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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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ohne Titel / Günther Uecker

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Neumeister zündet mit hochadeliger Provenienz ein Feuerwerk der Gebote

Adel verpflichtet



Hans Makart, Erzherzogin Marie Valerie von Österreich als Kind

Hans Makart, Erzherzogin Marie Valerie von Österreich als Kind

Adel zieht immer. Wenn dann noch ein berühmter Maler dazukommt, ist Alles geritzt. So jedenfalls zeigte es sich auf der vergangenen Versteigerung Alter Kunst, die Neumeister in München mit einer im Sonderkatalog vorgestellten Suite von Gemälden, überwiegend Portraits, aus hochadeligem Besitz der Wittelsbacher und Habsburger bereichert hatte. Eindrucksvollstes Beispiel: Hans Makarts Bildnis der etwa vierjährigen Erzherzogin Marie Valerie, Tochter Kaiser Franz Josephs I. und seiner „Sisi“, deren Geburt 1868 bewusst im ungarischen Ofen inszeniert worden war und die das Lieblingskind ihrer Mutter gewesen sein soll. Das etwa lebensgroße Ganzfigurenstück des auf einem Schemel stehenden, von allerlei Flitterwerk in typischer Makart-Manier umgebenen Mädchens war von Neumeister auf 40.000 bis 50.000 Euro angesetzt worden und steigerte sich schließlich auf 115.000 Euro.


Nur wenige der gut einhundert Offerten dieser Sonderauktion blieben am 24. September unveräußert, und bei relativ niedrigen Schätzpreisen kam noch eine Reihe weiterer teils hoher Wertsteigerungen heraus. Groß war erwartungsgemäß die Beteiligung von Vertretern der betroffenen Familien selbst sowie verschiedener Museen. Den Makart sicherten sich die Habsburger durch einen Mittelsmann, Anderes wird zukünftig öffentlich in der Wiener Hofburg und im Schloss Schönbrunn aufbewahrt sein. Dazu gehören zwei annähernd formatgleiche Ölstudien Franz Adams, die das oben genannte Kaiserpaar zu Pferd zeigen, für zusammen 49.000 Euro (Taxen zwischen 6.000 und 10.000 EUR) oder die schwarz gekleidete Elisabeth samt Deutscher Dogge auf den Stufen des Achilleons auf Korfu von Josef Arpád Koppay für 55.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Ihre älteste Tochter Sophie, die 1857 auf einer Reise durch Ungarn starb und auf dem Totenbett von Miklós Barabás in Aquarell festgehalten wurde, ging für 10.000 Euro ebenfalls in österreichischen Staatsbesitz über (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Bei den älteren Herrschaften räumte Clemens August von Wittelsbach, der im 18. Jahrhundert nicht weniger als fünf kirchenfürstliche Stühle besetzt hielt und hier aber als Hochmeister des Deutschen Ordens präsentiert wird, mit 26.000 Euro den höchsten Preis ab und wanderte in ein Berliner Museum (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Georges Desmarées, der Schöpfer des qualitätvollen Barockbildnisses, respektive seine Werkstatt waren noch häufiger vertreten, unter anderem mit einem ganzfigurigen Konterfei Herzog Clemens Franz’ de Paula für taxkonforme 11.000 Euro. Die Bekanntschaft eines Schweizer Privatsammlers machten mehrere Angehörige der Wittelsbacher Linie Zweibrücken-Birkenfeld für bis zu 15.000 Euro. Wilhelm, seit 1799 Herzog mit dem ungewöhnlichen Titel „in“ Bayern, schaffte in einer Version von Johann Georg Edlingers wohl aus der Zeit um 1788 bei 16.000 Euro den Absprung (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Jüngere Nachfahren der Wittelsbacher waren Prinzregent Luitpold, in Öl auf Holz gebannt und mit einer Widmung des Münchner Künstlerbundes geehrt von Franz von Stuck, für 22.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) oder Prinzessin Sophie, die wiederum später die angeblich so böse Schwiegermutter Sisis werden sollte, auf Josef Kriehubers Aquarell von 1849 aber gar nicht so arg dreinschaut. 19.000 Euro sprachen ebenfalls für sie (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Die 1856 geborene Gisela ging den umgekehrten Weg und wurde als Habsburgerin die Gemahlin eines Bayern. Friedrich August von Kaulbach hielt sie 1885 als stattliche Frau mit noch jugendlichem Charme in schwarzer Robe fest und heimste damit jetzt 17.000 Euro ein (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Zusätzlich zu den zahlreichen Bildnissen kamen aus gleichem – übrigens nicht öffentlich kundgegebenem – Besitz einige weitere Gemälde zum Aufruf, von denen eine abendliche Hafenszene aus der Nachfolge Claude Lorrains mit 36.000 Euro am besten abschloss (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Landschaftliches war zudem mit Wilhelm Scheuchzers weiten sommerlichen Blick in das Etsch-Tal mit dem Schloss Tirol bei Meran gefragt (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Auch die 34.000 Euro für Albrecht Adams fein gemaltes Aquarell mit Napoleon und seinem Stab auf einer Anhöhe vor dem brennenden Moskau im September 1812 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) oder die 23.000 Euro für François Adrien Grasognon Latinvilles barockes Bildnis des noch kleinen Abraham Frédéric Vicomte d’Hautefort auf einer Terrasse als Falkner können sich sehen lassen (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR).

Gegen diese bayerisch-österreichische Prominenz nahmen sich die Offerten der übrigen Versteigerung fast bescheiden aus. Hier rutsche die losbezogene Zuschlagsquote auf knapp unter 50 Prozent ab. Immerhin Michael Nehers feine und stimmungsvolle Ansicht der Westpartie von St. Martini in Braunschweig aus dem Jahr 1862 konnte ihren Wert auf 78.000 Euro rund verdreifachen. Das Hauptlos aber, Carl Spitzwegs um 1832 entstandenes Frühwerk „Mondscheinlandschaft“ für 120.000 bis 150.000 Euro, musste zunächst an den süddeutschen Einlieferer zurück. Die meisten übrigen Werke hielten sich weitgehend an die vorgegebenen Schätzpreise, etwa Felix Schlesingers mit Katzen spielende Kinder für 13.000 Euro, Carl Wilhelm Götzloffs biedermeierlicher Blick auf die Bucht von Neapel für 12.000 Euro oder Eduard Magnus’ Brustbild des zumindest in seiner Zeit recht berühmten Dichters Paul Heyse von 1849 ebenfalls für 12.000 Euro.

Als teuerster Altmeister ging eine niederländische Leinwand aus dem Umkreis Bernardus van Schijndels mit der Genreszene einer Bauernfamilie am Guckkasten für 13.000 Euro über den Tresen (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), gefolgt von einen feinen Früchtestillleben mit Keramikschale und gefüllten Gläsern, die Jan Pauwel Gillemans d.Ä. zugeschrieben wird und 11.000 Euro einbrachte (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR). Bei den Arbeiten auf Papier kletterte ein bacchantischer Umzug, den wohl Léon Bakst nach einem pompejischen Fresko im Museo Archeologico Nazionale in Neapel aquarellierte, von 1.300 Euro auf 4.500 Euro. Oswald Achenbachs Aquarell einer weiten italienischen Landschaft mit See und Bäuerin auf einem Esel im Vordergrund ging zu den anvisierten 3.500 Euro in Ziel. Ein spätmittelalterliches Buch aus Venedig mit dem Decretum Gratiani und feinen Illuminierungen schloss bei 5.000 Euro ab (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

Im Bereich Kunsthandwerk hatten Neumeisters Kunden für Teppiche und Silber am meisten übrig. Bei Letzterem glänzte besonders prächtig eine Lavabogarnitur des Augsburger Rokoko-Meisters Johann Martin Satzger I. aus den späten 1760er Jahren für 31.000 Euro (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR), gefolgt von einem zu unterschiedlichen Zeiten geschaffenen Duo aus Terrine und Présentoir Emanuel Gottfried Meisgeyers und Johann Christoph Drentwetts I. für 23.000 Euro (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Für 27.000 Euro hängte sich ein Bieter eine Brüsseler Tapisserie aus der Zeit um 1660/70 in die Wohnung. Die Deutung der etwas älteren Frau, die unter Mithilfe dreier Putten eine Kordel mit Papstportraits an einen fliegenden Genius weiterreicht, ist in der Forschung umstritten, doch als Entwerfer der Darstellung konnte kein Geringerer als Peter Paul Rubens identifiziert werden, auf dessen Basis die Werkstatt Frans van den Hecke die Ausführung besorgte. Die Schätzung für die wohl aus altem englischem Adelsbesitz stammende Wirkerei lag bei 30.000 bis 35.000 Euro. Beim Jugendstil war die bunte Herbstvase „Vigne et escargots“ der Daum Frères um 1895 begehrt. Hier lagen schließlich 7.000 Euro auf dem Tisch (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



12.10.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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24.09.2014, Alte Kunst - Aus wittelsbachischen und habsburgischen Nachlässen

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Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

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Fürstengalerie

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Georges Desmarées, Clemens August von Bayern als Hochmeister des
 Deutschen Ordens
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 Werkstatt, Herzog Clemens Franz de Paula von Bayern mit dem Orden vom Goldenen Vlies
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nach Claude Lorrain, Hafen mit der Villa Medici
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François Adrien Grasognon
 Latinville, Abraham Frédéric Vicomte d’Hautefort als Kind
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nach Claude Lorrain, Hafen mit der Villa Medici

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Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 36.000,- EURO

Losnummer: 1093

Franz Adam, Kaiserin Elisabeth von Österreich zu Pferd

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Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 36.000,- EURO

Losnummer: 1064

Johann Martin Satzger I, Lavabogarnitur mit Helmkanne und Becken, Augsburg um 1765/67

Johann Martin Satzger I, Lavabogarnitur mit Helmkanne und Becken, Augsburg um 1765/67

Taxe: 35.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 31.000,- EURO

Losnummer: 41

Johann Georg Edlinger, Herzog Wilhelm in Bayern

Johann Georg Edlinger, Herzog Wilhelm in Bayern

Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 1034

Emanuel Gottfried Meisgeyer und Johann Christoph Drentwett I, Terrine und Présentoir, 1771/73 bzw. 1751/53

Emanuel Gottfried Meisgeyer und Johann Christoph Drentwett I, Terrine und Présentoir, 1771/73 bzw. 1751/53

Taxe: 18.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 23.000,- EURO

Losnummer: 44

François Adrien Grasognon Latinville, Abraham Frédéric Vicomte d’Hautefort als Kind

François Adrien Grasognon Latinville, Abraham Frédéric Vicomte d’Hautefort als Kind

Taxe: 8.000 - 9.000 EURO

Zuschlag: 23.000,- EURO

Losnummer: 1092

Daum Frères, Vase „vigne et escargots“, um 1895

Daum Frères, Vase „vigne et escargots“, um 1895

Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 89

Decretum Gratiani, Venedig, um 1480

Decretum Gratiani, Venedig, um 1480

Taxe: 1.200 - 1.500 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 364

Franz Adam, Kaiser Franz Joseph I. von Österreich zu Pferd

Franz Adam, Kaiser Franz Joseph I. von Österreich zu Pferd

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 1065

Eduard Magnus, Paul Heyse, 1849

Eduard Magnus, Paul Heyse, 1849

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 542

Peter Paul Rubens, Die Abfolge der Päpste (Allegorie der Ewigkeit), um 1626

Peter Paul Rubens, Die Abfolge der Päpste (Allegorie der Ewigkeit), um 1626

Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 27.000,- EURO

Losnummer: 182

Georges Desmarées, Clemens August von Bayern als Hochmeister des Deutschen Ordens

Georges Desmarées, Clemens August von Bayern als Hochmeister des Deutschen Ordens

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 1005




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