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Max Beckmann einmal ganz anders: Die Hamburger Kunsthalle zeigt als Weltpremiere erstmals eine umfangreiche Schau zu den Stillleben des großen deutschen Malers

Die sanften Bilder eines Giganten



Max Beckmann steht für Gemälde voller Wucht und Kraft: für Selbstporträts im Smoking und mit dicker Zigarre, für die zeitlose Bearbeitung mythologischer Themen und für die malerische Bewältigung grandioser Küstenlandschaften und fulminanter Großstadtszenen. Ein künstlerischer Grenzgänger, der 1937 in Deutschland als „entartet“ gebrandmarkt, ins Amsterdamer Exil ging und gerade auch im Ausland als einer der wichtigsten Repräsentanten einer von humanistischen Idealen geprägten deutschen Kunst steht. Seine Landschaften, Selbstporträts und Figurenbilder sind immer wieder in groß angelegten Ausstellungen und Retrospektiven gezeigt worden. Seine Stillleben jedoch, die eine andere Seite seines facettenreichen Werks repräsentieren, waren international noch nie in konzentrierter Form zu sehen. Mit der Ausstellung „Max Beckmann. Die Stillleben“ widmet die Hamburger Kunsthalle diesem lange vernachlässigten Werkaspekt jetzt eine große und faszinierende Schau.


Für Karin Schick, die Kuratorin der Ausstellung, ist Max Beckmann nicht weniger als „ein Block, ein Achtzehnender, mit dem man ringt“. Insgesamt 70 Gemälde und einige Aquarelle hat sie für die Hamburger Präsentation ausgesucht. Herausgekommen, so Schick, ist „eine Retrospektive im Kleinen, die die Entwicklung seiner Malerei ablesbar macht“. Max Beckmann hat, beginnend mit seinem Umzug nach Berlin um 1904/1905 bis zu seinem Tod in New York, immer wieder auch Stillleben gemalt. Auf diesen Bildern entdeckt der Betrachter komplexe, mal durchdacht, mal aber auch spielerisch und leicht wirkende Arrangements aus Blumen, Obst, Gemüse, Fischen, Weingläsern, Büchern, Zeitungen, Uhren, dekorativen Objekten aus der Natur und oftmals kultisch aufgeladenen Kunstgegenständen aus dem privaten Fundus des Malers.

Das Besondere an der Schau: Etliche der auf den Bildern dargestellten Objekte, so ein Tongefäß mit Schlangenmotiv aus Peru, ein Zeremonialgefäß aus dem Grasland Kameruns, ein chinesisches Räuchergefäß in Form einer Kröte und eine große Muschel aus der Karibik, die Beckmann immer wieder gemalt und zu animalischer Größe aufgeblasen hat, sind erhalten geblieben und werden in Hamburg im Original gezeigt. Der Betrachter erhält so Gelegenheit, ausgehend vom Originalobjekt, Transformations- und Entscheidungsprozesse des Malers nachzuvollziehen.

Eine Art Scharnier der Ausstellung bildet Beckmanns 1927 entstandenes „Großes Fisch-Stillleben“ aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle. Bevorzugte der Maler zuvor oft noch pastellartige, helle Farben, so arrangiert er seine Bildgegenstände jetzt äußerst kontrastreich. Drei farbenfrohe und lebensecht wirkende Fische werden zusammen mit zwei Zitronen, einer italienischen Zeitung und einem gestreiften Tuch in ein Rechteck eingebettet. Gleichzeitig ist auf dem Bild aber auch ein Dreieck erkennbar, an dessen Spitze das tiefschwarze Innere eines großen blauen Trichters den Blick in eine unbestimmbare Tiefe hineinzieht. „Ich bringe es fertig, immer mehr fertig, gänzlich gegenständlich und doch ungegenständlich zu malen“, hatte Beckmann bereits ein Jahr zuvor seine Gratwanderung zwischen konkreter Gegenständlichkeit und abstrakter Formauflösung beschrieben.

Die Hamburger Ausstellung führt eindrucksvoll vor Augen, dass Stillleben für Beckmann weit mehr waren als hübsche Arrangements. Wie überhaupt in seiner Malerei, ignoriert und durchbricht er auch hier gängige Darstellungskonventionen. Der Raum, seine virtuelle Erweiterung im Spiegelbild, die Landschaft, Personen und unbestimmbare Schattenwelten. Alles kommt ins Stillleben mit hinein. Beckmann erweist sich auch in seinen Stillleben als virtuoser Meister der Verzahnung verschiedener Realitätsebenen. In den malerischen Fokus rückt er sein Leben im Hier und Jetzt, die wehmütige Erinnerung des Amsterdamer Exilanten an unbeschwerte Tage an der Côte d’Azur, aber auch seine Vorlieben für Philosophie, Mystik, Astronomie und Astrologie. Seine intensive Beschäftigung mit den Alten Meistern und die Suche nach einer neuen, modernen und ganz eigenständigen Bildsprache jenseits aller ihn umgebenden Schulen und Stile wie Expressionismus, Neue Sachlichkeit oder Kubismus trieb Beckmann, wie jetzt in der klug zusammengestellten Hamburger Ausstellung zu besichtigen ist, auch in seinen Stillleben permanent an.

Die Ausstellung „Max Beckmann. Die Stillleben“ läuft vom 5. September bis zum 18. Januar 2015. Die Hamburger Kunsthalle hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr, am 2. Weihnachtstag von 10 von 18 Uhr, am Silvester von 10 bis 16 Uhr und an Neujahr 12 bis 18 Uhr geöffnet. An Heiligabend und am 1. Weihnachtstag bleibt das Museum geschlossen. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Der Katalog aus dem Prestel Verlag kostet im Museum 29 Euro, im Buchhandel 49,95 Euro.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



07.09.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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