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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gelungener Saisonauftakt: Zeitgenössische und italienische Kunst bei Christie’s in London

Wieder etwas mehr



Angespornt von den guten Ergebnissen der Essl-Sammlung, ließen sich die Kunden des Londoner Auktionshauses Christie’s auch drei Tage später bei der regulären Abendversteigerung zeitgenössischer Kunst nicht lumpen und spendierten dem Unternehmen bei einer losbezogenen Zuschlagsquote von 89 Prozent einen Gesamtumsatz von 40,34 Millionen Pfund, der sich im Schätzrahmen von 32 bis 47 Millionen Pfund gut behauptete. Die Aufgelder abgerechnet, konnte Christie’s zehn Millionenergebnisse erzielen, darunter 2 Millionen Pfund für Juan Muñoz’ vierteilige Bronzegruppe „Conversation Piece I“ mit seinen typischen Sackfiguren von 2001 oder 1 Million Pfund für eine drollige Ansammlung teils verrutschter und übereinander stehender „x“, gedruckt von Wade Guyton auf einem großen weißen Leinenstoff im 2006. Abermals 1 Million Pfund hieß das Schlussgebot für Anselm Kiefers tiefschürfendes und materialreiches Sinnbild „Laßt tausend Blumen blühen!“ von 1999 und bewegte sich damit im Bereich der Erwartungen, wie auch bei den übrigen Kunstwerken. Allerdings musste der Verkäufer des Kiefer-Gemäldes einige Federn lassen; hatte er die Arbeit im Februar 2007 am selben Ort doch für netto 1,6 Millionen Pfund erworben.


Als Spitzenreiter wurde am 16. Oktober Peter Doigs real und zugleich magisch anmutendes, menschenleeres Basketballfeld „The Heart of Old San Juan“ von 1999 bestätigt, wenn auch nur an der unteren Grenze von 4 bis 6 Millionen Pfund. In den Verhandlungen um Jean-Michel Basquiats „Love Dub for A“ zwischen Polizei und Morgenröte von 1987 schlug der Hammer bei gleicher Taxe sogar schon bei 3,8 Millionen Pfund aufs Pult. Für die britische Bildhauerin Rachel Whiteread gab es einen neuen Auktionsrekord. Der liegt nun bei 480.000 Pfund für hier 25teilige Sockelinstallation aus gold-grünem Harz von 1994/95, mit der sie die minimalistische Kunst und den Kunstbetrieb humorvoll paraphrasiert (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP). Erfolgreich schlugen sich auch Yoshitomo Naras kindlich naive Holztafel „Banging the Drum“ von 2007 bei 400.000 Pfund (Taxe 280.000 bis 320.000 GBP) und Marc Quinn überdimensioniertes Großauge „We Share Our Chemistry With the Stars (AJ280R)“ von 2010 bei 220.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP).

Besonders stark waren die deutschen Künstler, und nur knapp verfehlte Gerhard Richters schwarz-weißes verschwommenes „Waldstück (Chile)“ von 1969 mit 3,9 Millionen Pfund den Sprung auf den ersten Platz des Siegertreppchens (Taxe 3 bis 5 Millionen GBP). Mit einem halben Dutzend Arbeiten, von denen nur eine keinen Abnehmer fand und die anderen für Beträge zwischen 800.000 Pfund und 1,9 Millionen Pfund meist an Freunde des abstrakten Richter gingen, war der deutsche Malerkönig der mit Abstand häufigste Gast der Auktion. 850.000 Pfund und 900.000 Pfund jeweils leicht oberhalb der Erwartungen schafften Georg Baselitz’ neoexpressionistische Figurenbilder „Ein zerrissener Hund, aufwärts“ von 1968 und „Orangenesser“, auf dem Kopf stehend, von 1982.

Dazwischen – bei 880.000 Pfund und gleicher Taxe von 600.000 bis 800.000 Pfund – landete Sigmar Polkes gerasterte junge Frau in Reizwäsche von 1998, die ihre Herkunft aus der amerikanischen Pop Art nicht verleugnen kann. Unter den Fotokünstlern tat sich diesmal vor allem Thomas Struth hervor; sein menschenfreies Museumsbild „National Gallery 2, London 2001“ mit Jan Vermeers „Lautenspielerin“ als einzigem Blickpunkt vor dunkler Wand brachte es auf 320.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Jüngster Deutscher im Bunde war Jonas Burgert, der seine annähernd quadratische Leinwand mit einem einsamen jugendlichen „Täter“ am Abgrund von 2009 bei 95.000 Pfund abgab (Taxe 70.000 bis 90.000 GBP).

Auch für die Newcomer schlugen die Veranstalter wieder hervorragende Preise heraus. Rekorde gab es unter anderem für den 1979 geborenen Kanadier Brent Wadden und sein aus überwiegend schwarz-weißen Stoffbahnen genähtes „Alignment“ mit Dreiecksmotiv von 2013 im Betrag von 60.000 Pfund (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP) sowie für den kaum 25jährigen Louis Eisner, der den Betrachter seit 2011 in ein unbetiteltes Meer aus wolkigem Hellblau taucht und damit 110.000 Pfund erlöste (Taxe 50.000 bis 70.000 GBP). Der 1982 geborene Alex Israel kratzt seit Mai 2014 bereits an der Millionengrenze, und so bedeuteten die 320.000 Pfund für einen roten Stern von 2012 trotz Verdoppelung der Schätzung keinen neuen Auktionshöchstpreis. Die rund zehn Jahre älteren Toby Ziegler und Joe Bradley, letzterer mit einer rasch hingeworfenen Komposition von 2011 für 820.000 Pfund, die an den abstrakten Expressionismus amerikanischer Provenienz erinnert (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP), konnten ihre Namen dann wieder auf der Rekordliste lesen. Adrian Ghenie hat im Sommer schon die Millionenmarke überschritten und konnte auch jetzt den Wert seiner Straßenszene an der Berliner Mauer mit Schäferhund und zwei halbnackten Männern unter dem Titel „The Blue Rain“ bei 420.000 Pfund gut an den Käufer bringen (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Weitere 27,6 Millionen Pfund spülten die 58 separat vorgestellten Italiener in die Kassen des Hauses. Als teuerste Künstler rangierten hier die üblichen Verdächtigen der Nachkriegsavantgarde wie Enrico Castellani mit einer 1984 datierten, durch Nägel von der Rückseite zum Relief erweiterten „Superficie bianca“ für 1,1 Millionen Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP) oder Alberto Burri mit einer radikalen, durch Brandlöcher versengten „Combustione plastica“ von 1956 für 1,3 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP). Piero Manzoni brachte es mit einem weißen, waagrecht strukturierten „Achrome“ von 1958/59 auf 2 Millionen Pfund (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP) und Lucio Fontana mit einem informellen, schwarz-gelben „Concetto spaziale“ von 1957 auf 1,1 Millionen Pfund (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP).

Auch eine Reihe neuer Auktionsrekorde gab es für die Italiener, meist im fünf- oder niedrigen sechsstelligen Bereich. Marina Apollonio mit ihrem Op-Art-Kreis „Dinamica circolare s4“ von 1968, Carla Accardi mit ihrem viergeteilten Wellenmuster „Verderossogiallonero“ von 1967, Agostino Bonalumi mit seiner knallroten floral inspirierten Skulptur „Rosso“ von 1969, Piero Dorazio mit dem dichten Farbnetz „Sottovoce bleu“ von 1960/61 und Nanda Vigo mit ihrer Spiegel-Licht-Untersuchung „Cronotopo“ von 1965 – also immerhin auch drei Frauen – gehörten hier zu den Glücklichen. Nur einmal wurde es auch in dieser Rubrik richtig teuer: Alighiero Boettis Arte Povera-Skulptur „Colonna“ von 1968 aus zahllosen übereinandergelegten Papierdeckchen markierte mit 2,1 Millionen Pfund für sich selbst eine neue Auktionshöchstmarke und wurde zugleich teuerster Italiener der gesamten Veranstaltung (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Mit der Sammlung Essl und der Tagesauktion spülte die zeitgenössische Kunst in der vergangenen Woche knapp 130 Millionen Pfund in die Kassen von Christie’s – ein neues Oktober-Rekordergebnis.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



26.10.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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