Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 14.09.2019 Auktion 14. September 2019

© Auktionshaus Stahl

Anzeige

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Alte Kunst bei Neumeister in München

Verteidigung mit allen Mitteln



Carl Friedrich Moritz Müller, Eine Tiroler Bauernfamilie verteidigt ihr Haus gegen angreifende Soldaten, 1844

Carl Friedrich Moritz Müller, Eine Tiroler Bauernfamilie verteidigt ihr Haus gegen angreifende Soldaten, 1844

Das ist eine Situation, da muss Jeder ran und Jede: Nicht nur die Männer verteidigen ihr Eigentum nach besten Kräften, sondern auch Frauen und Kinder haben sich aufs Dach ihres Hauses geflüchtet, um sich gegen die anrückenden Soldaten der feindlichen Besatzungsmacht zu schützen. Die Feinde – das waren die Bayern, die während der napoleonischen Kriege 1809 in Tirol eindrangen und dort auf heftigste Widerstände stießen. Im Licht der benachbarten Pfarrkirche, die schon in helle Flammen aufgegangen ist, schießt die Bauernfamilie aus Gewehren und wirft mit Steinen. Es wird wohl nicht viel nützen, aber Leute wie sie sind als Volkshelden in die Geschichte eingegangen. Gemalt hat das Bild 35 Jahre nach den Ereignissen der gebürtige Dresdner Carl Friedrich Moritz Müller, genannt „Feuermüller“, weil er spezialisiert war auf derartige Szenen und das Licht der Flammen so gekonnt genutzt hat, wie anderthalb Jahrhunderte vor ihm der Niederländer Godfried Schalcken. Den Zeitgenossen galt Müller als eine eminente Begabung, heute ist er in Vergessenheit geraten, doch 10.000 bis 15.000 Euro soll die gut einen Meter breite Leinwand auf der Versteigerung Alter Kunst bei Neumeister in München kosten.


Gemälde Neuerer Meister

Recht friedlos geht es am 3. Dezember auch bei Heinrich Bürkel zu, den man sonst als Maler biedermeierlicher Idyllen kennt, der aber diesmal einen Überfall auf eine Reisekutsche liefert mit finsteren Räubern und einem feinen Herrn, der erst einmal sein Monokel ziehen muss, damit er weiß, was los ist. So ist auch diesem Bild Bürkels eine humoristische Note nicht abzusprechen (Taxe 28.000 bis 32.000 EUR). Ansonsten aber bewegt man sich überwiegend in harmlosen Gefilden mit Motiven wie Christian Malis Kühen und Schafen vor einem Hof am Achensee von 1889 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) oder Heinrich von Zügels großformatiger Schafherde am Tümpel mit Schäfern und Schäferkarren mit impressionistischen Lichtreflexen (Taxe 29.000 bis 30.000 EUR). Der Österreicher Moritz von Schwind ließ sich von Goethes „Faust“ inspirieren und setzte Gretchens verzweifeltes Gebet vor der Muttergottes an der Kirche ins Bild um. Die Entstehungszeit dürfte im Frühwerk des Meisters um 1825/26 liegen (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Carl Friedrich Heinzmann hielt 1829 die erhaben auf einem Hügel thronende Burgruine Hilgartsberg bei Passau mit fast fotografischer Exaktheit fest. Der große Bergfried in der Mitte ist seither aber offenbar auch noch eingefallen – oder der Künstler hat ihn einfach dazugedichtet (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Als Portraitist erlangte Josef Karl Stieler größere Berühmtheit insbesondere mit seinem Goethe-Bildnis oder der Schönheitengalerie König Ludwigs I. von Bayern. Bei Neumeister gibt es eine Aufnahme von Christian Gustav Wilhelm Leontinus Graf zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, der 1837 im Alter von nur 28 Jahren gestorben war. Vermutlich handelt es sich um ein Erinnerungsbild (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Seine Schwester Amalie Ludovika Gräfin von Sayn-Wittgenstein-Sayn wiederum war nur 13 Jahre alt, als sie 1825 starb. Auch von ihr schuf Stieler etwas Bleibendes (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

International wird es mit Jean-Baptiste Camille Corots kleiner Ölstudie „Orphée salue la lumière“, geschaffen als Auftragswerk für die Wanddekoration eines Speisesalon 1865/68 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Freunde polnischer Malerei werden sich vielleicht über Maksymilian Gierymskis atmosphärisch dichtes Sommerbild „Spaziergänger auf der Straße eines kleinen Städtchens“ nach einem Regenguss von 1868 (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR) und Jan Grzegorz Stanislawskis „Widok morski“, einen Blick auf das abendlich leuchtende Meer in spätimpressionistischen Formen, für 10.000 bis 12.000 Euro freuen. Der Grieche Nikolaus Gysis ließ sich 1873 endgültig in München nieder. Beobachtungsgabe und malerische Brillanz erweist sein im Profil gegebener „Alter Bauer“ von 1883 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Gemälde Alter Meister

Bei den Alten Meistern sind die Schöpfer der Gemälde oft nicht bekannt. So kann eine qualitätvolle Anbetung der Hirten lediglich dem Umkreis des römischen Barockmalers Antiveduto Grammatica zugeschrieben werden (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Zu den Wenigen, die ihre Gemälde signiert haben, gehört Rafael Govertsz Camphuysen, der nun freilich leider keine Berühmtheit ist. Seine bewaldete Uferlandschaft mit Reiter und Bettler lässt aber immerhin solide Fähigkeiten erkennen (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Auch Thomas Heeremans gehört zum guten Durchschnitt der niederländischen Landschaftsmalerei, wie sein Blick auf Ter Heide bei Scheveningen mit viel Volk aus dem Jahr 1677 erweist (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), ebenso Gerard Houckgeest, von dem aber ohnehin nicht viel mehr als dreißig Gemälde bekannt sind. Seine südliche Hafenansicht mit barockem Palast im Abendrot rangiert bei 10.000 bis 12.000 Euro.

Kunsthandwerk, Skulpturen und Asiatika

Preislich im Bereich der teuersten Gemälde rangieren auch einige kunsthandwerkliche Gegenstände. Zu nennen sind eine etwas verblasste Tapisserie mit einer Weinlese aus Beauvais des mittleren 18. Jahrhundert aus der sechsteiligen Folge „La noble pastorale“ François Bouchers (Taxe 23.000 bis 25.000 EUR) oder ein in München oder Potsdam geschnitzter und vergoldeter Wandspiegel samt Konsole des Rokoko (Taxe 38.000 bis 40.000 EUR). Beim Silber überzeugen ein barocker Moskauer Deckelhumpen Fedor Grigorjew Maslennikows mit dem russischen Doppeladler um 1735/41 (Taxe 13.000 bis 15.000 EUR) und das Salierenpaar von Jean-Baptiste-Claude Odiot um 1809/19. Die weibliche und die männlichen Aktfigur, die jeweils auf einem Postament zwischen dem beiden Salzschälchen stehen, symbolisieren die den entsprechenden Wappen die Allianz zwischen Graf François-Xavier Branicki und Alexandra Vasilievna Engelhardt (Taxe 6.500 bis 7.000 EUR).

Die Fayence-Abteilung besteht diesmal nur aus einer Position, kann aber mit einer schönen Terrine in floralem Dekor samt orientalischen Blumenstauden aus der ungarischen Manufaktur Holitsch von 1750/60 aufwarten (Taxe 3.000 bis 3.300 EUR). Das Art Déco vertritt eine silberne, weit geöffnete Vase mit vertikalen Faltenzügen von Josef Hoffmann um 1925 (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR), und eine grüne markante Murano-Vase namens „Pulegoso“ nach Entwurf Carlo Scarpas aus den 1930er Jahren ist für 15.000 bis 18.000 Euro zu haben. Die besten Skulpturen stammen aus der Spätgotik: eine sanft wehmutsvolle mittelfränkische Pieta des ausgehenden 15. Jahrhunderts (Taxe 20.000 bis 22.000 EUR) und eine ungefasste Madonna, die wohl in der Werkstatt des eine Generation früher in Wien wirkenden Jakob Kaschauer geschnitzt wurde (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Einige fernöstliche Kult- und Gebrauchsgegenstände – Figuren, Vasen und ein großes Bronzegefäß aus weit vorchristlicher Zeit – stehen für bis zu 25.000 Euro bereit.

Die Auktion beginnt am 3. Dezember ab 9:30 Uhr. Die Besichtigung ist noch am 1. Dezember täglich von 9 bis 17:30 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.neumeister.com.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



01.12.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 33

Seiten: 1  •  2  •  3  •  4

Events (1)Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (30)

Veranstaltung vom:


03.12.2014, Alte Kunst

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

Bericht:


Das 19. Jahrhundert in Aufwind?

Kunstwerk:

Terrine, Manufaktur Holitsch, um 1750/60
Terrine, Manufaktur Holitsch, um 1750/60

Kunstwerk:

Jean-Baptiste-Claude Odiot, Ein Paar
 Doppel-Salièren mit Wappen Branicki, Paris 1809/19
Jean-Baptiste-Claude Odiot, Ein Paar Doppel-Salièren mit Wappen Branicki, Paris 1809/19

Kunstwerk:

Thomas Heeremans, Blick auf Ter Heide bei Scheveningen, 1677
Thomas Heeremans, Blick auf Ter Heide bei Scheveningen, 1677

Kunstwerk:

Antiveduto Grammatica Umkreis, Anbetung der Hirten, 1. Hälfte 17.
 Jahrhundert
Antiveduto Grammatica Umkreis, Anbetung der Hirten, 1. Hälfte 17. Jahrhundert

Kunstwerk:

Jean-Baptiste Camille Corot, Orphée salue la lumière (L’Hymne au
 soleil)
Jean-Baptiste Camille Corot, Orphée salue la lumière (L’Hymne au soleil)

Kunstwerk:

Nikolaus
 Gysis, Alter Bauer, 1883
Nikolaus Gysis, Alter Bauer, 1883







Josef Karl Stieler, Amalie Ludovika Gräfin von Sayn-Wittgenstein-Sayn, 1825

Josef Karl Stieler, Amalie Ludovika Gräfin von Sayn-Wittgenstein-Sayn, 1825

Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 612

Stehender Buddha „Shakyamuni“, Thailand, um 1600

Stehender Buddha „Shakyamuni“, Thailand, um 1600

Taxe: 22.000 - 25.000 EURO

Losnummer: 91

Konsoltisch mit Wandspiegel, wohl München oder Potsdam, Mitte 18. Jahrhundert

Konsoltisch mit Wandspiegel, wohl München oder Potsdam, Mitte 18. Jahrhundert

Taxe: 38.000 - 40.000 EURO

Losnummer: 154

Jean-Baptiste-Claude Odiot, Ein Paar Doppel-Salièren mit Wappen Branicki, Paris 1809/19

Jean-Baptiste-Claude Odiot, Ein Paar Doppel-Salièren mit Wappen Branicki, Paris 1809/19

Taxe: 6.500 - 7.000 EURO

Zuschlag: 7.500,- EURO

Losnummer: 33

Terrine, Manufaktur Holitsch, um 1750/60

Terrine, Manufaktur Holitsch, um 1750/60

Taxe: 3.000 - 3.300 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 1

Nikolaus Gysis, Alter Bauer, 1883

Nikolaus Gysis, Alter Bauer, 1883

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 548

Moritz von Schwind, Gretchens Gebet, um 1825/26

Moritz von Schwind, Gretchens Gebet, um 1825/26

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 602

Jan Grzegorz Stanislawski, Widok morski (Blick auf das Meer)

Jan Grzegorz Stanislawski, Widok morski (Blick auf das Meer)

Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 7.500,- EURO

Losnummer: 611

 Manufacture de Beauvais, Tapisserie „La Vendage“, Beauvais, Mitte 18. Jahrhundert

Manufacture de Beauvais, Tapisserie „La Vendage“, Beauvais, Mitte 18. Jahrhundert

Taxe: 23.000 - 25.000 EURO

Losnummer: 162

Maksymilian Gierymski, Spaziergänger auf der Straße eines kleinen Städtchens, 1868

Maksymilian Gierymski, Spaziergänger auf der Straße eines kleinen Städtchens, 1868

Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 543

Carlo Scarpa, Vase „pulegoso“, 1932/36

Carlo Scarpa, Vase „pulegoso“, 1932/36

Taxe: 15.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 17.000,- EURO

Losnummer: 69

Carl Friedrich Heinzmann, Schloßruine und Hofmark Hilgartsberg a.D., 1829

Carl Friedrich Heinzmann, Schloßruine und Hofmark Hilgartsberg a.D., 1829

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 553




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce