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Enten am Wehr / Alexander Koester

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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Mit vielen Schätze aus adeligen und vornehmen Häusern hat Van Ham seine Kunstgewerbeauktion in Köln bestücken können

Götter-Techtelmechtel



Zehn Götterbüsten, Italien, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Zehn Götterbüsten, Italien, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Einträchtig sind sie nun versammelt, die zehn Götter aus der antiken Mythologie, im Auktionshaus Van Ham. Auf dem Olymp war das nicht immer so. Da wurde auch schon mal gestritten, und Göttervater Zeus – selbst nicht einer der Ehrenhaftesten – musste so manchen Streit schlichten. Die Folge der zehn Götterbüsten, im 18. Jahrhundert aus weißem, leicht rot geädertem Carrara-Marmor gehauen, ist das Highlight der Kunstgewerbeauktion bei dem Kölner Versteigerer. Unter ihnen befinden sich beispielsweise Dionysos, Aphrodite, Artemis, Flora oder Hermes. Allesamt leben von gegenläufigen Kopf- und Körperwendungen, vergeistigten Blicken durch große ausdrucksstarke Augen, sanft umspielenden Draperien und einer samtig gearbeiteten Oberfläche, die weich-kindliches Inkarnat suggeriert. Der Kölner Kommerzienrat Julius Vorster erwarb die Skulpturen 1910 auf einer Auktion in Köln. Zunächst dienten sie als Schmuck im Eingangsflur und im Garten des Vorsterschen Landhauses in Oberkassel. 1961 gelangten sie dann als Dauerleihgabe in die Orangerie auf Schloss Brühl. Nun steht für 80.000 bis 100.000 Euro ein weiterer Besitzerwechsel an.


Skulpturen

Wohl auch für eine Aufstellung im Freien haben die beiden Antwerpener Bildhauer Jan Claudius de Cock und Albertus Xavery 1709 zwei barocke Kindergruppen geschaffen. Zu jeder gehört ein junger Faun, der einmal mit einem Mädchen auf der Panflöte musiziert, das andere Mal mit einem Jungen aus einem Buch singt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Nur mit einer Bewertung von 3.000 bis 4.000 Euro steigt die Büste eines lachenden Knaben in den Auktionsring. Die Experten bei Van Ham nehmen für die 38 Zentimeter hohe, ebenfalls marmorne Arbeit einen französischen Bildhauer des 17. oder 18. Jahrhunderts in der Nachfolge François Duquesnoys in Anspruch. In etwa diese Zeit datiert auch der Kopf eines römischen Imperators, den ein italienischer Bildhauer nach antiken Vorlagen aus dem Marmorblock gehauen hat (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Möbel und Uhren

Zwar nicht aus Carrara-Marmor, aber immerhin aus edlem Nussbaum und Ahornmaser ist der barocke Schreibschrank gefertigt, der mit Friedrich dem Großen in Verbindung gebracht wird und nun aus deutschem Adelsbesitz zum Verkauf steht. Das um 1745/50 in Preußen hergestellte Schreibmöbel besteht aus einem zweigeschossigen Korpus, dessen Kommodenteil drei Schübe und eine darüber aufgebrachte schräggestellte Arbeitsplatte aufweist. Der Aufsatz besitzt einen erhöhten Mittelteil mit segmentgiebelartigem Abschluss. Die kleinteiligen Einlegearbeiten aus teils graviertem und farbig bemaltem Bein, die Rocailleverzieungen, Putti und aufgesetzten Zinnfilets vervollständigen die imposante Gestalt. Sogar ein Portrait des jugendlichen Friedrich II. ist auf der mittig angebrachten Tür des Aufsatzes zu entdecken. Da studiert es sich königlich, und daher steht die Aufsatzschreibkommode für königliche 30.000 bis 40.000 zur Verfügung. Die Praktikabilität früherer Jahrhunderte zeigt sich an einem rheinischen Kastentisch aus dem Jahr 1567. Dieser Typ wurde in Handelsniederlassungen und Güterverwaltungen genutzt und diente zum Zahlungsverkehr. Im originalen tiefen Stauraum des Tisches konnten Münzen, Wechsel oder andere Wertgegenstände relativ sicher aufbewahrt werden (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Schon frühbarocke Formen greift ein hispanoflämisches Kabinett mit Schildpattfurnier und figürlichen Bronzen des 17. Jahrhunderts auf (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Der berühmten Werkstatt Abraham Roentgens in Neuwied sind zwei Rokokostühle um 1755 zugeschrieben, die nicht zuletzt durch die qualitätvolle florale Marketerie überzeugen (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Für das Empire steht dann eine mit knapp einem Meter Höhe ansehnliche Pendule mit Urania und einem drehbaren Planetarium. Für das Uhrwerk ist Jean-Joseph Lepaute zuständig, das dunkelbraun und golden patinierte Gehäuse geht wohl auf einen Entwurf der Pariser Firma Janet zurück (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Geschmackvoll und günstig sind vier ebonisierte, wohl Berliner Biedermeierstühle mit runden Rückenlehnen, in denen Vierpässe gesägt sind (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR). Bei einer historistischen Kommode aus Frankreich um 1900 muss man sich dann aber schon etwas die Augen reiben; so überbordend sind die vergoldeten Bronze im Style Louis XV angebracht (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Da ist einem doch die schlichte Eleganz einer Art Déco-Anrichte von Pierre Paul Montagnac lieber, die von der Gegenüberstellung des rotbraunen Mahagonifurniers zu vergoldeten Teilen lebt (Taxe 3.500 bis 5.500 EUR).

Silber

Edel kommen zwei identisch gestaltete und vergoldete Pokale daher, für die womöglich Mitte des 17. Jahrhunderts der Silberschmied Jacob Kober im slowakischen Schemnitz verantwortlich ist. Aus einem leicht gewölbten Rundfuß mit reliefiertem Rankenornament ragt ein anmutiger Balusterschaft empor, der in einem tropfenartigen Nodus endet. Darüber erhebt sich eine reich mit Cherubköpfen, Bandelwerk und einem Wulstring aus Federblattdekor verzierte Kuppa. Eine umlaufend eingravierte Inschrift bildet den krönenden Abschluss. Aus einer süddeutschen Privatsammlung geht der Doppelpokal nun mit einem Schätzwert von 20.000 bis 30.000 Euro ins Rennen. Aus dieser frühen Zeit stammen noch eine Schatulle des Augsburger Silberschmieds Hans Jakob Schech von 1685/87 mit reicher Akanthusrankenzier (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR) und ein Deckelhumpen des Danziger Meisters Christian Bockhorn von 1671/84, auf dessen Wandung er Kartuschen mit spielenden Putten im Wald und Blumengestecke abwechseln lässt (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Um 1800 schuf Franz Theodor Baltzer in Münster ein Kerzenleuchterpaar in klassizistischen Formen, das Adolf Zethelius in Stockholm 1815 um die weit auskragenden Girandolenaufsätze mit ihren drei Armen ergänzte (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Ebenfalls paarweise kommen zwei große historistische Prunkgirandolen daher, die wohl in Deutschland im 19. Jahrhunderts in neobarocken Formen entstanden. Der vegetabile Schaft mit einem ihn umschließenden Putto ruht auf einem dreieckigen, gestuften Sockel mit kräftigen Volutenfüßen, die jeweils vollplastische Puttenköpfe in schildförmiger Kartusche tragen. Die Leuchtarme sind zehnflammig aus unregelmäßig wachsenden Akanthusblättern gebildet (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Schon in moderner Gestalt präsentiert sich ein goldener Deckelbecher mit einer stark plastisch ausgearbeiteten Gruppe rastender Reiter, den wohl Adolphe Ghioni in Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschaffen hat (Taxe 28.000 bis 32.000 EUR).

Jugendstil und Porzellan

Leuchten kann auch das Paar von Deckenampeln mit Hagebuttendekor. Ganz dem Jugendstil verpflichtet, erscheint das das Leuchtmittel umgebende milchig weiße Glas in ovaler bauchiger Form. Zart und anmutig umspielt der rosafarbene Überfang im Blumenmotiv die runde Form. Die Metallmontierung schmiegt sich den runden Formen an und endet in einem blattartigen Abschluss, der mit drei Ketten mit der Montierung verbunden ist. Dieses Leuchterlebnis Emile Gallés hat einen Schätzwert von 10.000 bis 12.000 Euro. Aus selbigem Haus gesellen sich noch zwei Tischleuchten hinzu, einmal mit Kirschblütenzweigen in Rosa, Grün und Orange für 4.500 bis 6.500 Euro, das andere Mal mit blauer Prachtwinde für 6.000 bis 8.000 Euro. Dieser Wert steht auch auf einer ovoiden Überfangvase der Daum Frères von 1896/1900 mit bunten Weinblättern, Trauben und Schnecken.

Artefakte des Jugendstil finden sich auch noch in den anderen Kunstgattungen, etwa bei den Bronzen mit Otto Petris sich lustvoll striegelndem Kentaur oder der schönen Frau in der „Buste Eglantine“ des Franzosen Egide Rombaux (Taxe je 4.000 bis 6.000 EUR). Die Silberwaren haben Hans Christiansens 112teiliges Speisebesteck „Darmstädter Stil“ mit elegant geschwungenem Liniendekor von 1902 zu bieten (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), wozu gut Theodor Grusts 39teiliges Speiseservice mit goldenem Bügelmuster auf weißem Grund aus der Meißner Manufaktur passen würde (Taxe 3.500 bis 3.800 EUR). Altes Porzellan von dort gibt es mit einer flachen Deckelterrine, die mit Chinoiserien und Hafenszenen bemalt ist (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Obwohl schon zur Frühzeit der Manufaktur von Johann Gottlieb Kirchner erdacht, wurde der ulkig dreinblickende Affe, der sich gerade an Weintrauben labt, erst zwischen 1924 und 1934 in Meißen ausgeführt (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Wieder zurück in die frühe Neuzeit bringt uns eine Sirupkanne. Das bunt mit einem Putto in einer Flussgegend bemalte Gefäß stammt aus einer Majolikamanufaktur in Urbino oder Casteldurante der Mitte des 16. Jahrhunderts (Taxe 2.700 bis 3.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 15. November ab 11 Uhr. Der Katalog ist online unter www.van-ham.com abrufbar.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



14.11.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Claudia Rauth/Ulrich Raphael Firsching

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15.11.2014, Europäisches Kunstgewerbe

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Van Ham Kunstauktionen

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Vom Kreislauf des Lebens

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Christian Bockhorn, Deckelhumpen mit Löwenknauf, Danzig 1671/84
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Kunstwerk:

Franz Theodor Baltzer und Adolf Zethelius,
 Paar Girandolen, Münster/Stockholm um 1800/1815
Franz Theodor Baltzer und Adolf Zethelius, Paar Girandolen, Münster/Stockholm um 1800/1815

Kunstwerk:

Paar Prunkgirandolen mit
 Putten und Traubenzier, wohl Deutschland, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
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Kunstwerk:

wohl Adolphe Ghioni, Deckelbecher mit Reliefdekor, Paris Anfang
 20. Jahrhundert
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Hans Christiansen, Speisebesteck „Darmstädter Stil“, 1902
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Kastentisch, Rheinland, 1567
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wohl Henri Bergé, Vase „Vigne et escargots“, 1896/1900

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Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 6.000,- EURO

Losnummer: 1243

Sirupkanne, Urbino oder Casteldurante, Mitte 16. Jahrhundert

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Paar Prunkgirandolen mit Putten und Traubenzier, wohl Deutschland, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 1454

Theodor Grust, Speiseservice mit Bügelmuster, 1907

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Taxe: 3.500 - 3.800 EURO

Zuschlag: 3.300,- EURO

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Franz Theodor Baltzer und Adolf Zethelius, Paar Girandolen, Münster/Stockholm um 1800/1815

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Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Losnummer: 1374

Hans Jakob Schech, Kassette, Augsburg 1685/87

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Taxe: 7.000 - 9.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 1355

Jacob Kober zugeschrieben, Doppelpokal, Schemnitz, 2. Drittel 17. Jahrhundert

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Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 1350

 Spanien, Kabinett, Hispanoflämisch, 17. Jahrhundert

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Vier Stühle, wohl Berlin, 19. Jahrhundert

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Kastentisch, Rheinland, 1567

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Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 1607

Emile Gallé, Paar Deckenlampen mit Hagebuttendekor, um 1900

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Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

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wohl Adolphe Ghioni, Deckelbecher mit Reliefdekor, Paris Anfang 20. Jahrhundert

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Taxe: 28.000 - 32.000 EURO

Losnummer: 1475




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