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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Auktionshaus Karl & Faber startet mit Alter Kunst und Werken des 19. Jahrhunderts während des Münchner Kunstherbstes in seine neue Saison

Lyrische und dramatische Kunst



Anton Doll, Eisvergnügen auf einem bayerischen See

Anton Doll, Eisvergnügen auf einem bayerischen See

Der Winter naht und mit ihm Kälte, Eis, karge Bäume und warme Winterjacken. Neben dem Weihnachtsfest bietet diese Jahreszeit auch anderweitige Freuden, etwa eine ausgelassene Schneeballschlacht und, wenn es kalt genug ist, das Eislaufen auf einem zugefrorenen See. Diese Art des beschwingten Zeitvertreibs hielt der Münchner Landschaftsmaler Anton Doll derart atmosphärisch in seinem Gemälde „Eisvergnügen auf dem bayerischen See“ fest, dass man sich dazugesellen möchte. Menschengruppen fahren mit Schlittschuhen auf dem Eis, andere gehen Spazieren, und die Kinder ereifern sich in einer hitzigen Schneeballschlacht. Auch sein vier Jahre älterer Antwerpener Kollege Laurent Herman Redig griff diese Motivwelt auf, holte sich seine Inspiration bei den holländischen Meistern des 17. Jahrhunderts und verarbeitete dies 1857 zu einem „Eisvergnügen auf der Schelde“, das in der Freiheit des Pinselstrichs durchaus eine eigene Handschrift verrät. Mit beiden Gemälden nimmt das Auktionshaus Karl & Faber Bezug zur Jahreszeit und offeriert den Doll für 6.000 bis 8.000 Euro, den Redig für 4.000 bis 5.000 Euro.


Den Termin für seine kommende Auktion mit Alten Meistern und Kunst des 19. Jahrhunderts hat der Münchner Versteigerer geschickt gewählt; richtet sich in dieser Woche doch die Aufmerksamkeit wegen der Kunst-Messe München und der Highlights auf die bayrische Metropole. Und die anwesenden Kunstfreunde und Sammler werden die Synergieeffekte zu nutzen wissen. Obwohl bei den älteren Kunstwerken die Gemälde eine eher kleine Gruppe bilden, wiegen Zeichnungen und Drucke dies auf, so dass rund 50 Prozent der gut 450 Positionen Werke des 15. bis 18. Jahrhunderts sind. Entsprechend wechseln sich Werke mit religiösen Inhalten aus den Händen Dürers, Schongauers oder Johann Wolfgang Baumgartners Tuscheblatt einer Schutzmantelmadonna, die eben mit Engeln einigen Landleuten erscheint (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR), mit Portraitmalerei ab, etwa Nicolaes Maes’ barockes Bildnis eines jungen vornehmen Herrn in rotem Rock von 1676 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR).

Bei den Landschaften sind Franz Kobells feines Aquarell der Wetzsteinmühle bei Ohlstadt von 1816 oder Richard Zimmermanns sommerliche Ernteszene am Starnberger See zu nennen (Taxe je 5.000 bis 6.000 EUR). Stillleben gibt es aus der Werkstatt Abraham van Beyerens mit einem Arrangement toter Fische (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR), Genregemälde mit Hendrick Heerschops gelehrtem Geografen in seiner Studierstube um 1660/80 (Taxe 6.500 bis 7.500 EUR) und jugendstilig-symbolistische Darstellungen mit Karl Hartmanns Fries von nackten Kindern und Putten beim Musizieren in einer Frühlingslandschaft (Taxe 2.800 EUR). Zwischen Mythologie, Historie und Religion bewegt sich die mit 17 Positionen reich ausgestattete Grafikofferte von Albrecht Altdorfer. Von seinen zumeist kleinformatigen Drucken listet der Katalog den „Kleinen Fahnenträger“ um 1515/16 für 500 Euro, das „Liebespaar, von Seegöttern im Triumph geführt“ um 1521/26 für 3.000 bis 4.000 Euro und „Die Maria auf dem Halbmond“ um 1515 für 5.000 bis 6.000 Euro.

Die Schätzwerte umfassen ebenfalls ein breites Spektrum, so dass man schon bei günstigen Arbeiten wie Basilius Beslers kolorierten Kupferstichen aus dem „Hortus Eystettensis“ oder Eugène Delacroix’ Radierung „Zwei Araber an der Küste von Oran“ für jeweils 400 Euro fündig wird. Die teuersten Arbeiten verteilen sich mit Malerei, Grafik und Aquarell auf fast alle Gattungen der Auktion. Francisco de Goyas bekannte 80teilige Folge der Grotesken „Los Caprichos“ besitzt denselben Schätzpreis wie Karl Wilhelm Diefenbachs Gemälde „Arco Naturale“, das nach 1900 entstand. Der Bogen aus Kalkstein, den man auch heute noch in Capri bewundern kann, erreicht durch eine dramatische Lichtführung eine monumentale Überhöhung. Auf diese Preisstufe von 8.000 bis 10.000 Euro reihen sich zudem eine Uferlandschaft mit Vögeln, darunter Enten und Eule, des Florentiner Hofmalers Pietro Neri Scacciati, Giacomo Quarenghis klassizistisches Aquarell einer Treppenflucht im Vatikan mit Blick auf eine Loggia von 1768 oder Albrecht Adams Bild mit drei scheuenden Pferden bei Gewitter um 1845/50 ein. Für das Genre steht Theodor Pixis’ erzählfreudige und ironische Inszenierung einer Theatertruppe mit ihrem „Thespiskarren in der Klemme“ und für die Vedutenkunst eine südlich heitere Ansicht des Kolosseums und des Forum Romanums von Veronika Maria Herwegen-Manini um 1885/90 (Taxe je 8.000 bis 10.000 EUR).

Albrecht Dürers Holzschnitt „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“ von 1503 aus der Serie des Marienlebens besticht mit der angenehmen Rhythmik der Figurengruppen, über denen der mit einem Baldachin hervorgehobene Menschensohn thront (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). In enger preislicher Folge ist Hugo Höppeners, alias Fidus’, „Der Tempel ohne Thor“ angesetzt. Das Aquarell wird zwischen 1895 und 1901 datiert und zeigt eine leichte Schrägansicht einer nackten knienden Frau vor einem orientalischen Tempel. Warme Orangetöne durchziehen die Komposition, die durch ornamentale Silhouetten von Palmen flankiert wird (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Den Gegensatz zu Fidus’ mythischer Fantasie bietet Wilhelm von Kobells Aquarell „Viehmarkt am Rande einer Stadt“ von 1815, das frei von überhöhtem Symbolismus ist. Bauern und ihre Rinder, Schafe, Hunde und Schweine sind in lockeren Gruppen zuhauf auf dem Blatt verteilt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Ein Druck von Honoré Daumiers „Rue Transnonain, le 15 Avril 1834“ ist eines der bekanntesten Arbeiten des Karikaturisten mit dem leicht diagonal und in Verkürzung liegenden toten und mit Blutflecken besudelten Mann im Schlafrock. Er fiel, wie auch das Kind und die anderen Toten des Bildes, der Gewalt der Nationalgarde von Lyon beim Aufstand der Seidenweber in Jahr 1834 zum Opfer (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Das freundliche italienische Panorama in Julius Köhnholz’ „Blick auf Genua und die Riviera di Levante“ wirkt nach Daumier geradezu arkadisch in seiner friedlichen Wirkung (Taxe 14.000 bis 16.000 EUR). Eine ähnliche Idylle bietet auch Giulio Romano, dessen Werk „Amor und Psyche“ als Kupferstich seines Schülers Giorgio Ghisi von 1573/74 versteigert wird. Das Liebespaar lagert auf einer Chaiselongue, eine geflügelte Kinderfigur bekrönt sie mit Lorbeerkränzen, während Satyrn im Hintergrund ein heidnisches Fest feiern (Taxe 15.000 bis 17.000 EUR).

Eine Landschaft aus der Hand Wilhelm Trübners steht an der Grenze zu den sechs teuersten Objekten der Auktion. Sein „Blick von Niederpöcking nach Kempfenhausen am Starnberger See“ ist in horizontale Farbflächen mit Grün und Blau streng gegliedert, so dass die Bedeutung des Motivs fast in den Hintergrund tritt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Einer der Höhepunkte der Versteigerung ist sicherlich Hans Thomas sinnliches Paar „Triton und Nereide“ von 1892. Das fast vollständig dunkelblaue Bild rhythmisieren abstrakte, goldgelbe Strahlen der Sonne, die den Himmel ganzflächig durchkreuzen und in den Wellen gespiegelt werden. Mit der Reduktion des Kolorits auf Blau und Gelb, den abstrakten Hintergrund und das zentral angeordnete Duo erreicht Thoma in dieser Vision einen monumentalen Bildeindruck (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Eine der teuersten Grafiken ist Rembrandts „Anbetung der Hirten, mit der Lampe“ von 1654. Der Meister des Helldunkels taucht Jesus und Maria in das Licht einer Öllampe. Die Hirten und Joseph flankieren Maria und den Menschensohn unter Einsatz einer sanften Schattenwirkung, die das Plastische der Figuren und räumliche Tiefe evoziert (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Mit einem preislichen Aufschlag von 5.000 bis 10.000 Euro gehört Philipp Otto Runges Grafikfolge „Die Zeiten“ von 1803/07 zu den Highlights bei Karl & Faber. Hier verbindet Runge seine Suche nach einer neuen christlichen Kunst mit einer komplizierten und vielschichtigen Symbolsprache aus Pflanzen und allegorischen Figuren (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Runges Naturstudium und Geschick im Umgang mit Silhouetten zeigt sich prägnant in seinen Scherenschnitten von Pflanzen. Bei der Versteigerung sind gleich drei dieser edel wirkenden Arbeiten aus weißem Papier auf hellblauem Grund angeboten: der „Birnenzwei“ wiederum für 30.000 bis 40.000 Euro, der „Bohnenzweig“ und die „Mohnblume“ für 35.000 bis 45.000 Euro. Im Bereich der Grafik bildet Martin Schongauers lyrische „Kleine stehende Madonna“ wohl um 1480 in weicher, eleganter S-Pose die preisliche Spitze. Der kleine, nicht einmal zehn Zentimeter hohe Kupferstich zeigt eine jugendlich schöne Maria, die liebevoll ihren Sohn anblickt. Detailfreudig hat hier Schongauer insbesondere den Faltenwurf ausgearbeitet und damit die plastische Wirkung der Gewandfigur betont (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR).

Letztlich ist aber Franz von Stucks dynamisches Gemälde „Feinde ringsum“ das mit Abstand das teuerste Objekt. Ein nackter muskulöser junger Mann steht im Bildzentrum und schwingt sein Schwert mit zwei Händen. Der Eindruck der Bewegung liegt weniger in den Posen der Figuren als in den formauflösenden, nervösen Pinselstrichen. Die Feinde greifen zu Dritt von vorne an, schemenhaft erkennt man in einem blauen Dunst weitere Figuren, deren Rolle noch unklar ist. Zur Steigerung der Spannung setzt Stuck gezielt den Kontrast des warmen Gelb gegen die Kälte des Blau. Darüber hinaus repräsentierten diese Farben bestimmte Eigenschaften in den Augen des Künstlers: Blau stand für das Elementare, Ewige und den geistigen Inhalt, während Gelb das Gefährliche und Giftige darstellte. Das Ölgemälde aus dem Jahr 1914 verlangt 110.000 bis 140.000 Euro.

Die Auktion beginnt am 7. November um 11 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 5. November täglich von 10 bis 18 Uhr, am 6. November von 10 bis 14 Uhr möglich.

Kontakt:

Karl & Faber Auktionen

Amiraplatz 3

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 24 22 870

Telefon:+49 (089) 221865

Telefax:+49 (089) 22 83 350

E-Mail: info@karlundfaber.de



04.11.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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