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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Sotheby’s versteigert in New York wieder hochkarätige Werke der zeitgenössischen Kunst

Warhols drei Grazien



Kaum ein Künstler des 20. Jahrhunderts war so produktiv wie Andy Warhol. Trotzdem erzielen seine zahlreichen Werke nach wie vor Höchstpreise auf Auktionen. Neben den Blumensiebdrucken sind vor allem seine Porträts bei der internationalen Sammlergemeinde äußerst beliebt. Der Meister der Pop Art hat ikonische Bilder geschaffen, welche die Persönlichkeit der abgebildeten Personen einfangen, und gleichzeitig dekorativ erscheinen. Dass Warhol die Arbeiten in Serie fertigte, tut deren Beliebtheit keinen Abbruch. Vor allem schöne und berühmte Frauen haben es ihm angetan. Vier von Warhols Schönheiten sollen nun bei Sotheby’s in New York den Besitzer wechseln. Die Teuerste unter ihnen ist wohl „Liz #3“, deren Preis nur auf Anfrage zu erfahren ist und dann mit rund 30 Millionen Dollar bekannt gegeben wird. Warhol hat die Schauspielerin seinen Vorlieben entsprechend grell geschminkt. Auf den Lippen trägt sie kräftiges Rot, die Augen sind in leuchtendem Blau gehalten. Ihr schwarzes Haar bleibt ohne Farbe, für den Hintergrund wählte Warhol ein helles Türkis. Das Highlight der Auktion entstand im frühen Jahr 1963 und befindet sich derzeit im Privatbesitz.


Mit ebenso verführerisch roten Lippen tritt am 11. Oktober in New York Warhols elf Jahre jüngere „Brigitte Bardot“ an. Bisher hatte Gunter Sachs den in Blau und Magenta gehaltenen Filmstar für sich gehabt. Die beiden waren zum Entstehungszeitpunkt des Gemäldes bereits einige Jahre geschieden (Taxe 10 bis 15 Millionen USD). Im Preissegment ist die dritte Berühmtheit im Bunde deutlich weiter unten angesetzt. „Jackie“ erscheint durch die einfache blaue Farbigkeit schlichter als ihre Kolleginnen. Die Journalistin und Verlagsdirektorin war, als Andy sie 1964 porträtierte, gerade nicht mehr First Lady der USA (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). Nochmals 500.000 Dollar weniger stehen dann auf dem Preisschild seiner Schauspielerin „Judy Garland (Multicolor)“ von 1978. Da muss es schon ein geistiges Schwergewicht wie Goethe sein, um die Wertvorstellungen wieder auf 3 bis 4 Millionen Dollar zu heben.

Auch sich selbst nahm Andy Warhol in seinem Schaffen häufig in den Blick. Ebenfalls aus dem ehemaligen Besitz von Gunter Sachs stammt ein Bild der letzten Selbstporträtserie des Künstlers aus dem Jahr 1986. Sehr ernst und beinahe verschreckt blickt Warhol in die Kamera. Seine wild abstehenden Haare verstärken den Eindruck. Für dieses Exemplar der „Fright Wig“ in Pink, das im Mai 2012 bei der Sachs-Auktion in London 4,75 Millionen Pfund einbrachte, sollen es nun 12 bis 18 Millionen Dollar werden. Die Warhol-Auswahl komplettiert ein „Little Electric Chair“ von 1964. Tatsächlich scheint dieser ganz verloren in einem großen, leeren Raum. Der verharmlosende und sicherlich ironisch gemeinte Titel des Gemäldes verbindet Kritik am amerikanischen Rechtsystem mit dem eigentümlichen Humor des Künstlers (Taxe 7,5 bis 9,5 Millionen USD).

Ebenfalls als Hinterfragung amerikanischer Politik kann Jasper Johns’ „Flag“ gelesen werden. Gleichzeitig positioniert sich der Künstler mit der Enkaustik auf Fahnenseide in der Diskussion um die abbildende Funktion eines Gemäldes. Das 1983 entstandene Werk hat bisher nur einen Besitzer gehabt, der es direkt bei Johns erwarb (Taxe 15 bis 20 Millionen USD). Klassische Pop Art hält der Katalog noch mit Robert Rauschenbergs motivreicher New York-Collage „Round Trip I“ von 1963 für 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar, seinem frühen, mit Stoff angereicherten Combine-Painting „Bantam“ von 1955 für 3 bis 4 Millionen Dollar oder mit Roy Lichtensteins spätem, abstraktem „Path Trough the Forest“ von 1984 für 2 bis 3 Millionen Dollar bereit. Beinahe wie ein Comic wirkt der das knallrote Auto von Jean-Michel Basquiat. Das rasant schnelle und doch etwas demoliert wirkende Gefährt von 1987 soll für 6 bis 8 Millionen Dollar unter den Hammer kommen.

Auch vom Abstrakten Expressionismus offeriert Sotheby’s herausragende Werke. Hypnotisierend in seiner Wirkung ist Mark Rothkos „No. 21 (Red, Brown, Black and, Orange)“ von 1953. Auch den Preis der verschwommenen Farbkissen gibt Sotheby’s auf Nachfrage bekannt und setzt ihn als Favorit der Auktion mit rund 50 Millionen Dollar an. Subtiler ist da der Farbauftrag von Robert Rymans „Gate“ von 1995. Das weiße Bild mit seinen dezenten Abstufungen auf der teilweise noch sichtbaren Leinwand lädt bei 6 bis 8 Millionen Dollar zur genauen Betrachtung ein. Wird bei Ryman die Leinwand größer und auch älter, steigt auch der Preis. Schon 1961 erging sich der inzwischen 84jährige Maler in der Untersuchung der Farbe Weiß und hat sie für „Untiteld“ dick auf die Leinwand gespachtelt, so dass sie durch den Schattenwurf belebt wird. Hier stehen nun 15 bis 20 Millionen Dollar auf dem Etikett. Die Garde der amerikanischen Abstrakten ergänzen etwa noch Sam Francis mit seinem meerartigen Hochformat „Deep Blue and Black“ von 1955 (Taxe 3,5 bis 5 Millionen USD), Adolph Gottlieb mit der Mond- und Sternparaphrase „Red and Blue“ von 1962/65 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD) oder Ellsworth Kelly mit seinem Kreissegment „Black Panel I“ von 1985 bei 2 bis 3 Millionen Dollar.

Eine durchdringend rote Abstraktion sticht von Gerhard Richter hervor. Das Gemälde hat der Malerfürst mit einem großen Spachtel getrieben, sodass die Farbe unregelmäßig in horizontaler Richtung verwischt wurde. Das Werk stammt aus dem Jahr 1991 und hat seitdem nur zwei Mal den Besitzer gewechselt (Taxe 15 bis 20 Millionen USD). Als zweier Deutscher in der Abendauktion von Sotheby’s tritt Sigmar Polke hinzu. Mehrere barocke, abstrakte und geometrische Motive überlangen sich in seinem Harzbild „Transparent #8“ von 1988, das von beiden Seiten aus betrachtet werden will (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Zwei Jahre älter ist seine „Filzschleife“, in der er mehrere typische Motive wie Rasterpunkte, verlaufende Farben oder die besondere Materialwahl kombiniert (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD).

Für den etwas kleineren großen Geldbeutel sind dann meist die etwas jüngeren Künstler zuständig. Ein wildes Liniennetz steuert Mark Grotjahn mit „Untitled (Grey White and Yellow Lined Over Blue Green Face 809“ von 2009 bei (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Ähnlich, mit freierer Linienführung kommt Christopher Wools „Last Year Halloween Fell on a Weekend“ von 2004 für 6,5 bis 7,5 Millionen Dollar hinzu. Auch Willem de Kooning wählt in „Untitled II“ von 1986 eine freie, luftschlangenartige Netzstruktur (Taxe 6 bis 8 Millionen USD). Viele kleine Marionetten bevölkern Jean Dubuffets „Cité Fantoche“ von 1963 (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Ad Reinhardt überrascht 1953 mit einem starken Hochformat in Blau mit zarter Quadratmusterung (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Zwei Leinwände füllt Wade Guytons unregelmäßiges Geflecht aus roten, teils aufgelösten X-Formen von 2010 (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Figurativ wird es mit Mark Tansey monochrom roter „Landscape“ aus dem Jahr 1994 mit einem Haufen zerbrochener Statuenteile von der Antike bis zur Gegenwart (Taxe 3 bis 4 Millionen USD) oder Cindy Shermans fotografischer Selbstinszenierung als junges unschuldiges Mädchen mit Koffer auf einsamer Landstraße in „Untitled Film Still #48“ von 1979 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD).

Donald Judd wollte immer dreidimensionale Objekte schaffen, die sich weder als Skulptur noch als Gemälde definieren lassen und den Betrachter nicht zur Assoziation anregen. Ob ihm das mit grünen Wandstruktur „Untitled (DSS 296)“ aus Aluminium von 1973 gelungen ist, mag der potentielle Käufer selbst entscheiden (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Mit mehreren Werken kann Sotheby’s dieses Mal von Jeff Koons aufwarten. Bei „Moon (Yellow)“ handelt es sich tatsächlich nicht um den Mond, sondern um einen gelbgoldenen, überdimensionierten Kronkorken aus Stahl, welcher verspiegelt wurde, sodass er den auf dem Jahrmarkt häufig angebotenen mit Helium gefüllten Ballons ähnelt. Indem er ihn aber an die Wand hängt, changiert dieser zwischen Skulptur und Gemälde (Taxe 12 bis 18 Millionen USD). Dagegen sind „Bear and Policeman“ von 1988 klar als Skulptur zu erkennen, die eben fast einem Rummel entstiegen zu sein scheinen. Der lebensgroße Bär mit gestreiftem T-Shirt greift neckisch nach der Trillerpfeife eines verdutzten Polizisten. Die altmodisch kitschig wirkende Holzskulptur kann für 7 bis 9 Millionen Dollar erworben werden.

Alexander Calders in Rot, Gelb, Blau und Schwarz gehaltene Mobiles abstrakter Formen treten gleich in drei Versionen bei Sotheby’s an. Das teuerste, das freudige „The Blue Comb“ von 1959 aus der Sammlung von Marcia Riklis, steht bei 4 bis 6 Millionen Dollar zum Verkauf. Auch mit einem seltenen frühen Gemälde ist Calder vertreten. Seine „Personnage“ von 1946 ist mit schwarzen surrealen Figuren angereichert; lediglich die geometrischen Farbenflächen des Fonds deuten auf seine übliche Formensprache hin (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Weniger kindgerecht als Calders Mobiles krabbelt Louise Bourgeois’ „Spider I“ von 1995 die Wand entlang. Das Bronzetier hat eine Spannweite von deutlich über einem Meter (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Hyperrealistisch in der Form, aber abstrahiert durch den weißen Farbüberzug hat Charles Ray 2003 seinen Akt „Aluminium Girl“ geschaffen (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD).

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



10.11.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Mona Zimmer

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11.11.2014, Contemporary Art Evening Auction

Bei:


Sotheby's

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