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Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Anlässlich des 75. Todestags von Sigmund Freud widmet sich das 21er Haus in Wien den Verbindungslinien von Kunst und Psychoanalyse

Gezeigt oder gemeint



in der Ausstellung „Sigmund Freud und das Spiel mit der Bürde der Repräsentation. Eine Installation von Joseph Kosuth“

in der Ausstellung „Sigmund Freud und das Spiel mit der Bürde der Repräsentation. Eine Installation von Joseph Kosuth“

Begonnen hat alles mit einer Intervention. Auf Einladung von Jan Hoet, der damals das Museum van Hedendaagse Kunst in Gent leitete, wurde der amerikanische Konzeptkünstler Joseph Kosuth gebeten, einen Beitrag in der museumsexternen Ausstellung „Chambres d’Amis“ im Jahr 1986 zu entwickeln. Kosuth passte sich dem Ausstellungskonzept an, indem er das seit 1985 erprobte künstlerische Verfahren von „Zero & Not“ diesmal in der Praxis eines Psychiaters realisierte. Über die Wände des Erdgeschosses und das Treppenhaus verteilte Kosuth Offset-Drucke eines vergrößerten Textausschnitts von Freuds „Psychopathologie des Alltagslebens“.


Jahre später markierte Kosuths Rauminstallation auch den Ausgangspunkt der Sammlung von Kunstwerken für das Sigmund Freud Museum in Wien. Anlässlich Freuds 50. Todestags im Jahr 1989 realisierte Kosuth diese Arbeit, in der sich seine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Theorien des Psychoanalytikers manifestierte. In weiterer Folge konnte Joseph Kosuth gemeinsam mit Peter Pakesch und Inge Scholz-Strasser eine Reihe namhafter Künstler, darunter John Baldessari, Pier Paolo Calzolari, Georg Herold, Jenny Holzer, Ilya Kabakov und Franz West, dafür gewinnen, dem Sigmund Freud Museum ein Werk zu stiften. Ziel dieser Initiative war es, die wissenschaftliche Institution mit zeitgenössischer Kunst zu konfrontieren.

Am 23. September 2014 jährte sich Freuds Todestag zum 75. Mal. Dieses Datum hat das Wiener 21er Haus zum Anlass genommen, die Bedeutung der Psychoanalyse mit den Mitteln der Kunst darzustellen. Abermals ist Joseph Kosuth verantwortlich für die „kuratierte Installation“, die unter dem Titel „Sigmund Freud und das Spiel mit der Bürde der Repräsentation“ an das Erbe des bedeutenden Protagonisten des 20. Jahrhunderts erinnert.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Kosuths eigene Arbeiten, die sich mit dem Begriff der Repräsentation beschäftigen. Zentral installierte er sein bewährtes Stellsystem, das bereits in den erwähnten Interventionen zur Anwendung kam. Die weißen Stellwände mit den gedruckten Textpassagen, deren Sätze mit breitem Strich durchstrichen wurden und darum unleserlich sind, fungieren in der Licht durchfluteten Beletage des 21er Hauses wie ein architektonischer Anker. Sie bilden den Fond für Werke von insgesamt siebzig weiteren Künstlern, von denen fünfzehn Arbeiten aus der Sammlung Sigmund Freud Museum Contemporary Art Collection stammen. Hinzu kommen Exponate aus der Sammlung des Belvederes und zahlreiche weitere Leihgaben.

Der von Kosuth gewählte Text Freuds spricht von der Verdichtungsarbeit, die wir in eifrigster Tätigkeit am Aufbau des Traumes beteiligt finden. Die Entkoppelung von Zeichen und Bedeutung kann Traumarbeit bewirken, in der Bedeutungen ein vom Bewusstsein unkontrolliertes Eigenleben beginnen. Insbesondere geht es um die unbewusste Entkoppelung vertrauter Zeichen-Bedeutung-Kombinationen. Die Traumarbeit vermischt Bedeutungen, die im Bewusstsein mit differenten Zeichenwelten verknüpft sind. Die in der bewussten Rekonstruktion mögliche Abstraktion von Bedeutungen wirkt dieser Traumarbeit entgegen – und umgekehrt: „Misch- oder Kompromissvorstellungen“ stören laufend die Arbeit der Rekonstruktion.

Joseph Kosuth geht es gerade um diese „Mischvorstellungen“. Wesentlich ist ihm die Möglichkeit zur Abstraktion von kulturellem Wissen, um festgefahrene Konventionen hinter sich lassen zu können. Ein Ansatz, der viele Möglichkeiten in sich birgt, im Falle der Wiener Ausstellung aber auch die Tatsache, dass Zusammenhänge nicht immer klar ersichtlich sind und die Schau den Besucher mit der Frage alleine lässt, was das alles mit Freuds Theorien zu tun hat.

Viele Arbeiten im 21er Haus handeln von der in der Psychoanalyse zentralen Divergenz von Gezeigtem und Gemeinten, von Bewusstem und Unbewussten. Fotografien von Juergen Teller zeigen das polnische Fotomodell Malgosia, die sich nackt auf Freuds Couch räkelt. Birgit Jürgenssens bekannte Fotografie „Nest“ präsentiert den eigenen nur mit einer Seidenstrumpfhose bekleideten Unterkörper, zwischen dessen Schenkeln sich ein Vogelnest mit zwei Eiern befindet. Hier wird die Vorstellung von Geschlecht, Reproduktion und Haushalt vervielfacht und damit ironisch gebrochen. Douglas Gordon lässt im Video „Divided Self“ seinen rasierten linken Unterarm den behaarten rechten Arm ergreifen. Fotografien aus der mehrteiligen Arbeit „Basement Bunker“ von Paul McCarthy präsentieren einen zum Schlachtfeld gewordenen Folterkeller.

Selten sind die Zusammenhänge so klar ersichtlich wie bei der psychoanalytischen Couch von Hans Hollein oder den Arbeiten des Künstlerpaares Clegg & Guttmann, die mit Fotografien von Bücherregalen der Frage nachgehen, was mit der zerrissenen Sammlung von Freuds Privatbibliothek wurde. Mit Subjektwerdung und der Verschiebung von Identität beschäftigen sich Cindy Sherman und Francesca Woodman. Die Gegenüberstellung der surrealen Portrait-Fotografien Shermans mit den kleinen Silbergelatineabzügen von Woodman ist eine der spannendsten Korrespondenzen der Ausstellung. Das geplante Booklet, das die Werke und ihren Bezug auf Freud oder die Psychoanalyse erläutern soll, lässt leider noch auf sich warten.

Die Ausstellung „Sigmund Freud und das Spiel mit der Bürde der Repräsentation. Eine Installation von Joseph Kosuth“ ist bis zum 11. Januar 2015 zu sehen. Das 21er Haus hat mittwochs und donnerstags von 11 bis 21 Uhr, freitags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5,50 Euro; für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren ist er kostenlos.

Kontakt:

Belvedere 21 - Museum für zeitgenössische Kunst

Arsenalstraße 1

AT-1030 Wien

Telefon:+43 (01) 795 577 00

Telefax:+43 (01) 79 557 136

E-Mail: info@21erhaus.at



28.11.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Veranstaltung vom:


19.09.2014, Sigmund Freud und das Spiel mit der Bürde der Repräsentation - Eine Installation von Joseph Kosuth

Bei:


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Künstler:

Joseph Kosuth







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