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Impressionen aus der Frankfurter Galerienszene

Von der feinen Linie bis zur kraftvollen Street Art



Frankfurt ist Lebens- und Arbeitsmittelpunkt wie auch Geburtsort vieler Künstler und Künstlerinnen. Das spiegelt auch ein stetig wachsender Schwerpunkt des Frankfurter Saisonstarts wider. Viele der ausstellenden Künstler wurden an der Städelschule oder den umliegenden Hochschulen ausgebildet und unterhalten ihre Ateliers in Frankfurt. Die Bandbreite des Saisonstart-Programms reicht von dem heute in Berlin lebenden Stefan Müller, der bei Thomas Bayrle an der Städelschule studiert hat, über Dirk Krecker, Bernhard Schreiner, Michael Neubürger bis zu Julia Roppel und Sandra Kranich. Marion Meyer Contemporain stellt den in Frankfurt geborenen, in Paris und Lyon lebenden Jan Kopp vor, und Andreas Greulich den in Berlin lebenden Frankfurter Maler Sebastian Meschenmoser. Aber auch klassische Positionen haben die Galeristen zur Eröffnung nach der Sommerpause hervorgeholt.


Im Westend ist seit über dreißig Jahren „Die Galerie“ beheimatet. Sie präsentiert zum Saisonauftakt Werke aus dem Atelier des mittlerweile hundertjährigen Informel-Altmeisters Karl Otto Götz. Selten ausgestellte Werke aus den frühen Anfängen des Künstlers, als er auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen der Auflösung der Komposition nachging, wissen zu begeistern. Der Höhepunkt seiner Forschungsarbeit war die Teilnahme an der Biennale in Venedig im Jahr 1958. In dieser Zeit, von 1950 bis 1959, lebte Götz in Frankfurt. Eine Arbeit aus dem Jahr 1977 kostet dann schon mal 370.000 Euro.

Bei Barbara von Stechow gibt es Street Art von Tom Christopher. Der Amerikaner wird seit 16 Jahren exklusiv durch die Frankfurter Galerie vertreten. Christopher hat das Großstadtleben und New York zu seinem Thema gemacht, und die expressiven und farbenfrohen Bilder spiegeln die Liebe des Malers zu seiner Stadt wider. Mit seinem Malstil schafft er eine vibrierende Atmosphäre und starke Bildfluchten, die dem Betrachter das Gefühl vermitteln, mitten im brodelnden Großstadtgeschehen zu stehen. Der ehemalige Gerichtszeichner weiß, wie man mit wenigen kraftvollen Strichen das Wesentliche erfasst. Die Preisspanne geht von 9.000 Euro bis 39.000 Euro.

Seit 2007 hat Bärbel Grässlin neue Räume in Frankfurt bezogen. Die Galerie, die die Ausmaße einer riesigen Halle hat, beherbergt zum Saisonauftakt die „Bilder zum Mitsingen“ von Stefan Müller. Müller ist Punkmusiker, zu sehen ist Punk auf der Leinwand. In seinen neuesten Werken zeichnen sich nun Figuren ab. Eine davon nimmt den gesamten Bildraum selbstbewusst in Beschlag, eine andere scheint sich zögernd darin aufzuhalten, eine Wartende, die sich im Moment des Nichtstuns plötzlich ihrer Körperlichkeit bewusst zu werden scheint. Hier zeigt sich, dass Müllers Auflehnung gegen das Establishment einen anderen Weg geht. Seine neuen Bilder fordern auf, einen Punk mitzusingen, der sich auf persönlicher Ebene abspielt, apathisch, verträumt und rebellisch. Bilder, die aus rohem Leinen-, Baumwollmaterial oder Betttuch bestehen, weisen Spuren von Asche, Staub, Cola, Bier, Blut oder Kaffee auf. Die subtilen Arbeiten liegen preislich zwischen 10.000 Euro und 17.000 Euro.

Kim Behm zeigt zum ersten Mal Werke von Frank Gerritz. Der amerikanische Kunstkritiker Donald Kuspit bezeichnet ihn als den letzten „abstract hardliner“. In Deutschland ist Gerritz bisher eher einem kleineren Kreis von Kunstinteressierten bekannt, wenngleich seine Werke in so bedeutenden Kollektionen wie der Sammlung Lafrenz oder der Sammlung Falckenberg zu finden sind. Für seine erste Einzelausstellung in der Galerie Kim Behm hat Frank Gerritz eine Reihe neuer Bleistiftzeichnungen unter dem Titel „The Definition of Space“ begonnen. Seine Zeichnungen haben sich aus der skulpturalen Arbeit entwickelt und thematisieren das Verhältnis von Fläche und Raum. Die bezeichneten Felder, blockhafte, an den Blattrand gerückte Linien, schimmern je nach Lichteinfall dunkelgrau bis silbrig. Die Struktur, die die unendlichen vielen Schichten des Bleistiftauftrags bilden, erinnert an Oberflächen von Stahlgussformen.

Ein anderes Programm weist die Galerie Rothamel aus, die in der Fahrgasse, im eigentlichen Galerienviertel rund um den Römer, das Museum für Moderne Kunst und die Schirn liegt. Axel Anklams Skulpturen und Jan Muches farbintensive, konstruktivistische Malereien bilden ein wirkungsvolles Spannungsfeld zwischen Transformatoren und Gebilden aus Edelstahlnetzen, Epoxid und Latex. Jan Muche, Jahrang 1975, absolvierte eine Ausbildung zum Lithografen und studierte bei Karl Horst Hödicke. Muches Vorliebe für Maschinen und seine Art des Bildaufbaus erinnern an Kirchenfenster mit dem Ziel, architektonische Bilder zu entwickeln, die durch ihre Farbsetzungen den Blick des Betrachters in fiktive Räume bringen, in denen er sich in Ruhe umsehen kann. So hat Muche sein 16.500 Euro teures Bild von 2012 auch mit „Kathedrale“ betitelt.

Anklam, Jahrgang 1971, ist gelernter Kunstschmied und war als Restaurator am Schloss Sanssouci tätig, bevor er ein Studium der Bildhauerei begann und als Meisterschüler abschloss. Er arbeitet ebenfalls mit der Lichtwirkung und der Atmosphäre der Umgebung. Je nach Position des Betrachters verändern seine Skulpturen aus transparenten oder opaken Materialien ihren Ausdruck. Zugleich sind sie von innerer Harmonie durchdrungen. Mit Hilfe der Konsonanz-Studien des Pythagoras bringt Anklam sie zum Klingen: Per Monochord übersetzt er Tonhöhen in Streckenlängen und baut diese in seine Konstruktionen ein.

Düstere Bilder von Sebastian Burger zeigt die Galerie Leuenroth unter dem vielsagenden Titel „Dolce & Gebeine“. In seinen Arbeiten bewegen sich Skelette durch düstere Landschaften, leere Gesichter schreien den Betrachter an und verhangene Landschaften zeugen von düsterer Poesie. Die Bilder gibt es für 1.700 bis 2.200 Euro. Bis in den Dezember hinein kann man sich in der Galerie Schwind von den Herbstimpressionen von Markus Matthias Krüger inspirieren lassen. Seine fotorealistischen Gemälde erinnern an die surrealistischen Malereien René Magrittes. Da hebt schon mal ein Baum, der durch einem Haus wächst, das Dach, oder man schreitet durch ein geheimnisvolles Tor in eine gewitterverhangene Landschaft. Für eine „Septembernacht“ aus dem Jahr 2011 muss man 10.800 Euro bezahlen.

Die Galerie Wilma Tolksdorf zeigt in der dritten Einzelausstellung die neuesten Werke der vielfach ausgezeichneten Malerin Alisa Margolis. Unter dem Titel „Gótico“ bezieht sich die 1975 geborene Ukrainerin auf das Gemälde „Gothic“ von Jackson Pollock aus dem Jahr 1944. Es ist die Intention der Künstlerin, mit dem ihr eigenen Malduktus die Motive und Strategien der klassischen Malerei zu interpretieren und neu zu formulieren. Ihre Vorliebe gilt dem Barock von Rubens und dem action painting von Willem de Koonig und Pollock. Alisa Margolis konstruiert malerische Räume, Konturen, Körper, Licht und Bewegung mit altmeisterlichen Maltechniken. Immer wieder bringt sie glänzende Lacke ein, die Oberflächenreflexionen hervorrufen.

Nicht im Verbund der Interessengemeinschaft Frankfurter Galerie ist die Galerie Bischoff Projects. Die Galerie zeigt eine Gruppenschau, die als Brückenschlag der Generationen betrachtet werden soll. Fred Sandback, Jahrgang 1943, der schon 2003 verstarb, wurde früh durch Konrad Fischer dem deutschen Publikum näher gebracht, steht mit seinem Werk in der Tradition von Carl Andre, Donald Judd oder Sol LeWitt, die Mitte der 1960er Jahre mit ihrer minimalistischen Arbeit begannen. Sandback reagierte darauf mit zarten Linien- und Raumkonstrukten. Eine unbetitelte Arbeit aus Acrylgarn von circa 1972 belebt die Wände der Galerie mit farbigen Linien und vermittelt den Eindruck einer Skulptur.

Jens Risch, Jahrgang 1973, führt aus feinster Seide seltsame Knotengebilde aus, die an Schwämme erinnern. N. Dash, Jahrgang 1980, verwendet selbstgemachte Papiere, die er zu architektonischen Gebilden an die Wand bringt und die durch ihre Stille den Betrachter in den Bann ziehen. Zu guter Letzt zeigt David Keating Skulpturen in minimalistischer Ausführung. Sie vermitteln den Eindruck einer dreidimensionalen Zeichnung im Raum. Unterstützt wird dieser Eindruck, dass zu schmalen Stahlstäben farbige Kordeln Gegenpole setzen. Alle vier Künstler betonen bei Bischoff Projects die Einzigartigkeit der Linie, die Beziehungen enthüllt, die sonst kaum wahrnehmbar wären.

Die Ausstellungen sind in der Regel bis Ende Oktober beziehungsweise Anfang November zu sehen. Weitere Informationen unter www.galerien-frankfurt.de.



02.11.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann

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