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Dessauer Bauhaus stellt Kunstwerke der zweiten Schülergeneration vor

Was ist aus unseren Schülern geworden? Diese Frage stellt sich umso nachdrücklicher, je renommierter die Lehranstalt ist. Die wichtigste Gestaltungsschule des vergangenen Jahrhunderts, das Bauhaus, gilt als ein weniger programmatisches, dagegen eher von Ideen beseeltes Laboratorium der Alltagskultur. Ihre Experimente, die Kunst und Technik einer neuen Einheit zuführen sollten, sind aufs engste mit hier entstandenen, die heutige Wahrnehmung der Institution prägenden Kunstwerken verknüpft. Obwohl bis 1927, als freie Malklassen und eine Architekturabteilung eingerichtet wurden, das Bauhaus keine Lehranstalt für bildende Künste war, lehrten hier überwiegend Maler. Sie machten abstrakte Formen und Farben in ihrer Eigenständigkeit erfahrbar und führten sie in spartenübergreifenden Strukturen zu einer neuen Einheit zusammen. Was aus alledem geworden ist, thematisiert derzeit das Bauhaus Dessau mit Arbeiten der zweiten Schülergeneration unter der Headline „Bauhaus. Die Kunst der Schüler“.

Wie bei den Künstlern der ersten Generation, die teilweise später selbst Lehrer am Bauhaus waren, so Josef Albers oder Hinnerk Scheper, dominierten auch in der nachfolgenden Stufe traditionelle Mittel und Techniken. Die Ausstellung versammelt insgesamt 155 bislang kaum veröffentlichte und bekannte Zeichnungen, Materialcollagen und Plastiken, die durch ihre große Bandbereite bestechen. Neben den für das Bauhaus charakteristischen konstruktivistischen Tendenzen werden Einflüsse des Surrealismus, des Expressionismus und des Kubismus deutlich. Sie beleuchten erstmals die Rolle der bildenden Künste bei der Suche nach übergreifenden gestalterischen Problemlösungen.

Viele der 63 mit einem frühen sowie späten Werk vorgestellten Künstler starteten nach ihrer Ausbildung am Bauhaus große Karrieren auf anderen Berufsfeldern, so etwa Max Bill oder Rudolf Ortner in der Architektur, Marianne Brandt oder Werner Graeff auf dem Gebiet des Designs, Erich Mende oder Werner Drewes in der Typografie. Letztgenannter spielte als Mitbegründer der „American Abstract Artists“ in den USA eine wichtige Rolle, während beispielsweise Mordecai Ardon nach seiner Emigration maßgeblich die Kunstlandschaft Israels prägte. Weitere erhielten weltweit große Aufmerksamkeit als Maler, Fotografen oder Bildhauer, darunter Fritz Winter, Theo Balden, Eugen Batz, Ludwig Hirschfeld-Mack, Kurt Kranz, Jean Leppien, Carl Marx, Karl Peter Röhl oder Xanti Schawinsky.

Die Ausstellung „Bauhaus. Kunst der Schüler“ ist bis zum 1. März 2015 zu besichtigen. Das Bauhaus zu Dessau hat täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Der Ausstellungkatalog kostet an der Museumskasse 29 Euro.

Stiftung Bauhaus Dessau
Gropiusallee 38
D-06846 Dessau-Roßlau

Telefon: +49 (0)340 – 65 080
Telefax: +49 (0)340 – 65 08 226

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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08.10.2014, Bauhaus. Die Kunst der Schüler. Werke aus der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau

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