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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Alte und Neuere Meister mit guten Ergebnissen bei Koller in Zürich

Gemeine Vogelfalle



Matthias Stom, Die Evangelisten Markus und Lukas mit ihren Attributen Löwe und Ochse

Matthias Stom, Die Evangelisten Markus und Lukas mit ihren Attributen Löwe und Ochse

Einen seiner Höhepunkte während der ersten großen Herbstauktionswoche feierte das Zürcher Auktionshaus Koller mit seiner Versteigerung Alter und Neuerer Meister am vergangenen Wochenende. Ließen sich einige schmerzliche Rückgänge hochgehandelter Stücke auch nicht ganz vermeiden, so fiel die Bilanz mit neun sechsstelligen Zuschlägen bei den Alten und vier ebensolchen bei den Neueren Meistern doch recht erfreulich aus. Auch eine Reihe teils hoher Wertsteigerungen vor allem aus dem unteren Bereich war zu verzeichnen. Das ging bei einer der ersten Losnummern gleich los, dem dreiteiligen Flügelaltar eines Schweizer Meisters aus der Zeit um 1500, auf dem mittig die Krönung Mariens verbildlicht ist, während die Außenflügel mit den Heiligen Bernhard von Clairvaux und Agnes sowie einer Anna Selbdritt und einer Verkündigung bemalt sind. Das in dieser Vollständigkeit selten gut erhaltene Triptychon eines Malers aus dem Umkreis der Nelkenmeister wurde auch seiner hervorragenden künstlerischen Qualität wegen hoch beboten und landete mit 150.000 Franken etwa beim Doppelten der Schätzung.


Gemälde Alte Meister

Am 19. September folgten kurz darauf zwei kleine Eichenholztafeln mit Darstellungen zweier Propheten, auch diese einst Teil eines Flügelaltars aus der Hand des in Köln tätigen Meisters des Bonner Diptychons um 1480. Bei 8.000 bis 10.000 Franken sprangen hier stolze 77.000 Franken heraus. 155.000 Franken lauteten das Ergebnis für ein Antwerpener Triptychon von circa 1560 mit Szenen aus dem Leben und Sterben Johannes des Täufers, die bereits unverkennbar die Kunst der Renaissance vertreten (Taxe 150.000 bis 200.000 SFR). Als Favorit in die Auktion gestartet war eine gut anderthalb Meter breite Leinwand des gebürtigen Niederländers und Wahlitalieners Matthias Stom, die erst in den 1970er Jahren im Zusammenhang mit einem in USA befindlichen Gegenstück in seiner Bedeutung wiedererkannt wurde. Denn dargestellt sind mit Markus und Lukas zwei der vier Apostel. Charakteristisch für die Handschrift Stoms ist die harte, fast skulpturale Modellierung der Körper und Gewänder. Die Favoritenrolle wurde in der Auktion bestätigt, mit 360.000 Franken erzielte das Bild den höchsten Preis des Tages (Taxe 350.000 bis 500.000 SFR).

Dicht dahinter bei 330.000 Franken folgte eine schier undurchdringliche Waldlandschaft Jan Brueghels d.Ä. mit der kleinen „Ruhe auf der Flucht“ von etwa 1594 (Taxe 300.000 bis 400.000 SFR). Demselben Meister war auch für zwei jahreszeitlich konnotierte Landschaften aus fast der gleichen Zeit Erfolg beschieden: Die sommerliche Szenerie mit Dorf, Fluss und Badenden schaffte die untere Grenze von 160.000 bis 180.000 Franken, während die Ansicht derselben Ortschaft im Winter mit Schlittschuhläufern und einer hinterhältigen Vogelfalle zur oberen Schätzung von 220.000 Franken einen Abnehmer fand. Mit 250.000 Franken machte ein Bauernhaus am Bach in einem Tondo aus der Zeit um 1610 die Million für Jan Brueghel d.Ä. annähernd voll (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR). Die atmosphärisch dichte Wiedergabe eines niederländischen Dorfes samt Mühle, das gerade von spanischen Soldaten ausgeplündert wird, wurde mit 100.000 Franken honoriert. Schöpfer der feinen Malerei war Adriaen van Stalbemt (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR). Die niederländischen Stillleben erfreuten sich nicht der gleichen Beliebtheit, hier mischte nur ein großer Blumenstrauß Jan Mortels mit allerlei Insekten bei 120.000 Franken unter den ersten Zehn mit (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR). Sein Gegenstück aus Früchten blieb bei gleicher Schätzung dagegen liegen.

Gemälde Neuerer Meister

Mit über sechzig Prozent Zuschlagsquote und damit gut zwanzig Prozentpunkte über ihren älteren Vorläufern schlossen die Neueren Meister bei Koller unerwartet gut ab, und auch hier gab es einige erhebliche Wertsteigerungen zu konstatieren. Am meisten profitierten davon die russischen Meister. So ließ sich eine junge, etwas melancholische Frau mit Kokos-Schmuck, die vermutlich Konstantin Egorovich Makovskij in kleinteilig-dekorativer Malweise auf die Leinwand gebannt hat, statt bei 20.000 bis 30.000 Franken erst bei 105.000 Franken bitten. Auch Ivan Fedorovic Choultsé konnte sich auf einen großen Kreis von Interessenten stützen. Sein fast fotografisch exakter Sonnenuntergang über dem Adriatischen Meer schaffte 150.000 Franken (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR), sein Blick auf den St. Moritzersee unter strahlender Wintersonne erlöste sogar stolze 190.000 Franken (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Auch Gavril Pavlovich Kondratenkos Sicht in einen dunkel verschatteten Park mit einem Pavillon ließ sich bei 31.000 Franken gut an (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Jean-Baptiste Camille Corots duftige Italienszene „Les danseurs de Castel-Gandolfo“ aus den späten 1850er Jahren konnten die Russen damit aber nicht vom Thron stürzen. Die gut einen halben Meter breite Leinwand erreichte die vorgesehen 220.000 Franken. Aus der Schule von Barbizon traten etwa noch Paul Désiré Trouillebert mit der ebenso atmosphärischen Flusslandschaft „Pont sur le Cher“ für 17.000 Franken und Stanislas Lépines Mondschein über „Le port de Caen, la nuit“ für 28.000 Franken hinzu (Taxe je 12.000 bis 18.000 SFR). Auch Künstler anderer Nationen kehrten mit stattlichen Beträgen nach Hause zurück. So machte eine antike Architektur inmitten der Campagna, die wohl Johann Heinrich Schilbach mit farbkräftiger Palette aufgenommen hat, trotz ihres sichtlich ruinösen Zustandes einen Sprung von 5.000 bis 7.000 Franken auf 40.000 Franken. Südliche Stimmung fing zudem der Schweizer Johann Rudolf Bühlmann seiner abendlichen „Ansicht von Castellamare di Stabia“ aus dem Jahr 1875 bei 13.000 Franken ein (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR). England wurde durch Edwin Henry Landseers albern verkleideten Zirkusaffen mit Hund und Hase von 1823 zwar nicht gerade gravitätisch, aber im Ergebnis mit 40.000 Franken sehr erfolgreich repräsentiert (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR).

Italien schickte Egisto Ferronis nachdenklich in die Ferne blickende Marktfrau am Straßenrand mit altem Geldzähler bei 18.000 Franken wirksam ins Auktionsgeschehen (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR), Deutschland Johann Sperls 1907 gemalte, blühende Sommerwiese bei Kutterling bei 20.000 Franken (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR), Ernst Boschs liebevolle Genreszene mit Kindern „Am Kartoffelfeuer“ von 1879 bei 36.000 Franken (Taxe 30.000 bis 35.000 SFR) oder Friedrich Kallmorgens neugierige Menschen in dem 1886 entstandenen Gemälde „Der Feuerreiter“ für 17.000 Franken (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR). 58.000 Franken für Félix Ziems impressionistischen Blick auf ein venezianisches Kanalufer (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR), Eugène Boudins kleines Seestück „Trouville. Le Port“ für 44.000 Franken (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR) und August Ludwig Mosts biedermeierliche Vedute aus Wildbad Kreuth von 1841 für 40.000 Franken konnte Koller ebenfalls auf der Habenseite seiner Versteigerung verbuchen (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR).

Zeichnungen und Grafiken

Mit knapp 58 Prozent lag die losbezogene Zuschlagsquote bei den Zeichnungen und Druckgrafiken nur wenig unter der der Neueren Meister. Teuerstes Blatt wurde hier aus einem umfangreichen Konvolut mit Arbeiten Rudolf von Alts seine Sicht auf das kleinteilig mit schwarzem Stift gezeichnete Prag in der Ferne und aquarellierte Buschwerk im Vordergrund bei 10.000 Franken (Taxe 12.000 bis 15.000 SFR). Bei jeweils 8.000 Franken folgten Alexandre Calames Kreidezeichnung auf blauem Papier mit der Darstellung einer Gebirgslandschaft bei Bordighera (Taxe 2.500 bis 3.500 SFR) und Bernardo Bellottos radierte Dresden-Vedute „Die Ruinen der Pirnaischen Vorstadt mit dem Palais Fürstenhof“ von 1766 (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR). Auch Calames Aquarell mit einem Blick von einer Anhöhe auf ein weites Flusstal im Gebirge schnitt mit 5.000 Franken gut ab (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR).

Bei den Alten Meistern konnte Herman Saftleven die Bieter mit einer Rheinlandschaft samt Ruine für sich einnehmen. Die Kreidezeichnung in Schwarz kletterte auf 4.300 Franken (Taxe 2.000 bis 3.000 SFR). Taxkonform waren die 7.500 Franken für Adolph von Menzels Zeichnung eines vornehmen Paars auf einer Bank im Park von 1903, die 4.500 Franken für eine klassizistische weibliche Personifikation Frankreichs, die gemäß Jean-Pierre Saint-Ours auf die Philosophie, die Wissenschaften und die Künste aufbaut, und die 6.000 Franken für Johann Ludwig Bleulers Gouache mit dem Blick von einer Anhöhe auf Zürich und seine Umgebung. Die Schweizer Kunst hatte noch mit Joseph Werner d.J. einen großen Auftritt, als dessen 1688 mit Tuschfeder und Aquarell entwickelter Profilkopf der Pallas Athene von 700 Franken auf 6.500 Franken schnellte, und auch auf zwei nächtliche Himmelstudien mit dem Mond hinter Wolken, die ein unbekannter Schweizer mit schwarzer und weißer Kreide im 19. Jahrhundert zeichnete, hatten es die Kunden abgesehen. Die Blätter machten sich erst bei jeweils 6.500 Franken davon (Taxe je 1.200 bis 1.500 SFR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



28.09.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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