätselhaften, fast surrealen Motivs delektieren (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Von seiner figürlichen Seite zeigt sich ausnahmsweise auch der gebürtige Ungar Victor Vasarely. Der ist ja gemeinhin bekannt für seine plastisch wirkenden Quadratraster, aus denen sich Kugeln, Kegel oder andere Körper vorzuwölben scheinen. In einer Komposition von circa 1987 aber tanzt ein menschlicher Körper im Harlekinskostüm aus der Bildfläche heraus (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Allen Klassifizierungen entzieht sich Martin Kippenberger, der seine Botschaften in knappster Weise zu kommunizieren pflegte. So ist auch sein Schriftzug „Rausland“ auf einem grün umrandeten Fahrbahnschild, gemalt in Öl und Spray 1982, den Meisten wohl nur schwer verständlich (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR).

Einen eigenen Katalog hat Ketterer rund vierzig Arbeiten Andy Warhols gegönnt. Es handelt sich überwiegend um frühe Zeichnungen oder späte Drucke, die bekanntlich auch Sammlern mit schmaleren Geldbeuteln zugänglich sind. Sein unikater, collageartig zusammengestellter Druck „Lenin“ aus dem letzten Lebensjahr 1987 ist mit 100.000 bis 150.000 Euro das teuerste Objekt. Die allerneueste Kunst bildet – wiederum in einem eigenen Katalog präsentiert – den Abschluss der zweitägigen Auktion. Hier haben auch die Jüngsten ihren Platz wie der 1977 geborene Benedikt Hipp mit der surrealen Interieurszene „Kunstwerk“ von 2008 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) oder Terry Haggerty mit seiner Neuinterpretation der Op-Art auf einem orange-weiß gestreiften Acrylbild ebenfalls von 2008 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). An der Spitze steht allerdings ein Klassiker der Fotoszene: Andreas Gursky mit seiner zweieinhalb Meter breiten Farbaufnahme „Ayamonte“ von 1997. Das seriell wiederholte Häusermotiv aus der spanischen Stadt ist mit 100.000 bis 150.000 Euro bewertet.

Die Auktionen beginnen am 5. Dezember um 12 Uhr und am 6. Dezember um 10:30 Uhr. Der Internetkatalog ist unter www.kettererkunst.de abrufbar.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



04.12.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Alexej von Jawlensky, Junges Mädchen, um 1906

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